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- Leseprobe -
Chancen und Risiken für Unternehmen durch Information und Kommunikation
von Jörg
Becker
Der Erfolg eines Unternehmens hängt zunehmend vom Umgang mit der Ressource »Information« ab. Moderne Kommunikationstechnologien ermöglichen dezentralisierte Organisationsformen und eine optimierte Kundenkommunikation. Jedoch bedarf es gezielter Strategien und Instrumente, um aus »Information« unternehmensrelevantes »Wissen« zu generieren. Hierarchien und versteinerte Strukturen sind Hindernisse auf dem Weg zu einem effektiven Wissensmanagement. Sicherheitsstrategien sind erforderlich, um möglichem Missbrauch vorzubeugen. Der Autor dieses Beitrags erläutert aus aktueller Sicht die unternehmerischen Chancen und Anforderungen der IuK-Technologien.
Stichworte: Informationsprozesse; Business Intelligence-Kreislauf; Data-Mining; Werbung: Kernbotschaft, Werbeeffizienz, Werbeerfolgsrechnung; Wissensmanagement; Knowledge Warehouse; Collaborative Business; E-Supply Chain; Das Internet-Händlersystem; Elektronisches Geld; Neue Chiptechnologien; Bedrohungs- und Risikoanalyse, Informations-Verschlüsselung, Informations-Sicherheitsstrategie; Zusammenfassung.
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In diesem Beitrag
erfahren Sie:
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wie man aus der Informationsflut
entscheidungsrelevantes Wissen selektiert und strukturiert,
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wie man mittels Data Mining Zusammenhänge erkennt
und die Kundenorientierung verbessert,
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wie sich durch Wissensmanagement innerhalb des
Unternehmens eine effektive Informationslogistik aufbauen lässt,
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wie man moderne Kommunikationstechnik strategisch
im Wettbewerb um Kunden und Märkte einsetzen kann.
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Unternehmensstrategien
in der Informationsgesellschaft
Ein neues
Informationszeitalter ist angebrochen: Im konkreten Alltag realisiert sich
eine neue Informationsgesellschaft mit ungezählten neuen
Anwendungsmöglichkeiten für Informationstechnologien, die im Ausmaß
ihrer Folgewirkungen durchaus mit dem Übergang von der Agrar- zur
Industriegesellschaft vergleichbar sind. Auch die Grenzen zwischen
Industrie und Dienstleistungen werden zunehmend unscharf. Gleichzeitig
ermöglichen es diese Technologien, die Raum- und Zeitbindung von
Informationen zu überwinden und damit neue dezentralisierte
Organisationsformen zu entwickeln. Der Begriff der so genannten
Informationsgesellschaft steht für eine Wirtschafts- und
Gesellschaftsform, die auf dem produktiven Umgang mit der Ressource
»Information« und wissensintensiven Prozessen basiert.
Die allgemeine
Medienentwicklung ist gekennzeichnet durch: weltweite Vernetzung durch
Massenmedien, Image und Kommunikation als Erfolgsfaktoren, zunehmende
Veränderungsgeschwindigkeit, Potenzialausschöpfung über schnelle und
flexible Kommunikation sowie durch die Schlüsselrolle der Medien für
Unternehmensperspektiven. Auf den Informationsgütermärkten verliert die
Knappheit ihre zentrale Lenkungsfunktion: Im Gegensatz zu meist steigenden
Grenzkosten bei der Herstellung materieller Güter verursacht ein
Informationsgut nur bei der Produktion der ersten Version Kosten. Der
Wandel zur Informationsgesellschaft betrifft eine Vielzahl von
unterschiedlichen Handlungsfeldern, Entscheidungs- und
Verantwortungsträgern. Auf dem Weg in die Informationsgesellschaft
entstehen neue Berufsbilder.
Gefordert sind auch
neue Qualifikationen der Beschäftigten; an die Systeme der Bildung,
Ausbildung und Weiterqualifikation werden neue Anforderungen gestellt.
