|
- Leseprobe -
INSTI-Erfinderclubs in Deutschland
von Beate
Treu
In den INSTI-Erfinderclubs treffen Kreative und Innovative jeden
Alters aufeinander. Hier können sich Erfinderinnen und Erfinder aus
Arbeitnehmerkreisen, Einzelerfinderinnen und -erfinder sowie technisch
interessierte Jugendliche austauschen, ihre Ideen weiterentwickeln und
Gleichgesinnte treffen. In den Erfinderclubs werden Lösungsstrategien
entworfen, Möglichkeiten zum Schutz von Erfindungen aufgezeigt und vor
allem Kontakte zu Unternehmen hergestellt. So eröffnet sich für viele
Erfinder eine Möglichkeit, ihre Errungenschaft zu einer auch
wirtschaftlich erfolgreichen Innovation zu entwickeln.
Stichworte:
Produktinnovation; Erfinderwesen; Patentwesen; Gewerblicher Rechtsschutz;
Kreativität; Sponsoren; Lizenznehmer; Verwertung; Zusammenfassung.
|
In diesem Beitrag
erfahren Sie:
|
-
welche Zielsetzungen die vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten
INSTI-Erfinderclubs verfolgen,
-
wie die Erfinderclubs ein
innovationsfreundliches Klima schaffen wollen,
-
wie sie verschiedene Gruppen in
einen vernetzten Innovationsprozess einbeziehen,
-
wie die Kooperation der Erfinder
untereinander und der Dialog mit Unternehmen verbessert werden
kann.
|
Erfinden in Japan
In den USA und Japan wird die kreative, technische Begabung von früher
Jugend an durch ein System von Anreizen, Anerkennung und Wettbewerb
ausgebildet. Besonders eindrucksvoll sind die 134 Erfinderclubs für
Kinder und Jugendliche, die vom japanischen Institut für Erfindung und
Innovation »Hatsumai Kyokai« seit dem Jahr 1973 flächendeckend
gegründet wurden. Diese Clubs haben sich in Japan als wirksame
Instrumente für die Förderung des innovativen Potenzials und zur
Sicherung eines erfinderfreundlichen Klimas bewährt.
Die japanischen Erfinderclubs verfügen über hervorragend ausgestattete
Werkstätten, in denen junge Erfinder experimentieren und Modelle ihrer
Erfindungen bauen können. Die Betreuung wird von gut ausgebildeten
Lehrern, Handwerkern und Ingenieuren aus Industriebetrieben ehrenamtlich
geleistet. Die Aufnahme in einen dieser Erfinderclubs bedeutet eine
besondere Auszeichnung, zumal das Patronat dem japanischen Kaiserhaus
obliegt.
Für freie Erfinderinnen und Erfinder bietet »Hatsumai Kyokai«
Informationsveranstaltungen und permanente Beratungsmöglichkeiten zum
Patentschutz. Diese Dienstleistungen werden als unverzichtbar erachtet und
entsprechend in Anspruch genommen. Innovationswettbewerbe,
Erfinderausstellungen und besondere Auszeichnungen sollen Erfinderinnen
und Erfinder zusätzlich zu kreativer Betätigung motivieren.
Erfinden in Deutschland
Kreativität und Innovationsfreude sind für Deutschland als
rohstoffarmes Land die wichtigsten Ressourcen im internationalen
Wettbewerb. Innovationen bilden die Basis der Fortentwicklung von
Technologien. Um jedoch Kreativität sowie Erfindergeist zu erzeugen, sind
Rahmenbedingungen, die ein innovationsfreundliches Klima sowie eine
innovationsstimulierende Umgebung schaffen, von großer Bedeutung.
