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Virtuelle Communities
Märkte und Organisationen neu gestalten
Stichworte: Definition neuer Märkte,
Nachfrage erweitern, Kundenspezifische
Bestimmung von Märkten, Veränderung
industrieller Strukturen, Umorganisation der
Zwischenhändler, Spitzenleistungen belohnen,
Wettbewerb schüren, Traditionelle Vorteile unterminieren,
Neugestaltung von
Unternehmen, Praxis- und
Bearbeitungsgemeinschaften, Entwicklung
expandierter Unternehmen, Partnerschaften anregen
Virtuelle Communities haben die Macht, Industrien und Unternehmensorganisationen neu
zu gestalten. Sie lassen ein neues Unternehmertum entstehen, das möglicherweise die
Vorherrschaft der größten Unternehmen von heute bedroht. Wer diese neuen Kräfte
versteht, sich ihnen anpaßt und sie formt, wird zu den Gewinnern zählen.
Virtuelle Communities werden eine Vielzahl von Veränderungen in der heutigen
Unternehmenslandschaft bewirken. Indem sie das Augenmerk von der Hersteller- auf die
Kundenperspektive verschieben, werden sie die bestehenden Markt- und Industriestrukturen
umgestalten; und indem sie die Informationsasymmetrien ausgleichen, werden sie die
Erweiterung von Märkten vorantreiben. Da sie zusätzlich die Märkte effizienter machen
werden, wird die Informationsbreite noch zunehmen. Durch die Öffnung direkter
Kommunikationskanäle zwischen Herstellern und Kunden werden sie die langfristigen
Überlebenschancen von klassischen Zwischenhändlern bedrohen. Eine Welle von
Neugründungen elektronischer Unternehmen in einem breiten Spektrum von Industrien wird
die etablierten Positionen einiger der größten Unternehmen von heute in Frage stellen.
Virtuelle Communities
definieren Märkte neu
Virtuelle Communities definieren Märkte neu, weil sie die Nachfrage erweitern und sich
eher auf die Vorstellungen der Kunden von "Industrie" denn die der klassischen
Hersteller konzentrieren.
Die Nachfrage erweitern
Wie bereits gezeigt, wird die Nachfrage steigen, wenn die Kosten durch virtuelle
Communities gesenkt werden. Daneben gibt es noch andere Möglichkeiten, die die Nachfrage
vergrößern sollten. Elektronische Netze setzen sich über geopolitische Grenzen hinweg
und bieten den Anbietern somit eine Chance, neue Märkte zu erreichen. Einkaufsseiten wie
UK Shopping Mail beginnen gerade, ihr Angebot um weltumspannende Abschnitte zu erweitern,
so daß britische Kunden Zugriff auf Überseemärkte haben. Wenn sich diese Überlegenheit
in der Reichweite jedoch auch beim Handel materiell niederschlagen soll, muß den
Verkäufern geholfen werden, Käufer zu finden. Virtuelle Communities könnten eine
wichtige Rolle spielen, diese beiden Parteien zusammenzubringen.
Communities fungieren im Unterschied zum elektronischen Handel im allgemeinen
eindeutig als Treffpunkt für Individuen oder Korporationen mit dem gemeinsamen
Interesse, sich zu verbinden und Informationen darüber auszutauschen, wo spezifische
Anbieter oder Käufer zu finden sind. Sie versammeln darüber hinaus eine hinreichend
große Anzahl von Kunden und machen sie damit für Inserenten erreichbar.
Die Wirksamkeit von virtuellen Communities, Anbieter und Kunden zusammenzubringen,
dürfte gerade in solchen Märkten besonders hoch sein, die aufgrund ihrer örtlichen
Begrenzung ineffizient sind. Das Lebensmittelgeschäft wird von einer relativ kleinen Zahl
nationaler und internationaler Marken beherrscht. Auf lokaler Ebene werden unzählig viele
Produkte hergestellt und verteilt, aber sie sitzen in der ausweglosen Falle kleiner
Hersteller: Da diese sich eine landesweite Werbung nicht leisten können, erreichen sie
nicht das Geschäftsvolumen, das erforderlich ist, um ihre Produkte in den Regalen
großer, über das ganze Land verbreiteter Supermarktketten zu plazieren; wenn sie das
Volumen hätten, könnten sie sich die Werbung natürlich leisten. Durch virtuelle
Communities wird diesen kleinen Herstellern die Möglichkeit zu einem gezielten,
landesweiten Marketing zum Preis einer Online-Anzeige gegeben. Skyline Chili, ein Renner
unter den Einwohnern von Cincinnati, könnte sich selbst durch eine Gemeinschaft
vermarkten, die ehemalige Einwohner von Cincinnati oder Feinschmecker mit dem Interesse
anspricht, die regionale Küche auszuprobieren. Virtuelle Communities könnten das
Unternehmen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen, obgleich sie die
wirtschaftlichen Aspekte einer landesweiten Distribution nicht verändern würden.
