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Hünninghausen, Sommerlatte
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ISBN 3-936608-39-3
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Auswertung neuer F&E-Ergebnisse

Teil 2: Wissensquelle Publikationen

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Auswertung neuer F&E-Ergebnisse

Teil 2: Wissensquelle Publikationen
von Jürgen Berggreen

Stichworte: Wissensquelle Publikationen: Publikation als Marketing-Instrument, firmeninterne Berichte, Nachweisberichte, Studienarbeiten, Firmen-Zeitschriften, Fachzeitschriften, Besuche von Messen und Kongressen, Anschriften, Zusammenfassung

 

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • aus welchen Gründen F&E-Ergebnisse veröffentlicht werden, und wo man sie findet,

  • daß jedermann Zugang zu Nachweisberichten über öffentlich geförderte Forschungsprojekte hat,

  • wie man Diplom- und Doktorarbeiten als Informationsquellen nutzen kann,

  • welchen Informationswert Firmenzeitungen und -zeitschriften haben,

  • wann eine Recherche in Fachzeitschriften sinnvoll ist,

  • wie Kongresse und Messen dazu genutzt werden können, persönliche Kontakte zu Fachleuten und Unternehmen zu knüpfen.

Die Notwendigkeit zur Innovation ergibt sich aus dem Wettbewerb, in dem jedes Unternehmen steht. Jeder Teilnehmer am Markt spürt sie; er will und muß darauf reagieren.
Die eigene Forschung und Entwicklung setzt im allgemeinen voraus, daß das Feld - sei es ein Produkt beziehungsweise Element daraus oder ein Prozeß beziehungsweise Teilschritt davon -, in dem etwas Neues angestrebt wird, bereits definiert ist und nun die Innovation zu (er-)finden ist.
Die Erkundung des state-of-the-art, also des Standes der Technik oder - allgemeiner - des Wissens bei anderen Fachleuten und Firmen steht am Anfang der Suche nach innovativen Produkten oder Prozessen; denn das Rad muß nicht ständig neu erfunden werden. Vielmehr ist der Zweck dieser Suche

  • die Bestimmung des eigenen Standortes und der Erfolgsaussichten der beabsichtigten Innovation (eigene Stärken und Schwächen) oder

  • die Nutzung der fremden F&E-Ergebnisse für die eigenen Ziele - natürlich im zulässigen Rahmen -, um viel Geld und Zeit zu sparen und Risiken zu vermindern, wenn man statt der eigenen Entwicklung die bereits andernorts erzielten Ergebnisse kennt und berücksichtigt, oder

  • die Verwendung fremder F&E-Ergebnisse als Impetus für die Auslösung eigener Ideen und Innovationen oder

  • das Finden möglicher Kooperationspartner bei der Forschung und Entwicklung; denn gerade für Klein- und Mittelbetriebe kann es sinnvoll sein, so ihre vorhandenen Innovationspotentiale effektiver und kostengünstiger zu nutzen.  

Publikation als Marketing-Instrument

Jeder Entwickler und jeder Unternehmer ist stolz auf die von ihm oder seinem Team erarbeiteten Verbesserungen oder Veränderungen, also auf die Innovationen. Er will seinen Erfolg anderen zeigen, um sich mit seinem Werk aus der Menge der Gleichen abzuheben und Aufmerksamkeit zu erregen. Er will seine F&E-Ergebnisse publizieren.
Aus diesem Wollen entstehen taktische Überlegungen, wann und wo und wie die Innovation an die - schmale oder breite - Öffentlichkeit gegeben werden soll. Schließlich will der Entwickler oder Unternehmer den Erfolg seiner Arbeit möglichst lange und umfassend für sich nutzen.
Jenes Streben nach Mitteilung kann sich derjenige, der auf der Suche nach fremden F&E-Ergebnissen ist, zunutze machen. Wenn er nun solche Ergebnisse gefunden hat und analysieren will, muß er nicht nur den Innovationsgehalt der Ergebnisse, sondern auch deren Publikation hinsichtlich Zeitpunkt, Ort und Medium untersuchen.
Neben der Patentanmeldung und -veröffentlichung ist der häufigste Weg zur Darstellung eines F&E-Ergebnisses der schriftliche Bericht. Gemäß dem Kreis der mit dem Bericht anzusprechenden Personen und Institutionen findet man

  • firmeninterne Berichte

  • Nachweis-Berichte

  • Studienarbeiten

  • Firmen-Zeitungen

  • Fachzeitschriften

  • Kongresse.

