Verlagsprogramm    

Bestellkatalog  
Warenkorb ansehen   

Das innovative Unternehmen
Hrsg.: Barske, Gerybadze, 
Hünninghausen, Sommerlatte
Digitale Fachbibliothek
auf CD-ROM
über 2.800 Seiten
ISBN 3-936608-39-3
EUR 196,04 (inkl. MwSt. und Versandkosten)

 

4 Ergänzungen jährlich
je EUR 44,08 (inkl. MwSt. und Versandkosten)
Belieferung kann jederzeit gestoppt werden.


  

Für Innovations-
manager

Kostenlos per E-Mail, 
erscheint monatlich

  
Muster-Newsletter

 

  
Digitale Fachbibliothek
Das innovative Unternehmen

  
  

Info zu Printprodukten       
Das innovative Unternehmen
Digitale Fachbibliothek
Liste der Kapitel 196,04   In den Warenkorb legen
 
Info zum PDF-Download     

Entwicklungstendenzen und Formen des Technologietransfers

15

In den Warenkorb legen


- Leseprobe - 
  

Entwicklungstendenzen und Formen des Technologietransfers
von Franz Pleschak

Innovationen sind Quellen der Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit und des wirtschaftlichen Wachstums. Doch wie werden aus neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und technischen Lösungen Innovationen? Wie gelangt die neue Technologie in das Unternehmen? FuE-Einrichtungen versprechen sich von einem erfolgreichen Technologietransfer höhere Wirtschaftserträge, Unternehmen erwarten mehr Innovationen, Umsatz-, Gewinn-, Export- und Beschäftigungswachstum. Der Autor erläutert Grundsätze und Regeln für einen erfolgreichen Technologietransfer.
 

Stichworte: Wirtschaftliche Verwertung von FuE-Ergebnissen; Technologietransfer im Innovationssystem: Indirekter Technologietransfer über spezielle Transfereinrichtungen, Direkter Technologietransfer; Grundsätze des Technologietransfers; Formen des direkten Technologietransfers: Ausgründungen, An-Institute, Verbundprojekte, Netzwerke; Zusammenfassung.

  

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • was Technologieentwickler und Technologienutzer zur Förderung des Erfolgs bei der wirtschaftlichen Verwertung von FuE-Ergebnissen tun können,

  • wie sich universitäre und außeruniversitäre FuE mit der industriellen Entwicklung neuer Produkte und Verfahren vernetzen lässt,

  • welche Erwartungen Einrichtungen zum indirekten Technologietransfer erfüllen müssen,

  • warum persönliche Kontakte und räumliche Nähe wichtige Faktoren für den Erfolg des Technologietransfers sind,

  • in welchen Formen sich ein direktes Zusammenwirken von Wissenschaft und Wirtschaft gestalten lässt.

 

Wirtschaftliche Verwertung von FuE-Ergebnissen – Hauptziel des Technologietransfers

Für Unternehmen muss sich Technologietransfer in einer höheren Innovati­onskraft und einem daraus resultierenden Umsatz-, Gewinn-, Export- und Beschäftigtenwachstum niederschlagen. Für FuE-Einrichtungen spiegelt sich erfolgreicher Technologietransfer in höheren Wirtschaftserträgen wieder. Wenn FuE-Einrichtungen ihre Grundfinanzierung erfolgsorientiert erhalten, wie dies zum Beispiel bei Fraunhofer-Instituten der Fall ist, dann verbessert sich dadurch die Finanzierungssituation nicht nur direkt, sondern auch indirekt durch eine höhere Grundfinanzierung. Letztlich sollen Forschung und Entwicklung Grundlagen für langfristiges Wachstum und eine Steigerung der Ressourceneffizienz liefern. Derartige Wirkungen gehen nur von solchen FuE-Ergebnissen aus, die auch zur praktischen Nutzung gelangen.