Virtuelle Communities lösen vielleicht auch bei solchen Menschen eine Nachfrage aus,
denen es bislang noch nicht in den Sinn gekommen war, ein bestimmtes Produkt zu kaufen.
Beispielsweise könnte ein Unternehmen für Gartenbedarf bei Hausbesitzern ein bislang
noch nicht vorhandenes Interesse an der Gartenpflege wecken, indem es einen Bereich in
einer Eigenheim- und Gartengemeinschaft sponsert, wo Hobbygärtner über ihre Liebhaberei
sprechen. Mit einem begeisterten Hobbygärtner ins Gespräch zu kommen, könnte das
Interesse der Hausbesitzer entfachen. Menschen, die ein Faible für eine bestimmte Sache
haben, übernehmen in virtuellen Gemeinschaften die Rolle der Verkäufer. Sie bieten
Informationen an und können dadurch ein latentes oder überhaupt noch nicht dagewesenes
Interesse hervorrufen.
Einige Unternehmen werden tatkräftig das Potential virtueller Gemeinschaften
aufgreifen, um ihre Märkte zu erweitern. Ihr Problem wird darin bestehen, zu entscheiden,
wo vermutlich eine latente Nachfrage nach ihren Produkten besteht, welche Communities sie
organisieren beziehungsweise an welchen sie sich beteiligen sollten, um die potentielle
Nachfrage nutzen zu können.
Die Bestimmung von
Märkten im Hinblick auf die Kunden
Virtuelle Gemeinschaften zwingen, Märkte im Hinblick auf die Kunden in zweifacher
Hinsicht neu zu definieren. Ausgelöst durch den gemeinsamen Wunsch, die
Kundenbedürfnisse zu erfüllen, ermutigen sie erstens Unternehmen branchenübergreifend
zu arbeiten. Wie bereits dargelegt, muß die virtuelle Gemeinschaft einen spezifischen
Interessenschwerpunkt besitzen und erfordert ein "organisch" gemanagtes
Wachstum, das eher den Mitgliederbedürfnissen als der Vorabplanung des Organisators
gerecht wird. Folglich könnten so grundverschiedene Unternehmen wie Johnson &
Johnson, Toys 'R' Us, Procter & Gambler und das New York Hospital/Cornell Medical
Center Partner einer Gemeinschaft für Eltern werden.
Zweitens werden virtuelle Communities selbst zu Märkten. So ermöglichen sie den
verschiedenen unternehmensinternen Funktionsbereichen, ihre jeweils eigenen Definitionen
eines Marktes zugunsten einer Marktdefinition aufzugeben, die exakt die potentiellen
Kunden ins Auge faßt. Um zu verdeutlichen, was damit gemeint ist, soll das Beispiel eines
Unternehmens herangezogen werden, das Frühstücksflocken verkauft. Sein "Markt"
wird von den verschiedenen Unternehmensfunktionen unterschiedlich definiert. Der
Hersteller der Frühstücksflocken könnte auf der Basis von Informationen über bestimmte
Gruppen, die die Marktforscher als an einem gesundheitsbewußten Leben interessiert
ausgewiesen haben, "gesunde" Frühstücksflocken produzieren. Aber wenn sich die
Werbeabteilung eine Werbekampagne ausdenkt, wird sie gezwungen sein, ihre Anzeigen in
Medien zu plazieren, die mit den von den Marketing- und Marktforschungsleuten ausgemachten
Marktsegmenten nicht genau übereinstimmen. Werbemärkte bestimmen sich über die
Leserschaft von Zeitschriften oder über die Fernsehzuschauer. Und schließlich dürfte
der Vertrieb bei der Planung seiner Verkaufsaktionen im Hinblick auf Märkte für
Frühstücksflocken bestimmte geographische Breiten und Ladengeschäfte im Kopf haben wie
Supermärkte, Drogerien oder Warenhäuser. Bei einer virtuellen Community kann diese
Vieldeutigkeit des Marktes vermieden werden, weil sie dem Hersteller einen Kundenstamm mit
bereits im Vorfeld definierten ähnlichen Wünschen und Kaufinteressen präsentiert. Der
Hersteller von Frühstücksflocken könnte eine Gemeinschaft für Fahrrad-Fans anivisieren
und ihre Mitgliederprofile dazu benutzen, mehr über ihre Bedürfnisse zu erfahren. Er
könnte dann bei ausgewählten Mitgliedern Werbung betreiben und seine Produkte an eben
diese Personengruppen verkaufen. Das schafft eine widerspruchsfreie Marktdefinition und
vereint die Funktionen eines Unternehmens im Hinblick auf den gleichen Kundenbestand.
