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- Leseprobe -
Entwicklungstendenzen und Formen des Technologietransfers
von Franz
Pleschak
Innovationen sind Quellen der Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit und des wirtschaftlichen Wachstums. Doch wie werden aus neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und technischen Lösungen Innovationen? Wie gelangt die neue Technologie in das Unternehmen? FuE-Einrichtungen versprechen sich von einem erfolgreichen Technologietransfer höhere Wirtschaftserträge, Unternehmen erwarten mehr Innovationen, Umsatz-, Gewinn-, Export- und Beschäftigungswachstum. Der Autor erläutert Grundsätze und Regeln für einen erfolgreichen Technologietransfer.
Stichworte: Wirtschaftliche Verwertung von FuE-Ergebnissen; Technologietransfer im Innovationssystem: Indirekter Technologietransfer über spezielle Transfereinrichtungen, Direkter Technologietransfer; Grundsätze des Technologietransfers; Formen des direkten Technologietransfers: Ausgründungen, An-Institute, Verbundprojekte, Netzwerke; Zusammenfassung.
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In diesem Beitrag
erfahren Sie:
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was Technologieentwickler und Technologienutzer
zur Förderung des Erfolgs bei der wirtschaftlichen Verwertung von
FuE-Ergebnissen tun können,
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wie sich universitäre und außeruniversitäre FuE
mit der industriellen Entwicklung neuer Produkte und Verfahren
vernetzen lässt,
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welche Erwartungen Einrichtungen zum indirekten
Technologietransfer erfüllen müssen,
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warum persönliche Kontakte und räumliche Nähe
wichtige Faktoren für den Erfolg des Technologietransfers sind,
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in welchen Formen sich ein direktes Zusammenwirken
von Wissenschaft und Wirtschaft gestalten lässt.
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Wirtschaftliche Verwertung von FuE-Ergebnissen – Hauptziel des Technologietransfers
Für Unternehmen muss
sich Technologietransfer in einer höheren Innovationskraft und einem
daraus resultierenden Umsatz-, Gewinn-, Export- und Beschäftigtenwachstum
niederschlagen. Für FuE-Einrichtungen spiegelt sich erfolgreicher
Technologietransfer in höheren Wirtschaftserträgen wieder. Wenn
FuE-Einrichtungen ihre Grundfinanzierung erfolgsorientiert erhalten, wie
dies zum Beispiel bei Fraunhofer-Instituten der Fall ist, dann verbessert
sich dadurch die Finanzierungssituation nicht nur direkt, sondern auch
indirekt durch eine höhere Grundfinanzierung. Letztlich sollen Forschung
und Entwicklung Grundlagen für langfristiges Wachstum und eine Steigerung
der Ressourceneffizienz liefern. Derartige Wirkungen gehen nur von solchen
FuE-Ergebnissen aus, die auch zur praktischen Nutzung gelangen.
Erfolg bei der
wirtschaftlichen Verwertung von FuE-Ergebnissen stellt sich nicht im
Selbstlauf ein, sondern erfordert ein breites Spektrum von Maßnahmen,
sowohl bei den Technologieentwicklern als auch bei Technologienutzern.
Tabelle 1 stellt Managementaufgaben zur verbesserten Umsetzung von
Forschungsergebnissen aus der Sicht von Technologieentwicklern zusammen.
Natürlich sind die Verantwortung und die Aufgaben zur Umsetzung von
FuE-Ergebnissen für die einzelnen Akteure im Innovationssystem
(differenziert nach Grundlagenforschung, angewandter Forschung,
Entwicklung) unterschiedlich ausgeprägt [9].
