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- Leseprobe -
Optimierte Preisbildung und Preisverhandlung für Technologielizenzen
von Ben Kluge,
Ulf Munack
Mit Lizenzen wird fern der öffentlichen Wahrnehmung
enormes Geld verdient. Die meisten Unternehmen verschenken jedoch auf
Grund suboptimaler Lizenzpreise einen erheblichen Teil des möglichen
Gewinns. Dieses Phänomen gilt gleichermaßen für alle
Technologiebranchen, beispielsweise den Maschinenbau, die Mikroelektronik,
die Automatisierungstechnik, die Biotechnologie. Hauptgrund ist die
Unterschätzung der Auswirkungen des Lizenzpreises auf den späteren
Erfolg des lizenzierten Produktes.
Stichworte: Lizenzvereinbarungen; Lizenz- und
Marktpreis; Beispiel Mikroelektronik; Deckungsbeiträge; Gewinn maximierende
Lizenzpreisbildung; Checklisten: Lizenzgeber/Lizenznehmer; Vermarktung von
Lizenzverträgen
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In diesem Beitrag erfahren Sie:
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Wie durch geschickte Lizenzpreisbildung der Ertrag
aus einer Technologielizenz um jährlich mehrere Millionen Euro
erhöht werden kann,
-
wie eine optimierte Lizenzpreisbildung zu einer
Win-Win-Situation, also zu Vorteilen für den Lizenzgeber und den
Lizenznehmer führen kann,
-
wie die Gewinnverteilung bei kooperativer
Lizenzvermarktung gestaltet werden sollte.
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Lizenzvereinbarungen und Lizenzhöhe
Lizenzverträge und Patentrechte zählen
heute zu den schärfsten Waffen auf vielen Technologiemärkten.
Patentanwälte entscheiden in Lizenzverhandlungen, wer Millionen verdient
und welcher Konkurrent kurzerhand ins Abseits gedrängt wird. Die Hüter
der Patente sind die Feldherren der Technologieschlacht. Die Kunden
spüren davon letztendlich nichts. Die modernen Schlachten werden im
Verborgenen geführt. Dies mit gutem Grund, denn Prozesslawinen und
Millionentransaktionen könnten leicht am öffentlich gepflegten Image
kratzen. Anwälte sorgen aus diesem Grunde stets für die notwendige
Absicherung aller Geschäfte. In kaum einem Vertrag wird das
Kleingedruckte soweit perfektioniert, wie in heutigen
Lizenzvereinbarungen. Bei dieser Perfektionierung der vertraglichen Basis
wird jedoch leider oft vergessen, denselben Optimierungsgeist auch bei der
Bestimmung der Lizenzhöhe walten zu lassen. Dies ist angesichts der auf
dem Spiel stehenden Summen und der heute verfügbaren
Marktsimulationstechniken zur Preisermittlung unverständlich. Ein zehntel
Prozent Lizenzgebühr mehr oder einige Cent extra pro verkaufter Einheit
des Endproduktes schlagen sich schnell in zusätzlichen Millionengewinnen
nieder. Die Stanford University beispielsweise verdient jährlich 10,6
Millionen Dollar durch Lizenzeinnahmen. Das Fraunhofer Institut verdiente
im Jahr 2000 20 Millionen Euro durch Lizenzeinnahmen. Der
Technologiekonzern Pionier brachte es im Jahr 2000 immerhin auf
Lizenzeinnahmen von 166 Millionen Dollar, während Infineon allein im
vierten Quartal 2000 für Lizenzen auf Speicherprodukte 156 Millionen Euro
einnahm. Erträge ganz anderer Größenordnung zeigen die folgenden
Beispiele. Die in der Öffentlichkeit als Technologieführer
wahrgenommenen Technologieunternehmen Koreas zahlten 2000 Lizenzgebühren
in Höhe von 2,9 Milliarden Dollar an Unternehmen aus den USA und Japan.