Virtuelle
Communities verändern die industriellen Strukturen
Virtuelle Gemeinschaften werden als Katalysatoren für einen industriellen
Strukturwandel fungieren, indem sie die Vertriebskanäle neu gestalten und möglicherweise
Einzel-, Großhändler und Vertreter verdrängen. Sie dürften auch eine Welle von
Unternehmensgründungen in bestehenden Industrien auslösen, von denen einige die weniger
innovationsfreudigen Unternehmen herausfordern werden. Als Folge werden viele Unternehmen
gezwungen sein, die Basis ihres Wettbewerbsvorteils neu zu überdenken.
Die
Zwischenhändler sollten sich als erste umorganisieren
Wie bereits gezeigt, können Communities selbst als Zwischenhändler fungieren und
möglicherweise sogar die bestehenden ersetzen. Mit der Zeit wird eine erfolgreiche
Reise-Community eine große Zahl reisebegeisterter Leute sammeln, detaillierte
Informationen über ihre Bedürfnisse und Präferenzen zusammentragen und Verbindungen zu
ihren Hauptanbietern aufbauen, einschließlich Flug- und Schiffahrtslinien, Hotelketten
und Autovermietungen. Dadurch gelangt die Gemeinschaft in die Position, klassische
Zwischenhändler (Reiseagenturen) zu verdrängen, selbst zum Vermittler zu werden und die
Provisionen der Agenturen in die eigene Tasche zu stecken.
Betrachten wir ein noch ehrgeizigeres Beispiel: In Ländern, deren Gesundheitswesen nur
mit wenigen gut etablierten Zwischenhändlern ausgestattet ist (wie einige
westeuropäische Länder) oder noch am Anfang der Entwicklung steht (wie bei vielen
aufkommenden Märkten) könnte ein vertrauenswürdiger Organisator einer Gemeinschaft zum
Thema Gesundheitsvorsorge eine geschätzte Vermittlerrolle spielen. Er könnte unter
anderem den Ärzten helfen, die Wirksamkeit unterschiedlicher Medikamente und
medizinischer Geräte zu verstehen, und die Träger der Gesundheitsdienste unterstützen,
die Kostenentwicklung zu verfolgen und die Kosteneffektivität verschiedener
Behandlungsmethoden zu beurteilen. Angesichts der Bedeutung der Gesundheitsvorsorge für
jede Volkswirtschaft ist ein effektiver und vertrauenswürdiger Vermittler von enormem
potentiellen Nutzen und macht die Unterstützung anderer Zwischenhändler bei der
Bestimmung und Förderung wirksamer und dem Ausschluß unwirksamer Behandlungsmethoden
überflüssig.
Wie gut eine virtuelle Gemeinschaft die Rolle eines Zwischenhändlers in ihrer
Industrie übernehmen kann, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Dazu gehören
-
Wie stark Offline-Absatzkanäle tatsächlich durch die Auslieferung von Produkten über
das Netz ersetzt werden. Zum Beispiel erbringt ein Autohändler vor und nach dem Kauf
eines Wagens Dienstleistungen, die von einer virtuellen Community kaum übernommen werden
können.
-
Wie stark die Verhandlungsposition einer virtuellen Gemeinschaft innerhalb ihrer
Industrie ist. Je höher ihr Marktanteil ist, desto größer ist auch ihre Chance, über
Verhandlungen als Zwischenhändler in diese Industrie zu gelangen.
-
Wie stark klassische Vermittler von der Unterwanderung ihres Marktanteils getroffen
werden. Wenn traditionelle Zwischenhändler geringe Gewinnspannen und hohe Fixkosten
aufweisen, wird bereits eine kleine Schwächung ihres Marktanteils durch eine virtuelle
Gemeinschaft ihre Gesamtrentabilität empfindlich schmälern. Als Folge werden sie ihren
Anteil stark verteidigen, so daß es schwieriger wird, sie kurzfristig auszuschalten.
Zeitungen haben zum Beispiel hohe Fixkosten, die allein zwischen 60 und 75 Prozent der
Gesamtkosten für eine durchschnittliche Zeitung ausmachen. Dazu gehören die Kosten für
den redaktionellen Inhalt, die Auflage, die Anzeigenakquisition, die betrieblichen
Abläufe, den Vertrieb und die indirekten Kosten. Ortsbezogene geographische Communities
oder Gemeinschaften, die sich auf Eigenheim- oder Autokäufer konzentrieren
könnten als neuer Vermittler zwischen Verkäufern, Käufern, Nachrichtenredakteuren und
-lesern in Erscheinung treten. Sie könnten eine wirksamere Form von Kleinanzeigen
(einschließlich Videoclips oder Direkt-E-Mail-Verbindungen zu den Verkäufern) in
Datenpaketen mit Auszügen aus den Meldungen der Nachrichtenagenturen anbieten. Selbst
wenn Communities nur einen kleinen Teil der Leserschaft und Anzeigen einer Zeitung
abziehen, könnten sie deren Wirtschaftlichkeit stark beeinträchtigen.