Erfolg bei der wirtschaftlichen Verwertung von FuE-Ergebnissen stellt sich nicht im Selbstlauf ein, sondern erfordert ein breites Spektrum von Maßnahmen, sowohl bei den Technologieentwicklern als auch bei Technologienutzern. Tabelle 1 stellt Managementaufgaben zur verbesserten Umsetzung von Forschungsergebnissen aus der Sicht von Technologieentwicklern zusammen. Natürlich sind die Verantwortung und die Aufgaben zur Umsetzung von FuE-Ergebnissen für die einzelnen Akteure im Innovationssystem (differenziert nach Grundlagenforschung, angewandter Forschung, Entwicklung) unterschiedlich ausgeprägt [9].

Tabelle 1: Managementaufgaben zur verbesserten Umsetzung von Technologieergebnissen in die wirtschaftliche Nutzung

Maßnahmepaket

Ausgewählte Maßnahmen

1. Problem- und anwendungsorientierte Zielsetzung von FuE an den Bedürfnissen des Marktes und der Nutzer

Einbeziehung von Nutzern in die Projektfindung und -bearbeitung
Marktanalysen, Marktforschung
Wettbewerbsanalysen, Benchmarking
Patent- und Literaturarbeit

2. Orientierung auf wirtschaftliche Verwertung der FuE-Ergebnisse

Lizenzvergaben, Gewährung von Nutzungsrechten
Verkauf von FuE-Ergebnissen
Öffentlichkeitsarbeit
Präsentationen, Mitarbeit in Gremien
Durchführung von Seminaren, Workshops, Vorträgen
Angebot technischer Dienstleistungen, Beratungstätigkeit

3. Integration der Nutzeranforderungen in die FuE

Arbeit in Verbundprojekten
Erhöhung der Kompetenz für den Innovationsprozess als Ganzes
Entwicklung von Systemlösungskompetenz
Festigung von Kooperationsbeziehungen
Bewertung von Zwischen- und Endergebnissen der FuE nach Nutzungskriterien
Einbindung von Nutzungsgesichtspunkten in das Projektmanagement
Arbeit mit projektbegleitenden Ausschüssen
Zeitlich befristeter, gezielter Personalaustausch

4. Motivationsentwicklung

Integration der Umsetzungsanforderungen in die Tätigkeitsfelder jedes Mitarbeiters
Entwicklung unternehmerischer Arbeits-, Denk- und Verhaltensweisen
Wirtschaftliche Beteiligung am Umsetzungserfolg
Anreizsystem für Verwertungsaktivitäten
Verbleib der Einnahmen aus der Verwertung in den Forschungseinrichtungen
Einbindung der Umsetzungsaufgaben in Personalentwicklungskonzepte und in Beurteilungen
Erfolgskontrolle, Projektcontrolling

5. Schaffung passender Rahmenbedingungen

Sicherung von Geheimhaltungsanforderungen
Nutzung geeigneter Controlling- und Abrechnungssysteme
Gewährung von Entscheidungsspielräumen

Aus der Sicht potenzieller Technologienutzer ist es erforderlich

  • über Aufnahmefähigkeit (absorptive Kapazität) für externe FuE-Ergebnisse zu verfügen, damit deren Nutzen erkennbar und die Ergebnisse für eigene Zwecke anpassungsfähig und weiter entwickelbar sind,

  • kommunikations- und lernfähig zu sein, um die Problemsituation und mögliche Wege zur Problemlösung erfassen und in die eigene FuE einbinden zu können,

  • sich auf den Partner einzustellen und ihm Anforderungen an das FuE-Ergebnis und Erfahrungen aus der Nutzung zu übermitteln,

  • Schnittstellenmanagement zu betreiben, um Koordinations-, Zeit- und Informationsverluste zu vermeiden.

Technologienutzer müssen selbst FuE betreiben, um neue Erkenntnisse aufnehmen und Anforderungen an Technologieentwickler formulieren zu können. Für kleine und mittlere Unternehmen ist diese Voraussetzung nicht immer ausreichend gegeben.