Amerikanische Unternehmen konnten allein 1997 Lizenzeinnahmen von über
100 Milliarden Dollar verbuchen. Auch die deutschen Unternehmen sind
erfolgreich. Siemens schloss 1997 Lizenzverträge (inklusive
Lizenztauschverträge) im Wert von über 500 Millionen Euro ab. Tabelle 1
zeigt für Deutschland die größten Patentanmelder (Jahr 2000).
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Tabelle 1: Top 10 Patentanmelder in Deutschland (2000)
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Unternehmen
|
Herkunftsland
|
Anzahl der Anmeldungen
|
|
1
|
Siemens AG
|
Deutschland
|
3644
|
|
2
|
Robert Bosch GmbH
|
Deutschland
|
2522
|
|
3
|
DaimlerChrysler AG
|
Deutschland
|
1588
|
|
4
|
BASF AG
|
Deutschland
|
1247
|
|
5
|
Volkswagen AG
|
Deutschland
|
1079
|
|
6
|
Matsushita Electric Industrial Co. Ltd.
|
Japan
|
1072
|
|
7
|
Koninklijke Philips Electronics N.V.
|
Niederlande
|
999
|
|
8
|
Bayer AG
|
Deutschland
|
916
|
|
9
|
The Procter & Gamble Co.
|
USA
|
897
|
|
10
|
Lucent Technologies In.
|
USA
|
979
|
Lizenz- und Marktpreis
Diese Probleme wie auch die Unsicherheiten in
der Bestimmung der Lizenzpreise resultieren oft aus dem gleichen Grund.
Häufig wird dabei unterschätzt, welche Auswirkungen die
Lizenzverhandlungen auf den späteren Erfolg der Produkte beziehungsweise
auf die Gewinne der beteiligten Unternehmen haben. Die zeitliche Spanne
zwischen Lizenzverhandlung und der wirklichen Vermarktung der Produkte
erschwert zudem die Ermittlung des von den Endkunden wahrgenommenen
Nutzens und somit die Ableitung des optimalen Endpreises sowie der
optimalen Lizenzgebühr. Eine falsche, zum Beispiel zu hohe Festsetzung
der Lizenzgebühr kann im schlimmsten Fall bedeuten, dass sich zu einem
späteren Zeitpunkt in der Endproduktentwicklung oder Vermarktung
herausstellt, dass das neue Produkt oder Verfahren nicht den
Profitabilitätsanforderungen des Lizenznehmers entspricht und demzufolge
die Fertigentwicklung/Vermarktung eingestellt wird. Sowohl Lizenzgeber als
auch Lizenznehmer gehen in diesem Fall leer aus und bleiben auf einem Berg
nicht wieder zu kompensierender Ausgaben sitzen.
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Auswirkungen von Lizenzpreisen – zwei Beispiele
|
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Der Markt der Lizenzen ist enorm groß. Ebenso enorm ist die Unsicherheit bei der Bestimmung der Lizenzpreise. Dies wird der Öffentlichkeit erst dann bewusst, wenn Lizenzverträge platzen oder unter dem Druck einer oder mehrerer Vertragsparteien neu verhandelt werden müssen. Ein bekanntes Beispiel sind die Lizenzverträge von Qualcomm mit verschiedenen koreanische Technologieunternehmen über die Nutzung der CDMA-Technologie (Code Division Multiple Access für Mobilfunk). Nach Lizenzzahlungen in Höhe von 757 Millionen Dollar an Qualcomm sowie Ausgaben von 1,82 Milliarden Dollar zum Erwerb der CDMA-Kernbausteine von Qualcomm, forderten die koreanischen Lizenznehmer im Jahr 2001 grundlegende Neuverhandlungen der Lizenzpreise.