Zwischenhändler werden der Entwicklung von virtuellen Communities vermutlich
tatkräftig entgegentreten und sie zu verhindern suchen. Wie bereits erwähnt, ist es für
einige vielleicht möglich, selbst Organisatoren von Gemeinschaften zu werden. Für sie
ist es wahrscheinlich leichter, ein komplettes Sortiment konkurrierender Produkte und
Dienstleistungen anzubieten, als es für einen Produkthersteller oder ein
Dienstleistungsunternehmen wäre, die sich beide mit Konkurrenten zusammenschließen
müßten, um den Kunden die gleichen Auswahlmöglichkeiten bieten zu können. In manchen
Branchen, wie dem Finanzdienstleistungsgewerbe, kann sich die Entscheidung, Organisator
einer virtuellen Community zu werden, als noch schwieriger erweisen. So ist eine Bank
sowohl Hersteller (Bereitstellung von Krediten) als auch Händler (Verkauf verschiedenster
Investmentfonds). Wäre sie als Organisator bereit, ihre eigenen Anleihen einem fairen
Wettbewerb mit anderen Banken zu stellen und würden ihr diese Banken vertrauen?
Eine Alternative könnte eventuell darin bestehen, die Produktion von der Distribution zu
trennen. Dieser Kurs wurde in gewissem Sinne von AMR, der Muttergesellschaft von American
Airlines, verfolgt, als das Unternehmen die Fluglinie von seinem Reservierungsdienst
easySABRE abkoppelte, der gleichzeitig auch online eine starke Rolle spielt
(Online-Seite Travelocity).
Diese Dynamik führt in vielen Industrien zu eindeutigen Bedrohungen und zugleich
klaren Chancen. Energische Zwischenhändler werden taxieren, wie sie sich am besten
dagegen schützen können, ausgeschaltet zu werden. Im selben Atemzug werden sie die
Initative ergreifen, Gemeinschaften zu organisieren. Die Hersteller müssen einschätzen,
wie ihre Beziehung zu den Vermittlern langfristig aussieht, bevor sie über einen Einstieg
in das Geschäft mit virtuellen Communities entscheiden.
Spitzenleistungen belohnen
Communities werden auch Unternehmen stärken, die exzellent gemanagt werden. Indem sie
die Märkte effizienter machen, werden sie jene Unternehmen belohnen, die ihre
Kostenstruktur effektiv gestalten können, sobald die Marktpreise unter Druck geraten.
Ferner werden durch ihre systematisierte Mundpropaganda die Unternehmen belohnt, die ihren
Kunden eine ausgezeichnete Ware liefern. Die Unternehmen werden auch davon profitieren,
daß zufriedene Kunden ihre Meinungen an andere Gemeinschaftsmitglieder weitergeben, und
so den Nutzen ihrer Produkte und deren Qualität stärker hervorheben.
Je besser das Produkt oder der Kundendienst eines kleineren Unternehmens ist, desto
stärker fallen diese Stärken in einer virtuellen Community im Vergleich zur Offline-Welt
ins Gewicht. Seine Fähigkeit, die Qualitäten seines Produkts publik zu machen, wird
nicht mehr davon abhängen, ob es sich eine kostspielige Werbung leisten kann. Sicherlich
wird der Größenaspekt wirtschaftlich immer noch eine Rolle spielen, wenn es um Bereiche
wie physische Herstellung und Vertrieb geht. Aber große Unternehmen haben auch viele
größenbezogene Vorteile in den Bereichen Marketing und Verkauf genossen, die virtuelle
Gemeinschaften untergraben werden. Sie werden einen billigen und einfachen Zugriff auf die
Kunden in nationalen und sogar globalen Märkten liefern und aus dieser Sicht größeren
Unternehmen in manchen Bereichen, in denen sie bisher überlegen waren, einen Strich durch
die Rechnung machen. Dazu gehören ihre Fähigkeiten, ihre Produkte in die Regale großer
Einzelhändler zu bringen und eine teure Fernsehwerbung zu betreiben, wie auch ihre
weltumspannenden Vertriebsnetze. Und was noch mehr zählt: die Organisatoren von
virtuellen Gemeinschaften unterstützen möglicherweise kleine Unternehmen in der Annahme,
daß sie als Anbieter bereitwilligere Partner als die Branchenführer sein werden, wenn
die Gemeinschaft darum kämpft, eine hinreichend große Anzahl von Mitgliedern zu
gewinnen.
Die Nivellierung der Unternehmenslandschaft, die vermutlich durch virtuelle
Gemeinschaften vonstatten geht, sollte die Unternehmen ob groß oder klein
veranlassen, sich mehr denn je auf eine ausgezeichnete Produktqualität zu konzentrieren.
