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- Leseprobe -
Benchmarking - Der Vergleich mit den Besten
von Kai Mertins, Gunnar Siebert
Stichworte: Definition, Nutzen, Entwicklung von
Benchmarking, Arten des Benchmarking: intern/extern, branchenbezogen/branchen-unabhängig, Prozeßbenchmarking,
Phasenkonzepte, Ergebnisse und Maßnahmen, Benchmarking-Kontakte, Verhaltenskodex und Austauschprotokolle.
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In
diesem Beitrag erfahren Sie:
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wie sich Ergebnisse aus dem Vergleich mit den Besten in
innovative Maßnahmen wandeln lassen,
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wie Benchmarking zur Analyse des eigenen Unternehmens und
zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit eingesetzt werden kann,
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wie Sie ein Konzept erstellen und die richtigen Partner
finden,
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wer beim Benchmarking mit Rat und Tat zur Seite stehen kann.
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Interne Analyse
Die interne Analyse ist die zeitintensivste Phase des Benchmarking. Sie
beträgt in der Regel ca. 45 Prozent der gesamten Projektlaufzeit (Abb. 6). In dieser
Phase wird die Grundlage für das Verständnis der eigenen Prozesse gelegt. Ohne diese
Phase ist ein Benchmarking unmöglich.
Durch Aufnahme der prozeß-spezifischen Daten und Informationen erhält man Details
über Gestalt und Ablauf des Prozesses. Bei komplexen Aufgaben und Beziehungen in einem
Unternehmen ist der Rückgriff auf Modellierungsmethoden zur Darstellung der Abläufe im
Unternehmen unumgänglich. In dieser Phase werden alle für die Vergleichsphase relevanten
Meßgrößen festgelegt. Für die eigenen Prozesse muß beim Benchmarking-Team ein
objektives und genaues Verständnis aufgebaut werden. Das Ergebnis dieser Phase ist ein
Fragenkatalog. Er bildet die Grundlage für den Informationsaustausch mit dem
Benchmarking-Partner. In ihm werden nicht nur die wichtigen Punkte festgehalten. Er dient
auch zur Überprüfung der festgelegten Meßgrößen auf Vollständigkeit und Relevanz.
Die interne Analyse hat folgende Kerninhalte:
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Ist-Analyse der zu untersuchenden Objekte,
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Modellierung und Erhebung der Meßgrößen,
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Erstellung eines branchenunabhängigen Fragebogens und
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Ausarbeitung der relevanten Vergleichsgrößen.
Benchmarking-Partner/Vergleich
In dieser Phase stehen die Auswahl von Vergleichsunternehmen und der Vergleich der
Objekte, hier die Prozesse, im Vordergrund. Wichtige Punkte in dieser Phase sind:
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Auswahl von Unternehmen,
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Kontaktaufnahme und Datenerhebung bei den
Vergleichsunternehmen,
-
Durchführung des Vergleichs,
-
Bewertung der Ergebnisse und die
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Ermittlung der Ursachen für die Unterschiede.
Eine besondere Schwierigkeit dieser Phase ist es, einen Partner zu finden, von dem man
lernen kann, wie es besser zu machen ist. Das bedeutet, dieser Partner muß erstens einen
vergleichbaren Prozeß besitzen, zweitens soviel besser sein, daß von ihm gelernt werden
kann, und drittens auch zur Teilnahme bereit sein.
Der Auswahlprozeß des geeigneten Partners gliedert sich in eine Generierungs- und eine
sich anschließende Selektionsphase. Ziel der Generierungsphase ist es, möglichst viele
unterschiedliche, potentielle Benchmarking-Partner zu finden. Der Partner hat nachhaltigen
Einfluß auf das Gelingen eines Benchmarking-Projektes. In der Generierungsphase gilt es,
eine Vielzahl von Informationen zusammenzutragen. Diese erhält man von Organisationen
(wie dem Informationszentrum Benchmarking IZB), Awards, Datenbanken, Fragebogenaktionen
und Daten, die aus früheren Untersuchungen oder aus persönlichen Kontakten zur
Verfügung stehen.
Ein weiterer Aspekt der Generierungsphase ist die Wahl des Bereiches, in dem der
Benchmarking-Partner gesucht und gefunden werden soll. Diese Kriterien werden auch als
Freiheitsgrade bezeichnet. Hierzu zählen Unternehmen, Unternehmensbereiche, -standorte,
konkrete externe Branchen, unternehmensinterne/-externe, brancheninterne/-externe,
nationale/internationale Unternehmen oder Vergleichspartner. Die Kriterien lassen sich
durch andere Punkte wie direkte oder indirekte Wettbewerber, Kunden, Lieferanten und
interne Partner erweitern. Durch die Nutzung aller Informationsquellen sowie durch die
Betrachtung aller Bereiche und Freiheitsgrade bei der Auswahl werden möglichst viele
potentielle Benchmarking-Partner zur anschließenden Bewertung gesammelt.
