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INSTI-Erfinderclubs in Deutschland

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- Leseprobe - 
  
INSTI-Erfinderclubs in Deutschland
von Beate Treu

In den INSTI-Erfinderclubs treffen Kreative und Innovative jeden Alters aufeinander. Hier können sich Erfinderinnen und Erfinder aus Arbeitnehmerkreisen, Einzelerfinderinnen und -erfinder sowie technisch interessierte Jugendliche austauschen, ihre Ideen weiterentwickeln und Gleichgesinnte treffen. In den Erfinderclubs werden Lösungsstrategien entworfen, Möglichkeiten zum Schutz von Erfindungen aufgezeigt und vor allem Kontakte zu Unternehmen hergestellt. So eröffnet sich für viele Erfinder eine Möglichkeit, ihre Errungenschaft zu einer auch wirtschaftlich erfolgreichen Innovation zu entwickeln.
 

Stichworte: Produktinnovation; Erfinderwesen; Patentwesen; Gewerblicher Rechtsschutz; Kreativität; Sponsoren; Lizenznehmer; Verwertung; Zusammenfassung.

 

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • welche Zielsetzungen die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten INSTI-Erfinderclubs verfolgen,

  • wie die Erfinderclubs ein innovationsfreundliches Klima schaffen wollen,

  • wie sie verschiedene Gruppen in einen vernetzten Innovationsprozess einbeziehen,

  • wie die Kooperation der Erfinder untereinander und der Dialog mit Unternehmen verbessert werden kann.

  

Erfinden in Japan

In den USA und Japan wird die kreative, technische Begabung von früher Jugend an durch ein System von Anreizen, Anerkennung und Wettbewerb ausgebildet. Besonders eindrucksvoll sind die 134 Erfinderclubs für Kinder und Jugendliche, die vom japanischen Institut für Erfindung und Innovation »Hatsumai Kyokai« seit dem Jahr 1973 flächendeckend gegründet wurden. Diese Clubs haben sich in Japan als wirksame Instrumente für die Förderung des innovativen Potenzials und zur Sicherung eines erfinderfreundlichen Klimas bewährt.
Die japanischen Erfinderclubs verfügen über hervorragend ausgestattete Werkstätten, in denen junge Erfinder experimentieren und Modelle ihrer Erfindungen bauen können. Die Betreuung wird von gut ausgebildeten Lehrern, Handwerkern und Ingenieuren aus Industriebetrieben ehrenamtlich geleistet. Die Aufnahme in einen dieser Erfinderclubs bedeutet eine besondere Auszeichnung, zumal das Patronat dem japanischen Kaiserhaus obliegt.
Für freie Erfinderinnen und Erfinder bietet »Hatsumai Kyokai« Informationsveranstaltungen und permanente Beratungsmöglichkeiten zum Patentschutz. Diese Dienstleistungen werden als unverzichtbar erachtet und entsprechend in Anspruch genommen. Innovationswettbewerbe, Erfinderausstellungen und besondere Auszeichnungen sollen Erfinderinnen und Erfinder zusätzlich zu kreativer Betätigung motivieren.  