Dieses in Deutschland bestehende Defizit wurde von der Bundesregierung
erkannt und aufgegriffen. Um auch in Deutschland ein positives Klima für
Kreativität sowie Team- und Erfindergeist zu erzeugen und kreativen
Menschen ein Forum zum Erfahrungsaustausch zu bieten, das zur
gegenseitigen Hilfestellung bei der Lösung von Problemen im
Erfindungsprozess genutzt werden kann, fördert das Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Verbundprojektes INSTI -
Innovationsstimulierung die Einrichtung und die Arbeit von Erfinderclubs.
Gegen Ende des Jahres 2000 bestand das Erfinderclub-Netzwerk aus 154 Clubs
mit über 4000 Mitgliedern.
Die »INSTI-Botschaft« lautet: Innovatives Denken muss unterstützt und
darf nicht behindert werden. Diejenigen verdienen unsere Anerkennung, die
durch ihre Kreativität und ihre Ausdauer mit ihren Erfindungen die
Grundlage für Innovationen schaffen.
Vor diesem Hintergrund befassen sich die INSTI-Erfinderclubs einerseits
mit der Kreativitätsförderung und andererseits mit der Verwirklichung
und Vermarktung von Ideen. Dabei werden sämtliche Alterskategorien
abgedeckt: Jungforscher bis zum Alter von 13 Jahren, Schülerinnen und
Schüler, Studierende, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie
Einzelerfinderinnen und -erfinder treffen sich im Erfinderclub zum
Erfahrungsaustausch, führen gemeinsame Projekte durch und unterstützen
sich gegenseitig bei Problemen. Sie nehmen Kontakte zur Wirtschaft auf,
laden Experten ein und bereiten Messebeteiligungen vor.
Nach dem gelungenen Aufbau des bundesweiten Erfinderclub-Netzwerks im
Rahmen der ersten Phase der Erfinderclub-Bewegung (1995 - 2000) steht in
der zweiten Phase von 2001 bis 2003 die Zukunftssicherung aktiver und
leistungsorientierter Erfinderclubs im Vordergrund. Die Erfinderclubs
sollen mittelfristig von öffentlichen Zuwendungen unabhängig werden,
indem in verstärktem Maße Sponsorengelder eingeworben werden.
Nicht zuletzt hierzu stehen den Erfinderclubs Patinnen und Paten zur
Seite, die über gute Kontakte zu Unternehmen und Verbänden verfügen und
die die Erfinderclubs bei ihrer Arbeit und der Sponsorenwerbung begleiten
und unterstützen.
Die Erfinderclubs sind zu einem bundesweiten Netzwerk zusammengeführt,
das untereinander über das Internet (www.erfinderclubs.de) in Kontakt
steht. Regelmäßige Veranstaltungen, wie zum Beispiel gemeinsame
Auftritte der Erfinderclubs auf der Internationalen Erfindermesse - IENA
in Nürnberg oder die offizielle Preisverleihung des
INSTI-Erfinderclubpreises »i hoch 3« bieten zudem ideale Möglichkeiten
zum überregionalen Erfahrungsaustausch.
Mit der Gründung von INSTI-Erfinderclubs in Deutschland wurden nicht nur
erste Schritte zur Behebung dieses immensen Defizits an regionalen Zentren
für kreative und engagierte Menschen unternommen, sondern es wurde auch
eine Initiative angestoßen, die in sozial- und bildungspolitisch
agierenden Institutionen auf große Resonanz stößt.
Abb. 1: Landkarte INSTI-Erfinderclubs in Deutschland
Öffentliche Erfinderclubs
In öffentlichen Erfinderclubs finden insbesondere Ingenieure aus
technologieorientierten kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie
freie Erfinderinnen und Erfinder ihre Lobby. Hier werden Ideen aller
Interessensgebiete ausgebrütet, Problemlösungsstrategien durchdacht,
entsprechende Prototypen gebaut und Vermarktungsstrategien entwickelt.
