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- Leseprobe -
Der Name zählt!
Namensstrategien in Internet und E-Commerce
von Tim Schumacher
Der Name zählt! Oder mit anderen Worten: Ein gutes Unternehmen braucht einen guten Namen für sich und seine Produkte und Dienstleistungen. Schon diese Namensfindung allein ist komplex und muss verschiedenste Aspekte berücksichtigen: Imagewirkungen, verschiedene Sprachen und
Kosten. Hinzu kommt der rechtliche Aspekt des Markenschutzes und nicht zuletzt die dazugehörige einprägsame Internet-Adresse. Doch bei mehr als 50 Millionen weltweit registrierten Domains werden freie gute Namen immer knapper und die Domain-Problematik wird oft zu dem primären Engpass der Namensgebung.
Stichworte: Namensfindung; Namensanalyse; Domains: Namen,
Registrierung, Recht, Handel, Markt, Preise; Branding; Marke: Image, Politik, Strategie, Schutz; Online-Marketing; Suchmaschinen-Marketing; Corporate Identity; Zusammenfassung.
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In diesem Beitrag erfahren
Sie:
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Welche vielfältigen Kriterien wie beispielsweise Imagewirkung, verschiedene Sprachen und Kosten bei der Namenswahl berücksichtigt werden sollten,
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wie die Sicherung des Namens als Domain auf zwei verschiedenen Lösungswegen erfolgen kann,
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wie ein gutes Online-Marketing hilft, beschreibende Namen zu Magneten für Besucher zu machen und
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dass beim Kostenvergleich der verschiedenen Werbeformen das Domain-Marketing klar vorne liegt.
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Die Namenswahl
Bei der Entwicklung von Namen für Produkte, Dienstleistungen,
Webseiten oder ganze Unternehmen sind der Fantasie und Kreativität keine
Grenzen gesetzt. Im Gegenteil Kreativität und der Mut, gegen den Strom
anzuschwimmen, sind der Schlüssel zum Erfolg. Ein prägnanter Name wird das
jeweilige Produkt differenzieren. Das Angebot des Anbieters wird somit
unverwechselbar und unterscheidet es so von dem Angebot der Wettbewerber.
Produkte können kopiert werden, eine Marke dagegen nicht. Je markanter ein
Name, desto schneller kann der Markenaufbau erfolgen und desto geringer ist der
Kommunikationsaufwand. Wichtig bei einer erfolgreichen Namensentwicklung ist die
systematische Planung und strukturierte Durchführung.
Für die Namensentwicklung ist eine exakte Markenpositionierung
bedeutend. Aspekte wie In welchen Ländern soll der Name nicht nur heute,
sondern auch später eingesetzt werden? Wird das Leistungsangebot
möglicherweise noch erweitert? müssen in die Namensplanung einbezogen
werden. Wenn diese und andere Fragen geklärt sind, kann die Namensstrategie
erarbeitet werden. Das ist die Grundvoraussetzung für die systematische
Markenkreation.
Bevor ein Name in die engere Wahl kommt, muss er hohe Hürden
nehmen. Ermöglicht der Name auch die Weiterentwicklung der Marke? Ein Name, der
international eingesetzt werden soll, muss von muttersprachlichen Namensexperten
in den jeweiligen Absatzmärkten überprüft werden. Der favorisierte Markenname
muss zudem juristischen Recherchen durch den Rechts- oder Patentanwalt
unterzogen werden, bevor dann die Markenanmeldung ansteht. Qualitative und
quantitative Namenstests liefern Erkenntnisse über Chancen und Risiken des
Namens. Es gilt, den Namen mit seinen Vorteilen nach innen und außen zu
verkaufen. Dieses Prozedere erfordert Geduld und meistens harte
Überzeugungsarbeit. Jeder Name braucht seine Zeit, um von der Öffentlichkeit
akzeptiert und verinnerlicht zu werden [2].
Gerade aufgrund der immer weitreichenderen Präsenz des Internet
sollte das Bewusstsein für eine gut überlegte Wahl eines Domain-Namens
geschärft werden. Da der Domain-Name immer stärker nach außen kommuniziert,
sollte bei dessen Wahl darauf geachtet werden, dass er bestmöglich mit dem
Firmennamen, der nach außen getragen werden soll, übereinstimmt.