Erfinden in Deutschland

Kreativität und Innovationsfreude sind für Deutschland als rohstoffarmes Land die wichtigsten Ressourcen im internationalen Wettbewerb. Innovationen bilden die Basis der Fortentwicklung von Technologien. Um jedoch Kreativität sowie Erfindergeist zu erzeugen, sind Rahmenbedingungen, die ein innovationsfreundliches Klima sowie eine innovationsstimulierende Umgebung schaffen, von großer Bedeutung.
Dieses in Deutschland bestehende Defizit wurde von der Bundesregierung erkannt und aufgegriffen. Um auch in Deutschland ein positives Klima für Kreativität sowie Team- und Erfindergeist zu erzeugen und kreativen Menschen ein Forum zum Erfahrungsaustausch zu bieten, das zur gegenseitigen Hilfestellung bei der Lösung von Problemen im Erfindungsprozess genutzt werden kann, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Verbundprojektes INSTI - Innovationsstimulierung die Einrichtung und die Arbeit von Erfinderclubs. Gegen Ende des Jahres 2000 bestand das Erfinderclub-Netzwerk aus 154 Clubs mit über 4000 Mitgliedern.
Die »INSTI-Botschaft« lautet: Innovatives Denken muss unterstützt und darf nicht behindert werden. Diejenigen verdienen unsere Anerkennung, die durch ihre Kreativität und ihre Ausdauer mit ihren Erfindungen die Grundlage für Innovationen schaffen.
Vor diesem Hintergrund befassen sich die INSTI-Erfinderclubs einerseits mit der Kreativitätsförderung und andererseits mit der Verwirklichung und Vermarktung von Ideen. Dabei werden sämtliche Alterskategorien abgedeckt: Jungforscher bis zum Alter von 13 Jahren, Schülerinnen und Schüler, Studierende, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Einzelerfinderinnen und -erfinder treffen sich im Erfinderclub zum Erfahrungsaustausch, führen gemeinsame Projekte durch und unterstützen sich gegenseitig bei Problemen. Sie nehmen Kontakte zur Wirtschaft auf, laden Experten ein und bereiten Messebeteiligungen vor.
Nach dem gelungenen Aufbau des bundesweiten Erfinderclub-Netzwerks im Rahmen der ersten Phase der Erfinderclub-Bewegung (1995 - 2000) steht in der zweiten Phase von 2001 bis 2003 die Zukunftssicherung aktiver und leistungsorientierter Erfinderclubs im Vordergrund. Die Erfinderclubs sollen mittelfristig von öffentlichen Zuwendungen unabhängig werden, indem in verstärktem Maße Sponsorengelder eingeworben werden.
Nicht zuletzt hierzu stehen den Erfinderclubs Patinnen und Paten zur Seite, die über gute Kontakte zu Unternehmen und Verbänden verfügen und die die Erfinderclubs bei ihrer Arbeit und der Sponsorenwerbung begleiten und unterstützen.
Die Erfinderclubs sind zu einem bundesweiten Netzwerk zusammengeführt, das untereinander über das Internet (www.erfinderclubs.de) in Kontakt steht. Regelmäßige Veranstaltungen, wie zum Beispiel gemeinsame Auftritte der Erfinderclubs auf der Internationalen Erfindermesse - IENA in Nürnberg oder die offizielle Preisverleihung des INSTI-Erfinderclubpreises »i hoch 3« bieten zudem ideale Möglichkeiten zum überregionalen Erfahrungsaustausch.
Mit der Gründung von INSTI-Erfinderclubs in Deutschland wurden nicht nur erste Schritte zur Behebung dieses immensen Defizits an regionalen Zentren für kreative und engagierte Menschen unternommen, sondern es wurde auch eine Initiative angestoßen, die in sozial- und bildungspolitisch agierenden Institutionen auf große Resonanz stößt.

Abb. 1: Landkarte INSTI-Erfinderclubs in Deutschland

Öffentliche Erfinderclubs

In öffentlichen Erfinderclubs finden insbesondere Ingenieure aus technologieorientierten kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie freie Erfinderinnen und Erfinder ihre Lobby. Hier werden Ideen aller Interessensgebiete ausgebrütet, Problemlösungsstrategien durchdacht, entsprechende Prototypen gebaut und Vermarktungsstrategien entwickelt.
Primäre Ziele öffentlicher Erfinderclubs sind:

  • Erfinderförderung

  • Erwerb von Patent-Know-how

  • Erfahrungsaustausch und gegenseitige Hilfestellung

  • Realisierung gemeinsamer Projekte

  • Vermarktung von Produkten

  • Teilnahme an Messen, Veranstaltungen, Workshops und Innovations-Wettbewerben

  • Zusammenarbeit mit örtlichen Betrieben

  • Herstellen von Kooperation

Obwohl es zahlreiche Beratungsangebote und -stellen gibt, ist der Weg zur Problemlösung für den Einzelnen oft unübersichtlich und schwierig. Der Prozess von der Idee bis zur erfolgreichen wirtschaftlichen Vermarktung eines neuen Produktes stellt die Mitglieder öffentlicher Erfinderclubs immer wieder vor komplexe Aufgaben. Dabei werden sie mit zahlreichen Hindernissen wie zum Beispiel Patentrecherchen zum Stand der Technik, mit dem Patentrecht und Lizenzverträgen, mit Schwierigkeiten bei der technischen und finanziellen Umsetzung der Idee in einen Prototypen, mit der Produktion sowie dem Marketing und Vertrieb des Produktes konfrontiert.
Zur Beantwortung dieser oder weiterer Fragen aus dem Bereich Kreativitätsmethoden, Patentwesen, Patentdatenbankrecherchen, gewerblicher Rechtsschutz, Lizenzrecht und Produktverwertung können Erfinderclubs externe Experten hinzuziehen oder Schulungen besuchen. Entsprechende Fördergelder stehen für derartige Qualifizierungsmaßnahmen zur Verfügung.