Wie bereits im Zusammenhang mit den Marketing-Aufgaben aufgezeigt, wird der Wert eines
Produktes in noch nie dagewesener Form über den Markennamen triumphieren.
Den Wettbewerb schüren
Die wirtschaftlichen Aspekte und organisatorischen Anforderungen an den Aufbau einer
virtuellen Community lassen vermuten, daß viele der Neueinsteiger in dieses Geschäft
kleine, risikofreudige Jungunternehmer sein werden. Jedes wird, sofern erfolgreich, in ein
paar Jahren Millionen von Dollar abwerfen unabhängig davon, ob das erträumte
Kurs-Gewinn-Verhältnis an der Börse hoch oder niedrig ist. Für sich alleine betrachtet,
erscheint dieses Szenario ziemlich harmlos: Größere Unternehmen könnten zu dem Schluß
kommen, daß virtuelle Communities für die nächsten fünf Jahre geschäftliche
Nebenschauplätze bleiben und nur einen Bruchteil ihrer Gesamtmärkte ausmachen werden.
Aber genauso wie Piranhas das allgemeine Prinzip auf den Kopf stellen, nach dem der
größere Fisch den kleineren frißt, so könnten auch virtuelle Gemeinschaften zu einer
Bedrohung für große Unternehmen werden, wenn sie in genügend großer Zahl gedeihen.
Sofern mehr als eine Handvoll von Gemeinschaften, die eine bestimmte Industrie tangieren,
die ersten zwei oder drei Jahre überlebt und es ihnen gelingt, einen zwar kleinen, aber
doch bedeutsamen Anteil des Kundenstammes dieser Industrie abzuwerben, stellen sie eine
langfristige Bedrohung dar. Die Natur von virtuellen Gemeinschaften, "klein
anzufangen", könnte die Unternehmensriesen in einem falschen Gefühl von Sicherheit
wiegen. Dieses dürfte noch durch die indirekte Art verstärkt werden, in der
Gemeinschaften wachsen, indem sie sich nämlich von Ast zu Ast verzweigen. Ein
Spielzeughändler sollte also aufpassen, ob sich eine demographische Eltern-Community aus
einer Reihe örtlicher geographischer Communities heraus entwickelt: Sie könnte schnell
in die Rolle eines Zwischenhändlers für Spielzeughersteller schlüpfen, die online
direkt an die Kunden verkaufen. Wenn sich das Gesetz zunehmender Erträge tatsächlich auf
das Geschäft mit virtuellen Communities anwenden läßt, dann wird sich das Wachstum
einer Community nach einem langsamen Start voraussichtlich rapide beschleunigen. Und wenn
sich Gemeinschaften erst einmal auf Wachstumskurs befinden, ist ihre Kleinheit ein Plus.
Sie werden schneller und flexibler auf Produktrückmeldungen reagieren können als die
Branchenführer. Wie MCI in den Anfängen seines Konkurrenzkampfes mit AT&T um Anteile
am Markt für Ferngespräche, werden auch sie sich des Vorteils erfreuen, zu Beginn einen
kleinen Marktanteil zu besitzen, der ihnen eine aggressivere Preispolitik ermöglicht.
Hätte irgend jemand MCI eine Chance gegen einen so gut etablierten Konkurrenten gegeben?
Und doch stand das Unternehmen zur Zeit des Übernahmeangebots mit über 15 Milliarden
Dollar zu Buche.
Große Unternehmen müssen sich vor dieser "Piranha-Wirtschaft" hüten. Für
die nächsten zwei Jahre wird der Einfluß von virtuellen Gemeinschaften fast zu
vernachlässigen sein. Mittelfristig jedoch werden sich virtuelle Communities
"Häppchen" der Geschäfte dieser Unternehmen herausgreifen, die ihre
Rentabilität unverhältnismäßig schmälern werden. Langfristig, das heißt in fünf bis
zehn Jahren, könnten diese Gemeinschaften die Marktposition einiger der heutigen
Branchenführer ernsthaft bedrohen. Das wird insbesondere in der Dienstleistungsbranche
und beim Zwischenhandel der Fall sein, die sich durch hohe Fixkosten oder hohe
festangelegte Vermögenswerte auszeichnen und bei denen sogar geringfügige
Ertragseinbußen einen bedeutsamen Einfluß auf die Rentabilität haben können. Größere
Unternehmen sollten sich überlegen, wie sie ihren Blick für diese kleinen
Mitkonkurrenten schärfen, die sie normalerweise kaum wahrnehmen würden und entscheiden,
wie sie sich am besten gegen sie behaupten können oder ob sie möglicherweise
Partnerschaften mit ihnen eingehen.