Kryptische Abkürzungen und Variationen mit Bindestrichen oder
Umlauten sind zu vermeiden. Es kann jedoch sinnvoll sein, als so genannte
Co-Domain einen oder mehrere weitere Namen zu verwenden, um die Auffindung des
Unternehmens zu erleichtern und diese Co-Domain bei der Eingabe in den
Internetbrowser automatisch in den korrekten Firmennamen umzuwandeln. Vor allem
mögliche Schreib- und Sprechweisen und unterschiedliche orthographische
Notationen sollten beachtet werden. Beispielsweise sollte die DaimlerChrysler AG
unter allen möglichen Namensvariationen wie etwa daimlerchrysler.de und daimler-chrysler.de
auftreten und möglichst auch unter im deutschsprachigen Raum in mehr
als fünfzehn Prozent der Suchanfragen auftretenden Fehlschreibweisen wie crysler.de
(sic), daimlercrysler.de (sic) oder daimlercrysler.de (sic).
Ferner ist es sinnvoll, alle Versionen in allen gängigen Top-Level-Domains zu
registrieren.
Bei der Nutzung von Fehlschreibweisen und Abkürzungen als
zusätzliche Domain-Namen ist es außerdem sinnvoll und zudem technisch sehr
einfach, die Alternativnamen bei der Eingabe automatisch zu korrigieren und
damit die in der Unternehmenskommunikation anvisierte Schreibweise wieder
herzustellen.
Domain-Namen bieten ein beachtliches strategisches Potenzial bei
der Lokalisation von Internet-Angeboten. Insbesondere Unternehmen mit bekannten
Firmen- oder Markennamen werden über die direkte Eingabe des Domain-Namens in
den Browser und nur seltener über Suchmaschinen, Links oder Banner gefunden und
angesprochen. So kommt zum Beispiel eine Studie der Boston Consulting Group [7]
zu dem Ergebnis, dass zwei Drittel aller Webseiten-Besucher von Multichannel-Anbietern
wie Otto, Quelle oder Conrad durch Direkteingabe der
Internet-Adresse dorthin gelangen. Oftmals wird die URL sogar nur vermutet,
indem an einen bekannten Namen aus der Realwelt die TLD.de [4] angehängt
wird.
Zusätzlich favorisieren die Algorithmen verschiedener
Suchmaschinen bei Rankings der Suchergebnisse URLs, die den gesuchten Begriff
als Domain-Namen enthalten. Auf diese Weise fördert das Auftauchen populärer
Suchbegriffe im Domain-Namen die Platzierung in den obersten Rängen der
Rankings [3]. So sind zum Beispiel die Domains mp3.com und mp3.de in
diesen Suchmaschinen zum Suchbegriff mp3 deutlich besser platziert als
die meisten anderen Domains, die mp3 nicht im Domain-Namen enthalten,
aber trotzdem aus inhaltlichen Gründen gelistet werden, wie zum Beispiel musik-online.de.
Hierzu weitere Erläuterungen im Teil »Online-Marketing« dieses Kapitels.
Besondere Beachtung verdienen hier auch solche Unternehmen,
deren Aktivität sich primär im Internet abspielt. Als Beispiel seien
Online-Shops genannt. Für die Domain-Namen von Online-Shops sind sowohl Aspekte
der Merkbarkeit, der Internationalisierbarkeit und der Erweiterbarkeit der
Produktpalette von Relevanz. Gerade wegen des Firmen- beziehungsweise
Domain-Namens ist diese Erweiterbarkeit der Produktpalette bei vielen
Unternehmen nicht gegeben, wodurch sich diese dann unfreiwillig in eine Lock-In-Position
begeben. Vor diesem Dilemma stand zum Beispiel der Internet-Buchhändler buecher.de,
der in Deutschland über eine sehr hohe Markenbekanntheit von 68 Prozent bei
Internet-Nutzern verfügte. Der Domain-Name und gleichzeitige Name des
Unternehmens (buecher.de AG) verhinderte sowohl eine Erweiterung des
Produktspektrums (statt Bücher auch andere Medien, Software und Photos) als
auch eine Expansion in andere Länder. So wurde eine Namensänderung in mediantis
beschlossen, die mit hohen Switching-Costs verbunden war.