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Tabelle 1: Managementaufgaben zur verbesserten Umsetzung von Technologieergebnissen in die wirtschaftliche Nutzung
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Maßnahmepaket
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Ausgewählte Maßnahmen
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1. Problem- und anwendungsorientierte
Zielsetzung von FuE an den Bedürfnissen des Marktes und der Nutzer
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Einbeziehung von Nutzern in die Projektfindung und
-bearbeitung
Marktanalysen, Marktforschung
Wettbewerbsanalysen, Benchmarking
Patent- und Literaturarbeit
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2. Orientierung auf wirtschaftliche
Verwertung der FuE-Ergebnisse
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Lizenzvergaben, Gewährung von Nutzungsrechten
Verkauf von FuE-Ergebnissen
Öffentlichkeitsarbeit
Präsentationen, Mitarbeit in Gremien
Durchführung von Seminaren, Workshops, Vorträgen
Angebot technischer Dienstleistungen, Beratungstätigkeit
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3. Integration der Nutzeranforderungen in
die FuE
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Arbeit in Verbundprojekten
Erhöhung der Kompetenz für den Innovationsprozess als Ganzes
Entwicklung von Systemlösungskompetenz
Festigung von Kooperationsbeziehungen
Bewertung von Zwischen- und Endergebnissen der FuE nach
Nutzungskriterien
Einbindung von Nutzungsgesichtspunkten in das Projektmanagement
Arbeit mit projektbegleitenden Ausschüssen
Zeitlich befristeter, gezielter Personalaustausch
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4. Motivationsentwicklung
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Integration der Umsetzungsanforderungen in die Tätigkeitsfelder jedes
Mitarbeiters
Entwicklung unternehmerischer Arbeits-, Denk- und Verhaltensweisen
Wirtschaftliche Beteiligung am Umsetzungserfolg
Anreizsystem für Verwertungsaktivitäten
Verbleib der Einnahmen aus der Verwertung in den
Forschungseinrichtungen
Einbindung der Umsetzungsaufgaben in Personalentwicklungskonzepte und in
Beurteilungen
Erfolgskontrolle, Projektcontrolling
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5. Schaffung passender Rahmenbedingungen
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Sicherung von Geheimhaltungsanforderungen
Nutzung geeigneter Controlling- und Abrechnungssysteme
Gewährung von Entscheidungsspielräumen
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Aus der Sicht
potenzieller Technologienutzer ist es erforderlich
-
über
Aufnahmefähigkeit (absorptive Kapazität) für externe FuE-Ergebnisse
zu verfügen, damit deren Nutzen erkennbar und die Ergebnisse für
eigene Zwecke anpassungsfähig und weiter entwickelbar sind,
-
kommunikations- und lernfähig zu
sein, um die Problemsituation und mögliche Wege zur Problemlösung
erfassen und in die eigene FuE einbinden zu können,
-
sich auf den Partner einzustellen und
ihm Anforderungen an das FuE-Ergebnis und Erfahrungen aus der Nutzung
zu übermitteln,
-
Schnittstellenmanagement zu betreiben,
um Koordinations-, Zeit- und Informationsverluste zu vermeiden.
Technologienutzer
müssen selbst FuE betreiben, um neue Erkenntnisse aufnehmen und
Anforderungen an Technologieentwickler formulieren zu können. Für kleine
und mittlere Unternehmen ist diese Voraussetzung nicht immer ausreichend
gegeben.
Das Management des
Technologietransfers gewinnt zunehmend an Gewicht für den
Innovationserfolg. Innovationsprozesse werden bei zunehmender Komplexität
neuer Technologien und komplexer interdisziplinärer Wissensgenerierung
arbeitsteiliger. Um radikale Innovationen hervorzubringen, bedarf es einer
Verflechtung der universitären und außeruniversitären FuE mit der
industriellen Entwicklung neuer Produkte und Verfahren.