Die traditionellen Vorteile
unterminieren
Im Extremfall könnten virtuelle Communities einige der strategischen Annahmen in Frage
stellen, die vielen der größeren Unternehmen unserer heutigen Zeit zugrundeliegen
nämlich, daß (1) Kapital einen Wettbewerbsvorsprung erzeugt, weil es für den Kauf der
Produktionsmittel benötigt wird, die wiederum wirtschaftlich gesehen einen
Größenvorteil erbringen, und daß (2) ein hoher Kapitalbedarf als Einstiegsbarriere
wirkt. Für Communities wird kein großes Kapital benötigt. Wie in Kapitel 3 dargelegt,
liegen die anfänglichen Kapitalaufwendungen durchaus in der Reichweite eines
überzeugenden Jungunternehmers mit einer guten Unternehmensstrategie. Und dieses Kapital
kann zu hohen Erträgen führen, wenn ihm genügend Zeit gelassen wird.
Größere Unternehmen werden nach Wegen suchen, um auf das erfolgreiche Eindringen von
virtuellen Gemeinschaften in ihr Revier zu reagieren. So könnten sie versuchen,
kapitalintensive Einstiegsbarrieren zu errichten. Das wird nicht leicht sein, obwohl es im
Bereich des Möglichen liegt, daß dieselbe Technologie, die heute wagemutigen
Jungunternehmern ungestraft den Einstieg in den Markt gestattet, sich vielleicht schon
morgen als ihre Achillesferse erweist. Und warum? Weil große Unternehmen in der Lage sein
könnten, raffinierte Software-Tools einzusetzen, um Mitgliederprofile zu managen oder
Inhalte kundenspezifisch zuzuschneiden Tools, die den Anbietern, Inserenten oder
den Mitgliedern einen beträchtlichen zusätzlichen Nutzen erbringen. Welcher das sein
wird, kann kaum vorhergesagt werden, aber wenn der Nutzen groß genug ist und die Kosten,
um die Technologie einzurichten und zu betreiben, hinreichend hoch sind, würden Menge und
Verfügbarkeit von Kapital wieder zum Vorteil werden. Damit sich dieses Szenario
tatsächlich bewahrheitet, müßte man davon ausgehen, daß der zusätzliche
technologie-bedingte Nutzen bedeutsam wäre und Jungunternehmen die dafür notwendigen
Investitionen nicht aufbringen könnten. Zum Zeitpunkt der Abfassung des vorliegenden
Buches gibt es zugegebenermaßen allerdings keinen klaren Beweis für ein solches
Szenario.
Alternativ könnten größere Unternehmen versuchen, die Jungorganisatoren mit ihren
eigenen Mitteln zu schlagen und selbst virtuelle Gemeinschaften ins Leben zu rufen. Dazu
werden sie innerhalb ihrer Organisationen eine für sie ungewöhnliche unternehmerische
und kreative Subkultur fördern müssen, die ihrerseits mit dem Mutterunternehmen
kooperieren muß, damit die virtuelle Gemeinschaft von dessen Zugang zu potentiellen
Mitgliedern, Inhalten und Beziehungen zu anderen Anbietern profitieren kann.
Virtuelle Communities
gestalten Unternehmen neu
Wir haben bereits dargelegt, wie die Möglichkeit, einen besseren Zugang zu den Kunden
zu erhalten, und der Wettbewerbsdruck, der durch das erfolgreiche Aufkommen von virtuellen
Communities verursacht wird, zu einer Veränderung der Managementfunktionen innerhalb
eines Unternehmens führen könnten. Virtuelle Communities bewirken darüber hinaus
vielleicht auch einen Wandel in der Unternehmensführung. Indem sie das Entstehen von
"Bearbeitungsgemeinschaften" beschleunigen, welche Arbeitsgruppen, die sich auf
dieselben Unternehmensprozesse konzentrieren, funktionsübergreifend verbinden, verbessern
sie möglicherweise die Managementeffektivität innerhalb des Unternehmens. Die
Gemeinschaftsform bewirkt vielleicht auch, daß sich die klassischen Grenzen zwischen
Unternehmen verwischen.
Praxis- und
Bearbeitungsgemeinschaften
Die traditionelle Unternehmensorganisation hat sich strikt an den Linienfunktionen
orientiert, doch dieses "vertikale" Modell bricht langsam zusammen. Aufgrund des
immer stärker werdenden Wettbewerbs, des Preisdrucks, der schnellebigen Markttrends und
der Verfügbarkeit von komplexeren Informationen ist es für die einzelnen
Funktionsbereiche wichtiger denn je, eng zusammen- als halbautonom vor sich hinzuarbeiten.