Es gibt keinen Königsweg, auf dem für ein bestimmtes Problem die Kenntnisse anderer in Erfahrung gebracht werden können; die Themen und Quellen sind zu unterschiedlich. Der Zugang zu den Datenbanken der Technischen Informationsbibliothek (TIB) in Hannover und der Fachinformationszentren (FIZ) in Karlsruhe und Frankfurt oder bei privaten Anbietern kann den Einstieg und die Recherche erleichtern. An dem Studium der oft umfangreichen Publikationen führt aber kein Weg vorbei.  

Firmeninterne Berichte

Jedes Arbeitsergebnis, jedes F&E-Ergebnis, jede Innovation ist zunächst in einem firmeninternen Bericht beschrieben. Diese Berichte haben die höchste Aktualität und größte Detaillierung des F&E-Ergebnisses. Die Taschenbuch-Notiz, die sich der Erfinder als persönliche Aufzeichnung von Forschungsergebnissen macht, sei hierbei außer acht gelassen, weil sie gar nicht »veröffentlicht« ist.
Die firmeninternen Berichte werden üblicherweise nicht der Öffentlichkeit preisgegeben, weil sie Grundlage für die taktischen Überlegungen, für Patentanmeldungen und für strategische Planungen sind.  

Nachweisberichte

F&E kostet Geld. Jeder Geldgeber, sei es die Unternehmensleitung oder der Auftraggeber oder der Förderer, will einen sachlichen Nachweis über die Verwendung der von ihm hingegebenen Geldmittel haben. Er erhält dazu immer einen Bericht über das Ergebnis der betreffenden F&E-Arbeit.
Wenn der Auftraggeber ein am Markt operierendes Unternehmen ist, wird er den Nachweisbericht wie einen firmeninternen Bericht behandeln. Dann darf auch der Auftragnehmer, also der Forscher, seine Ergebnisse nicht Dritten mitteilen.
Viele Entwicklungsarbeiten werden aber mit öffentlichen Mitteln gefördert. Die Nachweisberichte über die so geförderten Entwicklungen stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung; ausgenommen davon sind Berichte über Entwicklungen, die für die staatliche Sicherheit relevant sind.
Berichte über Forschungsarbeiten, die vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF) direkt gefördert worden sind, können beim BMBF bezogen oder über seine Online-Datenbank abgefragt werden; sie sind in periodisch veröffentlichten Listen des BMBF aufgeführt.
Die Vergabe von BMBF-Geldern erfolgt üblicherweise auf dem Wege von Ausschreibungen eines Forschungsprojektes über einen vom BMBF beauftragten Projektträger oder im Bundesanzeiger. Wer sich für die Teilnahme an diesem Projekt interessiert, muß sein Vorhaben sehr detailliert beschreiben, bewerten und entsprechende Fördermittel beantragen.
Wenn die Fördermittel des BMBF über einen Projektträger an die Forschungsstelle gegeben worden sind, müssen die einzelnen Ergebnisberichte beim Projektträger besorgt werden; sie sind in den vorgenannten Listen erst enthalten, wenn das Projekt vollkommen abgeschlossen ist.
Auf Länderebene werden verschiedene Förderpreise vergeben (siehe Kasten auf dieser Seite). Informationen darüber sind bei den Pressestellen der Ministerien für Wissenschaft und Forschung erhältlich. Bewerbungsunterlagen halten die Verwaltungen der Forschungseinrichtungen und Hochschulen bereit.
Vielfach kommen auch Hochschul-institute, die vom Fördervolumen ihre wissenschaftlichen Hilfskräfte bezahlen wollen, auf industrielle Partner zu und bewegen sie zur Teilnahme am Projekt. Diese Partner sollen aber weniger am öffentlichen Geld partizipieren als das Interesse an einem wirtschaftlichen Nutzen des Forschungsobjektes erklären und dies durch eine finanzielle Beteiligung verdeutlichen. Dafür erhalten sie die Forschungsergebnisse früher als die breite Öffentlichkeit. Die Nachweisberichte über die Verwendung der Fördermittel erstellen dann vor allem die Institute.