Das Management des Technologietransfers gewinnt zunehmend an Gewicht für den Innovationserfolg. Innovationsprozesse werden bei zunehmender Komplexität neuer Technologien und komplexer interdisziplinärer Wissensgenerierung arbeitsteiliger. Um radikale Innovationen hervorzubringen, bedarf es einer Verflechtung der universitären und außeruniversitären FuE mit der industriellen Entwicklung neuer Produkte und Verfahren. Langfristorientierung und problem- beziehungsweise anwendungsorientierte Zielsetzung legen gemeinsam einen Rahmen fest, in dem sich Forschung und Entwicklung bewegen müssen. Anwendungsnähe ist ein wichtiger Grundsatz erfolgsorientierter FuE. Das alles verlangt, dass die Akteure im Innovationssystem zusammenwirken. Koordination und Kooperation müssen dazu beitragen, Potenziale zu bündeln und Synergien zwischen den Akteuren von Innovationssystemen zu erschließen. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen ist es aufgrund ihrer geringen eigenen FuE-Potenziale und ihrer begrenzten Finanzierungskraft unumgänglich, sich externes technologisches Wissen anzueignen, um Innovationen hervorbringen und vermarkten zu können.

 

Technologietransfer im Innovationssystem

Indirekter Technologietransfer über spezielle Transfereinrichtungen

Die klassische Form des Technologietransfers geht davon aus, dass spezielle Transfereinrichtungen Vermittlungsfunktionen zwischen Technologieentwicklern und Technologienutzern ausüben. Dieser indirekte Technologietransfer stellt hohe Anforderungen an die Kompetenz der Transfereinrichtungen. Sie müssen in der Lage sein, neue Forschungserkenntnisse aufzunehmen, für die Nutzung aufzubereiten und den Nutzer zur Anwendung zu befähigen. Transfereinrichtungen arbeiten forschungsnäher, wenn sie an FuE-Einrichtungen der Grundlagen- und angewandten Forschung angebunden sind beziehungsweise wirtschaftsnäher, wenn sie aus Sicht der Unternehmen tätig sind.

Oft arbeiten Technologietransfereinrichtungen angebotsorientiert, das heißt, sie bieten FuE-Ergebnisse an und suchen dafür Nutzer. Ein solches Vorgehen ist nicht problemfrei. Vor allem bleibt dabei offen, ob das Angebot dem tatsächlichen Bedarf der Nutzer entspricht, sich die FuE-Ergebnisse beim Anwender organisch in die Innovationsprozesse einordnen und ob sie ausreichend anwendungsorientiert sind. Potenzielle Technologienutzer verdrängen oft die aufwendigen Such-, Selektions- und Aufbereitungsarbeiten oder sie verfügen nicht über entsprechend qualifiziertes Personal und über den erforderlichen Wissensstand als Voraussetzung für die Aufnahme des neuen Wissens. Es entstehen auch Probleme dadurch, dass die angebotenen technischen Lösungen und die Strategien der möglichen Nutzer nicht ausreichend zueinander passen. Technologietransferaktivitäten setzen also nicht erst ein, wenn FuE-Ergebnisse vorliegen.

 

Direkter Technologietransfer

In Anbetracht der Probleme, die mit der Mittlerfunktion von Technologietransfereinrichtungen verbunden sind, festigte sich in den letzten Jahren der Standpunkt, dass Technologietransfer überwiegend auf dem Wege direkter Kontakte zwischen Technologieentwickler und -nutzer geschehen muss. Dem liegt unter anderem die Erfahrung zugrunde, dass Technologieinformationen »verhaftet«, das heißt in hohem Maße personengebunden sind. Das Wissen über die Technologien und ihre effiziente Nutzung liegt im persönlichen Erfahrungsschatz einzelner Bearbeiter, der Umfang und die Komplexität der Informationen ermöglichen nur eingeschränkt eine Dokumentierbarkeit. Viele Informationen haben kumulativen Charakter, neue Informationen sind nur verständlich, wenn der vorhergehende Erkenntnisstand aufgenommen und verarbeitet wurde. Verhaftetes Wissen löst sich am leichtesten über persönliche Kontakte und die direkte Zusammenarbeit von Technologieentwickler und Technologienutzer.

