Mit Hilfe des Verbesserungsmanagements können sich Unternehmen dauerhaft systematisch weiterentwickeln. Dabei werden Zielvereinbarungen, KVP und das Arbeiten in Teams mit einem konsequenten Controlling und Benchmarking verknüpft.
In diesem Beitrag erfahren Sie:
n wie es gelingt,
KVP, Gruppenarbeit, Zielvereinbarungen sowie Benchmarking systematisch zu verbinden; n
wie durch Controlling die Leistungen der Einzelnen und der Bereiche gemessen und Potenziale gefördert werden können; n
wie Sie mit Checklisten die Leistung im Unternehmen verbessern können.
Wenn der Elan nachlässt...
Dieser Tage hört man auf so manchen Chefetagen deutscher Unternehmen Direktiven wie: »Zurück zu alten Strategien! Sichern statt verändern!« Vorbei sind die Zeiten als Gruppenarbeit als die Antwort auf die Lösung der Probleme im Unternehmen angesehen wurde. Seitdem wurden unterschiedlichste Erfahrungen gemacht. Vielfach blieb die Gruppenarbeit hinter den oft überzogenen Erwartungen zurück. Im Kontinuierlichen Verbesserungsprozess
(KVP) ließ nach anfänglichen Erfolgen vor allem die Kontinuität der Verbesserungsbemühungen zu wünschen übrig. Es gab und gibt aber auch eine ganze Reihe von Unternehmen, denen es gelang, die Vorteile gegenüber der arbeitsteiligen Produktion zu nutzen und die Verbesserungsbemühungen zu einem Gesamtkonzept zusammenzuführen.
Wie kann es gelingen, die verschiedenen Bemühungen zur Verbesserung der Unternehmensleistung zusammenzufügen und an den Unternehmenszielen auszurichten? Welche Instrumente und Erfolgsfaktoren haben sich in der Praxis bewährt?
Ansatzpunkte für Unternehmenserfolg
Sucht man nach den Erfolgsfaktoren von Verbesserungsbemühungen, lohnt es sich, sich mit den Ansatzpunkten für den Unternehmenserfolg auseinander zu setzen (s. Abb. 1). Denn das Verbessern von Prozessen ist kein Selbstzweck. Verbesserungen sollen dazu führen, den Unternehmenserfolg zu steigern. Deshalb beginnt das Verbessern im Unternehmen mit der Analyse der Erfolgsfaktoren des jeweiligen Unternehmens.
Der Erfolg jedes Unternehmens misst sich zunächst am erwirtschafteten Gewinn und an seinem Unternehmenswert. Die Analyse nachhaltig erfolgreicher Unternehmen zeigt, dass sich dauerhafter Erfolg dann einstellt, wenn sich ein Unternehmen eine gute Marktposition erobert hat und seine Produkte oder Dienstleistungen als Marke mit einem guten Image in den Köpfen der Kunden verankert sind. Der Aufbau dieser Attribute braucht aber Zeit und eine langfristige Strategie. Dauerhafter Unternehmenserfolg benötigt daher ein ausgewogenes Verhältnis von kurzfristig realisierbarem Gewinn auf der einen und Zukunftsorientierung auf der anderen Seite. Die genannten Erfolgskriterien sind aber nicht direkt beeinflussbar. Beeinflussbar und entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens sind in erster Linie dessen Produkte. Eine starke Positionierung der Produkte am Markt bedeutet in der Regel, dass sie eine gute Qualität aufweisen, Alleinstellungsmerkmale besitzen, welche die vergleichbaren Produkte der Wettbewerber nicht haben. Ferner besteht ein gutes Preis-Kosten-Verhältnis und sie sind mit einer hohen Liefertreue und -fähigkeit versehen.
