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Innovationsmanagement
Hrsg.: Barske; Gerybadze; Hünninghausen; Sommerlatte
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Förderung innovativer IuK-Technologien

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- Leseprobe - 
  
Förderung innovativer IuK-Technologien
von Jörg Becker

Die Angleichung der Wirtschaftssysteme, die Liberalisierung des Welthandels und der Kapitalmärkte sowie eine zunehmend engere wirtschaftliche Verflechtung der Volkswirtschaften führen zu einer starken Intensivierung des Wettbewerbs. Technologischer Fortschritt, die beschleunigte Entwicklung neuer Produkte und Umsetzung von Forschungserkenntnissen in wirtschaftliche Anwendungen sind die Voraussetzung dafür, in diesem rasanten Strukturwandel erfolgreich bestehen zu können. Die beste Technik wäre jedoch nutzlos ohne ihre Einführung, das heißt ohne Innovation. Der Autor bietet dem Leser hier einen praxisorientierten Leitfaden durch die facettenreiche öffentliche Förderung von Innovationen im Bereich der IuK-Technologien.
 

Stichworte: IuK-Technologien und Innovation; Förderungsbereiche: Information als Innovations-Rohstoff, Wissensintensive Dienstleistungen; Wissenschaftliche Kommunikations-Infrastruktur; Voraussetzungen: Förderdatenbank, Anträge und Bescheide; Förderung nach IuK-Bereichen: Informatiksysteme, IuK-Basistechnologien, Multimedia, Förderungswettbewerb »VERNET«, Internettechnologien, Medizinische Monitoringsysteme, Forschungsinitiative Internet- und Softwaretechnik; Förderprojekte nach Bundesländern; Zusammenfassung.

 

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • Welche Bereiche der Informations- und Kommunikationstechnik vom Bund gefördert werden,

  • welche Kriterien und welche formellen Schritte dabei zu beachten sind,

  • welche Schwerpunkte die Bundes-Innovationsförderung in den Bereichen multi-mediale Arbeitsplätze, wissensintensive Dienstleistungen und wissenschaftliche Kommunikations-Infrastruktur setzt,

  • welche Ansprechpartner Ihnen für spezielle Fragen zur Verfügung stehen.

  

Innovativer Stellenwert der Informations- und Kommunikationstechnik (IuK)

Um im Bereich von Spitzentechnologien auch im heute weltweit stattfindenden Wettbewerb mithalten zu können, müssen zahlreiche Innovationsfelder bestellt werden: Hierzu zählen unter anderem Bio- und Gentechnik, Umwelttechnik, Energietechnik, Materialtechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Verkehrstechnik, Mikrosystemtechnik, Laser- und Plasmatechnik, Medizintechnik oder Bautechnik. Diese Innovationsfelder der Spitzentechnologie haben alle gemeinsam, dass sie durch die bei neuen Informations- und Kommunikationstechniken auszumachenden Fortschritte noch zusätzlich verstärkt, beschleunigt und beeinflusst werden.
Unter dem Begriff IuK wird Hard- und Software zusammengefasst, die zur Verarbeitung und Weiterleitung von Daten nötig ist. Daten in diesem Sinne sind Texte und Zahlen ebenso wie Töne und Bilder. Weitere wichtige Bereiche sind die netzgebundene ebenso wie die mobile Telekommunikation, die satellitengestützte Telekommunikation oder die elektronische Unterhaltung. Zur IuK zählen auch die Mikroelektronik, die Entwicklung und Herstellung von Chips und anderen elektronischen Bauteilen und Gruppen sowie alle Dienstleistungen rund um die Informations- und Kommunikationstechnik.
Vor dem Hintergrund dieses Stellenwertes konzentriert sich der vorliegende Beitrag auf Förderungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik (IuK). Warum hierfür seitens des Bundes besondere Förderprogramme angeboten werden, ergibt sich unter anderem aus den in Abbildung 1 angezeigten volkswirtschaftlichen Langfristtrends.

Das "Vier-Sektoren-Modell 1882-2010"

Abb. 1: Das "Vier-Sektoren-Modell 1882-2010": Anteil in Prozent der Sektoren an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen (Quelle: BMBF)

Förderung »Information als Innovations-Rohstoff«

Gefördert werden Vorhaben, die dazu beitragen, einmal erarbeitetes Wissen optimal zu erschließen und bereitzustellen, Qualität und Effizienz des Forschungs- und Entwicklungsprozesses zu steigern und die Verwertung der Forschungs- und Entwicklungsergebnisse für Innovationen in Wissenschaft und Wirtschaft zu stimulieren (siehe Tabelle 1). Zentrales Ziel des Programms ist ein schneller und umfassender Zugang zu den weltweiten, multimedialen Volltextinformationen, Literaturhinweisen, Fakten- und Softwareinformationen für jeden Wissenschaftler und Techniker in Deutschland von seinem Arbeitsplatzrechner aus.