Tele-Hochschulen, virtuelle Bibliotheken oder international verfügbare
Datenbanken werden sich langfristig auf das gesamte Bildungssystem
auswirken. Alle Altersstufen und Bildungsgrade müssen sich diesen neuen
Bedingungen stellen, das Leben, auch des Einzelnen, verändert sich in
seiner beruflichen und privaten Sphäre ähnlich wie bereits zuvor durch
Innovationsschübe wie die Elektrizität oder das Auto. Die dynamische
Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie ermöglicht
neue Gestaltungsoptionen für organisatorische Veränderungen der
Arbeitswelt: Hiervon betroffen sind Qualität und Quantität der
Arbeitsplätze ebenso wie die Anforderungen an die Personalentwicklung und
die berufliche Aus- und Weiterbildung. Einerseits bieten sich mehr
Möglichkeiten zur Unterstützung der Aufgabenintegration und der
Schaffung selbstlernender Organisationseinheiten, andererseits kann durch
orts- und zeitunabhängige Verfügbarkeit von Informationen die
Arbeitsteilung zunehmen und das Outsourcing beschleunigt werden.
Abb. 1: Megatrend zur Informationsgesellschaft
Technisch-wirtschaftliche Veränderungen
der Informationsprozesse
Grundlage der Entwicklung zur
Informationsgesellschaft ist der schnelle technologische
Fortschritt bei der Erzeugung und Verarbeitung von digitalen
Informationen, der Online-Übertragung großer Datenmengen durch
Hochleistungsnetze, der Kompression digitaler Signale zur optimierten
Nutzung von Übertragungskapazitäten und der Entwicklung von
benutzerfreundlichen Mensch-Maschine-Schnittstellen.
Im Bereich von
Industrie und Dienstleistung liegen die wichtigsten Innovationspotenziale
im produktiven Zusammenwirken dezentraler Einheiten. Beispiele sind
Telelogistik, Teleengineering, Telewartung und Telemarketing.
Arbeitsbeiträge können in Raum und Zeit durch Telekooperation und
Telearbeit neu verteilt werden, so dass private Haushalte,
Satellitenbüros, entfernte Betriebsstätten und einzelne Arbeitsplätze
in die produktiven Geschäftsprozesse einbezogen werden können.
Die Integration von
Technologien der künstlichen Intelligenz, der Neuroinformatik und
angrenzender Gebiete unterstützt Einsatzbereiche wie Roboter für
Servicefunktionen in gefährlichen Umgebungen, Prozesssteuerungen in der
Stahl- und Energieerzeugung beziehungsweise in der chemischen
Verfahrenstechnik sowie in der Verkehrs- und Umwelttechnik,
Handschriftenerkennung und Dokumentenanalyse, Inspektion von Ent- und
Versorgungssystemen, Leitsysteme, Entwurfs- und Fertigungssysteme,
Büroautomation und Multimedia, virtuelle Realität und
Kommunikationsnetze.
Entwicklung hin zu einem Business
Intelligence-Kreislauf
Der Verfügbarkeit von
Informationen kommt in der Informationsgesellschaft eine Schlüsselrolle
zu: Zur erfolgreichen Umsetzung ihrer Ziele braucht die
Unternehmensführung steuerungsrelevante Informationen. Diese
Informationen müssen präzise und übersichtlich aus den zahlreichen
Unternehmensdaten herausgearbeitet werden. Die wissenschaftliche und
technische Information enthält die Ideen, Erkenntnisse und Erfindungen,
die in den Schulen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Laboratorien
der Unternehmen benötigt werden. Die technischen und wirtschaftlichen
Informationen mit ihren Finanz-, Unternehmens-, Produkt-, Verfahrens- und
Marktdaten tragen dazu bei, neue Produkte und Fertigungsprozesse planen,
entwickeln und vermarkten zu können. Eine unter Umständen nach innen
gewendete Sichtperspektive der dispositiven Informationsverarbeitung muss
deshalb zu einer ganzheitlichen Sicht mit Blick auf den Wandel von
Märkten, Zielgruppen und Bedarfshaltungen von Kunden erweitert werden. Um
wichtiges Wissen über Märkte, Mitbewerber, Innovationen und
Veränderungen im Umfeld des Unternehmens zu erhalten, müssen die in
einer Datenbasis abgelegten Informationen in Zusammenhänge, das heißt in
Relationen gebracht werden. Dabei bilden Business Intelligence- und
sogenannte Data Warehouse-Konzepte eine in betriebswirtschaftliche
Managementkonzepte eingebettete Einheit. Das Business
Intelligence-Spektrum reicht von der Analyse einfacher EXCEL-Tabellen bis
hin zu komplexen Data Mining-Analysen. Die mit Business
Intelligence-Instrumenten gewonnenen Erkenntnisse erweitern ihrerseits den
Datenbestand im Data Warehouse. Sie erzeugen das Wissen, das Unternehmen
brauchen, um sich in immer komplexeren Märkten zu behaupten.