Abb. 2: Erfinderclubs nach Bundesländern 

Erfinden an Hochschulen

Auch Hochschulerfinderinnen und -erfinder haben die Vorteile von Erfinderclubs erkannt. Sie schätzen den Praxisbezug und die Möglichkeiten der Zusatzqualifikationen im Bereich des Patent-Know-hows als Kontrast zur theoretischen Hochschulausbildung.
Absolventen von Fachhochschulen und Universitäten beginnen meist unmittelbar nach dem Abschluss des Studiums ihre berufliche Laufbahn. Während des Studiums bieten sich in der Regel nur wenige Gelegenheiten, um Kreativität und Erfindergeist zu trainieren. Auch das Umsetzen von eigenen Ideen in Produkte ist ausgesprochen schwierig. Projektstudien und Praktika sind in dieser Richtung die einzigen Möglichkeiten, Qualifikationen zu sammeln.
In studentischen Erfinderclubs werden neue Verfahren und Produkte gesucht, gefunden und realisiert; der Innovationsprozess wird wie in einem erfolgreichen Unternehmen, das auf ein ausgewogenes Produktportfolio angewiesen ist, real durchgespielt.
Zu Beginn eines Projektes steht also die Suche nach einer neuen Idee. Auf einer »Ideenkonferenz«, auf die sich jedes Mitglied vorzubereiten hat, werden sämtliche Vorschläge zunächst gesammelt, bewertet und anschließend gewichtet. Nach Abstimmung der Mitglieder über die Wichtigkeit der Projekte werden einzelne Projektgruppen zusammengestellt.
Jede erarbeitete patentfähige Erfindung wird zum Patent, Gebrauchs- oder Geschmacksmuster beziehungsweise zur Marke angemeldet und somit gewerblich geschützt. Recherchen in Patent-Datenbanken gehören zum gebräuchlichen Handwerkszeug, um den Stand der Technik zu erfassen und somit den Neuheitsfaktor der Erfindung zu ermitteln.
Diese Qualifikation im gewerblichen Rechtsschutz und im allgemeinen Patentwesen kann für die Hochschulabgänger entscheidend bei der späteren Jobsuche sein. Die erworbene Zusatzqualifikation durch die durchgeführte Marktanalyse sowie die Produktsuche mit anschließender Patentanmeldung ist eine hervorragende Möglichkeit, sich gegenüber anderen Bewerbern abzugrenzen.  

Erfinden an Schulen

Stehen bei den reiferen Erfinderinnen und Erfindern eher der Prototypenbau und Aspekte der Verwertung im Vordergrund, ist das zentrale Anliegen an Schulen die systematische Förderung der technischen Begabung von Schülerinnen und Schülern. Jungforscherinnen und -forscher beschäftigen sich primär mit der Umsetzung von Ideen in Form von Modellen. Die Wichtigkeit der schutzrechtlichen Absicherung einer Erfindung durch ein Patent- oder Gebrauchsmusterschutz wird dabei auch den jungen Erfindern schnell bewusst.
Weitere Zielsetzungen von Jugenderfinderclubs sind:

  • Förderung innovativen Denkens

  • Förderung von Kreativität und Teamarbeit

  • Generieren von Ideen durch Kreativitätstechniken und -methoden

  • Erwerb von Patent-Know-how

  • Qualifikation für Wettbewerbe

  • Schulung im Umgang mit modernen Medien.