Viele Unternehmen haben versucht, auf diese Notwendigkeit zu reagieren, indem sie sich
an Kernprozessen (wie der Produktentwicklung, dem Management des Markenfranchising, dem
Kundenmanagement und der Produktauslieferung beziehungsweise der Lieferkette) entlang
organisierten. Das setzt allerdings eine erhebliche Interaktion zwischen den einzelnen
Funktionsbereichen voraus, was viele Unternehmenskulturen als schwierig erachten. Zum
Beispiel erfordert die Entwicklung von neuen Produkten, daß zwischen den Bereichen
Forschung & Entwicklung, Marketing, Herstellung, Einkauf und Verkauf häufig und
effektiv kommuniziert wird. In der Vergangenheit sollte dies dadurch erreicht werden, daß
sich alle relevanten Manager zu Besprechungen trafen. In der Praxis hat dies aber oft zu
einer Lähmung der Organisation geführt, weil diese Manager stundenlang in Meetings
herumsaßen, obwohl ihr Beitrag auf wenige Minuten hätte begrenzt werden können.
Würde das Prinzip der virtuellen Community auf dieses Problem angewandt, könnte dies
die bestehenden informellen Netze wie auch die Integration organisatorisch getrennter
Abteilungen durch die Einrichtung von elektronischen Schwarzen Brettern,
Versammlungsräumen und ergänzend E-Mail oder sogar Videokonferenzen verstärken. Sie
würden es den Mitarbeitern ermöglichen, elektronisch zu kommunizieren, ohne ihren
Schreibtisch verlassen zu müssen. Diese internen Unternehmensgemeinschaften könnten die
Form von Praxisgemeinschaften annehmen, die Mitglieder, denen eine bestimmte Aufgabe (wie
etwa Marktforschung) zufällt, weltweit verbinden; oder von Bearbeitungsgemeinschaften,
die Teammitglieder zusammenführen, die zu unterschiedlichen, in verschiedenen
Landesteilen angesiedelten Funktionsbereichen gehören und an demselben Kernprozeß
arbeiten (wie der Entwicklung eines bestimmten Produkts).
Diese internen Unternehmensgemeinschaften weichen im Hinblick darauf, wie sie die
Informationsbedürfnisse befriedigen, möglicherweise geringfügig von den anderen bereits
betrachteten Gemeinschaftsformen ab. So wird zum Beispiel dem Bedürfnis, "Geschäfte
abzuwickeln", viel wahrscheinlicher durch das Austauschen von Informationen als dem
Wechsel von Waren gegen Geld entsprochen. Aber wie die anderen virtuellen Communities
werden wohl auch Praxis- oder Bearbeitungsgemeinschaften organisch sein. In seinem Buch
"The Invisible Key to Success" beschreibt Thomas A. Stewart solche informellen
Unternehmensgemeinschaften wie folgt: "Lernen spielt sich in Gruppen ab ... Nicht
jede Gruppe lernt ... Gruppen, die lernen ... zeichnen sich durch spezifische Merkmale
aus. Sie entstehen aus eigenem Antrieb ... Sie arbeiten direkt zusammen, benutzen einander
als Resonanzboden, unterrichten sich gegenseitig. Man kann solche Gemeinschaften nicht per
Erlaß erzeugen, und sie sind schwer zu zerstören" (Fortune, 5. August, 1996, S.
173). In dem Artikel wird auf die Erkenntnis des Direktors der Forschungs- und
Entwicklungsabteilung von NYNEX, einer amerikanischen Telefongesellschaft, hingewiesen,
daß sich die Informationsversorgung von Kundendaten-Diensten von siebzehn auf drei Tage
verkürzen ließ, wenn man die Mitarbeiter aus den verschiedenen Funktionsbereichen in
einem Raum zusammenbringt und ihnen ohne Managementdirektiven die Bildung einer solchen
Praxisgemeinschaft ermöglicht in diesem Beispiel physisch und nicht elektronisch.
Unternehmen, die diese Vorgehensweise ernst nehmen und die Netzwerk-Infrastruktur und
Kultur aufbauen, die die Bildung solcher Communities ermöglichen, ohne sie mit Gewalt ins
Leben rufen zu wollen, werden von der ganz natürlichen Erfindungsgabe und Zusammenarbeit
ihrer Mitarbeiter profitieren und am Ende eine zufriedenere Belegschaft haben.
Die Entwicklung
expandierter Unternehmen beschleunigen
Mit dem möglichen Aufkommen privater virtueller Unternehmensgemeinschaften werden
Unternehmen elektronisch zusammengeschweißt, indem sie gemeinsam Produkte kreieren,
herstellen, vermarkten und absetzen. In diesen Netzwerken dürften sich die traditionellen
Grenzen zwischen unabhängigen Unternehmen verwischen, da verschiedene Unternehmen
veranlaßt werden, sich zu einem "expandierten Unternehmen"
zusammenzuschließen.