Tabelle 1: Förderbereiche " Information als Innovations-Rohstoff"

Weiterentwicklung der wissenschaftlichen und technischen Informationsstruktur zur »Globalen digitalen Bibliothek«

  • Elektronisches und multimediales Publizieren

  • Zukunftsgestaltung der Fachinformationszentren zu leistungsfähigen Servicezentren für die Wissenschaft

  • Ausbau der elektronischen Informationsdienstleistungen und Dokumentlieferdienste der wissenschaftlichen Bibliotheken

  • Stärkere Nutzung elektronischer und multimedialer Informationen in Aus- und
    Fortbildung, Forschung und Wirtschaft.

 

Tabelle

Informationen und Antragstellung »Information als Innovations-Rohstoff«:
Projektträger Fachinformation (PIF), GMD-Forschungszentrum Informationstechnik GmbH, Postfach 10 01 38, 64201 Darmstadt

Förderung »Wissensintensive Dienstleistungen«

Gefördert werden Forschung, Entwicklung und Innovation im Bereich der wissensintensiven Dienstleistungen, die in der Regel in starkem Maße auf der intelligenten Nutzung und Weiterentwicklung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien basieren (siehe Tabelle 2).

Tabelle 2: Förderbereiche "Wissensintensive Dienstleistungen"

  • Dienstleistungen: Forschung, Entwicklung und pilothafte Erprobung zu neuen wissensintensiven Dienstleistungen, beispielsweise in den Bereichen:
    – internetbasierte Dienstleistungen (elektronische Marktplätze)
    – wissensbasierte Dienstleistungen (Wissensmanagement, Prototyping)
    – Kundenbindung (Customer Care Services)
    – Informationsdienstleistungen (virtuelle Entwicklungsverbünde)

  • Verfahren: Organisation und Kooperation für wissensintensive Dienstleistungen, beispielsweise in den Bereichen:
    – menschengerechte Arbeitsgestaltung
    – Integration von Kunden in die Produktion wissensintensiver Dienstleistungen
    – neue Gestaltungslösungen für den Austausch von Wissen und Kreativität
    – Wissensinfrastrukturen in virtuellen Unternehmen

  • Methoden, Instrumente und wissenschaftliche Grundlagen zum Entwurf und zur Realisierung wissensintensiver Dienstleistungen, beispielsweise
    – zur systematischen Erschließung von Wissensmärkten.

 

Tabelle

Informationen und Antragstellung »Wissensintensive Dienstleistungen«:
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), Projektträger Organisationseinheit Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen, Südstr. 125, 53175 Bonn
Tel. 0228 38 21 - 0, Fax. 0228/ 38 21 - 248, Internet: www.dlr.de/PT/

Weitere Informationen über Forschung zu neuen Dienstleistungen sind im Internet unter der Adresse »www.dl2000.de« abrufbar

Ausbau der Kommunikations-Infrastruktur für die Wissenschaft

Um der Wissenschaft die Erforschung und Erprobung neuer Netztechniken und neuer Kommunikationsanwendungen zu ermöglichen, baut der Verein zur Förderung eines deutschen Forschungsneztes e.V. (DFN-Verein) das Breitbandwissenschaftsnetz (B-WIN), das eine Bandbreite von 155 Mbps hat, zu einem Gigabit-Wissenschaftsnetz (G-WIN) mit anfänglich 2,5 Gbps aus. Das B-WIN ist das Corporate Netz der deutschen Wissenschaft und wird vom DFN-Verein als Selbstverwaltungsorgan der Wissenschaft getragen. Das Netz ist verbunden mit den Forschungsnetzen in Europa und den Forschungsnetzen in den USA. Es bietet neben den breitbandigen Netzzugängen über fest geschaltete Verbindungen den schmalbandigen Telefonzugang für kleinere Forschungs- und Bildungseinrichtungen (z.B. Schulen, Bibliotheken). Mit dem Ausbau zum G-WIN werden nicht nur die Bandbreiten erhöht, sondern gleichzeitig auch eine neue Netzarchitektur auf der Basis von Glasfasern mit Wellenlängenmultiplexing eingeführt. Es werden zudem neue Wege des Bandbreitenmanagement beschritten, die es ermöglichen, Übertragungszeiten zu garantieren. Damit eröffnen sich Perspektiven unter anderem für Anwendungen mit Realzeitanforderungen wie beispielsweise: synchrone Übertragung von Lehrveranstaltungen, Fernsprechen, Telediagnostik in der Medizin oder Zugriff auf Hochleistungsrechner.