Beschreibende Domain-Namen sind deshalb je nach Unternehmensziel eher
als zusätzliche Co-Domain-Namen empfehlenswert.
Am Anfang war der Name
Bei Unternehmensneugründungen und etablierten Unternehmen, die
neue Produkte planen, muss sich meist zuallererst die Frage gestellt werden,
welchen Namen das Unternehmen beziehungsweise das Produkt tragen soll. Diese
Überlegungen stehen somit immer auch vor der eigentlichen Registrierung von
Domain-Namen. Dieses Kapitel beschäftigt sich aus diesem Grund mit der Auswahl
von Namen, dem sogenannten Namefinding.
Etablierte Unternehmen haben fast immer eine Vielzahl von
Produktnamen, zumindest jedoch einen Firmennamen. Sowohl Marke als auch
Firmenname sollten durch eine Markenanmeldung geschützt sein, auch wenn dies
bei kleinen und mittelständischen Unternehmen oft versäumt wird.
Bezüglich der bereits existierenden Namen ist es generell
sinnvoll, alle Firmen- und Markennamen auch als Domain-Namen zu verwenden.
Zusätzlich kann es sinnvoll sein, als weitere Namen (Co-Domains) einen
oder mehrere beschreibende Namen zu verwenden, um die Auffindung des
Unternehmens zu erleichtern. Ziel einer solchen Variierung von Domain-Namen ist
die komplette Absicherung eines Domain-Portfolios, wie sie in diesem Kapitel
ausführlich behandelt wird.
Neuzugründende Unternehmen oder Unternehmen mit neuen
Produktkreationen dagegen gehen oft einen anderen Weg. Hier wird bereits bei der
Namensfindung überlegt, ob der gewünschte Firmen- oder Produktname noch als
Internet-Domain frei verfügbar oder zumindest zu einem vertretbaren Preis
käuflich zu erwerben ist. Bei international orientierten Unternehmen muss
dieser Domain-Name nicht nur im Stammland, sondern auch in den geplanten
Expansionsländern verfügbar sein. Da der Domain-Name als Markenname auch den
gängigen Kriterien [11] (annehmbarer Klang, internationale Verwendbarkeit und
wenn möglich eine sinnvolle Assoziation mit dem Produkt) genügen muss, ist
dies ein schwieriges Unterfangen. Verallgemeinernd kann deshalb gesagt werden,
dass bei den meisten Unternehmensneugründungen für die Wahl des Firmennamens
die Verfügbarkeit des Domain-Namens eine entscheidende Rolle spielt.
Am Anfang war der Name
Generell können drei verschiedene Namensalternativen
voneinander abgegrenzt werden:
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die Auswahl eines guten beschreibenden Namens
(Beispiele: poster.de, monster.de, business.com u.a.), um den
kostspieligen Aufbau einer eigenen Marke [7, 11] durch den Einsatz eines
gängigen Begriffs weitgehend zu vermeiden oder wenigstens abzumildern.