Langfristorientierung und problem- beziehungsweise anwendungsorientierte
Zielsetzung legen gemeinsam einen Rahmen fest, in dem sich Forschung und
Entwicklung bewegen müssen. Anwendungsnähe ist ein wichtiger Grundsatz
erfolgsorientierter FuE. Das alles verlangt, dass die Akteure im
Innovationssystem zusammenwirken. Koordination und Kooperation müssen
dazu beitragen, Potenziale zu bündeln und Synergien zwischen den Akteuren
von Innovationssystemen zu erschließen. Besonders für kleine und
mittlere Unternehmen ist es aufgrund ihrer geringen eigenen FuE-Potenziale
und ihrer begrenzten Finanzierungskraft unumgänglich, sich externes
technologisches Wissen anzueignen, um Innovationen hervorbringen und
vermarkten zu können.
Technologietransfer im Innovationssystem
Indirekter Technologietransfer über
spezielle Transfereinrichtungen
Die klassische Form des
Technologietransfers geht davon aus, dass spezielle Transfereinrichtungen
Vermittlungsfunktionen zwischen Technologieentwicklern und
Technologienutzern ausüben. Dieser indirekte Technologietransfer stellt
hohe Anforderungen an die Kompetenz der Transfereinrichtungen. Sie müssen
in der Lage sein, neue Forschungserkenntnisse aufzunehmen, für die
Nutzung aufzubereiten und den Nutzer zur Anwendung zu befähigen.
Transfereinrichtungen arbeiten forschungsnäher, wenn sie an
FuE-Einrichtungen der Grundlagen- und angewandten Forschung angebunden
sind beziehungsweise wirtschaftsnäher, wenn sie aus Sicht der Unternehmen
tätig sind.
Oft arbeiten
Technologietransfereinrichtungen angebotsorientiert, das heißt, sie
bieten FuE-Ergebnisse an und suchen dafür Nutzer. Ein solches Vorgehen
ist nicht problemfrei. Vor allem bleibt dabei offen, ob das Angebot dem
tatsächlichen Bedarf der Nutzer entspricht, sich die FuE-Ergebnisse beim
Anwender organisch in die Innovationsprozesse einordnen und ob sie
ausreichend anwendungsorientiert sind. Potenzielle Technologienutzer
verdrängen oft die aufwendigen Such-, Selektions- und
Aufbereitungsarbeiten oder sie verfügen nicht über entsprechend
qualifiziertes Personal und über den erforderlichen Wissensstand als
Voraussetzung für die Aufnahme des neuen Wissens. Es entstehen auch
Probleme dadurch, dass die angebotenen technischen Lösungen und die
Strategien der möglichen Nutzer nicht ausreichend zueinander passen.
Technologietransferaktivitäten setzen also nicht erst ein, wenn
FuE-Ergebnisse vorliegen.
Direkter Technologietransfer
In Anbetracht der
Probleme, die mit der Mittlerfunktion von Technologietransfereinrichtungen
verbunden sind, festigte sich in den letzten Jahren der Standpunkt, dass
Technologietransfer überwiegend auf dem Wege direkter Kontakte zwischen
Technologieentwickler und -nutzer geschehen muss. Dem liegt unter anderem
die Erfahrung zugrunde, dass Technologieinformationen »verhaftet«, das
heißt in hohem Maße personengebunden sind. Das Wissen über die
Technologien und ihre effiziente Nutzung liegt im persönlichen
Erfahrungsschatz einzelner Bearbeiter, der Umfang und die Komplexität der
Informationen ermöglichen nur eingeschränkt eine Dokumentierbarkeit.
Viele Informationen haben kumulativen Charakter, neue Informationen sind
nur verständlich, wenn der vorhergehende Erkenntnisstand aufgenommen und
verarbeitet wurde. Verhaftetes Wissen löst sich am leichtesten über
persönliche Kontakte und die direkte Zusammenarbeit von
Technologieentwickler und Technologienutzer.
Das Zusammenwirken der
Akteure im Innovationssystem entwickelt sich vorteilhaft im regionalen
Rahmen. Räumliche Nähe zwischen Innovationsakteuren ist besonders
wichtig, wenn
-
Innovationen mit hoher Unsicherheit
verbunden sind,
-
die Technikbereiche durch eine hohe
Wissenschaftsanbindung geprägt sind,
-
Wissen in nicht kodifizierbarer Form
vorliegt,
-
Interaktions- und Lernprozesse eine
enge Zusammenarbeit zwischen Technologiegeber und -nehmer erfordern
[3].