Ebenfalls öffentlich ausgetragen wurde der Streit zwischen Philips und mehreren taiwanesischen CD-R-Herstellern. Nachdem die taiwanesischen Unternehmen die weitere Zahlung der Lizenzgebühren von 4,5 Cent je CD-R-Rohling ablehnten, entzog Philips ihnen kurzerhand die Lizenz.
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Bei vielen Lizenzvergaben erhält der
Lizenzgeber einen fest vereinbarten Geldbetrag pro verkaufter Einheit des
auf der Lizenz basierenden Produktes. In Einzelfällen, wie beispielsweise
dem Fall Qualcomm, liefert der Lizenzgeber zusätzlich Komponenten und
wird pro gelieferter Komponente zusätzlich entgolten. In der Regel sind
die Lizenzgeber bemüht, einen möglichst hohen Lizenzbetrag pro Einheit
zu erzielen. Sie vergessen aber, dass dieser Betrag auch den Endpreis und
damit den Markterfolg des auf dieser Lizenz hergestellten Endproduktes
beeinflusst. Äußerungen wie: »Eine hohe Lizenzgebühr ist ein guter
Ansporn für den Lizenznehmer, sein Bestes in der Endproduktentwicklung zu
geben« oder »Eine möglichst hohe Lizenzgebühr ist für uns das
optimale Resultat unserer eigenen Entwicklungsarbeit« sind
entsprechend unserer Praxiserfahrung keine Seltenheit und zeugen von den
weit verbreiteten Irrtümern innerhalb der Technologiebranche.
Ein Beispiel aus der Mikroelektronik
Das folgende Praxisbeispiel eines sehr jungen und innovativen
Technologieunternehmens, das auf Basis mehrjähriger Forschungsarbeit ein
neues Verfahren/Vorprodukt der Mikroelektronik entwickelt hat und nun
vermarkten möchte, dient der Veranschaulichung des Problems. Das
betrachtete Technologieunternehmen als Lizenzgeber verlangte eine
Lizenzgebühr von 72 Euro pro Einheit (Ausgangszustand). Der wesentliche
Vorteil des betrachteten innovativen Verfahrens liegt in der radikalen
Senkung der Produktionskosten im Vergleich zu herkömmlichen
Herstellungsmethoden. Neben der Lizenzgebühr (72 Euro) hat der
Lizenznehmer variable Kosten von 20 Euro, die durch die Herstellung
des endgültigen Produktes entstehen. Auf Basis umfangreicher
Marktforschung durch den Lizenznehmer und der für dieses Produkt
ermittelten Preis-Absatz-Beziehung im Markt sowie unter Beachtung der
gesamten variablen Kosten von 92 Euro ergibt sich ein gewinnmaximaler
Preis des Endproduktes am Markt von 124,20 Euro. Hätte der Lizenzgeber
eine Gebühr von nur 42 Euro verlangt, und hätten damit die gesamten
variablen Kosten bei nur 62 Euro gelegen, würde der gewinnoptimale
Marktpreis des Endproduktes bei lediglich 87,50 Euro liegen. Eine
gemeinsame Preisfestlegung unter Berücksichtigung variabler Kosten in
Höhe von 20 Euro hätte zu einem gewinnoptimalen Preis des
Endproduktes von 70,00 Euro geführt. Die Kalkulation der hier genannten
gewinnoptimalen Preise basiert auf einem gängigen Marktsimulationsmodell.
Die Ergebnisse der drei Szenarien sind in Tabelle 2 dargestellt.