Innovationsförderpreise der Länder: Beispiel NRW

Das Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen fördert verschiedene Forschungsprojekte

  • im Bereich der Ingenieurwissenschaften mit Kosten je Vorhaben bis zu 150.000 DM

  • im Bereich Medizin mit Kosten je Vorhaben bis zu 100.000 DM

  • Im Bereich Geistes-, Gesellschaftswissenschaften und Kunst mit Kosten je Vorhaben bis zu 50.000 DM

  • Darüber hinaus vergab das Land 1997 zum zehnten Malden Benningsen-Foerder-Preis in Höhe von insgesamt 1.100.000 DM Mit dieser Summe werden zwölf Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler des Landes für besondere Leistungen im Bereich der Naturwissenschaften ausgezeichnet.

  • Zum zweiten Mal wurde 1997 im Rahmen der Bennigsen-Foerder-Preisverleihung der Schäfersnolte-Gedächtnis-Preis vergeben 50.000 DM Die Gelder kommen herausragenden Projekten aus der Krebsforschung zugute.

Über Drittmittelprojekte kann man sich bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), bei der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AIF) oder auch beim BMBF informieren. Ein anderer Weg ist, beim betreffenden Institut den Geldgeber zu erfragen und sich direkt an ihn zu wenden.
Verbundprojekte, an denen wissenschaftliche Forschungsstellen wie Universitäten und Institute gemeinsam mit Anwendern (Anbieter und Nutzer) arbeiten, werden über Zwischen- und Abschlußberichte hinaus auch in Symposien vorgestellt. Damit können sich die meist jungen Forscher künftigen Arbeitgebern und die Anbieter weiteren Kunden präsentieren. Die Veranstalter informieren darüber ebenso wie die einschlägigen Fachzeitschriften, weil sie damit ihren Wert und Bekanntheitsgrad verbessern.  

Studienarbeiten

Alle in Deutschland erstellten Doktorarbeiten und Habilitationsarbeiten mit naturwissenschaftlich-technischem Inhalt werden mit einem Exemplar in der Technischen Informationsbibliothek in Hannover, die der dortigen Universitätsbibliothek angeschlossen ist, hinterlegt. In gleicher Weise werden alle wirtschaftswissenschaftlichen Arbeiten in der Zentralbibliothek der Wirtschaftswissenschaften in Kiel gesammelt. Natürlich sind sie auch in der jeweiligen Universitätsbibliothek vorhanden. Etliche Fachzeitschriften veröffentlichen die Titel der neuesten Dissertationen mit Angabe von Autor, Tutor und Hochschule.

Die Online-Datenbank der EU zu europäischen Projekten: CORDIS (Community Research and Development Information Service) Informationsdienst für Forschung und Entwicklung

Die CORDIS Internet-Adresse ist: »www2.cordis.lu«
Wählen Sie in der Homepage Ihren Suchbegriff aus und klicken Sie ihn an.
Wenn Sie häufiger nach denselben Themen in Cordis suchen, können Sie in Rapidus (Rapid Delivery of Updates on Search-profiles) Ihre persönlichen Suchbegriffe speichern und damit bei späteren Abrufen Eingabezeit sparen.

Zur Nutzung der Datenbank CORDIS bieten sich folgende Wege an:

  • Sie entscheiden sich, den Auftrag einem Datenbankrechercheur zu übergeben. Beim Blick in das Telefon-Branchenbuch finden Sie unter ,Datenverarbeitung` verschiedene Dienstleister. Nach den Rechercheuren müssen Sie sich dort erkundigen. Leichter zu finden sind sie für Internet-User, denn hier präsentieren sich Rechercheure mit ihren Dienstleistungen.

  • Sie fragen beim FIZ Technik in Frankfurt an. Dort geben Sie die Datenbank CORDIS und den gewünschten Themenbereich an. Sie warten den Eingang der Datenbankaus- wertung ab. Danach haben Sie die Möglichkeit, um Ergänzungen zu bitten, müssen aber die Datenbankauswertung abwarten.

  • Wenn die Internet-Adresse der Datenbank unbekannt ist, können Sie sie über eine Suchmaschine herausfinden (www. yahoo.de: Suchwort »Datenbank«).