IT-Landschaften müssen
also heutzutage auch mit starken analytischen Applikationen ausgerüstet
sein. Diese müssen in erster Linie in gesamtstrategischer und weniger in
rein technischer Hinsicht entwickelt werden. Hierunter verstanden werden
vorgefertigte Anwendungen, die bereits entsprechendes Business-Know-how
enthalten und so mit ausgefeilten analytischen Komponenten auch konkrete
Geschäftsproblemstellungen praxisnah nachvollziehbar adressieren können.
Mit einer derartigen Analysepower gewinnen Unternehmen Einblick in bis
dahin unentdeckte oder unbeachtete Zusammenhänge, die ihnen bei
Umstrukturierungen, der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und
-strategien unter anderem mit vorgefertigten Lösungsmethoden und
Implementierungsmodellen dienen können. Insgesamt gesehen geht es
also um die zukunftsorientierte Optimierung komplexer Prozesse innerhalb
eines in sich geschlossenen Feedback-Kreislaufs.
Abb. 2: Business Intelligence-Kreislauf (Quelle:
itManagement)
Leben mit der steigenden Informationsflut
Auf dem Weg in die Informationsgesellschaft
gibt es nicht nur Chancen, sondern auch Risiken zu bedenken. Der Übergang
von der Industrie- zur Informationsgesellschaft hängt auch davon ab, ob
die nichttechnischen Bedingungen erfolgreich
beherrscht werden können. Das heißt, auch mit dem Wandel zur
Informationsgesellschaft verbundene mögliche Problemfelder wie
beispielsweise die Gefahren der Verwechslung virtueller Realität mit
Realität oder die der Informationsüberflutung müssen ernst genommen
werden. »Information ist, was man braucht zu handeln« (Peter F.
Drucker). Gerade jetzt, wo die Möglichkeiten der Informationsgewinnung
beträchtlich gestiegen sind, müssen sich die Führungskräfte für ihren
geschäftlichen Erfolg verstärkt auf den produktiven Rohstoff
»Information« einstellen.
Information ist nicht
immer unbedingt das, was von den Computern auf den Schreibtisch der
Führungskräfte gelangt. Vielmehr gilt in diesem Sinn als Information
immer nur das, was diese brauchen, um handeln zu können: Die aus den
Datenverarbeitungssystemen gewonnenen Informationen stellen oft nur wenige
Prozent des geschäftsspezifischen Wissens eines Unternehmens dar. Je
effektiver Unternehmen ihre Datenbestände auswerten und je genauere
Informationen sie über ihre Kunden erhalten, desto mehr Umsatz können
sie generieren. Das Speichern von Informationen, das durch die technischen
Quantensprünge unglaubliche Dimensionen angenommen hat, sollte nicht mit
ihrer Verarbeitung gleichgesetzt werden. Durch die technischen
Möglichkeiten begünstigt wird auch oft ein zu hoher Detaillierungsgrad
verfolgt, der die personellen Informationskapazitäten überansprucht und
damit Lernprozesse und Kreativität hemmt. Dies führt zwangsläufig zu
der Erkenntnis, dass neben dem Datenschutz eine menschlich machbare
Verwertbarkeit der Datenflut gewährleistet sein muss. Denn Datenmüll,
ungenaue oder inkonsistente Daten werden auch immer nur falsche
Informationen liefern. Diese wiederum würden mehr oder weniger
zwangsläufig falsche Entscheidungen verursachen.
Von einer
Informationsverarbeitung in diesem Sinne wird deshalb besonders die
Entwicklung von Filter- und Selektionsfunktionen zu erwarten sein, damit
die Zunahme der Informationsschwemme nicht zu isolierter Kompliziertheit,
sondern statt dessen zu entscheidungsrelevanten Informationen führt. Denn
solche sind heute wichtiger denn je. Es geht um die planvolle Erstellung
und Verteilung der Ressource »Information« aus der Perspektive von
Entscheidungsträgern. Das heißt: weg von Papier und Informationsflut;
statt dessen Informationen selektieren, Verdichtungskalküle einsetzen und
nur auf den jeweils erforderlichen Aggregationsebenen anzeigen. Auch heute
verfügen die Unternehmen bereits über gewaltige Mengen an
Detailinformationen über ihre Kunden. Es gilt jedoch, diese durch
optimierte Zusammenführung und Verknüpfung und mit Hilfe entsprechender
Technologien mehr als bisher in Intelligenz zu verwandeln. Hier
unterstützt das Data Mining mit gezieltem »Datenbergbau« die
geschäftsfördernde Kundenorientierung. Hochleistungscomputer mit großen
Speicherkapazitäten und Transaktionsgeschwindigkeiten können auf
schnellstem Wege und mit hoher Wahrscheinlichkeit die richtigen
Ansprechpartner für ein Direct Mailing selektieren oder die
Profitabilität eines Kunden errechnen. Daten können über Jahre hinweg
gesammelt, kategorisiert und in andere Zusammenhänge integriert werden.