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Tabelle 2: Optimale Marktpreise und Deckungsbeiträge für Lizenzgeber und -nehmer
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|
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|
Preisfestlegung
|
|
|
|
|
Szenario Ausgangs-
zustand
|
Szenario Nach-
verhandlung
|
Szenario Gemeinsame Optimierung
|
|
1
|
|
Lizenzgebühr [Euro]
|
72
|
42
|
0
|
|
2
|
|
Variable Kosten des Lizenznehmers [Euro]
|
20
|
20
|
20
|
|
3
|
1 + 2
|
Variable Kosten gesamt [Euro]
|
92
|
62
|
20
|
|
4
|
|
Optimaler Preis [Euro]
|
124,20
|
87,50
|
70
|
|
5
|
|
Marktanteil beim optimalen Preis in Prozent
|
5,0
|
26,1
|
44,0
|
|
6
|
|
Marktgröße in Stück pro Jahr
|
2.000.000
|
2.000.000
|
2.000.000
|
|
7
|
1 x 5 x 6
|
Deckungsbeitrag pro Jahr Lizenzgeber [Euro]
|
7.200.00
|
21.924.000
|
nach Verhandlung
|
|
8
|
(4 - 3) x 5 x 6
|
Deckungsbeitrag pro Jahr Lizenznehmer [Euro]
|
3.220.000
|
13.311.000
|
nach Verhandlung
|
|
9
|
7 + 8
|
Deckungsbeitrag pro Jahr gesamt [Euro]
|
10.420.000
|
35.235.000
|
44.000.000
|
|
10
|
9 - max. 9
|
Verschenkter
Deckungsbeitrag pro Jahr [Euro]
|
-33.580.000
|
-8.765.000
|
0
|
Basierend auf der Ermittlung der Marktpreise
des Endproduktes lässt sich der Deckungsbeitrag von Lizenzgeber und
Lizenznehmer nach erfolgreicher Markteinführung ermitteln. Den Verlauf
der Deckungsbeiträge des Lizenznehmers stellt Abbildung 1 für die
drei betrachteten Szenarien dar.

Abb. 1: Deckungsbeitragsentwicklung des Lizenznehmers in Abhängigkeit von Lizenzgebühr und Preis des Endproduktes
In der Praxis sind Lizenzgeber und -nehmer
meist voneinander unabhängig sowie bezüglich ihrer Machtposition bei
Lizenzverhandlungen gleichberechtigt. Das hat zur Folge, dass im
Wesentlichen der Lizenzgeber die Lizenzgebühr festlegt und der
Lizenznehmer den Endproduktpreis bei Markteinführung. Der in Tabelle 2
dargestellte Ausgangszustand ist das Resultat dieser voneinander
losgelösten Optimierungsversuche von Lizenzgeber und Lizenznehmer. Wie
ebenfalls in Tabelle 2 dargestellt, wird durch die unabhängige Festlegung
von Lizenzgebühr und Endproduktpreis bei Markteinführung im
Ausgangszustand ein jährlicher Gesamtdeckungsbeitrag von über 33,5
Millionen Euro verschenkt (76 Prozent des potenziellen
Gesamtdeckungsbeitrages pro Jahr). Selbst das Szenario, das durch
Nachverhandlung zum Zeitpunkt der Markteinführung entstanden sein
könnte, stellt entsprechend Tabelle 2 einen Verlust an potenziellen
Gewinnen in Höhe von über 8,7 Millionen Euro pro Jahr dar. Eine
gemeinsame Festlegung des Endproduktpreises sowie der Lizenzgebühr durch
Lizenzgeber und -nehmer hingegen ermöglicht die Maximierung der Gewinne
für beide Seiten.
Dieses Beispiel zeigt, dass in der Praxis
bereits zum Zeitpunkt der Lizenzpreisbestimmung das Ergebnis oft
jahrelanger Forschungsarbeit festgelegt wird: Erfolg oder Misserfolg des
Produktes (direkt durch den Endproduktpreis beeinflusst) sowie der Gewinn
für Lizenzgeber und -nehmer. Ist der Lizenzpreis erst einmal vereinbart,
ist der Lizenzgeber oft nicht mehr bereit, Nachverhandlungen zu
akzeptieren beziehungsweise die Lizenzgebühr signifikant zu senken. Der
eingangs beschriebene Fall Philips und die Lizenzvereinbarungen mit
taiwanesischen CD-R-Herstellern ist ein typisches Beispiel dafür.