Das Zusammenwirken der Akteure im Innovationssystem entwickelt sich vorteilhaft im regionalen Rahmen. Räumliche Nähe zwischen Innovationsakteuren ist besonders wichtig, wenn

  • Innovationen mit hoher Unsicherheit verbunden sind,

  • die Technikbereiche durch eine hohe Wissenschaftsanbindung geprägt sind,

  • Wissen in nicht kodifizierbarer Form vorliegt,

  • Interaktions- und Lernprozesse eine enge Zusammenarbeit zwischen Technologiegeber und -nehmer erfordern [3].

In innovativen Regionen besteht ein Wissens- und Erfahrungspool, der die Transaktionskosten neuer Technologien verringert und die Wahrscheinlichkeit erhöht, Innovationsziele zu erreichen. Innovative Milieus fördern das Entstehen persönlicher Kontakte zwischen den Innovationsakteuren. Zu den Merkmalen innovativer Milieus gehören

  • lokale Konzentration von FuE-Potenzial auf milieuspezifischen Gebieten,

  • Existenz von spezifischen Einrichtungen einer innovativen Infrastruktur,

  • gute Zugänglichkeit und rasche Verbreitung von Informationen,

  • geringe räumliche Distanz zwischen Wissenschaft und Wirtschaft,

  • projektbezogene Zusammenarbeit zwischen den Innovationsakteuren,

  • strategische Allianzen zur Erhöhung der Erfahrungschancen von Innovationen [1].

Der direkte Technologietransfer hebt die Rechtfertigung von speziellen Transfereinrichtungen nicht auf. Diese müssen sich aber bei der Ausgestaltung ihrer Tätigkeit von neuen Aufgaben im Innovationssystem leiten lassen. Nicht allein das Angebot von Technologien steht im Vordergrund, sondern vielmehr das Erfassen der Nachfrage der Nutzer nach neuen Technologien, die Unterstützung der Innovationsakteure bei der Initiierung, Organisation und Moderation des Zusammenwirkens in gemeinsamen Projekten und Netzwerken sowie die ganzheitliche Beratung der Nutzer bei der Innovationstätigkeit [2].

 

Grundsätze des Technologietransfers

  • Transfereinrichtungen sind Bestandteil des Innovationsmanagements.

  • Technische, wirtschaftliche, finanzielle und organisatorische Aspekte fließen komplex in Transferentscheidungen ein.

  • Transferuntersuchungen liegen der Strategienbildung, der Geschäftsfeldbestimmung, der Projektauswahl und der Wirtschaftlichkeitsrechnung zugrunde.

  • Auch geförderte FuE-Projekte unterliegen dem »Verwertungsdruck«.

  • Kunden- und marktorientierte Zielfestlegung für FuE sind wichtige
    Voraussetzung für einen Verwertungserfolg.

  • Technologietransferleistungen sind zu entgelten und unterliegen deshalb dem Wettbewerb.

Transfer von Technologien ist Bestandteil des Innovationsmanagements, sowohl auf Seiten des Technologieentwicklers als auch des Technologienutzers. In allen Phasen des Innovationsprozesses ist zu prüfen und zu bewerten, ob die Erfordernisse der späteren Nutzung ausreichend in die wissenschaftlich-technische Arbeit einfließen. Bewertungen müssen deutlich machen, ob es wirtschaftlicher ist, auf gegebene externe Lösungen zurückzugreifen, gemeinsam mit einem Kooperationspartner eine Lösung anzustreben, die auf neuen externen Erkenntnissen beruht, oder nur eigene Potenziale für die Lösungsfindung einzusetzen. Die FuE-Kosten, die Entwicklungsdauer und die Qualität der FuE-Ergebnisse sind wichtige Bewertungskriterien bei der Entscheidungsfindung über den günstigsten Weg zu den Innovationszielen.