Grundsätzliche Voraussetzungen für die Bundes-Innovationsförderung

Durch die Förderungen des Bundes (BMBF und BMWi) werden grundsätzlich nur Vorhaben unterstützt, an denen ein erhebliches Bundesinteresse besteht, die mit einem hohen technisch-wirtschaftlichen Risiko verbunden sind und die dazu beitragen, die Kompetenz zur Lösung definierter Probleme zu stärken und den Stand der Technik fortzuentwickeln. Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, die für Aktivitäten auf technischem Neuland personell und materiell entsprechend gerüstet sind. Antragsteller müssen über die notwendige fachliche Qualifikation und eine ausreichende Kapazität zur Durchführung ihres Vorhabens verfügen. Bevorzugt gefördert werden »Verbundprojekte«, in denen mehrere Teilnehmer (Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und/oder wissenschaftliche Einrichtungen) unter den Aspekten Wissens- und Technologietransfer arbeitsteilig zusammenwirken. Vorhaben müssen grundsätzlich in Deutschland, zumindest aber standortreziprok, das heißt mit Wertschöpfung am Wirtschaftsstandort Deutschland, durchgeführt und entsprechend verwertet werden.

Förderdatenbank informiert über aktuelle Programme

Die Förderdatenbank des Bundes beim BMWi informiert online über die aktuellen Förderprogramme des Bundes, der Länder und der EU für die gewerbliche Wirtschaft. Sie enthält die vollständigen Richtlinientexte sowie zusätzliche Informationen. Die eingebauten Funktionen und Hilfen dienen

  • dem leichten und sicheren Auffinden der einschlägigen Förderprogramme,

  • der schnellen Prüfung, welche der ermittelten Programme im Einzelfall in Frage kommen.

Der Zugriff auf die Datenbank kann per Internet: http://db.bmwi.de erfolgen.

Alle geförderten Vorhaben müssen innovativen Charakter haben. Der Nachweis hierzu erfordert eine Informationsrecherche zum aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Die Förderung erfolgt in der Regel durch nicht rückzahlbare Zuschüsse. Die Höhe der Zuschüsse richtet sich bei Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft nach der Höhe der Kosten und bei Hochschulen/Forschungseinrichtungen nach der Höhe der Ausgaben. Vor der Gewährung der Fördermittel darf mit einem Vorhaben in der Regel noch nicht begonnen worden sein. Das heißt, mit den im Antrag formulierten Arbeiten kann erst nach Erhalt der Förderentscheidung begonnen werden (soweit nicht eine Ausnahme zugelassen wird). Anderenfalls muss ein bereits begonnenes Vorhaben von der Förderung ausgeschlossen werden. Die Bedingungen und Auflagen für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft ergeben sich aus den Zuwendungsbescheiden mit den allgemeinen und besonderen Nebenbestimmungen auf Kostenbasis (NKBF 98). Hierbei wird eine angemessene Eigenbeteiligung der Zuwendungsempfänger von in der Regel mindestens 50 Prozent vorausgesetzt. Für Antragsteller, die nicht der gewerblichen Wirtschaft zuzurechnen sind, gelten spezielle Nebenbestimmungen.

Erteilung von Auskünften zur Bundes-Innovationsförderung:

Förderinteressenten, die mit den Förderverfahren des Bundes nicht vertraut sind, können weitere Auskünfte bei der Auskunftsstelle BMBF-Förderung oder bei der Förderberatungsstelle des BMWi erhalten. Beide Stellen arbeiten eng zusammen und nehmen insbesondere folgende Aufgaben wahr: Betreuung von Antragstellern bei allen grundsätzlichen Fragen des Projekt-Förderverfahrens, spezielle Beratung und Vermittlung von Kontakten zu der für die jeweilige Fördermaßnahme zuständigen Stelle, Information über Sondermaßnahmen des BMBF und BMWi zur Förderung, übergreifende Auskünfte zu Fördermöglichkeiten und -verfahren, Hinweise auf Aktivitäten und Ansprechpartner anderer fördernder Organisationen und Einrichtungen.