In innovativen Regionen
besteht ein Wissens- und Erfahrungspool, der die Transaktionskosten neuer
Technologien verringert und die Wahrscheinlichkeit erhöht,
Innovationsziele zu erreichen. Innovative Milieus fördern das Entstehen
persönlicher Kontakte zwischen den Innovationsakteuren. Zu den Merkmalen
innovativer Milieus gehören
-
lokale Konzentration von FuE-Potenzial
auf milieuspezifischen Gebieten,
-
Existenz von spezifischen
Einrichtungen einer innovativen Infrastruktur,
-
gute Zugänglichkeit und rasche
Verbreitung von Informationen,
-
geringe räumliche Distanz zwischen
Wissenschaft und Wirtschaft,
-
projektbezogene Zusammenarbeit
zwischen den Innovationsakteuren,
-
strategische Allianzen zur Erhöhung
der Erfahrungschancen von Innovationen [1].
Der direkte
Technologietransfer hebt die Rechtfertigung von speziellen
Transfereinrichtungen nicht auf. Diese müssen sich aber bei der
Ausgestaltung ihrer Tätigkeit von neuen Aufgaben im Innovationssystem
leiten lassen. Nicht allein das Angebot von Technologien steht im
Vordergrund, sondern vielmehr das Erfassen der Nachfrage der Nutzer nach
neuen Technologien, die Unterstützung der Innovationsakteure bei der
Initiierung, Organisation und Moderation des Zusammenwirkens in
gemeinsamen Projekten und Netzwerken sowie die ganzheitliche Beratung der
Nutzer bei der Innovationstätigkeit [2].
Grundsätze des
Technologietransfers
-
Transfereinrichtungen sind Bestandteil
des Innovationsmanagements.
-
Technische, wirtschaftliche,
finanzielle und organisatorische Aspekte fließen komplex in
Transferentscheidungen ein.
-
Transferuntersuchungen liegen der
Strategienbildung, der Geschäftsfeldbestimmung, der Projektauswahl
und der Wirtschaftlichkeitsrechnung zugrunde.
-
Auch geförderte FuE-Projekte
unterliegen dem »Verwertungsdruck«.
-
Kunden- und marktorientierte
Zielfestlegung für FuE sind wichtige
Voraussetzung für einen Verwertungserfolg.
-
Technologietransferleistungen sind zu
entgelten und unterliegen deshalb dem Wettbewerb.
Transfer von
Technologien ist Bestandteil des Innovationsmanagements, sowohl auf Seiten
des Technologieentwicklers als auch des Technologienutzers. In allen
Phasen des Innovationsprozesses ist zu prüfen und zu bewerten, ob die
Erfordernisse der späteren Nutzung ausreichend in die
wissenschaftlich-technische Arbeit einfließen. Bewertungen müssen
deutlich machen, ob es wirtschaftlicher ist, auf gegebene externe
Lösungen zurückzugreifen, gemeinsam mit einem Kooperationspartner eine
Lösung anzustreben, die auf neuen externen Erkenntnissen beruht, oder nur
eigene Potenziale für die Lösungsfindung einzusetzen. Die FuE-Kosten,
die Entwicklungsdauer und die Qualität der FuE-Ergebnisse sind wichtige
Bewertungskriterien bei der Entscheidungsfindung über den günstigsten
Weg zu den Innovationszielen.