Die Gleichung »Mehr IT = Weniger Kosten« lässt sich durch Data Mining
erweitern zu »Mehr IT = Mehr Business«. Im Wege des dabei möglichen
Umbaus vom »Gießkannen-Marketing« hin zum maßgeschneiderten »One-to-one-Marketing«
können beispielsweise auch die Antwortraten auf Mailings erhöht, das
Cross Selling ausgebaut und Kosten eingespart werden. Data Mining kann
demnach eingesetzt werden, um durch Beherrschen der Datenflut einen
Mehrwert für den Kunden zu schaffen.
Unentdeckte Informationsadern
»durchgraben«
Die Informationssysteme fokussierten bisher
sehr stark die Ablaufunterstützung der primären Wertschöpfungskette.
Über die Jahre hinweg häufen sich in den Unternehmen Unmengen von
Datensätzen in der Größenordnung von Terabytes an (1 Terabyte = 1.000
Gigabyte = 1.000.000 Megabyte). Gleichzeitig fordern die Anwender immer
aktuellere Daten mit höherer Flexibilität bei der
Wahl ihrer Business Intelligence-Analysemethoden. Die in diesen riesigen
Datenbeständen in allen Facetten abgebildeten Geschäfts- und
Marktvorgänge entziehen sich oft der Analyse und dem Verständnis der
Unternehmensführung. Trotz aller Anstrengungen bleiben viele dieser
»Informations-Adern« unentdeckt, die wertvolles Wissen über
Verbraucher-Kaufverhalten, Produktbeziehungen, Verbraucher-Profile und
viele andere Fakten der modernen Geschäftsprozesse in sich bergen. Der
Data Mining-Ansatz versucht, diese »Informationsadern« aufzuspüren,
indem Datenbestände noch tiefer und mit unkonventionellen Methoden »gemint«,
das heißt »durchgraben« werden. Data Mining fragt nicht in bisher
üblichen Rastern ab, sondern setzt Verfahren und Algorithmen wie zum
Beispiel neuronale Netze, Zeitreihen-Analysen u.a. ein, die nach
Auffälligkeiten suchen sollen, an die man bisher noch gar nicht
dachte.
Neue Informationsmuster entdecken
Data Mining hilft, neue Zusammenhänge zu
erkennen und diese mit Fakten zu stützen. Hierbei werden Entscheidungsregeln
(Induktion), Statistik, Neuronale Netze und Datenvisualisierung als
Grundtechniken verwendet. Ziel ist es, in den Daten neue, bislang
unbekannte Zusammenhänge zu entdecken und die daraus gewonnenen
Informationen als Grundlage für strategische Steuerungsimpulse zu nutzen.
Methoden und Einsatzgebiete des Data Mining sind unter anderem: Neuronale
Netze für Credit Scoring und Bonitätsanalyse, Clusteranalyse für
Marktsegmentierung, Regressions-/Diskriminanzanalyse für Credit-,
Marketingscoring oder Responseanalyse, Assoziationsanalysen für
Warenkorb- und Bonanalysen, Korrelations- und Faktorenanalysen für
Missbrauchsanalysen beispielsweise bei Kreditkarten und
Kundensegmentierungen. So wie ein Minenarbeiter im Bergwerk nach
verborgenen Schätzen sucht und immer tiefere, weitverzweigtere Stollen in
die Erde hineintreibt, um fündig zu werden, so geht es beim Data Mining
darum, aus dem »Datenbergwerk« verborgene Informationen an das
Tageslicht zu befördern. Über Abfragesysteme hinaus ist Data Mining die
am weitesten entwickelte Methode, um Unternehmensdatenbanken nach
bestimmten Informationsmustern zu durchsuchen.