Die Doktorarbeiten werden damit einer breiten Öffentlichkeit präsentiert, um die Einzigartigkeit jeder Dissertation zu sichern. Diese wie auch Diplom- und Studienarbeiten werden gerne von den Studierenden oder den betreuenden Dozenten publiziert, um den Marktwert der Absolventen, der Forscher oder der Institute zu verbessern. Hierin ist viel Grundlagenwissen und manche Innovation enthalten.
Diplom- und Studienarbeiten werden wegen der großen Zahl nicht systematisch publiziert. Es lohnt sich aber, in den Bibliotheken der für bestimmte Fachgebiete renommierten Hochschulen zu recherchieren. So hat, um nur ein Beispiel von vielen zu nennen, die Technische Universität Hamburg-Harburg ihren Forschungsbericht 1992-1995 mit ca. 800 Forschungsprojekten Ende 1996 vorgelegt und auch auf Diskette und im Internet veröffentlicht. Im übrigen findet man 6.000 Diplomarbeiten auch über T-Online im Telekommunikations-Zentrum der deutschen Fachhochschulen.
Das Vademekum Deutscher Lehr- und Forschungsstätten (Verlag Dr. Josef Raabe KG, Stuttgart) enthält die Adressen aller deutschen Hochschulen, ihrer Institute und wissenschaftlichen Arbeitsgebiete.
Die Menge von Universitäten, Fachhochschulen, Gesamthochschulen und auch privaten Hochschulen ist in der Tat
unübersichtlich. Nicht jede betreibt wertvolle Forschung. Die relevanten Hochschulen erfährt man am besten durch Lektüre der Zeitschriften und der darin angegebenen Adressen. Neuerdings sind die großen Messen wie zum Beispiel Hannover Messe, CeBIT, EMO, Systems etc. Foren, auf denen sich die »aktiven« Hochschulen eines Bundeslandes an Gemeinschaftsständen präsentieren. Dort kann man sich auch über Institute informieren, die auf der Messe nicht vertreten sind.  

Firmenzeitungen

Viele, vor allem große Unternehmen, haben haus- und firmeneigene Zeitungen oder Zeitschriften. Sie sind zunächst als die Firmenbelegschaft verbindendes Medium gedacht. Gerade in großen Firmen kennt der Einzelne nicht mehr alle Bereiche und kann sein Tun nicht einordnen. Daher legt die Firmenleitung Wert auf Darstellung aller Aktivitäten und der Einzelne (oder sein Verantwortungsbereich) auf seine Leistungsschau. Die Firmen, besonders die großen, nutzen die Zeitungen auch als Marketinginstrument, um den Kunden eine gut organisierte und kreative Firma zu zeigen.
Natürlich sind solche Zeitungsberichte nach taktischen Aspekten ausgewählt, dennoch erscheinen sie früher als in Publikumszeitschriften oder auf Messen.
Diese Zeitungen sind nicht auf dem freien Markt und nur selten in Bibliotheken erhältlich. Sie werden aber nicht nur an die Mitarbeiter ausgegeben, sondern auch an Geschäftspartner des Unternehmens. Man muß nicht unbedingt Kunde sein, um in den Kreis der Adressaten aufgenommen zu werden. Der Interessierte schreibt kurz und formlos an die PR-Abteilung der Firma und bittet um Aufnahme in die Kartei. So erhält er die Zeitung regelmäßig.  

Fachzeitschriften

Die Zahl der Fachzeitschriften geht in viele Tausende und wächst weiter. Ihr Anspruch an Leser und Autoren ist sehr unterschiedlich und reicht von der Inserentenzeitschrift, die mit Anzeigen Geld verdient und Fachartikel braucht, um gelesen zu werden, bis zum hochwissenschaftlichen Periodikum, in dem ein kleiner Kreis von Fachleuten erste, oft noch ungesicherte Ergebnisse austauscht.
In den meisten Fällen sind die Fachzeitschriften für das jeweilige Fachgebiet ein Forum der Mitteilsamen, die nicht aus Sendungsbewußtsein, sondern wegen des Marketings für sich und ihr Unternehmen publizieren. Die Redakteure schüren diesen Drang. Hier zwingt der Wettbewerb und unser akademisches System zu frühem und hinreichend offenem Darlegen von F&E-Ergebnissen als Erfolgsnachweis. Nur am Rande sei erwähnt, daß Fachzeitschriften als Vorabdrucke auch Auszüge aus späteren Buchveröffentlichungen bringen und damit aktueller sind als diese.
Das Lesen der erdrückend vielen Fachzeitschriften wird meist durch Kurzfassungen oder durch Stichwortverzeichnisse erleichtert. Es bleibt aber - schon wegen der Fülle - eine zeitraubende Arbeit. Diese kann sich lohnen, wenn die eigene Entwicklung zu schwierig oder zu teuer ist oder zu lange dauert, um die Innovation noch ausreichend am Markt wirksam werden zu lassen. Trotzdem wird kaum jemand alle Zeitschriften kaufen und lesen wollen.
Hier bieten sich zwei Wege an:

  • Studium der gedruckten Medien in den diversen Bibliotheken oder

  • Recherche der relevanten Veröffentlichungen in Datenbanken nach Suchbegriffen.

Die wichtigsten Fachzeitschriften, aber auch manche Firmenpublikationen, werden in den großen Bibliotheken gehalten. Hierzu gehören die bereits erwähnten Bibliotheken in Hannover und Kiel, aber auch solche an anderen Universitäten, im Deutschen Museum und im Patentamt in München, im Institut für Wirtschaftsforschung in Hamburg, in Staatsbibliotheken, in Handelskammern und viele andere mehr.
Zweifellos effektiver, aber auch teurer, ist die Suche in Datenbanken, die entweder nach Schlagwörtern und Suchbegriffen - ähnlich den Biblio-thekskatalogen - Literaturnachweise mit bibliographischen Angaben und oft auch mit Abstracts (Kurzfassungen des Inhaltes) geben oder aber Dateninformationen und Fakten zu einem gesuchten Thema liefern. Es gibt heute zahlreiche Datenbanken, die teilweise auch über das Internet abgefragt werden können (siehe Tabelle 1). Dazu gehören die Fachinformationszentren in Frankfurt/Main (für Technik) und Karlsruhe/Eggenstein (für Naturwissenschaften), Dienste der Verlage Bertelsmann, Handelsblatt, Hoppenstedt und vieles andere mehr. Die Gesellschaft für Information und Dokumentation liefert ein Verzeichnis von solchen Informationsvermittlungsstellen. Zudem gibt es zahlreiche private Datenbank-Rechercheure, die sich unter anderen zum Beispiel im »Informationsbrief« des »InfonetzBayern« oder auch in der Zeitschrift »VDI/VDE-Hamburg aktuell« (Adressen siehe Anhang) präsentieren. Die Kosten für eine Recherche betragen je nach Umfang und Drucken ca. 200 bis 500 DM.

Tabelle 1: Einige Anbieter von Online-Datenbanken

Anbieter

Inhalt der Programme

Umweltbundesamt:

Fachliteratur und Forschungsprojekte zu Umweltthemen

DECHEMA:

Fachliteratur Chemische Technik und Biotechnologie

BMBF:

Forschungsprojekte aus allen Bereichen

EU:

CORDIS-Infodienst für Forschung und Entwicklung

EU:

TED-Ausschreibungsdatenbanken

WILA/Bertelsmann:

Patentdatenbanken

Dun & Bradstreet:

Profile aller im Handelsregister verzeichneten Firmen

Hoppenstedt:

Profile aller im Handelsregister verzeichneten Firmen

Informationsdienste, die die Datenbanken bündeln:

  • FIZ Technik Frankfurt

  • STN/FIZ Technik Karlsruhe/Eggenstein

  • Knight-Ridder-Information

Kongresse

Anders als in den vorgenannten Berichten präsentieren Forscher und Unternehmer ihre F&E-Ergebnisse in Kongressen, Symposien und Workshops vor allem mündlich und mit vielen Bildern. Das beschleunigt die Wissensaufnahme und bietet die Möglichkeit zum Nachfragen. Daneben werden die Beiträge in Berichtsbänden veröffentlicht, die manchmal auch ohne Teilnahme erhältlich sind.
Von Vorteil bei derartigen auf ein Spezialgebiet konzentrierten Veranstaltungen ist der Kontakt zu den Autoren, um mehr über die vorgestellten Ergebnisse zu erfahren. Dabei gibt der Autor manchmal auch Dinge preis, die er noch nicht schreiben würde.
Schließlich ist jeder Kongreß ein Marktplatz für Kontakte zu anderen Fachleuten und für das Ausloten der Konkurrenz in einem innovativen Feld.  