Technologietransfer in
die Innovationsaktivitäten zu integrieren, erfordert, die beim
Technologienutzer auftretenden Anforderungen und Probleme ganzheitlich zu
erfassen. Technische, finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische
Voraussetzungen und Anforderungen des Technologienehmers müssen in den
Innovationsprozess des Technologiegebers einfließen, wenn ein
Umsetzungserfolg erzielt werden soll. Technologietransfer darf sich
demnach nicht auf die »Technologie« beschränken, sondern muss alle
Unternehmensinteressen und ziele berücksichtigen. Technologietransfer
sollte die Entwicklung der Unternehmen auf der Grundlage ganzheitlicher
Konzepte unterstützen. Im Zusammenhang von Unternehmens- und
Innovationsstrategien sind Transfermöglichkeiten und -erfordernisse
projektbezogen zu untersuchen, wobei es von besonderer Bedeutung ist, beim
Projektmanagement alle Voraussetzungen und Konsequenzen des Transfers zu
erfassen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Transferuntersuchungen
nur partiellen Charakter haben.
Komplexe
Unterstützungsleistungen beim Technologietransfer vermitteln Wissen und
Erfahrungen über die Entwicklungslinien der Technologien, ihre Chancen,
Risiken und Einsatzerfordernisse und geben Unterstützung beim
Innovationsmanagement. Das schließt Leistungen bezüglich strategischer
Orientierungen für das Zusammenwirken mehrerer Innovationsakteure ein,
des Weiteren für die Organisation und Moderation von
Innovationsprozessen, die Bewertung neuer Geschäftsfelder, Ziele und
Projekte. Die Orientierung der Innovationstätigkeit auf
Wirtschaftlichkeit ist ein wichtiges Beratungsfeld. Für viele kleine und
mittlere Unternehmen stellen zu geringe Finanzierungskraft und erschwerter
Marktzugang ausgeprägte Wachstumshemmnisse dar. Deshalb ist auf den
Gebieten der Finanzierung und des Marketing der Unterstützungsbedarf
besonders hoch, er ist jedoch untrennbar mit den technologischen Aspekten
der Unternehmensentwicklung verbunden.
Auswahlentscheidungen
über FuE-Projekte müssen die Verwertungsaspekte berücksichtigen. Das
gilt auch für geförderte FuE-Projekte. Wirtschaftsnahe FuE-Projekte
müssen sich vor der Förderentscheidung der Frage stellen, welche
Verwertungschancen für die Ergebnisse bestehen und ob Umsetzungsprojekte
bis zur Nutzung wahrscheinlich sind. Erfolgskontrollen machen den
Umsetzungserfolg sichtbar und geben Anhaltspunkte für künftige
Auswahlentscheidungen.
Kunden- und
marktorientierte FuE, problem- und anwendungsorientierte Zielsetzung von
FuE, Orientierung an den Bedürfnissen der Wirtschaft, Einbeziehung von
Kunden in die Projektfindung und -bearbeitung, Komplexität des
Leistungsangebots sowie qualifiziertes Projektmanagement sind für den
Transfer von Technologien genau so wichtig wie die Aufnahme von
Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung
und ihre Einbindung in unternehmensinterne FuE.
Technologietransfereinrichtungen
sollten davon ausgehen, dass sie ihre Leistungen gegen Entgelt ausführen.
Zwar ist beim Aufbau von Transfereinrichtungen eine Förderung sinnvoll,
nach der Anlaufperiode sind sie jedoch angehalten, auf der Grundlage ihrer
eigenen Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit Einnahmen zu erzielen.
Kriterien einer effizienten Arbeit von Technologietransfereinrichtungen
sind: Nachfrageorientierung und Kundenorientierung (an den regionalen
Technologieschwerpunkten ausgerichtet), Kundennutzen, Komplexität des
Leistungsangebots, Wettbewerbsorientierung, Zusammenwirken im
Innovationssystem, Bekanntheit, Image, Kompetenz und Leistungsfähigkeit
der eigenen Potenziale.