Technologietransfer in die Innovationsaktivitäten zu integrieren, erfordert, die beim Technologienutzer auftretenden Anforderungen und Probleme ganzheitlich zu erfassen. Technische, finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Voraussetzungen und Anforderungen des Technologienehmers müssen in den Innovationsprozess des Technologiegebers einfließen, wenn ein Umsetzungserfolg erzielt werden soll. Technologietransfer darf sich demnach nicht auf die »Technologie« beschränken, sondern muss alle Unternehmensinteressen und ziele berücksichtigen. Technologietransfer sollte die Entwicklung der Unternehmen auf der Grundlage ganzheitlicher Konzepte unterstützen. Im Zusammenhang von Unternehmens- und Innovationsstrategien sind Transfermöglichkeiten und -erfordernisse projektbezogen zu untersuchen, wobei es von besonderer Bedeutung ist, beim Projektmanagement alle Voraussetzungen und Konsequenzen des Transfers zu erfassen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Transferuntersuchungen nur partiellen Charakter haben.

Komplexe Unterstützungsleistungen beim Technologietransfer vermitteln Wissen und Erfahrungen über die Entwicklungslinien der Technologien, ihre Chancen, Risiken und Einsatzerfordernisse und geben Unterstützung beim Innovationsmanagement. Das schließt Leistungen bezüglich strategischer Orientierungen für das Zusammenwirken mehrerer Innovationsakteure ein, des Weiteren für die Organisation und Moderation von Innovationsprozessen, die Bewertung neuer Geschäftsfelder, Ziele und Projekte. Die Orientierung der Innovationstätigkeit auf Wirtschaftlichkeit ist ein wichtiges Beratungsfeld. Für viele kleine und mittlere Unternehmen stellen zu geringe Finanzierungskraft und erschwerter Marktzugang ausgeprägte Wachstumshemmnisse dar. Deshalb ist auf den Gebieten der Finanzierung und des Marketing der Unterstützungsbedarf besonders hoch, er ist jedoch untrennbar mit den technologischen Aspekten der Unternehmensentwicklung verbunden.

Auswahlentscheidungen über FuE-Projekte müssen die Verwertungsaspekte berücksichtigen. Das gilt auch für geförderte FuE-Projekte. Wirtschaftsnahe FuE-Projekte müssen sich vor der Förderentscheidung der Frage stellen, welche Verwertungschancen für die Ergebnisse bestehen und ob Umsetzungsprojekte bis zur Nutzung wahrscheinlich sind. Erfolgskontrollen machen den Umsetzungserfolg sichtbar und geben Anhaltspunkte für künftige Auswahlentscheidungen.

Kunden- und marktorientierte FuE, problem- und anwendungsorientierte Zielsetzung von FuE, Orientierung an den Bedürfnissen der Wirtschaft, Einbeziehung von Kunden in die Projektfindung und -bearbeitung, Komplexität des Leistungsangebots sowie qualifiziertes Projektmanagement sind für den Transfer von Technologien genau so wichtig wie die Aufnahme von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung und ihre Einbindung in unternehmensinterne FuE.

Technologietransfereinrichtungen sollten davon ausgehen, dass sie ihre Leistungen gegen Entgelt ausführen. Zwar ist beim Aufbau von Transfereinrichtungen eine Förderung sinnvoll, nach der Anlaufperiode sind sie jedoch angehalten, auf der Grundlage ihrer eigenen Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit Einnahmen zu erzielen. Kriterien einer effizienten Arbeit von Technologietransfereinrichtungen sind: Nachfrageorientierung und Kundenorientierung (an den regionalen Technologieschwerpunkten ausgerichtet), Kundennutzen, Komplexität des Leistungsangebots, Wettbewerbsorientierung, Zusammenwirken im Innovationssystem, Bekanntheit, Image, Kompetenz und Leistungsfähigkeit der eigenen Potenziale.

Wie Technologietransfereinrichtungen sich den Anforderungen stellen und auf welche Art und Weise sie ihre Funktionen erfüllen, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Typ der Transfereinrichtung (allgemein, branchenspezifisch, organisatorisch selbständig, als Bestandteil eines größeren Verbundes),

  • regionales Umfeld der Transfereinrichtung (industriell geprägt, wissenschaftsintensiv),

  • die Wettbewerbssituation zu anderen Innovationsakteuren, die ebenfalls die Überführung wissenschaftlich-technischer Ergebnisse in die Anwendung zum Ziel haben (z. B. Innovationszentren, FuE-Dienstleister),

  • Organisationsform des Technologietransfers.