Primäre Ziele öffentlicher Erfinderclubs sind:
-
Erfinderförderung
-
Erwerb von Patent-Know-how
-
Erfahrungsaustausch und gegenseitige Hilfestellung
-
Realisierung gemeinsamer Projekte
-
Vermarktung von Produkten
-
Teilnahme an Messen, Veranstaltungen, Workshops und
Innovations-Wettbewerben
-
Zusammenarbeit mit örtlichen Betrieben
-
Herstellen von Kooperation
Obwohl es zahlreiche Beratungsangebote und -stellen gibt, ist der Weg
zur Problemlösung für den Einzelnen oft unübersichtlich und schwierig.
Der Prozess von der Idee bis zur erfolgreichen wirtschaftlichen
Vermarktung eines neuen Produktes stellt die Mitglieder öffentlicher
Erfinderclubs immer wieder vor komplexe Aufgaben. Dabei werden sie mit
zahlreichen Hindernissen wie zum Beispiel Patentrecherchen zum Stand der
Technik, mit dem Patentrecht und Lizenzverträgen, mit Schwierigkeiten bei
der technischen und finanziellen Umsetzung der Idee in einen Prototypen,
mit der Produktion sowie dem Marketing und Vertrieb des Produktes
konfrontiert.
Zur Beantwortung dieser oder weiterer Fragen aus dem Bereich
Kreativitätsmethoden, Patentwesen, Patentdatenbankrecherchen,
gewerblicher Rechtsschutz, Lizenzrecht und Produktverwertung können
Erfinderclubs externe Experten hinzuziehen oder Schulungen besuchen.
Entsprechende Fördergelder stehen für derartige
Qualifizierungsmaßnahmen zur Verfügung.
Abb. 2: Erfinderclubs nach Bundesländern
Erfinden an Hochschulen
Auch Hochschulerfinderinnen und -erfinder haben die Vorteile von
Erfinderclubs erkannt. Sie schätzen den Praxisbezug und die
Möglichkeiten der Zusatzqualifikationen im Bereich des Patent-Know-hows
als Kontrast zur theoretischen Hochschulausbildung.
Absolventen von Fachhochschulen und Universitäten beginnen meist
unmittelbar nach dem Abschluss des Studiums ihre berufliche Laufbahn.
Während des Studiums bieten sich in der Regel nur wenige Gelegenheiten,
um Kreativität und Erfindergeist zu trainieren. Auch das Umsetzen von
eigenen Ideen in Produkte ist ausgesprochen schwierig. Projektstudien und
Praktika sind in dieser Richtung die einzigen Möglichkeiten,
Qualifikationen zu sammeln.
In studentischen Erfinderclubs werden neue Verfahren und Produkte gesucht,
gefunden und realisiert; der Innovationsprozess wird wie in einem
erfolgreichen Unternehmen, das auf ein ausgewogenes Produktportfolio
angewiesen ist, real durchgespielt.
Zu Beginn eines Projektes steht also die Suche nach einer neuen Idee. Auf
einer »Ideenkonferenz«, auf die sich jedes Mitglied vorzubereiten hat,
werden sämtliche Vorschläge zunächst gesammelt, bewertet und
anschließend gewichtet. Nach Abstimmung der Mitglieder über die
Wichtigkeit der Projekte werden einzelne Projektgruppen zusammengestellt.
Jede erarbeitete patentfähige Erfindung wird zum Patent, Gebrauchs- oder
Geschmacksmuster beziehungsweise zur Marke angemeldet und somit gewerblich
geschützt. Recherchen in Patent-Datenbanken gehören zum gebräuchlichen
Handwerkszeug, um den Stand der Technik zu erfassen und somit den
Neuheitsfaktor der Erfindung zu ermitteln.
Diese Qualifikation im gewerblichen Rechtsschutz und im allgemeinen
Patentwesen kann für die Hochschulabgänger entscheidend bei der
späteren Jobsuche sein. Die erworbene Zusatzqualifikation durch die
durchgeführte Marktanalyse sowie die Produktsuche mit anschließender
Patentanmeldung ist eine hervorragende Möglichkeit, sich gegenüber
anderen Bewerbern abzugrenzen.