Aufgabe der Selektionsphase ist die Verdichtung der vorhandenen Informationen anhand von
Bewertungskriterien. Die Selektionsphase stützt sich auf die bereits beschriebenen
Informationsquellen sowie auf Fragebogenaktionen und Telefoninterviews bei
Benchmarking-Partnern. Zu den Bewertungskriterien gehören Güte, Qualität und
Vergleichbarkeit des Benchmarking-Objektes, die Professionalität des potentiellen
Vergleichspartners und eine Gewichtung in Abhängigkeit von der Zielsetzung. Weiter ist
auch nach Aspekten wie Möglichkeit, Aufwand und Nutzen der Datenbeschaffung,
Überprüfbarkeit und Interpretationsmöglichkeit der Daten sowie der daraus
resultierenden Ergebnisse auszuwählen. Wirtschaftliche Parameter und das Image des
Vergleichsunternehmens sind zwar von untergeordneter Bedeutung, aber in der Bewertung zu
berücksichtigen. Nach Abschluß des Selektionsprozesses werden in der Regel acht bis
zwölf Unternehmen zur ersten Kontaktaufnahme ausgewählt.
Der klassische Weg der Partnerauswahl favorisiert meist brancheninterne Unternehmen und
schränkt damit die Zielgruppe möglicher Benchmarking-Partner stark ein. Auf diese Weise
werden Informationen branchenfremder Unternehmen ignoriert, obwohl dort oft geeignete
Benchmarking-Partner zu finden sind. Ein neuartiges Verfahren zur Auswahl geeigneter
Benchmarking-Partner stellt das Klassifizierende Benchmarking vor. Es überwindet die
branchenorientierte Betrachtungsweise, indem es die Unternehmen durch Merkmale beschreibt.
Die ausgewählten Merkmale werden in einem hierarchisch aufgebauten Katalog vermerkt, so
daß sich Untersysteme in übergeordnete Systeme einordnen lassen. Er ist Ausgangspunkt
für die Bildung der Unternehmens-profile, die sich aus den Merkmalen und ihren jeweiligen
Ausprägungen entwickeln.
Zur Gruppierung der Unternehmen entsprechend der Unternehmensprofile wird die
Clusteranalyse benutzt.
Abschließend findet eine endgültige Auswahl der geeigneten Vergleichsunternehmen statt.
Ergebnis ist eine Auflistung der Auswahlpartner in Rangfolge. Sie dient der Ansprache der
Vergleichsunternehmen.
Bei allen Auswahlmethoden besteht die Schwierigkeit in der Überprüfung der Ähnlichkeit
und Vergleichbarkeit der Unternehmensprozesse. [2, 1]. Entscheidend ist die Transformation
der Sichtweise. Es gilt, die Unternehmen aus Prozeßsicht zu betrachten. Bislang mangelt
es an der geeigneten Methode, die Prozesse der ausgewählten Unternehmen rechtzeitig
hinsichtlich Ähnlichkeit und Vergleichbarkeit zu überprüfen. So kommt es oft noch zu
zeitraubenden und teuren Einzelüberprüfungen mit den
Vergleichsunternehmen, die
ergeben, daß der Partner nicht geeignet war oder von diesem nichts gelernt werden kann.
Mit der am IPK (Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik)
entwickelten Methode des branchenübergreifenden Prozeßvergleichs ist diese Schwierigkeit
beseitigt. Beide Methoden zusammen, die Methode der gruppentechnologischen Auswahl und die
Methode des branchenüber-greifenden Prozeßvergleichs, werden als Klassifizierendes
Benchmarking bezeichnet.
Die Herausforderung während der Durchführung des Vergleichs besteht darin, den
Vergleichsprozeß wirklich zu verstehen, seine Stärken zu erkennen und die Ursachen zu
begreifen. Hilfreich dabei sind Kennzahlen, die eine Gegenüberstellung vereinfachen, eine
Modellierung, die den Prozeß schnell verständlich macht und ein Fragebogen an den
Partner, anhand dessen sich dieser in die Problematik einarbeiten und für den Austausch
vorbereiten kann.
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