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Hünninghausen, Sommerlatte
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Entwicklung einer zukunftsfähigen Innovations-Strategie

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Entwicklung einer zukunftsfähigen Innovations-Strategie
Franz Tessun
Zwar ist die gute Idee für den Erfolg einer Innovation nicht wichtiger als die fortwährende Anstrengung bei der Umsetzung. Taugt aber die Idee nichts, ist alle Mühe von Anfang an vergeblich. Die Future Scorecard zeigt den Weg zur zukunftsfähigen Innovations-Strategie.


In diesem Beitrag erfahren Sie:

n wie eine (Innovations-)Strategie zukunftsrobust gemacht werden kann,
n
welche Rolle dabei die »Future Scorecard« spielt,
n wie man Ideen für grundlegende Innovationen finden und auf ihre Zukunftsfähigkeit
   prüfen kann.


Was ist Innovation?
»Innovation bedeutet 1 Prozent Inspiration und 99 Prozent Transpiration«, dieser Satz von Thomas A. Edison macht klar, dass zu einer Innovation nicht nur eine Idee nötig ist, sondern auch die Umsetzung der Idee bis zur breiten Akzeptanz beim Kunden. Der dazu notwendige Aufwand ist mit einem Prozent beziehungsweise 99 Prozent ganz gut und zutreffend beschrieben. Allgemeiner kann man definieren:
Innovation bedeutet eine neue Idee in einer unsicheren Zukunft zum Erfolg bringen [9].

Was braucht man für ein gutes Innovationsmanagement?

Aus meiner Sicht gehört zu einem guten Innovationsmanagement ein breites Wissen und Können der am Innovationsprozess Beteiligten sowie selbstständiges Denken und eine hohe Kreativität, die den Dynamo der Innovation bildet.
Veränderungen müssen zum Alltagsgeschäft gehören und man benötigt eine hohe Veränderungsbereitschaft. Wer Angst vor Veränderungen hat, wird den notwendigen Gestaltungswillen und das nötige Selbstvertrauen zur Innovation nicht aufbringen.
Widersprüche müssen ausgehalten werden können, ja mehr noch, sie müssen als eine Art Antrieb empfunden werden, weiter voranzugehen und sie aufzulösen.
Wichtig ist vor allen Dingen, dass ich andere von meinen Ideen überzeugen kann.

Arten von Innovation

Gemäß Kroy [9] kann man zwischen einer inkrementellen und einer grundlegenden Innovation unterscheiden.
Die inkrementelle Innovation geschieht in vielen kleinen Schritten. Ein Beispiel dazu ist die Entwicklung vom 4Mbit-Chip zum 1 Gbit Chip. Hier findet eine Verbesserung im Rahmen der bestehenden Paradigmen statt, wie Ziele, Wertmaßstäbe, Normen. Die Schnelligkeit der Umsetzung und Termintreue spielt dabei die herausragende Rolle, da das Marktfenster nur zu einem kurzen, gegebenen Zeitpunkt offen ist. Die Wettbewerber gehen nämlich meist denselben Weg.

Eine grundlegende oder radikale Innovation beinhaltet einen Quantensprung. Beispiele solcher Innovationen sind der Buchdruck, das Automobil, das Telefon, das Internet. Durch diese Innovationen haben sich Bezugsgrößen und Wertmaßstäbe verändert. Der Erfolgsbegriff wurde dadurch total geändert. Viele Umfelder werden durch solche Innovationen umgestaltet, Altes und Gewohntes wird zerstört, Besitzstände können sich auflösen. Wer davor Angst hat, wird immer vor solchen grundlegenden Innovationen zurückschrecken. Doch wir leben heute in einer Zeit der grundlegenden Veränderungen.
Diesen Veränderungen ist jedoch in der Planung und der Umsetzung der Innovation Rechnung zu tragen. In einer komplexen Welt sind Entscheidungen über weit reichende Innovationen mit hoher Unsicherheit und hohem Risiko verbunden. Die Folge davon ist oft, dass Innovationen nur noch inkrementell durchgeführt werden. Dies hat wiederum zur Folge, dass ein Wettlauf jeder gegen jeden entsteht und alle vom so genannten Markt- und Kundendruck getrieben werden. Dies wiederum führt zum Verlust der Fähigkeit, neue Maßstäbe zu setzen und neue Regeln aufzustellen und bringt eine Verarmung des Innovationsbegriffs mit sich.

Wir wollen uns hier weiter mit Innovationen beschäftigen, bei denen ein Zeitraum von drei bis 20 Jahren zwischen Idee und der erfolgreichen Einführung im Markt liegen. Das Umfeld eines Produkts und eines Unternehmens kann dann nicht mehr als konstant angesehen werden, das heißt man muss sich dabei intensiv mit den möglichen Veränderungen in der Zukunft auseinander setzen.
Im zweiten Teil des Artikels behandeln wir eine Methode, die hilft, in kreativen Gruppen neue Ideen zu entwickeln.