Erfinden an Schulen
Stehen bei den reiferen Erfinderinnen und Erfindern eher der
Prototypenbau und Aspekte der Verwertung im Vordergrund, ist das zentrale
Anliegen an Schulen die systematische Förderung der technischen Begabung
von Schülerinnen und Schülern. Jungforscherinnen und -forscher
beschäftigen sich primär mit der Umsetzung von Ideen in Form von
Modellen. Die Wichtigkeit der schutzrechtlichen Absicherung einer
Erfindung durch ein Patent- oder Gebrauchsmusterschutz wird dabei auch den
jungen Erfindern schnell bewusst.
Weitere Zielsetzungen von Jugenderfinderclubs sind:
-
Förderung innovativen Denkens
-
Förderung von Kreativität und Teamarbeit
-
Generieren von Ideen durch Kreativitätstechniken und -methoden
-
Erwerb von Patent-Know-how
-
Qualifikation für Wettbewerbe
-
Schulung im Umgang mit modernen Medien.
Kennzeichnend für die Arbeiten von Jugendlichen ist die Konzentration
auf Problemstellungen aus dem persönlichen oder schulischen Umfeld.
Im Rahmen der Erfinderclubbewegung ist im Umfeld der Schulen eine Reihe
von Keimzellen entstanden, die den Wissensdrang von Schülerinnen und
Schülern und deren Streben nach technischem Fortschritt wesentlich
fördern. Die aktive Kreativitätsförderung an Schulen ist aus
entwicklungspsychologischer Sicht ebenfalls von großer Bedeutung, da die
Basis für kreative Begabung bereits im Jugendalter gelegt wird.
Ein weiterer Aspekt der schulischen Ideenschmieden betrifft den späteren
beruflichen Werdegang. Im späteren Berufsleben sind nämlich teamfähige,
kreative Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sehr gefragt. In Erfinderclubs
können diese Fähigkeiten entdeckt und die Sinne entsprechend geschärft
werden.
Die bisherige Entwicklung der Erfinderclub-Bewegung in Deutschland hat
gezeigt, dass sich überall dort Neuerungen, Ideen und Kreativität in den
Schulalltag integrieren lassen, wo sich die Schulleitung, die Lehrerschaft
und die Jugendlichen gemeinsam begeistern lassen.
Die Arbeitsweisen der einzelnen Erfinderclubs sind sehr vielseitig.
Während sich die einen speziellen Themenbereichen - wie etwa der
regenerativen Energie oder der Entwicklung neuer Software - widmen,
arbeiten und erfinden andere Clubs nach den Neigungen der Mitglieder oder
lösen Probleme des Alltags. Einschränkende Vorschriften erscheinen nicht
sinnvoll, da die Motivation des Einzelnen der Schlüssel zum Erfolg der
Clubarbeit ist.
Erfinderclubs an Schulen sind oft in die Schulorganisation integriert und
sind in den meisten Fällen auf Grund organisatorischer und
versicherungstechnischer Fragen ausschließlich auf Schülerinnen und
Schüler der eigenen Schule ausgerichtet. Weitaus mehr Impulse und
Motivation gehen jedoch von schulübergreifenden Modellen aus, die
technisch interessierte, antriebstarke, kreative junge Leute aus
verschiedenen Schulen einer ganzen Region fördern und somit ein besonders
innovatives Klima entstehen lassen.
Von besonderer Wichtigkeit für den erfolgreichen Aufbau eines
Jugend-Erfinderclubs ist eine Anbindung an regionale Betriebe. Erst die
Zusammenarbeit mit Vertretern der Wirtschaft bringt den nötigen
Praxisbezug für die jugendlichen Erfinder. Nicht zuletzt sind es auch die
Eltern der jungen Forscher und Forscherinnen, die ihre Zöglinge
motivieren und über gewisse Durststrecken beim Erfinden und Forschen
begleiten.