Jedoch haben beschreibende Namen den Nachteil, dass eine internationale
Expansion oder eine Produktexpansion problematisch sein kann, also ein
unfreiwilliger Lock-In-Effekt durch den eigenen Firmennamen
entsteht, wie bereits im Fall des Internet-Buchhändlers buecher.de skizziert
wurde. Beschreibende Namen sind deshalb je nach Unternehmensziel
eher als zusätzliche Co-Domain-Namen empfehlenswert. Unternehmen mit
einem sehr limitierten Unternehmensziel, die lediglich das Anbieten eines
einzelnen Produktes oder einer abgegrenzten Produktkategorie auf einem
lokalen oder nationalen Markt planen, sind mit einem guten beschreibenden
Domain-Namen durchaus sehr gut bedient. Unternehmen, die einen
internationalen Ansatz haben und stark auf eine hohe Markenbekanntheit
setzen, sollten beschreibende Namen jedoch nur als zusätzliche
Co-Domain-Namen verwenden;
-
als zweite Alternative bietet sich die Auswahl eines
guten brandingfähigen Namens an, zumindest in einem Teil der
gewünschten Ländercodes. Dies ist für fast alle Unternehmen, die sich
besonders über ihre Marke herausheben möchten, von Bedeutung: So musste
zum Beispiel Ebay seine japanische Domain teuer erwerben; andere
Unternehmen (z.B. Atrada), die ein Reservieren internationaler
Domain-Namen bis heute versäumt haben, werden bei einer internationalen
Expansion vor ähnlichen Problemen stehen;
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das Ausweichen auf schlechtere, weniger brandingfähige
oder längere beschreibende Namen (z.B. produktname-online.de oder firma-web.de)
oder Verzicht auf bestimmte Ländercodes.
Während mit der letztgenannten Methode vor allem kleinere
Unternehmen starten, kommen gerade größere Unternehmen nicht um den Kauf eines
Domain-Namens herum. Dieser Trend wird sich bei einer steigenden Anzahl an
Registrierungen durch eine weitere Expansion des Internet [7] fortsetzen. In
jedem Fall müssen reine Internet-Anbieter ihre Marken zuerst teuer aufbauen.
Weiterhin ist zu beachten, dass ihre Besucher in viel stärkerem Maße über
Portale und Suchmaschinen, aber auch über internetspezifische Instrumente wie
Banner-Anzeigen und Links zu ihnen finden, als dies bei Multichannel-Anbietern
der Fall ist. So haben etablierte Multichannel-Anbieter den Vorteil, dass ihre
Marke den potenziellen Kunden bereits ein Begriff ist und diese dann unter dem
entsprechenden Markennamen (plus der Domainendung .de) im Internet nach
der entsprechenden Webseite suchen. Unternehmen mit einer bereits bekannten
Marke sind somit viel stärker als neue Unternehmen darauf angewiesen, exakt
ihren Firmennamen als Domain-Namen zu sichern. Neugründungen dagegen können
beschreibende Namen besser nutzen.
Nicht beschreibende Namensgebung
Auf der anderen Seite gibt es auch viele Argumente für eine
nicht beschreibende Namensgebung. So argumentieren Gegner von generischer,
beschreibender Namensgebung, dass generische Domain-Namen für die Namensgebung
weder in der Offline-Welt noch im Internet verwendet werden sollen. Manche
Autoren gehen sogar noch weiter und befinden generische Domain-Namen im Internet
für noch schädlicher als in der Offline-Welt. Dieser Logik liegt folgende
Argumentation zugrunde [8]: Während es in der Offline-Welt immer noch eine
visuelle Komponente gibt (Logo, Schriftzug, Farben), besteht ein Domain-Name nur
aus Zeichen. Ein generischer Domain-Name wie buecher.de übt keine
eindeutige Kennzeichnung im Sinne eines Markennamens aus, sondern ist ein
Gattungsname, der ein Produkt oder eine Dienstleistung lediglich beschreibt. Die
Flut von beschreibenden Domain-Namen ist auf die Gründerphase im Internet
zurückzuführen, in der ein generischer Name sowohl für die Unternehmen als
auch für Nutzer am einfachsten schien. So gehören in Deutschland zwar Job.de,
Stellenmarkt.de, Stellenanzeigen.de, Jobs.de, JobUniverse.de, WorldWideJobs.de,
Jobware.de und Jobticket.de zu den großen Stellenmärkten im
Internet. Führend sind jedoch zwei Stellenmärkte mit echten Eigennamen,
nämlich Monster.de und StepStone.de, die sich aus der Masse der
beschreibenden Namen wohltuend herausheben. Auch gemischt beschreibende Namen,
also Namen, die ein Attribut oder einen Eigennamen mit einem generischen Begriff
kombinieren (JobPilot.de) haben es schwer, sich beim Konsumenten
einzuprägen.
