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Who
is who im Wissensmanagement
von Markus
Jähnig
Stichworte: Argyris,
Bullinger, Horváth,
Probst, Schneider,
Senge, Stewart,
Sveiby, Literatur zum Wisensmanagement
Chris Argyris ist Professor für
Erziehungswissenschaften und Organisationsverhalten an der Harvard University. Akademische
Auszeichnungen in Psychologie und Wirtschaftswissenschaften weisen den interdisziplinären
Denker aus. Bereits die frühen Untersuchungen Argyris aus den 50er und 60er Jahren
befassen sich mit dem Lernverhalten in Organisationen. Seine Forschungsergebnisse wurden
in der amerikanischen Wirtschaft mit Erfolg umgesetzt (siehe Literaturliste).
Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger
ist
Leiter des Instituts für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der
Universität Stuttgart und des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und
Organisation (IAO), Stuttgart. Als Autor und Mitautor hat er zahlreiche Bücher und
Artikel zu den Themengebieten Mensch und Technik, betriebliche Informationssysteme und
Wandel der Dienstleistungsgesellschaft veröffentlicht. Prof. Bullinger ist Mitherausgeber der
IAO-Studie zur Verbreitung des Wissensmanagements in Deutschland, bei der im Jahre 1997
rund 300 Unternehmen befragt wurden.
Prof. Dr. Péter Horváth ist
Inhaber des Lehrstuhls für Controlling an der Universität Stuttgart. Der diplomierte
Wirtschaftsingenieur und Professor
für Wirtschaftswissenschaften gilt als führender Vertreter des Controllings in
Deutschland. Neben seinen vielfältigen wissenschaftlichen Aktivitäten ist er als
geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung Horváth & Partner GmbH
in der Praxis aktiv. Nach Gastprofessuren in New York, Wien, São Paulo und Shanghai ist
Prof. Horváth international vor allem im Rahmen der "European Accounting
Association" in verschiedenen Funktionen tätig. Der Verfasser von
"Controlling", dem Standardwerk zu diesem Thema in Deutschland, ist
Mitherausgeber der Fachzeitschriften "Wissensmanagement Zeitschrift für
Innovation" und "Controlling" sowie verschiedener Fachbuchreihen. Von Prof.
Horváth stammt die deutsche Fassung der "Balanced Scorecard"
(siehe Literaturliste).
Prof. Dr. Gilbert Probst ist Inhaber des
Lehrstuhls für Organisation und Management an der Universität Genf und Direktor des
dortigen MBA-Programms. Nach Lehrtätigkeiten an der Hochschule St. Gallen war er Visiting
Faculty Member der Wharton School (University of Pennsylvania) und des Institute for
Management Development (IMD) in Lausanne. Er ist als Berater zahlreicher großer
Unternehmen tätig. An seinem Lehrstuhl ist die Geneva Knowledge Group entstanden,
ein wissenschaftliches Beratungsteam für Wirtschaftsunternehmen. Gründungsmitglieder der
Gruppe sind die ehemaligen Lehrstuhlassistenten Steffen Raub, Assistant Professor
am Asian Institute of Technology in Bangkok, und Dr. Kai Romhardt,
Unternehmensberater bei McKinsey & Company. Mit ihnen zusammen hat Prof. Probst die
"Bausteine des Wissensmanagements" entwickelt und
veröffentlicht (siehe Literaturliste).
Prof. Dr. Ursula Schneider ist als Hochschullehrerin am Institut
für Internationales Management der Karl-Franzens-Universität Graz tätig und
unterrichtet Change Management am Europacollege in Brügge. Ihre Forschungsschwerpunkte
sind Wissensmanagement und Neue Organisationsformen. Sie
lehrte Personal und Organisation an der European Business School bei Frankfurt und ist
Beraterin und Trainerin in der Kommunikations- und Wissensbranche.
Peter Senge ist Leiter des Systems Thinking and
Organizational Learning Program an der Sloan School of Management des Massachusetts
Institute of Technology und Gründungsmitglied von Innovation Associates in Boston. Der
Autor des Managementbestsellers "Die fünfte Disziplin"
ist ein Visionär mit Wirkung: In seinen Seminaren hat er Führungskräfte aus aller Welt
in die Technik der lernenden Organisation eingeführt.
Thomas A. Stewart ist Mitherausgeber des amerikanischen
Businessmagazins Fortune. Er war einer der
ersten, der das Thema Wissensmanagement in der Wirtschaftspresse aufgegriffen und populär
gemacht hat.