Sechs Aktionslinien der
INSTI-Erfinderclubs
Sechs Aktionslinien tragen wesentlich zur Schaffung und zur Sicherung
eines erfinder- und innovationsfreundlicheren Klimas in Deutschland bei.
Die Aktionslinien der INSTI-Erfinderclubs:
-
Ein innovationsfreundliches Umfeld schaffen
Um Kreativität und Erfindergeist zu erzeugen, braucht man ein
innovationsfreundliches Umfeld und einen Ort zum Austausch von
Informationen und Erfahrungen.
-
Den Teamgeist stärken
Erfinderclubs bieten einen Freiraum, in dem kreative Menschen ihrem
Einfallsreichtum freien Lauf lassen können. Da gemeinsames Tun die
Kreativität und die Lust am Forschen anregt, ist der Teamgedanke unter
den Erfinderclubmitgliedern ein zentrales Element.
-
Das Image des Erfinders verbessern
Das Bild des Erfinders ist in der Öffentlichkeit nicht unbedingt
positiv besetzt und entspricht nicht annähernd dem, was er oder sie für
die Volkswirtschaft leistet. INSTI will den Erfinder vom
Daniel-Düsentrieb-Image befreien und bewusst machen, dass die Intelligenz
und Kreativität von Erfindern Ausgangspunkt jedes Innovationsprozesses
ist. Der einsame, vor sich hertüftelnde Erfinder ist längst überholt.
Erfinderinnen und Erfinder müssen teamorientiert arbeiten, Fremdsprachen
beherrschen und kommunikativ sein.
-
Ideen- und Kreativitätspotenziale sichtbar machen
Viele wertvolle Erfindungen liegen in den Schubladen von Erfindern
versteckt und werden nie der Öffentlichkeit vorgestellt. Deshalb sollen
die Ideen- und Kreativitätspotenziale von Erfinderinnen und Erfindern
entdeckt, gefördert und vernetzt werden.
-
Das Patentwesen in das Bewusstsein rücken
Der Erwerb von Patent-Know-how steht ganz oben auf der
Prioritätenskala der Erfinderclubs. Viel Zeit, Kosten und Mühe können
gespart werden, wenn der Stand der Technik einer Erfindung vor dessen
Entwicklung in so genannten Patentdatenbanken recherchiert wird. Weitere
Kenntnisse des Patentwesens betreffen den gewerblichen Rechtsschutz, die
Kosten des Schutzrechts sowie die richtige Patentstrategie. All dieses
Know-how ist unabdingbar für einen erfolgreichen Erfindungsprozess.
-
Mit Unternehmen kooperieren
Kontakte und Kooperationen zu Unternehmen sind für Erfinderclubs zur
Einwerbung von Sponsorenmitteln und -geldern überlebenswichtig. Als
Kooperationspartner können Unternehmer praxisnahe Aufgaben an den
Erfinderclub vergeben. Bei guten Lösungen sind diese Unternehmen oft auch
an der Verwertung der Innovation interessiert. Passt das Produkt in das
Unternehmenssortiment, wird sich das Unternehmen als Lizenznehmer oder
Käufer anbieten. In der Regel fehlen in Erfinderclubs spezielle
Maschinen, Werkzeuge und Materialien, um Prototypen zu bauen. Auch hierbei
können Unternehmen und Institute helfen.
Erfinderclubpreis »insti ideen
impulse: i hoch 3«
Bei allem Wissen um Datenbankrecherchen, Schutzrechte und
Industriekontakte ist jedoch immer noch die zündende Idee das Wichtigste
für eine gelungene Innovation. Mit dem Wettbewerb »i hoch 3« für
INSTI-Erfinderclubs, der seit 1998 jährlich ausgeschrieben wird, schafft
das Bundesforschungsministerium einen weiteren Anreiz zum Nachdenken und
Erfinden für kreative und aktive Erfinderclubmitglieder. Unter der
Schirmherrschaft von Bundesfoschungsministerin Edelgard Bulmahn werden die
besten Erfindungen der Alterskategorien Miniforscher, Junioren und
Senioren mit einem Preisgeld von insgesamt 30.000 DM prämiert.