Die Unternehmen bewegen sich bereits seit geraumer Zeit von dem vertikalen
Integrationsmodell weg, das einmal Time, Inc. dazu gebracht hat, die Wälder zu kaufen,
die das Papier für seine Zeitschriften lieferten. Im Augenblick nähern sie sich sogar
verstärkt einem Geschäftsmodell an, das auf der ausgiebigen Interaktion zwischen
unabhängigen Unternehmen beruht. Die Hersteller gehen zunehmend Partnerschaften mit ihren
Hauptlieferanten ein und teilen sich die Informationen, die sie vorher als ihr Eigentum
betrachtet haben. Im Wettbewerb stehende multinationale Konzerne wie IBM und Toshiba oder
Kodak und Fuji gehen Abkommen bei der Produktentwicklung ein, selbst wenn sie auf dem
Markt im Hinblick auf ihre jeweiligen Endprodukte erbitterte Konkurrenten sind.
Unternehmen mit einem großen Lieferanten- oder Händlerstamm können die
Entscheidungsfindung verbessern, indem sie private Netzwerke entwickeln, die alle
Beteiligten miteinander verknüpfen. Wal-Mart verbindet seine größten Anbieter (wie
Unternehmen aus der Nahrungsmittel- und papierverarbeitenden Industrie) zu einem Netzwerk,
in dessen Zentrum Wal-Mart steht. Die Produktbestellung und die Führung der
Bestandslisten wird elektronisch abgewickelt.
Welchen zusätzlichen Nutzen könnte das Prinzip der virtuellen Community in diese
Netze bringen? Über solche Netze werden Informationen weitergegeben, aber sie erlauben in
den seltensten Fällen einen Dialog. Durch die Hinzunahme von Schwarzen Brettern könnten
sich die Lieferanten und Händler kurzschließen, Ideen austauschen und Probleme meistern.
Die Netze würden, so gesehen, eine Art expandierter Bearbeitungsgemeinschaft darstellen
und ein Vertrauensverhältnis zwischen Unternehmen aus der gleichen Geschäftsumgebung
aufbauen, indem Probleme gemeinsam gelöst werden.
Mehr Partnerschaften anregen
Ein interessanter Nebeneffekt von virtuellen Communities dürften die Partnerschaften
sein, die sie zwischen Unternehmen anregen. Die Wirtschaft einiger Länder zeichnet sich
heute schon durch ein hohes Maß an Partnerschaften zwischen großen Unternehmen aus. Zu
nennen sind beispielsweise die japanischen keiretsu und die weitläufig verzahnten
Eigentumsverhältnisse und Holding-Gesellschaften in der deutschen und italienischen
Unternehmenslandschaft. In anderen Ländern, wie den USA, sind ausgedehnte Partnerschaften
aber eher die Ausnahme als die Regel. Virtuelle Communities könnten das ändern.
Im Moment gibt es kaum ein Beispiel, wo Anbieter online kooperieren, da die meisten
Unternehmen es bislang vorgezogen haben, eine eigene Web-Seite einzurichten. Aber halten
Sie sich trotzdem kurz eine Gemeinschaft vor Augen, an der sich viele Anbieter beteiligen.
Würde sich die Situation von der unterscheiden, wenn sie gemeinsam als Inserenten in
derselben Zeitschrift oder Fernsehsendung auftreten? Mit Sicherheit, da in einer Hand in
Hand organisierten Gemeinschaft jeder Zugang zu den Mitgliedern (und wahrscheinlich ihren
Profilen) besitzt und jedes Unternehmen vermutlich bei der Gestaltung der Gemeinschaft
mitreden möchte. Es ist nicht leicht, sich eine Gruppe konkurrierender Hersteller
vorzustellen, die kurzfristig kooperieren, um eine virtuelle Gemeinschaft zu organisieren
sicherlich würde es auch interessante rechtliche Fragen aufwerfen. Einfacher ist
es vielleicht, sich eine Gruppe konkurrierender Zwischenhändler auszumalen, die sich
zusammenschließen und eine virtuelle Gemeinschaft als Präventiv-Manöver gegen einen
drohenden Ausschluß gründen.
Sobald Anbieter im Hinblick auf die Organisation einer Gemeinschaft miteinander ins
Gespräch kommen und besonders, wenn sie die Be- dürfnisse ihres gemeinsamen Kundenstamms
zu verstehen beginnen, erkennen sie bei Geschäftsbereichen wie Verkauf,
Kundeninformationsmanagement, Kundendienst und Vertrieb möglicherweise Synergieeffekte.
Das Ergebnis könnten Bündnisse oder Joint Ventures sein in dem Maße, wie sie vom
Kartellamt gestattet werden.
Aus: John Hagel III; Arthur G. Armstrong: Netgain - Profit im Netz.
Märkte erobern mit virtuellen Communities. Wiesbaden 1998. ISBN 3-409-18959-9. 267, S.
78,- DM. Nachdruck der Kapitel mit freundlicher Genehmigung des © Gabler Verlags.
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