Karl Erik Sveiby gilt als einer der
Pioniere des Wissensmanagements. Seit den frühen 80er
Jahren forscht und publiziert der Schwede auf diesem Gebiet. Sveiby ist Miteigentümer des
Ekonomi+Teknik Förlag, einer der größten Verlage für Wirtschaftsliteratur in Schweden,
und Gründer einer eigenen Consultingfirma: Sveiby Knowledge Management. Zu seinen
Klienten zählen namhafte Unternehmen aus aller Welt. Zur Zeit ist er als
Forschungsmitarbeiter an der Queensland University of Technology in Brisbane, Australien,
tätig.
Literaturliste
Chris Argyris: "Wissen in Aktion, Eine Fallstudie zur
lernenden Organisation", 288 S., Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 1997.
Ein spannender Erfahrungsbericht aus der Praxis der lernenden Organisation. Argyris
schildert in diesem Buch, wie er aus einem "normalen" Unternehmen in vielen
kleinen Schritten eine lernende Organisation gemacht hat. Der erste Teil des Buches
enthält zunächst eine psychologische Deutung der Lernblockaden in Organisationen. Wie
man unproduktive Handlungsmuster ändert, demonstriert Argyris im Hauptteil des Buches.
Auf der Grundlage seiner eigenen Lerntheorie verbesserte er in Zusammenarbeit mit dem
Vorstand Führungsstil und Kommunikationsverhalten in einer amerikanischen Beratungsfirma.
Die Gesprächsprotokolle der gemeinsamen Sitzungen zeigen, wie der Lernprozeß im
Unternehmen langsam Gestalt annimmt. Ein Buch für Personalchefs und Führungskräfte, die
das Wissenspotential ihrer Mitarbeiter besser nutzen möchten.
Thomas H. Davenport / Laurence Prusak:
"Wenn Ihr Unternehmen wüßte, was es alles weiß. Das Praxisbuch zum
Wissensmanagement", verlag moderne industrie, 349 S., Landsberg 1998.
Ein aktueller Report aus der amerikanischen Knowledge Management-Szene. Anhand von Fallbeispielen aus 39 Unternehmen und Organisationen demonstrieren
zwei Business-Insider, wie Wissensmanagement in US-Großunternehmen und Beratungsfirmen
funktioniert. Davenport, Professor für Information Management an der University of Texas
in Austin, hat zahlreiche Forschungsarbeiten zu Managementfragen bei Ernst & Young, Mc
Kinsey und CSC Index geleitet. Laurence Prusak ist ein KM-Profi: Er leitet als
geschäftsführender Direktor der IBM Consulting Group in Boston das Wissensmanagement des
Unternehmens. Ein Praxisbericht für Führungskräfte, geschrieben von zwei Experten des
Wissensmanagements.
Robert S. Kaplan / David P. Norton: "Balanced
Scorecard", Deutsche Übersetzung von Péter Horváth, 336 S., Schäffer-Poeschel
Verlag, Stuttgart 1997.
Die Trumpfkarte für integrierte Business-Strategien. Während sich die klassische
Unternehmenssteuerung fast ausschließlich an finanziellen Zielgrößen orientiert,
verknüpft das Konzept der Balanced Scorecard "harte" und "weiche"
Managementfaktoren. Nicht-monetäre Aktiva, wie das Kunden- und Lieferantennetz oder
interne Lernprozesse werden in ihrer Bedeutung für den Unternehmenserfolg herausgestellt.
Die Balanced Scorecard ermöglicht reflexives Management: Lern- und Wachstumsziele des
Unternehmens können gesteuert und die erzielten Fortschritte laufend geprüft werden.
Eine Vielzahl von Beispielen macht das Buch zum Leitfaden für die praktische Anwendung.
Wilfried Krüger / Christian
Homp: "Kernkompetenz-Management,
Gabler Verlag, 323 S., Wiesbaden 1997.
Die Identifikation der eigenen Kernkompetenz ist eine zentrale Aufgabe des strategischen
Wissensmanagements. Ein Unternehmen muß wissen, warum es eine ganz bestimmte Zielgruppe
anspricht und welches deren Bedürfnisse sind. Kernkompetenz-Management ermöglicht
proaktives Handeln: Das Unternehmen kommt der spezifischen Nachfrage seiner Kundschaft mit
einem Angebot zuvor. Das Lehrbuch illustriert das Konzept der Kernkompetenzen anhand
zahlreicher Beispiele aus mittelständischen Unternehmen. Die vielen praxisrelevanten
Informationen richten sich gleichermaßen an Dozenten, Studierende, Manager und
Marketingleiter.
Gilbert Probst / Steffen Raub / Kai
Romhardt:
"Wissen managen Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressource optimal
nutzen", 404 S., Gabler Verlag, Frankfurt 1997.