Messen

Der auf einer Messe ausstellende Anbieter muß Neues zeigen, um aufzufallen. Er muß sein Angebot dem Kunden erläutern und damit seine F&E-Arbeiten bekanntmachen. Manchmal werden noch unreife Entwicklungen präsentiert, um sich gegenüber der Konkurrenz zu profilieren.
Auf Messen und Ausstellungen zeigen Anbieter ihre Innovationen den interessierten Kunden persönlich und nicht einseitig wie in Zeitschriften. Der Anbieter lernt damit auch einen möglichen Wettbewerber kennen, wenn dieser eingehend die F&E-Ergebnisse des Anbieters studiert.
Wer die fremden Innovationen auf großen Messen hinterfragen will, stößt oft auf Vertreter des Anbieters, die wenig über Details sagen können oder - wegen der Zuhörer - wollen. Interessanter sind daher Hausausstellungen, das sind kleine Messen eines Herstellers, die guten Kontakt zu den Entwicklern ermöglichen; da wird auch schon einmal »aus dem Nähkasten geplaudert«.  

Adressen der wichtigsten Institutionen

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF)
Heinemannstr. 2, 53175 Bonn, Tel. 0228/570

Deutsches Museum
Museumsinsel 1, 80538 München, Tel. 089 / 2179-1

Fachinformationszentrum Energie, Physik, Mathematik GmbH (FIZ 4)
76344 Eggenstein-Leopoldshafen, Tel. 07247 / 82-4600

Fachinformationszentrum Technik e.V. (FIZ 16)
Ostbahnhofstr. 13, 60314 Frankfurt/Main, Tel. 069 / 4308-225

Gesellschaft für Information und Dokumentation
Lyoner Str. 44-48, 60528 Frankfurt/Main, Tel. 069 / 6687-0

HWWA Institut für Wirtschaftsforschung Hamburg
Neuer Jungfernstieg 21, 20354 Hamburg, Tel. 040 / 3562-0

Technische Informationsbibliothek (TIB)
Welfengarten 1 B, 30167 Hannover, Tel. 0511 / 762-5568

Technische Universität Hamburg-Harburg
Eißendorferstr. 40, 21073 Hamburg, Tel. 040 / 7718-0

Zentralbibliothek der Wirtschaftswissenschaften
Düsternbrooker Weg 120-122, 24105 Kiel, Tel. 0431 / 8841

InfoNetz Bayern e.V.
Sedanstr. 13, 9055 Regensburg, Tel. 0941/7957-816, Fax 0941/7957-917

VDI-Verein Deutscher Ingenieure e.V.,
Graf-Recke-Str. 84, 40239 Düsseldorf, Tel. 0211/6214-348

VDE-Verein Deutscher Elektrotechniker e.V.,
Stresemannallee 15, 60596 Frankfurt a.M., Tel.: 069/6308-0

AIF-Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen e.V.,
Bayenthalgürtel 23, 50968 Köln, Tel.: 0221/376800

DFG-Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V.,
Kennedyallee 40, 53175 Bonn, Tel.: 0228/8850, Fax 0228/8852777  

Zusammenfassung

Unternehmen mit begrenzten Mitteln für eigene F&E-Aktivitäten bietet sich die Möglichkeit, durch eine Vielfalt von Publikationen den Stand der Technik auf dem jeweiligen Gebiet zu ermitteln. Zwar halten sich privatwirtschaftliche Forschungsinstitutionen mit ihren Ergebnissen oft bedeckt, weil sie die Konkurrenz fürchten. Der Öffentlichkeit stehen nichtsdestoweniger Forschungs-Nachweisberichte, Diplom- und Doktorarbeiten, Firmenzeitungen und Fachzeitschriften zur Verfügung. Online-Datenbanken bieten einen bequemen und schnellen Zugang zu firmenrelevanten Informationen. Wer den persönlichen Kontakt zu Forschern und Unternehmern sucht, hat auf Messen und Kongressen die Möglichkeit zu informellen Gesprächen und Vernetzung. Mit diesen Informationsquellen lassen sich die Erfolgsaussichten beabsichtigter Innovationen bestimmen, fremde F&E-Ergebnisse im rechtlich zulässigen Rahmen nutzen sowie die Gefahr von Fehlentwicklungen vermindern. Die Kenntnis fremder Aktivitäten kann zudem eigene Ideen stimulieren und auf mögliche Kooperationspartner hinweisen.


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