Kennzeichnend für die Arbeiten von Jugendlichen ist die Konzentration auf Problemstellungen aus dem persönlichen oder schulischen Umfeld.
Im Rahmen der Erfinderclubbewegung ist im Umfeld der Schulen eine Reihe von Keimzellen entstanden, die den Wissensdrang von Schülerinnen und Schülern und deren Streben nach technischem Fortschritt wesentlich fördern. Die aktive Kreativitätsförderung an Schulen ist aus entwicklungspsychologischer Sicht ebenfalls von großer Bedeutung, da die Basis für kreative Begabung bereits im Jugendalter gelegt wird.
Ein weiterer Aspekt der schulischen Ideenschmieden betrifft den späteren beruflichen Werdegang. Im späteren Berufsleben sind nämlich teamfähige, kreative Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sehr gefragt. In Erfinderclubs können diese Fähigkeiten entdeckt und die Sinne entsprechend geschärft werden.
Die bisherige Entwicklung der Erfinderclub-Bewegung in Deutschland hat gezeigt, dass sich überall dort Neuerungen, Ideen und Kreativität in den Schulalltag integrieren lassen, wo sich die Schulleitung, die Lehrerschaft und die Jugendlichen gemeinsam begeistern lassen.
Die Arbeitsweisen der einzelnen Erfinderclubs sind sehr vielseitig. Während sich die einen speziellen Themenbereichen - wie etwa der regenerativen Energie oder der Entwicklung neuer Software - widmen, arbeiten und erfinden andere Clubs nach den Neigungen der Mitglieder oder lösen Probleme des Alltags. Einschränkende Vorschriften erscheinen nicht sinnvoll, da die Motivation des Einzelnen der Schlüssel zum Erfolg der Clubarbeit ist.
Erfinderclubs an Schulen sind oft in die Schulorganisation integriert und sind in den meisten Fällen auf Grund organisatorischer und versicherungstechnischer Fragen ausschließlich auf Schülerinnen und Schüler der eigenen Schule ausgerichtet. Weitaus mehr Impulse und Motivation gehen jedoch von schulübergreifenden Modellen aus, die technisch interessierte, antriebstarke, kreative junge Leute aus verschiedenen Schulen einer ganzen Region fördern und somit ein besonders innovatives Klima entstehen lassen.
Von besonderer Wichtigkeit für den erfolgreichen Aufbau eines Jugend-Erfinderclubs ist eine Anbindung an regionale Betriebe. Erst die Zusammenarbeit mit Vertretern der Wirtschaft bringt den nötigen Praxisbezug für die jugendlichen Erfinder. Nicht zuletzt sind es auch die Eltern der jungen Forscher und Forscherinnen, die ihre Zöglinge motivieren und über gewisse Durststrecken beim Erfinden und Forschen begleiten.  

Sechs Aktionslinien der INSTI-Erfinderclubs

Sechs Aktionslinien tragen wesentlich zur Schaffung und zur Sicherung eines erfinder- und innovationsfreundlicheren Klimas in Deutschland bei.
Die Aktionslinien der INSTI-Erfinderclubs:

  • Ein innovationsfreundliches Umfeld schaffen
    Um Kreativität und Erfindergeist zu erzeugen, braucht man ein innovationsfreundliches Umfeld und einen Ort zum Austausch von Informationen und Erfahrungen.

  • Den Teamgeist stärken
    Erfinderclubs bieten einen Freiraum, in dem kreative Menschen ihrem Einfallsreichtum freien Lauf lassen können. Da gemeinsames Tun die Kreativität und die Lust am Forschen anregt, ist der Teamgedanke unter den Erfinderclubmitgliedern ein zentrales Element.

  • Das Image des Erfinders verbessern
    Das Bild des Erfinders ist in der Öffentlichkeit nicht unbedingt positiv besetzt und entspricht nicht annähernd dem, was er oder sie für die Volkswirtschaft leistet. INSTI will den Erfinder vom Daniel-Düsentrieb-Image befreien und bewusst machen, dass die Intelligenz und Kreativität von Erfindern Ausgangspunkt jedes Innovationsprozesses ist. Der einsame, vor sich hertüftelnde Erfinder ist längst überholt. Erfinderinnen und Erfinder müssen teamorientiert arbeiten, Fremdsprachen beherrschen und kommunikativ sein.

  • Ideen- und Kreativitätspotenziale sichtbar machen
    Viele wertvolle Erfindungen liegen in den Schubladen von Erfindern versteckt und werden nie der Öffentlichkeit vorgestellt. Deshalb sollen die Ideen- und Kreativitätspotenziale von Erfinderinnen und Erfindern entdeckt, gefördert und vernetzt werden.