Wissensmanagement sichert langfristige Wettbewerbsvorteile und gehört daher zum
Kernbereich der strategischen Unternehmensführung so das Credo der Autoren.
Vorgestellt wird die Lehre von den sechs "Bausteinen des Wissensmanagements".
Der Leser erfährt, wie man ungebundenes Wissen im Unternehmen sichert, bewahrt und
ausbaut. Probst, Raub und Romhardt stützen sich dabei auf ihre große Erfahrung aus der
Beratungspraxis. Zahlreiche Fallstudien auch aus der deutschen Wirtschaft
machen das Buch zur Managementlektüre mit hohem Nutzwert.
Ursula Schneider
Schneider: "Wissensmanagement: Die
Aktivierung des intellektuellen Kapitals", FAZ Edition Blickpunkt Wirtschaft, 208 S.,
Frankfurt 1996.
Intellektuelles Kapital hat stets eine personelle und eine strukturelle Komponente. Nach
Prof. Schneider muß das Wissensmanagement auf beiden Seiten aktiv werden. Auf der
personellen Seite lautet das Ziel aus Mitarbeitern langfristig Mitgestalter zu machen, die
ihr Wissen selbständig in die Organisation einbringen. Die strukturelle Zielsetzung ist
es, den Wertschöpfungsanteil des Wissens meßbar zu machen. Prof. Schneider stellt
Meßinstrumente vor, die sich in wissensintensiven Unternehmen bewährt haben.
Peter M. Senge: "Die fünfte Disziplin
Theorie und Kunst der lernenden Organisation", 4. Auflage, 550 S., Verlag Klett
Cotta, Stuttgart 1997.
Die Wirklichkeit ist mehrdimensional und komplex, nur der Mensch hat sich angewöhnt
in einfachen Ursache-Wirkungs-Annahmen über Erfolg und Mißerfolg seiner Unternehmungen
zu urteilen. Dagegen setzt Senge seine Vision vom systemischen Denken. Das Management von
Morgen, so sein zentraler Gedanke, muß noch stärker auf die Wechselwirkungen einzelner
Entscheidungen Rücksicht nehmen: Nur wer das Ganze im Blick hat, versteht auch das
Detail. "Die fünfte Disziplin" ist ein internationaler Erfolgstitel und wurde
bereits in 26 Sprachen übersetzt. Nicht nur die Führungskräfte bedeutender Unternehmen
begrüßen seine Botschaft vom ganzheitlichen Lernen. Auch Kritiker der
"Mainstream-Wirtschaft" schätzen Peter M. Senges Ermutigung zum Umdenken.
"Das Fieldbook zur Fünften Disziplin", 700 S., Verlag Klett Cotta, Stuttgart
1996.
In seinem Praxishandbuch zum großen Theorieentwurf zeigt Peter M. Senge, wie man eine
lernende Organisation aufbaut. Anhand von authentischen Geschichten und Beispielen
demonstriert der Autor, wie Lernhemmnisse in großen Organisationen überwunden und
Spitzenleistungen erzielt werden können.
Karlheinz Sonntag: "Lernen im Unternehmen. Effiziente Organisation durch
Lernkultur", 223 S., Verlag C.H. Beck, München 1996.
Die Entwicklung der Lernkultur in einem Unternehmen ist ein langfristiger
Prozeß. Wie
jede andere höhere Organisationsform muß auch die Lernfähigkeit regelmäßig trainiert
werden. Prof. Sonntag, Leiter des Instituts für Arbeits-, Betriebs- und
Organisationspsychologie der Universität Heidelberg, beschreibt anhand zahlreicher
Beispiele, wie man individuelles, kollektives und organisationales Lernen im Unternehmen
praktiziert. Ein Handbuch aus der Reihe "Innovatives Personalmanagement", das
einen guten Einblick in die Praxis des Human-Ressource-Managements bietet.
Thomas A. Stewart: "Der vierte Produktionsfaktor.
Wachstum und Wettbewerbsvorteile durch Wissensmanagement", 256 S., Carl Hanser
Verlag, München, Wien 1998.
Die deutsche Ausgabe eines amerikanischen Erfolgstitels zum Thema Wissensmanagement. Die
Ausgangsthese von Fortune-Mitherausgeber Thomas A. Stewart lautet: Materielle Ressourcen
wie Arbeit, Energie, Rohstoffe und selbst Kapital sind heute in großen Mengen relativ
billig zu haben. Über Wachstum und Erfolg im weltweiten Wettbewerb entscheiden daher
Kreativität und Lernfähigkeit der Humanressourcen. Thomas A. Stewart macht deutlich,
daß jeder Mitarbeiter eines Unternehmens ein Stück dieses Kapitals darstellt und zeigt,
wie das intellektuelle Kapital eines Unternehmens erschlossen, bemessen und genutzt werden
kann. Ein sehr sorgfältig zusammengestelltes Literaturverzeichnis rundet das Buch ab.