Optimal sind nach dieser Namefinding-Strategie Kunstbegriffe
(zum Beispiel Sedo) oder Begriffe, die einem völlig anderen Kontext
entnommen wurden, zum Beispiel Amazon, ein eigentlich geographischer
(Fluss Amazonas [dtsch.] beziehungsweise Amazon [engl.]) und mythologischer
(Amazone) Begriff. Nach dieser Strategie sind die Markennamen am stärksten, die
keinerlei Beziehung zu dem eigentlichen Produkt haben. McDonalds wäre
damit ein besserer Eigenname als Burger King und GMX besser als Freemail.
Acht Punkte für einen optimalen Namen
Zusammenfassend können folgende acht Punkte als optimal
für einen Namen angesehen werden [8]:
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Der Name sollte kurz und prägnant sein:
Dies gilt sowohl innerhalb als auch außerhalb des Internet. Ein
zusätzliches Argument innerhalb des Internets ist jedoch, dass der Name
eingetippt werden muss, was besonders für kurze Namen und damit kurze
Domain-Namen spricht. Sedo, Ebay oder Sixt sind kurz
und damit besser als Host Europe, Ricardo und Europcar.
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Der Name sollte einfach sein:
Komplizierte Namen sind schwer auszusprechen und oft noch schwerer
korrekt einzutippen. Optimal sind kurze Namen mit einer universal
präferierten Silbenstruktur (Konsonant-Vokal-Konsonant). Negativbeispiele
gibt es viele. So ist zum Beispiel der Name Jippie schwierig
auszusprechen und zu tippen. Auf der anderen Seite können einfache Namen
auch oft langweilig sein und komplizierte Namen wie Häägen Dazs
interessant.
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Der Name sollte einen Hinweis auf die Kategorie
enthalten:
Ein Hinweis auf das Produkt ohne einen generischen Produktnamen
direkt zu benutzen ist sinnvoll. So enthält der Name Sedo mit
den Buchstaben do einen Hinweis auf Domains.
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Der Name sollte einzigartig sein:
Ein Name sollte sich in das Gedächtnis der Konsumenten einprägen,
was jedoch nur gelingt, wenn er einzigartig ist. In der oben skizzierten
Vielzahl der Jobbörsen mit Job im Namen (WorldWideJobs.de,
Jobware.de, Jobticket.de etc.) stechen einzigartige Namen wie StepStone.de
besonders heraus.
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Der Name sollte ein Wortspiel beinhalten:
Alliterationen, Reime oder eine Aneinanderreihung von ähnlich
klingenden Silben fördert die Merkbarkeit von Namen. Positive Beispiele
sind Coca Cola oder Otto.
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Der Name sollte leicht auszusprechen sein:
Der Amazon-Gründer Jeff Benzos plante zunächst, sein Unternehmen Abracadabra.com
zu nennen. Dies wäre im Vergleich zu Amazon.com deutlich
schwieriger auszusprechen gewesen und damit suboptimal. Probleme kann es
auch mit Zahlen-Buchstaben-Kombinationen (12move oder 1&1
Webhosting) geben. Optimal sind wiederum kurze Namen mit einer
universal präferierten Silbenstruktur (Konsonant-Vokal-Konsonant), die
auch international aussprechbar sind. Linguistisch gegensätzlich zu Namen
mit einer universal präferierten Silbenstruktur sind Wörter mit
suprasegmentaler Gestalt. Dabei handelt es sich um Silbenabfolgen, die
nicht in jeder Sprache aussprechbar sind. So ist Matsch für einen
Deutschen zwar leicht zu sprechen, in fast allen anderen Sprachräumen
jedoch unaussprechlich.
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Der Name sollte schockieren oder zumindest
überraschen:
Ein überraschender, manchmal auch schockierender Name wie fcuk
(Kleiderkette) oder Yahoo! sticht aus der Menge langweiliger Namen
heraus und hat damit Vorteile in punkto Erinnerbarkeit.
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Der Name sollte personalisiert sein:
Weiterhin ist es positiv, wenn der Name eines (charismatischen)
Firmengründers mit dem Firmennamen und damit mit dem Domain-Namen
verknüpft ist, so wie dies zum Beispiel bei Otto oder bei Dell
der Fall ist.