In unserem Beispiel (Ausgangszustand) wollte
der Lizenznehmer die Weiterentwicklung des auf Basis der Lizenz
herzustellenden Endproduktes beenden, da der zu erwartende Deckungsbeitrag
trotz eines überlegenen Kundennutzens des Endproduktes nicht ausgereicht
hätte, die Vertriebs- und Marketingkosten zu decken. Das Szenario
Nachverhandlung in Tabelle 2 zeigt, dass sich die Senkung der
Lizenzgebühr extrem positiv auf den Deckungsbeitrag des Lizenznehmers
auswirken kann (pro Jahr 13.3 Millionen Euro vs. 3.2 Millionen Euro),
wobei gleichzeitig eine Steigerung des Deckungsbeitrages des Lizenzgebers
möglich wird (jährlich 21.9 Millionen Euro vs. 7.2 Millionen Euro).
Dies ergibt eine dreifache Win-Win-Situation: Das Produkt wird
weiterentwickelt und erfolgreich an den Markt gebracht, Lizenznehmer und
-geber erwirtschaften auf Grund des höheren Marktanteils beide positive
Deckungsbeiträge (Lizenznehmer und Lizenzgeber mehr als drei mal so hoch
verglichen mit dem Ausgangszustand), und keiner bleibt auf nicht
kompensierbaren Kosten sitzen.
Deckungsbeiträge gemeinsam optimieren
Abbildung 2 stellt den Verlauf der Deckungsbeiträge in Abhängigkeit von
der Lizenzgebühr dar. Daran wird deutlich, dass der Lizenzgeber mit einer
höheren Lizenzgebühr nicht automatisch einen höheren Deckungsbeitrag
erzielt. In dem hier dargestellten Beispiel würde die Senkung der
Lizenzgebühr von 72 Euro (Ausgangszustand) auf 42 Euro den
Deckungsbeitrag des Lizenzgebers um den Faktor 3 und den des Lizenznehmers
um den Faktor 4 erhöhen. Eine weitere Steigerung des Gewinnes beider
Partner wäre möglich, wenn die Lizenzgebühr auf den minimal möglichen
Wert abgesenkt wird und sich beide Parteien den resultierenden Mehrgewinn
teilen.

Abb. 2: Deckungsbeiträge in Abhängigkeit von der Lizenzgebühr
Entsprechend der Analyse und der in Abbildung
2 dargestellten Ergebnisse müssten Gewinn maximierend ausgerichtete
Unternehmen als Lizenzgeber und Lizenznehmer stets eine gemeinsame
Deckungsbeitragsoptimierung anstreben, da ein gemeinsam optimierter
Deckungsbeitrag erheblich größer ist als die Summe der Deckungsbeiträge
jeder unabhängig von Lizenzgeber oder Lizenznehmer angestrebten Lösung.
Für Unternehmen, die wie zuvor dargestellt, voneinander unabhängig am
Markt agieren und lediglich zum Zwecke der Lizenzverhandlung/Lizenznutzung
kooperieren, ist dieses Ergebnis teilweise contraintuitiv. Insbesondere
kleinere Technologieunternehmen, die als Lizenzgeber auftreten, haben
erfahrungsgemäß trotz höherer Gewinnaussichten Probleme mit der
Akzeptanz von Lizenzpreisen, die nicht nur auf starren Absolutbeträgen
(lediglich eine fest vereinbarte Zahlung pro verkaufter Einheit) beruhen.
Der Erfolg der dargestellten Gewinn maximierenden Lizenzpreisbildung durch
gemeinsame Optimierung hängt somit stark von einer nachvollziehbaren und
»gerechten« Verteilung des insgesamt erzielbaren Deckungsbeitrages ab.
Aus diesem Grunde wird im Folgenden die Umsetzung der dargestellten
Ergebnisse durch eine nachvollziehbare Gewinnverteilung erläutert.
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