Insofern bedarf es bei der praktischen Umsetzung der aufgezeigten Grundsätze spezifischer Anpassungsüberlegungen.

 

Formen des direkten Technologietransfers

Direkter Technologietransfer entsteht über das unmittelbare Zusammenwirken von Wissenschaft und Wirtschaft [4] und die Kooperation von Innovationspotenzialen aus Unternehmen, FuE-Instituten und Einrichtungen der innovativen Infrastruktur. Direkte persönliche Kontakte und Personaltransfer ermöglichen dabei die Weitergabe von Erfahrungen, Wissen und Einsatzerfordernissen für neue Technologien. Aber auch die gezielte Personalfluktuation ermöglicht sehr effektiv den Transfer von Technologien. Aus der Sicht der Unternehmen sind Nähe zu Hochschulen und Forschungsinstituten sowie eigene hohe Attraktivität und Gewährleistungen finanzieller Anreize wichtige Voraussetzungen, um Träger von technologischem Wissen für sich zu gewinnen. Von den wissenschaftlichen Einrichtungen verlangt dies, Personalfluktuation zu unterstützen, Anwendungserfahrungen aufzunehmen und in die Forschung einzubringen. Die folgenden Formen des direkten Technologietransfers gewinnen zunehmend an Bedeutung.

 

Ausgründungen

Innovative Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen stellen eine bedeutende Quelle für technologieorientierte Unternehmensgründungen dar. Gründer aus diesen Bereichen bringen FuE-Know-how, Kontakte, Nutzungsrechte für geschützte Erfindungen sowie Netzwerke in die neuen Unternehmen ein. Bei diesen Gründern fallen Personal-, Wissens- und Technologietransfer zusammen. Vorteile haben nicht nur die Gründer, sondern auch die Forschungseinrichtungen, weil sie aus der Verwertung von Patenten Lizenzerträge erzielen oder durch direkte Beteiligungen am Unternehmenswachstum partizipieren (siehe Inset auf dieser Seite). Um diese beiderseitigen Vorteile voll zur Geltung zu bringen, wenden sich die deutschen Forschungsgesellschaften verstärkt der Förderung von Ausgründungen zu [8].

Diese Vorteile sind bei den ausgründenden Einrichtung mit der Sorge verbunden, leistungsfähige Wissenschaftler zu verlieren, ungewohnte Risiken einzugehen, sich der Marktchancen und der Markteintrittswiderstände nicht sicher zu sein, öffentliche und private Tätigkeitsbereiche zu vermischen und Potenziale für die eigene Forschung einzubüßen. Wissenschaftler sind nicht immer ausreichend für Unternehmensgründungen sensibilisiert, oft sind Gründungswilligkeit und Gründungsfähigkeit erst herauszubilden. Die Herausbildung von unternehmerischen Verhaltensweisen und Unternehmerpersönlichkeiten muss bereits an den Hochschulen einsetzen. Die Entwicklung neuer Lehrdisziplinen und Lehrformen sowie die Gestaltung des Umfelds der Lehre sind Ausdruck von Veränderungsprozessen an den Hochschulen, die darauf hinzielen, Wissen, Rüstzeug und Kompetenz für Gründungen zu vermitteln, Gründungen zu initiieren, fachmännischen Rat für die Erarbeitung von Unternehmenskonzeptionen zu geben und den Zugang zu Netzwerken zu öffnen [5].

...

  

Dieses Kapitel...

... können Sie vollständig per PDF-Download beziehen:
Alle Seiten mit Abbildungen in optimaler Qualität, hervorragend geeignet zum Ausdruck auf Papier.
Zusätzlich bietet Ihnen das PDF-Format praktische Suchmöglichkeiten.
Schon in wenigen Minuten sind die Kapitel auf Ihrem Computer gespeichert, zu einem günstigen Preis: 30 Cent pro Seite.

Zum Download 


Verlagsprogramm

Symposion Publishing GmbH
Werdener Str. 4
40227 Düsseldorf
Tel. 0211 - 8 66 93 0
Impressum