Wie
Technologietransfereinrichtungen sich den Anforderungen stellen und auf
welche Art und Weise sie ihre Funktionen erfüllen, hängt von mehreren
Faktoren ab:
-
Typ der Transfereinrichtung
(allgemein, branchenspezifisch, organisatorisch selbständig, als
Bestandteil eines größeren Verbundes),
-
regionales Umfeld der
Transfereinrichtung (industriell geprägt, wissenschaftsintensiv),
-
die Wettbewerbssituation zu anderen
Innovationsakteuren, die ebenfalls die Überführung
wissenschaftlich-technischer Ergebnisse in die Anwendung zum Ziel
haben (z. B. Innovationszentren, FuE-Dienstleister),
-
Organisationsform des
Technologietransfers.
Insofern bedarf es bei
der praktischen Umsetzung der aufgezeigten Grundsätze spezifischer
Anpassungsüberlegungen.
Formen des direkten Technologietransfers
Direkter
Technologietransfer entsteht über das unmittelbare Zusammenwirken von
Wissenschaft und Wirtschaft [4] und die Kooperation von
Innovationspotenzialen aus Unternehmen, FuE-Instituten und Einrichtungen
der innovativen Infrastruktur. Direkte persönliche Kontakte und
Personaltransfer ermöglichen dabei die Weitergabe von Erfahrungen, Wissen
und Einsatzerfordernissen für neue Technologien. Aber auch die gezielte
Personalfluktuation ermöglicht sehr effektiv den Transfer von
Technologien. Aus der Sicht der Unternehmen sind Nähe zu Hochschulen und
Forschungsinstituten sowie eigene hohe Attraktivität und
Gewährleistungen finanzieller Anreize wichtige Voraussetzungen, um
Träger von technologischem Wissen für sich zu gewinnen. Von den
wissenschaftlichen Einrichtungen verlangt dies, Personalfluktuation zu
unterstützen, Anwendungserfahrungen aufzunehmen und in die Forschung
einzubringen. Die folgenden Formen des direkten Technologietransfers
gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Ausgründungen
Innovative Unternehmen,
Forschungseinrichtungen und Hochschulen stellen eine bedeutende Quelle
für technologieorientierte Unternehmensgründungen dar. Gründer aus
diesen Bereichen bringen FuE-Know-how, Kontakte, Nutzungsrechte für
geschützte Erfindungen sowie Netzwerke in die neuen Unternehmen ein. Bei
diesen Gründern fallen Personal-, Wissens- und Technologietransfer
zusammen. Vorteile haben nicht nur die Gründer, sondern auch die
Forschungseinrichtungen, weil sie aus der Verwertung von Patenten
Lizenzerträge erzielen oder durch direkte Beteiligungen am
Unternehmenswachstum partizipieren (siehe Inset auf dieser Seite). Um
diese beiderseitigen Vorteile voll zur Geltung zu bringen, wenden sich die
deutschen Forschungsgesellschaften verstärkt der Förderung von
Ausgründungen zu [8].
Diese Vorteile sind bei
den ausgründenden Einrichtung mit der Sorge verbunden, leistungsfähige
Wissenschaftler zu verlieren, ungewohnte Risiken einzugehen, sich der
Marktchancen und der Markteintrittswiderstände nicht sicher zu sein,
öffentliche und private Tätigkeitsbereiche zu vermischen und Potenziale
für die eigene Forschung einzubüßen. Wissenschaftler sind nicht immer
ausreichend für Unternehmensgründungen sensibilisiert, oft sind
Gründungswilligkeit und Gründungsfähigkeit erst herauszubilden. Die
Herausbildung von unternehmerischen Verhaltensweisen und
Unternehmerpersönlichkeiten muss bereits an den Hochschulen einsetzen.
Die Entwicklung neuer Lehrdisziplinen und Lehrformen sowie die Gestaltung
des Umfelds der Lehre sind Ausdruck von Veränderungsprozessen an den
Hochschulen, die darauf hinzielen, Wissen, Rüstzeug und Kompetenz für
Gründungen zu vermitteln, Gründungen zu initiieren, fachmännischen Rat
für die Erarbeitung von Unternehmenskonzeptionen zu geben und den Zugang
zu Netzwerken zu öffnen [5].
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