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- Leseprobe -
Optimierung der Leistungstiefe bei Dienstleistern: Konzepte, Methoden,
Entscheidungskriterien, Produktions- und Transaktionskostenvergleich, Checklisten,
integrativer Ansatz
von Wolfgang Burr
Stichworte: Zur Unterscheidung von
Dienst- und Sachleistungen: Leistungstiefenrelevante Besonderheiten bei Dienstleistungen,
Konzepte und Ansatzpunkte der Leistungstiefengestaltung: Strategie
und Ressourcenausstattung des Unternehmens, Kosten-,
Qualitäts- und Kompetenzaspekte, Checklisten, Integrativer Ansatz zur
Leistungstiefengestaltung, Vergleich: Leistungstiefenentscheidungen in Dienstleistungen und Sachgüter
produzierenden Unternehmen, Zusammenfassung.
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In diesem Beitrag erfahren Sie:
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welche Konzepte, Methoden und Entscheidungskriterien zur
Gestaltung der Leistungstiefe bei Dienstleistungsunternehmen in Betracht kommen,
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wie Produktions- und Transaktionskosten-Vergleiche
Make-or-buy- Entscheidungen beeinflussen können,
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welche Indikatoren bei einem »relativen«
Kompetenzvergleich von Dienstleistungs-Anbietern ausschlag-gebend sind,
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wie Checklisten bei Entscheidungen über die Leistungstiefe
helfen können,
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wie man all diese Ansätze zu einem umfassenden Konzept
integriert.
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Konzepte
und Ansatzpunkte der Leistungstiefengestaltung
Strategie und Ressourcenausstattung
Am Anfang einer Leistungstiefenoptimierung steht im allgemeinen eine Bestimmung der
Strategieposition und Ressourcenausstattung (Sachanlagen, Know-how, Mitarbeiterstamm etc.)
des Unternehmens. Dies stellt den ersten Schritt im Entscheidungsprozeß einer
Leistungstiefengestaltung dar. Auf diese Weise kann vermieden werden, daß für die
Wettbewerbsposition des Unternehmens entscheidende Teile der Wertschöpfungskette auf
Drittunternehmen ausgelagert werden mit der Konsequenz, daß kurzfristige Kostensenkungen
mit einer langfristigen Verschlechterung der Wettbewerbsposition erkauft werden. Diesen
Fehler scheinen diejenigen Banken gemacht zu haben, die in den letzten Jahren ihre
unternehmenseigene EDV an spezialisierte Dienstleister ausgelagert haben und nunmehr die
zunehmende strategische Bedeutung einer unternehmenseigenen EDV bei der Umsetzung neuer
Finanzdienstleistungskonzepte (z.B. Electronic Banking, Entwicklung und elektronischer
Handel von Derivaten) erkennen.
Nach Barney [2] und weiteren Autoren [9,16] tragen Ressourcen, die die folgenden Merkmale
aufweisen, zur Wettbewerbsposition eines Unternehmens in besonderem Maße bei: Die
Ressourcen müssen
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entweder direkt oder indirekt dazu beitragen, dem Kunden einen außerordentlichen Nutzen
zu stiften, den Wettbewerber mit ihren Ressourcen dem Kunden nicht stiften können;
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auf das Unternehmen, das sie besitzt, in besonderem Maße zugeschnitten, das heißt
spezifisch sein;
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selten sein, das heißt sie dürfen nicht in Besitz oder der Verfügungsgewalt einer
Vielzahl von Unternehmen sein;
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für Wettbewerber relativ schwer oder gar nicht imitierbar sein;
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Die Ressourcen dürfen nicht durch andere technische oder organisatorische
Lösungsansätze substituierbar sein.
Damit ein auf den Ressourcen des Unternehmens aufbauender verteidigungsfähiger
Wettbewerbsvorteil begründet werden kann, müssen alle fünf Merkmale erfüllt sein. Zur
Anwendung dieses Ansatzes der Strategieforschung müssen die einzelnen Kriterien näher
bestimmt werden. Vorschläge hierfür unterbreitet Tabelle 1.
Ressourcen, die diese fünf Kriterien erfüllen, sind die »Kronjuwelen« des
Unternehmens [11], die seinen strategischen Wettbewerbsvorteil relativ zu
Wettbewerbern begründen. Sie sind eng mit der Geschäftsidee des Unternehmens verknüpft,
mit der sich das Unternehmen gegenüber den Wettbewerbern im Markt positioniert. In vielen
Unternehmen stellen die Kronjuwelen nur einen quantitativ kleinen Teil der gesamten
Ressourcenausstattung dar. Werden diese unternehmensexternen Spezialisten zur
Bewirtschaftung anvertraut oder gar unter Elimierung der eigenen Ressourcenbestände von
solchen externen Spezialisten vollständig fremdbezogen, so droht die Unternehmung,
wichtige Wettbewerbsvorteile zu verlieren, wenn ihr Wissen an direkte Konkurrenten
diffundiert. Auch besteht bei der Auslagerung derartiger Ressourcen die Gefahr, von dem
externen Dienstleister in existentieller Weise abhängig zu werden. Effektive und
effiziente Outsourcing-Entscheidungen, die die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des
Unternehmens nicht negativ beeinflussen, können dementsprechend nur in dem Bereich
getroffen werden, der nicht zum Kernbereich (den Kronjuwelen) des Unternehmens gehört. In
diesem potentiellen Outsourcing-Bereich können die nachfolgenden Effizienzüberlegungen
und Konzepte herangezogen werden, um eine Make-or-buy-Entscheidung zu fundieren. Dabei
können Outsourcing-Entscheidungen entweder von der Kostenseite oder von der Nutzenseite
her oder unter Einbeziehung beider Perspektiven getroffen werden.
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Tabelle
1: Merkmale wettbewerbsstrategischer Ressourcen und Möglichkeiten ihrer
Operationalisierung
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Wert der Ressourcen aus
Sicht des Kunden
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Ermittlung der Zahlungsbereitschaft, z.B. durch
Kundenbefragung
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Zahl der Wettbewerber, die mit ihren Ressourcen dem Kunden
einen vergleichbaren Nutzen stiften können
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Spezifität der Ressourcen
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Seltenheit der Ressourcen
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Imitierbarkeit der
Ressourcen
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Hemmnisse gegen die Imitation durch Wettbewerber (z. B.
Patente)
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Zahl der zur Imitation fähigen Wettbewerber
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Zeit, die ein Wettbewerber zur Imitation benötigt
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Kosten der Imitation für den Wettbewerber
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Risiko für den Imitator (z.B. infolge Abwehrmaßnahmen des
imitierten Unternehmens gegen Imitation)
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Substituierbarkeit der
Ressourcen
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Zahl der Inhaber von substitutiven Ressourcen
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Marktmacht und Finanzkraft der Inhaber von substitutiven
Ressourcen
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Preis/Leistungsverhältnis der substitutiven Ressourcen (im
Zeitablauf verbessert oder verschlechtert?)
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