Wenn wir uns nochmals den Satz »Innovation bedeutet, eine neue Idee in einer unsicheren Zukunft zum Erfolg bringen« vor Augen führen, dann behandeln wir in diesem Artikel Methoden, wie man zu neuen Ideen kommt. Die Umsetzung der Innovation zum Erfolg wird in diesem Artikel nicht behandelt.

Warum wir uns mit der Zukunft befassen müssen
Der Wunsch, zu wissen wie die Zukunft aussieht, ist so alt wie die Menschheit selbst. Obwohl wir eine Wohnstätte im Weltall bauen, uns in virtuellen Welten bewegen oder sogar lebende Tiere klonen können, gibt es immer noch kein Verfahren, das in der Lage wäre, eine exakte Vorhersage der Zukunft zu liefern. Gleichwohl besteht eine der vordringlichsten Führungsaufgaben darin, die Zukunft für das eigene Unternehmen aktiv zu gestalten.
Wie ist dieses Dilemma zu lösen? Wie kann ein Unternehmen der zunehmenden Komplexität seines Umfelds – durch Stichworte wie Globalisierung, Marksättigung, kurze Produktlebenszyklen beschrieben – in seinem Handeln gerecht werden? Wie kann es die Folgen dieser erhöhten Komplexität – die sich unter anderem in zunehmender Dynamik, immer kürzer aufeinander folgenden Trendentwicklungen und erhöhter Veränderungsintensität niederschlagen – auf den Märkten, bei der Produkt- und der Technologieentwicklung sowie im soziokulturellen und politisch-rechtlichen Umfeld meistern?
Die Antwort lautet: Zukunft kann zwar nicht gewusst werden, aber sie ist durch vorbeugendes Nachdenken und Handeln heute und jetzt gestaltbar. 

Die strategische, zukunftsorientierte Unternehmensführung und damit implizit auch die Innovationsfähigkeit des Unternehmens gewinnt in der durch Turbulenzen und Strukturbrüchen gekennzeichneten Welt immer größere Bedeutung, da die Erfahrungen der Vergangenheit und der Gegenwart eine immer geringere Rolle spielen. Unternehmerische Erfolgspotenziale sowie etablierte Markenwerte sehen sich immer kürzeren Veränderungszyklen gegenüber. Gelingt es nicht, die Treiber dieser Veränderungen frühzeitig zu identifizieren und im Sinne der eigenen Absichten zu beeinflussen, droht die Niederlage im Wettbewerb mit der Konkurrenz.

Um diese zu vermeiden, müssen belastungsfähige Entscheidungsgrundlagen erarbeitet werden. Die systematische Auseinandersetzung mit der Zukunft wird deshalb zu einem zentralen Erfolgsfaktor der Unternehmensführung und auch des Innovationsmanagements. Dazu sind die (zukünftigen) Produkteigenschaften, die Unternehmenskommunikation sowie die markenspezifische Preisgestaltung aufeinander abzustimmen und unternehmensführungsrelevante Entwicklungen in den verschiedenen Umweltsphären des Unternehmens systematisch zu berücksichtigen (Abbildung 1).



Damit bestehende Erfolgspotenziale erfolgreich gehalten und neue erschlossen werden können, ist ein geeignetes Denkmodell erforderlich, das es erlaubt, künftige Entwicklungen mit Erfolg identifizieren und einschätzen zu können. Eine Methode, die die Komplexität und
die Dynamik der Entwicklungsprozesse sowie ihre Wechselwirkungen von vornherein berücksichtigt, ist die Szenariotechnik. Sie wurde unlängst unter dem Begriff Szenariomanagement von spezialisierten Zukunftsberatern wie beispielsweise der Scenario Management International AG verbessert und vorangetrieben [1]. Im Ansatz verhindert diese Methode die willkürlich reduktionistische Betrachtungsweise, (wie sie auch Prognosen innewohnt) die in der Vergangenheit oft Ursache für eine Reihe von strategischen Fehlentscheidungen war.


Zukunftsprognosen sind bekannt und werden zur Zukunftsarbeit in Unternehmen auch intensiv genutzt, man denke nur an die Wirtschaftsprognosen der fünf Weisen. Szenarien dagegen sind noch nicht so bekannt. Auch haben sie manchmal den Beigeschmack von Spinnerei und Irrealität, weil sie oft weiter in die Zukunft schauen und die gerade anstehenden Probleme nicht zu unterstützen scheinen. Was ist nun der wirkliche Unterschied zwischen Szenarien und Prognosen?

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