Um möglichst große Synergieeffekte zu erzielen und die Fähigkeiten der
einzelnen Mitwirkenden zu bündeln, sollen gemäß der Zielsetzung die
Erfindungen im Team realisiert werden. Zur ideellen oder finanziellen
Unterstützung der Wettbewerbsarbeit ist die Einbeziehung eines externen
Partners aus der Wirtschaft mehr als erwünscht.
Die Jury bilden Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung (BMBF), des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), des
Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) und des INSTI-Netzwerkes.
Erfindermessen
Die Ergebnisse aus INSTI-Erfinderclubs werden jährlich im Rahmen der
Internationalen Erfindermesse IENA im Messezentrum Nürnberg präsentiert.
Auf einem Gemeinschaftsstand der INSTI-Erfinderclubs stellen in der Regel
über 100 Erfinderinnen und Erfinder aus nahezu allen Bundesländern ihre
Ideen, Erfindungen und Neuheiten aus.
Speziell Betriebe ohne eigene Entwicklungsabteilung sowie Unternehmen, die
an einer Erweiterung ihrer Produktpalette interessiert sind, können hier
gegebenenfalls fündig werden.
Die Erwartungen der Aussteller sind unterschiedlich: Bei den freien
Erfinderinnen und Erfindern steht die Verwertungsabsicht im Vordergrund.
Dem gegenüber geht es jugendlichen Erfinderinnen und Erfindern vor allem
darum, wertvolle Erfahrungen im Rahmen eines öffentlichen Messeauftritts
zu sammeln und Kompetenzen zu erwerben, die im Rahmen des üblichen
Schulalltags in der Regel nicht vermittelt werden.
Eine schriftliche Umfrage zur Erfindermesse IENA ergab, dass die
Mitglieder aus INSTI-Erfinderclubs die Kontaktmöglichkeiten auf der IENA
zu 75 Prozent als »gut« und zu 25 Prozent sogar als »sehr gut«
einstuften. Außerdem schätzte die überwiegende Mehrheit die Teilnahme
an der IENA im Vergleich zu anderen Messen als »effektiver« ein.
Neben der primären Zielsetzung der Produktvermarktung tragen der
Gedankenaustausch mit anderen Erfinderclubs, Gespräche mit Fachleuten
sowie die informativen Vorträge im Rahmen des IENA-Forums wesentlich dazu
bei, den eigenen Erfindungshorizont zu erweitern.
Rechtliche Aspekte
Um die Ernsthaftigkeit der Bestrebungen aus Erfinderclubs effektiver
nach außen zu tragen und somit die Erfolgsaussichten des Clubs zu
erhöhen, erkennen die Mitglieder in der Regel schnell die Notwendigkeit,
sich eine Rechtsform anzueignen. Diese ist in den meisten Fällen der
eingetragene Verein.
Es werden eine Satzung erarbeitet und Vorstandsmitglieder gewählt. Eine
Geheimhaltungserklärung sorgt dafür, dass die eigenen Ideen vor allen
anderen geschützt sind und so ohne Befürchtung des »Ideenklaus« vor
allen offengelegt werden können. Damit sind alle Voraussetzungen
geschaffen, um konkrete Projekte gemeinsam angehen zu können. Die
Führung eines eingetragenen Vereins ist jedoch im Vergleich zum
Erfinderclub ohne Rechtsfähigkeit mit einem deutlichen Mehraufwand
verbunden.