Natürlich kann ein Kunstname nicht alle diese Bedingungen
erfüllen, es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der
Namensfindungsprozess für ein neues Unternehmen prinzipiell auf möglichst
viele dieser Punkte ausgerichtet ist.
Auf der anderen Seite sollten derartige Namensgebungsprinzipien
nicht als Dogmen gesehen werden, sondern allenfalls als Denkanstoß. Andernfalls
droht die Gefahr von Konformität. So sind bei den jüngeren Namenskreationen
vor allem die Punkte 2 und 6 (Einfachheit und Aussprechbarkeit)
häufig zu stark beachtet worden. Gerade Wörter lateinischen Ursprungs, die in
den meisten (westlichen) Sprachen gut aussprechbar sind, werden gerne gewählt.
Dies macht es jedoch letztendlich schwer zu differenzieren, wo zum Beispiel die
Unterschiede zwischen Avensis, Aventis, Adventist oder Avanza
liegen (Avensis ist ein Auto, Aventis der Pharmakonzern, Adventist
die Religionsgemeinschaft und Avanza eine Strommarke).
Gerade in der Welle der Internet-Neugründungen der Jahre 1999
und 2000 galt es, aus der Masse mit einem gut gewählten Namen herauszustechen.
Somit liegt auf Punkt 7 (Überraschungseffekt) oft ein weiterer
Schwerpunkt. Ein gutes Beispiel dafür ist Yahoo! - hier überrascht den
englischsprechenden Nutzer, dass Yahoo im englischen Flegel oder Brutaler
Kerl bedeutet, den deutschen Nutzer überrascht das doppelte o.
Jedoch ist es fraglich, ob das Kopieren eines solchen Überraschungsfaktors
sinnvoll ist, wie dies unter anderem die Internet-Startups Dooyoo und Yoolia
getan haben.
Die Sicherung des Namens als Domain
Wenn Domain-Namen im Domain-Portfolio fehlen, gibt es neben
dem Rechtsweg prinzipiell zwei verschiedene Lösungsansätze: zum einen die
Registrierung noch freier, also nicht bereits von anderen Unternehmen oder
Privatleuten registrierten Namen, und zum anderen, wenn Lösung eins nicht
greift, den Ankauf bereits registrierter Namen im Sekundärmarkt.
Lösungsvorschlag 1:
Domainregistrierung
Die einfachste Lösung, fehlende Domain-Namen zu erhalten, ist,
diese zu registrieren. Hierbei bieten neben deutschen Domain-Dienstleistern wie
Einsund- eins.de pan-europäische Dienste wie zum Beispiel 1und1.de die
Registrierung von Domain-Namen in einer Vielzahl an möglichen Länderdomains
an. Diese Variante ist einfach, kostengünstig und sollte wo möglich
sofort wahrgenommen werden. Verzögerungen können dazu führen, dass Namen von
anderen Unternehmen oder Privatleuten registriert werden und damit nicht mehr
frei verfügbar sind.
Lösungsvorschlag 2:
Der Ankauf von Domains im Sekundärmarkt
Wenn der Name bereits vergeben ist, bleiben wiederum zwei Wege.
Der erste ist der gerichtliche Weg, falls der Name eindeutig ältere Rechte oder
Markenrechte verletzt. Aber auch im Fall einer eindeutigen Rechtslage müssen
Rechts- und Opportunitätskosten in die Überlegungen einbezogen werden. Unter
Umständen ist der Ankauf nämlich trotzdem günstiger.
Wenn dies jedoch nicht der Fall ist, muss der Name käuflich
erworben werden. Hierbei stehen prinzipiell wiederum zwei Optionen zur Auswahl:
-
Der direkte Kontakt des Inhabers
Beim direkten Kontakt wird über die zentrale Registrierungsstelle (in
Deutschland: Denic e.G.) herausgefunden, wer Inhaber einer Domain ist.
Dieser wird dann direkt vom Unternehmen kontaktiert, zum Beispiel zwecks
Unterbreitung eines Kaufangebotes.