Abb. 3: Marktfragen an das Data Mining-System
Strategische Kommunikationsbeziehungen
Zu den Erfolgsfaktoren der
Unternehmenssteuerung zählt neben dem Faktor Information verstärkt auch
der Faktor Kommunikation. Es müssen Methoden, Instrumente und Wege
bereitgestellt werden, um aus unternehmensweiten
Daten aus unterschiedlichen Quellen und Plattformen Informationen zu
destillieren, das heißt, Daten müssen zu Wissen »veredelt« werden.
Für das Unternehmen mit seinen vielfältigen Kommunikations- und
Informationsaustauschbeziehungen kommt es darauf an, dass diese zu Wissen
veredelten Daten in die richtigen Kommunikationskanäle gelangen:
Kommunikation in allen ihren Facetten wird damit zum wichtigen
Alleinstellungs- und Differenzierungsmerkmal im Kampf um Kunden und
Märkte.

Abb. 4: Breites Methodenspektrum für Data Mining
Mit der Hinwendung der
Unternehmenssteuerung zu Kompetenzen und Leistungspotenzialen macht auch
die Kommunikation einen schrittweisen Bedeutungswandel durch: Der
Stellenwert wandelt sich vom singulären Instrument der Verkaufsförderung
zu einem umfassenderen Instrument der Unternehmenssteuerung. Äußerlich
wird dies unter anderem dadurch ersichtlich, dass der
Kommunikationswettbewerb zwischen einzelnen Unternehmen mit dem Kampf um
neue Marktpotenziale sowie einer damit verbundenen Erhöhung der
Mediakosten noch härter zu werden verspricht. Diese erhöhten
Anforderungen lassen ein abteilungsspezifisches Vorgehen für die Zukunft
wenig sinnvoll erscheinen. Der strategische Charakter von
Kommunikationsinstrumenten wie Werbung, Öffentlichkeitsarbeit,
Sponsoring, interne Kommunikation et cetera macht eine integrierte
Abstimmung der Steuerungsparameter nötig. Von diesem Ergebnis hängt
zuviel ab, als dass dies noch unterhalb der Führungsebene des
Unternehmens geschehen könnte. Planung und Umsetzung kommunikativer
Aufgaben fordern dazu eine möglichst zügige Bereinigung eventueller
»Kommunikations-Altlasten«.
Strategische
Kommunikationsentscheidungen sind deshalb immer auch Entscheidungen über
Ziele, Strategien und Maßnahmen von Unternehmen, die sich auf den
Transfer von Informationen über das Leistungsangebot des Unternehmens bis
hin zu einer bestimmten Zielgruppe im Markt beziehen. Zielsetzungen
strategischer Kommunikationsplanung sind unter anderem:
-
Positionierung der Produkte in
Märkten,
-
Verteilung des Kommunikationsetats
nach Gesichtspunkten des Gesamterfolges,
-
gezielte Entwicklung der
Kommunikationsmaßnahmen entsprechend der Ausgangs- und Zielposition
der Produkte im Markt sowie
-
die Abstimmung und Koordination der
einzelnen Maßnahmen untereinander.
Dabei erfolgt die
strategische Positionierung durch das Unternehmensverständnis:
beispielsweise durch Rückbesinnung auf die Gründungsidee als
»Wurzelwerk der Tradition«.
Kommunikationslandschaft ist im Fluss
Professionelle Kommunikation ist einer der
wichtigsten Erfolgsfaktoren für die Ausschöpfung von Marktpotenzialen.
Hierbei haben sich die verschiedenen Medienlandschaften in den letzten
Jahren nahezu explosionsartig entwickelt. Neuartige Kommunikationsmittel
ermöglichen eine Breite, Tiefe und Geschwindigkeit der
Informationsübermittlung, die früher undenkbar gewesen wäre. Manch
Nachdenklicher unter den Führungskräften stellt daher bereits bewusst
die Frage, ob in der heutigen Informationsgesellschaft einige Unternehmen
nicht zu »Informationsriesen« heranwachsen, dabei aber gleichzeitig zu
»Wissenszwergen« zu verkümmern drohen: Wir ertrinken in
Information, aber uns dürstet nach Wissen. Als Kommunikationsschwächen
können unter anderem auftreten:
-
Kommunikationsaussagen
decken sich nicht mit der gewollten Unternehmens- und
Produktpositionierung,
-
Auswahl und Einsatz der
Kommunikationsinstrumente entsprechen nicht den zu kommunizierenden
Inhalten,
-
durch inhaltlich und zeitlich
unzureichend abgestimmte Kommunikationsplanung entstehen zu große
Streu- und Wirkungsverluste,
-
Kommunikationsstil und -intensität
entsprechen nicht dem Wettbewerbsniveau,
-
Kommunikationsinstrumente verlieren
ihren Stellenwert als Differenzierungspotenzial oder
-
die Kommunikationsstrategie ist nicht
mit den übrigen Strategiekomponenten des
Unternehmens abgestimmt.