  • Das Patentwesen in das Bewusstsein rücken 
    Der Erwerb von Patent-Know-how steht ganz oben auf der Prioritätenskala der Erfinderclubs. Viel Zeit, Kosten und Mühe können gespart werden, wenn der Stand der Technik einer Erfindung vor dessen Entwicklung in so genannten Patentdatenbanken recherchiert wird. Weitere Kenntnisse des Patentwesens betreffen den gewerblichen Rechtsschutz, die Kosten des Schutzrechts sowie die richtige Patentstrategie. All dieses Know-how ist unabdingbar für einen erfolgreichen Erfindungsprozess.

  • Mit Unternehmen kooperieren
    Kontakte und Kooperationen zu Unternehmen sind für Erfinderclubs zur Einwerbung von Sponsorenmitteln und -geldern überlebenswichtig. Als Kooperationspartner können Unternehmer praxisnahe Aufgaben an den Erfinderclub vergeben. Bei guten Lösungen sind diese Unternehmen oft auch an der Verwertung der Innovation interessiert. Passt das Produkt in das Unternehmenssortiment, wird sich das Unternehmen als Lizenznehmer oder Käufer anbieten. In der Regel fehlen in Erfinderclubs spezielle Maschinen, Werkzeuge und Materialien, um Prototypen zu bauen. Auch hierbei können Unternehmen und Institute helfen.  

Erfinderclubpreis »insti ideen impulse: i hoch 3«

Bei allem Wissen um Datenbankrecherchen, Schutzrechte und Industriekontakte ist jedoch immer noch die zündende Idee das Wichtigste für eine gelungene Innovation. Mit dem Wettbewerb »i hoch 3« für INSTI-Erfinderclubs, der seit 1998 jährlich ausgeschrieben wird, schafft das Bundesforschungsministerium einen weiteren Anreiz zum Nachdenken und Erfinden für kreative und aktive Erfinderclubmitglieder. Unter der Schirmherrschaft von Bundesfoschungsministerin Edelgard Bulmahn werden die besten Erfindungen der Alterskategorien Miniforscher, Junioren und Senioren mit einem Preisgeld von insgesamt 30.000 DM prämiert.
Um möglichst große Synergieeffekte zu erzielen und die Fähigkeiten der einzelnen Mitwirkenden zu bündeln, sollen gemäß der Zielsetzung die Erfindungen im Team realisiert werden. Zur ideellen oder finanziellen Unterstützung der Wettbewerbsarbeit ist die Einbeziehung eines externen Partners aus der Wirtschaft mehr als erwünscht.
Die Jury bilden Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) und des INSTI-Netzwerkes.  

Erfindermessen

Die Ergebnisse aus INSTI-Erfinderclubs werden jährlich im Rahmen der Internationalen Erfindermesse IENA im Messezentrum Nürnberg präsentiert. Auf einem Gemeinschaftsstand der INSTI-Erfinderclubs stellen in der Regel über 100 Erfinderinnen und Erfinder aus nahezu allen Bundesländern ihre Ideen, Erfindungen und Neuheiten aus.
Speziell Betriebe ohne eigene Entwicklungsabteilung sowie Unternehmen, die an einer Erweiterung ihrer Produktpalette interessiert sind, können hier gegebenenfalls fündig werden.
Die Erwartungen der Aussteller sind unterschiedlich: Bei den freien Erfinderinnen und Erfindern steht die Verwertungsabsicht im Vordergrund. Dem gegenüber geht es jugendlichen Erfinderinnen und Erfindern vor allem darum, wertvolle Erfahrungen im Rahmen eines öffentlichen Messeauftritts zu sammeln und Kompetenzen zu erwerben, die im Rahmen des üblichen Schulalltags in der Regel nicht vermittelt werden.
Eine schriftliche Umfrage zur Erfindermesse IENA ergab, dass die Mitglieder aus INSTI-Erfinderclubs die Kontaktmöglichkeiten auf der IENA zu 75 Prozent als »gut« und zu 25 Prozent sogar als »sehr gut« einstuften. Außerdem schätzte die überwiegende Mehrheit die Teilnahme an der IENA im Vergleich zu anderen Messen als »effektiver« ein.
Neben der primären Zielsetzung der Produktvermarktung tragen der Gedankenaustausch mit anderen Erfinderclubs, Gespräche mit Fachleuten sowie die informativen Vorträge im Rahmen des IENA-Forums wesentlich dazu bei, den eigenen Erfindungshorizont zu erweitern.  