Hieraus ergeben sich praktische Gestaltungsfelder im Unternehmen, durch die der Unternehmenserfolg direkt zu beeinflussen ist. Er ist durch folgende Maximen gekennzeichnet: An guten Produkt- und Service-Ideen arbeiten; -
Prozesse und Verantwortlichkeiten optimieren; -
Eine klare und zielorientierte Führung etablieren; -
Mitarbeiter einbeziehen und erforderliche Kompetenzen aufbauen.
Unternehmensentwicklung hängt aber auch von kulturellen und gesellschaftlichen Einflüssen sowie politischen Entscheidungen und Marktveränderungen ab. Diese müssen entsprechend vorausschauend beobachtet und berücksichtigt werden.
Einflüsse auf die Unternehmensentwicklung
Das Unternehmen kann aktiv weiterentwickelt werden, indem es sich zielgerichtet und systematisch an die äußerlichen Einflussfaktoren anpasst und diese zu einer Erfolg versprechenden Strategie zusammengeführt. Die Arbeit an dieser Strategie und deren konsequente Umsetzung nennen wir »Verbesserungsmanagement«.
Es unterscheidet sich vom »Alltagsmanagement«, in dem das tägliche Sichern der betrieblichen Prozesse für den kurzfristigen Unternehmenserfolg im Vordergrund steht. Die »richtige« Strategie für dauerhaften Unternehmenserfolg besteht darin, das Alltagsmanagement erfolgreich zu betreiben und darüber hinaus mit gezielten Verbesserungen die Zukunft des Unternehmens zu gestalten. Im Verbesserungsmanagement sind die Führungskräfte dafür verantwortlich, strukturiert und durch die Unternehmensziele geleitet, Verbesserungen voranzutreiben. Unternehmensziele und die Verbesserungsaktivitäten finden sich in den Zielvereinbarungen der Führungskräfte wieder. Umsetzung und Erfolg der Aktivitäten werden regelmäßig unternehmensweit an Hand der Erreichung der Ziele überprüft. Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des Verbesserungsmanagements ist die Einbindung möglichst vieler Mitarbeiter in die Weiterentwicklung des Unternehmens.
Prinzipien im Verbesserungsmanagement
Das Verbesserungsmanagement funktioniert nach vier grundlegenden Prinzipien, an denen die Aktivitäten ausgerichtet sind und die den Beteiligten Orientierung geben (s. Abb. 2):
- Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Verbesserungsmanagement stellt das Arbeiten in Teams dar. Darunter können sowohl Produktions- beziehungsweise Dienstleistungsteams als auch Projekt- oder KVP-Teams verstanden werden. Gemein ist allen diesen Teams die Arbeit an Verbesserungen. -
Alle Verbesserungsaktivitäten im Unternehmen richten sich an den Unternehmenszielen aus. Ihr Erfolg wird letztlich an der Erreichung dieser Ziele gemessen. -
Daher zählt nicht allein die Verbesserungsidee, sondern ihre Umsetzung. Aus jeder Idee werden konkrete Maßnahmen abgeleitet, die umgesetzt und auf ihren Erfolg überprüft werden. -
Damit dies gewährleistet wird, ist ein regelmäßiges Controlling der Verbesserungsaktivitäten und der relevanten Kennzahlen von entscheidender Bedeutung. Das Controlling der Kennzahlen erlaubt zudem einen Vergleich mit den Besten und hinterfragt deren Lösungsansätze (Benchmarking). Das Thema »Verbesserungen« bleibt damit aktuell, behält einen großen Stellenwert und läuft nicht Gefahr, mit der Zeit zu versanden.
Um aus den einzelnen Prinzipien ein funktionierendes Verbesserungsmanagement zu installieren, müssen diese zu einem ineinander verzahnten System aufgebaut werden. Ein Benchmarking ohne ein entsprechendes Zielvereinbarungssystem führt nicht zur Umsetzung der notwendigen Maßnahmen. Umsetzungsorientierung zu predigen, ohne den Mitarbeitern genügend Zeit für die Bewertung ihre Arbeits- und Teamprozesse zur Verfügung zu stellen, wird keinen dauerhaften Erfolg zeigten.
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