In vielen Bereichen kann aber zumeist erst dann effektiv gearbeitet
werden, wenn der Erfinderclub eine juristische Person ist. Der Abschluss
von Verträgen, größere Anschaffungen für den Club oder das
geschlossene Auftreten in der Öffentlichkeit werden dadurch erleichtert.
Zudem genießt der Erfinderclub bei potenziellen Sponsoren aus der Reihe
der Unternehmerschaft und bei Kooperationspartnern ein höheres Ansehen,
wenn man sich zur Erreichung des gemeinsamen Ziels organisatorisch
zusammen geschlossen hat.
Haben sich die Mitglieder für eine Vereinsgründung entschieden, wird ein
Vorstand gewählt, der die Geschäfte stellvertretend für den Club führt
und diesen nach außen vertritt. Des Weiteren entscheiden die
Clubmitglieder, ob der Status der Gemeinnützigkeit angestrebt werden
soll. Um gemeinnützig zu sein, darf der Club weder gewerbliche Zwecke
verfolgen noch der Gewinnerzielung seiner Mitglieder dienen.
Die Anerkennung als gemeinnütziger Verein ist mit einer Reihe von
Vorteilen verbunden:
-
Der Verein ist von der Erbschaftssteuer befreit.
-
Gewerbe- und Körperschaftssteuer müssen nicht gezahlt werden.
-
Die Zahlung der Grundsteuer entfällt.
-
Der Verein wird von der Umsatzsteuer befreit oder erhält
Ermäßigung.
-
Es besteht die Möglichkeit, Spendenquittungen auszustellen.
Auf der anderen Seite stehen einige Nachteile:
-
Wirtschaftliches Handeln ist nicht möglich.
-
Das gesamte Vermögen muss der Gemeinnützigkeit gewidmet sein.
-
Der Wegfall der Gemeinnützigkeit wirkt zehn Jahre zurück.
Förderung der Erfinderclubs
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt für die
Zeit von 2001 bis einschließlich 2003 für jeden INSTI-Erfinderclub
Fördermittel in Höhe von 2.000 € jährlich zur Verfügung.
Beim INSTI-Projektmanagement, das beim Institut der deutschen Wirtschaft
Köln angesiedelt ist, werden für jeden INSTI-Erfinderclub, der sich für
die Teilnahme an der Sonderfördermaßnahme INSTI-Erfinderclubs 2001 -
2003 beworben hat und bewilligt worden ist, 1.000 € pro Jahr für die
Clubarbeit zur Verfügung gestellt.
Die Fördergelder werden für konkrete Projekte genehmigt, die das
Forschen und Erfinden auf technischem beziehungsweise
naturwissenschaftlichem Gebiet vorsehen. Sie finden darüber hinaus
Verwendung für fachliche Weiterbildung in den genannten Bereichen, für
Produktvermarktung, Öffentlichkeitsarbeit und laufende Kosten wie zum
Beispiel Mieten.
INSTI-Erfinderclubs werden in der Regel durch Paten betreut. Die Paten
sollen die Erfinderclubs einerseits fachlich wie inhaltlich und
andererseits bei der Sponsorensuche unterstützen. Für den Aufwand, der
dem Paten im Rahmen seiner Unterstützungstätigkeit auf den beiden oben
genannten Gebieten entsteht, werden beim Institut der deutschen Wirtschaft
Köln (INSTI-Projektmanagement) ebenfalls 1.000 € pro Jahr und
Erfinderclub aus BMBF-Mitteln bereit gestellt.
...
|
Dieses Kapitel...
|
|
... können Sie vollständig per
PDF-Download beziehen:
Alle Seiten mit Abbildungen in optimaler Qualität, hervorragend geeignet
zum Ausdruck auf Papier.
Zusätzlich bietet Ihnen das PDF-Format praktische Suchmöglichkeiten.
Schon in wenigen Minuten sind die Kapitel auf Ihrem Computer gespeichert,
zu einem günstigen Preis: 30 Cent pro Seite.
Zum Download |
|