Rechtliche Aspekte

Um die Ernsthaftigkeit der Bestrebungen aus Erfinderclubs effektiver nach außen zu tragen und somit die Erfolgsaussichten des Clubs zu erhöhen, erkennen die Mitglieder in der Regel schnell die Notwendigkeit, sich eine Rechtsform anzueignen. Diese ist in den meisten Fällen der eingetragene Verein.
Es werden eine Satzung erarbeitet und Vorstandsmitglieder gewählt. Eine Geheimhaltungserklärung sorgt dafür, dass die eigenen Ideen vor allen anderen geschützt sind und so ohne Befürchtung des »Ideenklaus« vor allen offengelegt werden können. Damit sind alle Voraussetzungen geschaffen, um konkrete Projekte gemeinsam angehen zu können. Die Führung eines eingetragenen Vereins ist jedoch im Vergleich zum Erfinderclub ohne Rechtsfähigkeit mit einem deutlichen Mehraufwand verbunden.
In vielen Bereichen kann aber zumeist erst dann effektiv gearbeitet werden, wenn der Erfinderclub eine juristische Person ist. Der Abschluss von Verträgen, größere Anschaffungen für den Club oder das geschlossene Auftreten in der Öffentlichkeit werden dadurch erleichtert.
Zudem genießt der Erfinderclub bei potenziellen Sponsoren aus der Reihe der Unternehmerschaft und bei Kooperationspartnern ein höheres Ansehen, wenn man sich zur Erreichung des gemeinsamen Ziels organisatorisch zusammen geschlossen hat.
Haben sich die Mitglieder für eine Vereinsgründung entschieden, wird ein Vorstand gewählt, der die Geschäfte stellvertretend für den Club führt und diesen nach außen vertritt. Des Weiteren entscheiden die Clubmitglieder, ob der Status der Gemeinnützigkeit angestrebt werden soll. Um gemeinnützig zu sein, darf der Club weder gewerbliche Zwecke verfolgen noch der Gewinnerzielung seiner Mitglieder dienen.
Die Anerkennung als gemeinnütziger Verein ist mit einer Reihe von Vorteilen verbunden:

  • Der Verein ist von der Erbschaftssteuer befreit.

  • Gewerbe- und Körperschaftssteuer müssen nicht gezahlt werden.

  • Die Zahlung der Grundsteuer entfällt.

  • Der Verein wird von der Umsatzsteuer befreit oder erhält Ermäßigung.

  • Es besteht die Möglichkeit, Spendenquittungen auszustellen.

Auf der anderen Seite stehen einige Nachteile:

  • Wirtschaftliches Handeln ist nicht möglich.

  • Das gesamte Vermögen muss der Gemeinnützigkeit gewidmet sein.

  • Der Wegfall der Gemeinnützigkeit wirkt zehn Jahre zurück.  

Förderung der Erfinderclubs

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt für die Zeit von 2001 bis einschließlich 2003 für jeden INSTI-Erfinderclub Fördermittel in Höhe von 2.000 € jährlich zur Verfügung.
Beim INSTI-Projektmanagement, das beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln angesiedelt ist, werden für jeden INSTI-Erfinderclub, der sich für die Teilnahme an der Sonderfördermaßnahme INSTI-Erfinderclubs 2001 - 2003 beworben hat und bewilligt worden ist, 1.000 € pro Jahr für die Clubarbeit zur Verfügung gestellt.
Die Fördergelder werden für konkrete Projekte genehmigt, die das Forschen und Erfinden auf technischem beziehungsweise naturwissenschaftlichem Gebiet vorsehen. Sie finden darüber hinaus Verwendung für fachliche Weiterbildung in den genannten Bereichen, für Produktvermarktung, Öffentlichkeitsarbeit und laufende Kosten wie zum Beispiel Mieten.
INSTI-Erfinderclubs werden in der Regel durch Paten betreut. Die Paten sollen die Erfinderclubs einerseits fachlich wie inhaltlich und andererseits bei der Sponsorensuche unterstützen. Für den Aufwand, der dem Paten im Rahmen seiner Unterstützungstätigkeit auf den beiden oben genannten Gebieten entsteht, werden beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln (INSTI-Projektmanagement) ebenfalls 1.000 € pro Jahr und Erfinderclub aus BMBF-Mitteln bereit gestellt.  

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