Karl Erik Sveiby: "Wissenskapital das
unentdeckte Vermögen", 286 S., verlag moderne industrie, Landsberg, 1998.
Die finanziellen Vermögenswerte eines Unternehmens sind nach Sveiby nur die Spitze des
berühmten Eisbergs. Das Ausmaß der unsichtbaren, d.h. bilanziell nicht
erfaßten,
intellektuellen Aktiva machen den wahren Wert eines Unternehmens aus. Sveiby zeigt, wie
man das Wissen der Angestellten, das Interesse der Kunden und den Einfallsreichtum der
Lieferanten dazu nutzen kann, betriebliches Wissenskapital aufzubauen. Das Buch ist für
Führungskräfte geeignet, die nach umsetzbaren Ideen suchen und sich nicht mit
theoretischen Vorüberlegungen aufhalten möchten. Karl Erik Sveiby wird nun auch vom
Management in Fernost gelesen, der Titel ist mittlerweile auf Chinesisch und Koreanisch
erschienen.
Dr. Wieselhuber & Partner: "Handbuch Lernende Organisation
Unternehmens- und Mitarbeiterpotentiale erfolgreich erschließen", 532 S., Gabler
Verlag, Wiesbaden 1997.
Die Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner aus München hat 1996 eine
umfassende Untersuchung zum Entwicklungsstand und zu den Perspektiven der lernenden
Organisation in Deutschland durchgeführt und betreut hierzulande zahlreiche
Kundenprojekte. Die vorliegende Sammlung von wissenschaftlichen Aufsätzen und
Praxisbeiträgen dokumentiert die Ergebnisse dieser Arbeit. In den beiden ersten Teilen
des Buches wird der Stand der akademischen Diskussion beleuchtet. Die lesenswerten
Kurzbeiträge stammen vorwiegend von Hochschullehrern mit betriebswirtschaftlichem oder
psychologischem Hintergrund. Der dritte Teil des Buches gehört den Praktikern. Ihre
Erfahrungsberichte zeigen, daß die lernende Organisation in Deutschland noch in den
Anfängen steckt. Statt groß angelegter Zukunftsentwürfe bietet das Handbuch ein Stück
deutscher Unternehmensrealität mitunter ernüchternd, aber
aufschlußreich.
Martin Wiegang: "Prozesse Organisationalen Lernens", 591 S., Gabler
Verlag, Wiesbaden 1996.
Eine Dissertation über die sozialwissenschaftlichen und organisationstheoretischen
Grundlagen des Organisationalen Lernens. Der Autor zeigt unter anderem, auf welchen Wegen
die Thematik Einzug in die Managementliteratur gefunden hat. Populäre Ansätze zum
Organisationalen Lernen werden kritisch durchleuchtet. Wer sich mit dem Thema intensiv
auseinandersetzen möchte, kommt an dieser äußerst profunden Abhandlung nicht vorbei.
Angesprochen sind vor allem Dozenten und Studierende der Betriebswirtschaftslehre mit den
Schwerpunkten Management, Organisation und Personal sowie Unternehmensberater und
Führungskräfte im Organisations- und Personalbereich.
Ikujiro Nonaka / Hirotaka Takeuchi: "Die Organisation des Wissens", 299
S., Campus Verlag, Frankfurt 1997.
Wie gelingt der japanischen Automobil- und Elektronikindustrie die rasche Umsetzung von
Wissen in innovative und marktfähige Produkte? Nach Auffassung der Autoren beherrschen
die Japaner die Kunst, "implizites" Wissen in "explizites" Wissen
umzuwandeln. Während westliche Unternehmen neue Managementlehren "von außen"
in den Betrieb einführen, geht das japanische Management in umgekehrter Weise vor:
"Verhaltenswissen" das, was jeder Mitarbeiter aus der alltäglichen
Erfahrung einbringt wird zum Unternehmenswissen. Nonaka und Takeuchi, Professoren
an der Hitotsubashi Universität in Tokio, zeigen, welche Rahmenbedingungen ein
Unternehmen schaffen muß, um das Entstehen von explizitem Wissen zu begünstigen. Ein
Blick hinter die Kulissen japanischer Erfolgsunternehmen, der manchen Unterschied zu
westlichen Managementmodellen aufdeckt.
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