Kommunikation ist somit
kein Instrument aus physikalisch messbaren Werten, sondern auch durch
Instinkte, Gefühle und Intelligenz bestimmt.
Kommunikationsinstrument Werbung
Werbung ist eine kommunikative
Problemstellung: Denn der Werbungtreibende möchte beispielsweise das
Image des Unternehmens, die Verhaltensweisen und Präferenzstrukturen
von Kunden, deren Wissensstand über Produkte et cetera verändern.
Begriffe wie Cross Rating Points, Reichweite und Frequenz beleuchten eine
Szenerie der Massenkommunikation, die vor allem eine Frage aufwirft: Wie
sende ich am besten meine Botschaft zum Konsumenten, damit dieser in
meinem Sinne reagiert? Massenkommunikation möchte vielen Menschen
übereinstimmende Vorstellungen vermitteln, »was geschieht«, »was
wichtig ist« et cetera. Auf dem Wege der Kommunikation stehen der Werbung
auch Reklame, Propaganda, Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) oder
Verkaufsförderung (Sales Promotion) begrifflich nahe. Obwohl man es dabei
immer mit Kommunikationsproblemen zu tun hat, liegen die Unterschiede
hierbei im Zielfeld: beispielsweise bei der Absatzwerbung der Absatzmarkt
oder bei der Öffentlichkeitsarbeit die gesamte Öffentlichkeit.
Kernbotschaft wie in einem Brennglas
bündeln
Die Kommunikation in Form von beispielsweise
Produkt-Design, TV, Hörfunk, Anzeigen, Mailings, Broschüren, Prospekten,
Schulungsunterlagen, Tagungsmaterialien, Bedienungsanleitungen,
Außendienstinformationen, PR-Berichten, Mitarbeiterzeitung,
Gebäudegestaltung, Messeauftritten et cetera ruht
auf den Schultern einer Vielzahl von Lieferanten und Zulieferern. Fehlt
jedoch eine zentrale Botschaft, die sich wie ein roter Faden in Aussage,
Stil und Inhalt durch alle diese Instrumente zieht, droht der
Unternehmensauftritt in eine Vielzahl von Einzelteilen zu zersplittern.
Widersprüchliche Botschaften verunsichern den Empfänger, schrecken ihn
ab und erreichen damit das Gegenteil ihres ursprünglichen Zwecks. Die
Kernbotschaft muss daher bereichsübergreifend formuliert werden. Um von
allen akzeptiert und nach außen weitergetragen zu werden, muss sie alle
Sichtweisen der verschiedenen Funktionen und Ebenen des Unternehmens wie
in einem Brennglas bündeln. Durch den Wandel zu einer Informations- und
Interaktionsgesellschaft wird im Unternehmen selbst immer mehr ein
Mitarbeiter-Typ gefordert, der über sein Interaktionspotenzial auf die
Schaffung von mehr Qualität der Kundenbeziehung zielt.
Steuerung und Kontrolle der Werbeeffizienz
Immer wichtiger wird die Frage, welchen
Gegenwert eigentlich die einzelnen Kommunikations-/Werbeinstrumente
erbringen, also wie effizient sie in der täglichen Unternehmenspraxis
wirklich sind. Zudem ist mehr und mehr fraglich, ob Werbung in Fernsehen
und Printmedien potenzielle Kunden überhaupt noch
mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand erreichen kann.
Es wird immer teurer,
den Kunden mit klassischer Werbung zu erreichen. Die wirtschaftliche
Beurteilung und Kontrolle von Kommunikations- beziehungsweise
Werbemaßnahmen erfolgt oft nur kopflastig zugunsten rein kreativer
Aspekte. Zahlreiche Beispiele bei Werbespots belegen die diskrepante
Einschätzung zwischen Werber und Zuschauer. Untersuchungserkenntnisse
zeigen, dass Werbung in Abhängigkeit von Rahmenbedingungen auch
unterschiedliche Wirkung erzielt.
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