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Der Ankauf über eine Domainbörse oder einen
Domainmakler
Alternativ kann in einer Domainbörse (hier empfiehlt sich die weltweit
größte Börse sedo.de) gesucht werden, ob der Name explizit zum Verkauf
angeboten wird. Ist dies der Fall, entfällt oft der zeitraubende und
komplizierte Verhandlungsvorgang. Trotzdem sollten die von den Verkäufern
angegebenen oder geforderten Preise mit äußerster Vorsicht genossen
werden, da viele außerhalb jeder Realität angesiedelt sind. Hier
empfiehlt sich das Einholen eines neutralen Domain-Wertgutachtens.
Spezialisierte Domainbörsen und Domainmakler sind in vielen
Fällen auch ein guter Ansprechpartner, wenn es um eine Ankaufsstrategie geht.
Sie beraten den Ankäufer über einen fairen Preis und helfen, wenn
gewünscht, auch bei Verhandlungen. Dies kann gerade für große Unternehmen
sinnvoll sein, die dadurch im Kaufprozess anonym bleiben und damit einen
Preisaufschlag aufgrund ihrer Unternehmensgröße vermeiden, den Verkäufer von
Domain-Namen gerne gegenüber großen Unternehmen erheben.
Die Entscheidung zur Sicherung einer Domain wird im
Entscheidungsbaum (siehe Abb. 1) schematisch dargestellt.

Abb. 1: Entscheidungsbaum, aus: »Domain-Namen im Internet ein Wegweiser für Namensstrategien«
(www.domainname.de)
Online-Marketing: Beschreibende Namen als Besuchermagneten
Abschließend soll die Bedeutung von beschreibenden Domain-Namen
für das Online-Marketing erläutert werden. Hierzu vorab ein kurzer Abriss von
Online-Werbeformen:
Im Online-Marketing können Entscheider zwischen vielen
unterschiedlichen Werbeformen wählen: Werbebanner können auf anderen
Webseiten mit ähnlicher Benutzergruppe platziert werden. Die Kosten der
Kampagne werden meist auf TKP-Basis abgerechnet, die Klickraten liegen oft bei
weniger als einem Prozent. Oft ist es schwierig, genau die richtige Zielgruppe
zu finden, so dass die Konversionsrate (d.h. der Anteil der Besucher, die
tatsächlich zu Kunden werden) sehr niedrig ist.
Werbung in Newslettern und Mailinglisten ist mehr
zielgruppenspezifisch und führt daher zu besseren Konversionsraten. Die Anzahl
der Abonnenten dieser Newsletter ist jedoch oft zu gering, als dass
Online-Werber durch diese Werbeform ausreichend viele Besucher auf Ihre Seite
holen könnten.
Etwa 80 Prozent aller User nutzen Suchmaschinen, um sich im
Internet zu orientieren. Gleichzeitig schauen nur zirka 20 Prozent der Benutzer
Angebote auf der dritten oder weiteren Suchergebnisseite an. Daher werden diese
Seiten faktisch im Internet nicht gefunden, wenn die Seiten nicht ganz weit
vorne in den wichtigsten Suchmaschinen gelistet sind (Quelle: IDC).
Webseiten können vor allem auf zwei Arten in Suchmaschinen
präsent sein. Ähnlich zu Werbebannern können Sie zum Beispiel bei Google oder
Yahoo sogenannte »sponsored links« kaufen, die auf TKP- oder CPC-Basis
abgerechnet werden. Sie erreichen damit die User, die genau nach Ihren Produkten
suchen, und das ohne Streuverluste. Die sponsored links sind für den Benutzer
allerdings klar von den tatsächlichen Suchergebnissen getrennt, und viele
Benutzer klicken als Werbung gekennzeichnete Angebote gar nicht an.
Ideal sind daher Platzierungen in Suchmaschinen, bei denen Ihre
Seite innerhalb der tatsächlichen Suchergebnisse ganz oben gelistet wird. Dies
wird Search Engine Positioning (SEP) oder Domain-Marketing genannt,
und dies ist die Werbeform mit der besten »click to buy ratio«. Hierfür
werden optimale Domain-Namen registriert oder erworben und diese dann in den
Suchmaschinen positioniert.
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