Adressen der Auskunftstellen:

Auskunftstelle BMBF-Förderung
Projektträger BEO-Berlin, Forschungszentrum Jülich GmbH
Wallstr. 17-22
10179 Berlin
Tel.: 030/231 99-4 17 und 4 19, 02 28/57-27 11
Fax.: 030/231 99- 470, 0228/57-27 10
E-Mail: [email protected]

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Förderberatung,
Scharnhorststr. 34-37
10115 Berlin
Tel. 030/20 14-76 48 oder 76 49
Fax 030/20 14-70 33

Anträge und Förderungsbescheide
Förderungsanträge sind in der Regel an die Projektträger zu stellen, die mit der Organisation und Durchführung der Maßnahmen beauftragt wurden. Die Projektträger stellen die Antragsformulare zur Verfügung. Die Fördermittel werden durch schriftlichen Bescheid beziehungsweise durch ein Darlehens-/Beteiligungsangebot bewilligt. Gegenstand eines Förderbescheides sind Nebenbestimmungen in Gestalt von Bedingungen, Auflagen (z.B. Nachweis über die Verwendung der Mittel), Plan zur Ergebnisverwertung und Mitteilungspflichten. Ein Nichtbeachten kann – je nach Fallgestaltung – einen Verlust des Rechts auf ausschließliche Nutzung der Ergebnisse zur Folge habe und zur Rückforderung der Fördermittel führen. In der Regel erhält der Förderempfänger das Eigentum an den Ergebnissen sowie das Recht auf ausschließliche Nutzung. Vordrucke für Förderanträge oder Richtlinien sind auch im Internet als »Elektronisches Antragssystem (EASY)« abrufbar. Antragsformulare für die Förderung durch das BMBF können entweder unter der Internetadresse www.kp.dlr.de/profi/easy/bmbf abgerufen beziehungsweise als Diskette bei der Auskunftstelle BMBF-Förderung oder dem jeweils zuständigen Projektträger angefordert werden.

Unterschiedliche Bereiche des Bundes-Förderungsprogramms

Abb. 2: Unterschiedliche Bereiche des Bundes-Förderungsprogramms

Förderungen nach spezifizierten IuK-Bereichen

Zur Förderung der Informations- und Kommunikationstechnologie werden vom Bund für folgende IuK-Bereiche Programme angeboten: Informatiksysteme, Basistechnologien der Informationstechnik, Information als Rohstoff für Innovation, Mulitmedia, Telematik-Anwendungen.

Förderung »Informatiksysteme«
Im Bereich Informatiksysteme werden Vorhaben in folgenden ausgewählten Bereichen gefördert: Softwaretechnologie, Anwendung des Höchstleistungsrechnens, Intelligente Systeme, Virtuelle und Erweiterte Realität, Sprachtechnologie, Leitprojekt Mensch-Technik-Interaktion und Informationsverarbeitung nach biologischen Prinzipen (siehe Tabelle 3).

Tabelle 3: Förderung im Bereich »Informatiksysteme«

Die Förderung der Softwaretechnologie umfasst:

  • Entwicklung von Methoden und Werkzeugen
    – zur Herstellung von Software
    – für technische Produkte (embedded Systems)
    – zur Modellierung technischer Systeme

  • Ziel: effizientere Softwareentwicklungsprozesse sowie Verbesserung der Qualität komplexer Softwaresysteme.

Die Förderung zur Anwendung des Hochleistungsrechnens umfasst:

  • Entwicklung leistungsfähiger Simulationsmodelle inklusive verbesserter mathematischer Verfahren für Wissenschaft und Technik

  • Schaffung bundesweiter Zugangsmöglichkeiten zu vorhandenen Höchstleistungsrechnern und deren Vernetzung untereinander

  • Entwicklung von Softwarewerkzeugen zur Erschließung des Leistungspotenzials von parallelen Höchstleistungsrechnern

Die Förderung zu intelligenten Systemen umfasst:

  • Projekte zur computergestützten Realisierung intelligenter Fähigkeiten, zum Beispiel: Autonomie, Lernfähigkeit, Adaptivität, Robustheit, Kooperativität

  • Informationsverarbeitung mit Methoden und Techniken der künstlichen Intelligenz und Neuroinformatik

  • Forschung und Entwicklung zur automatischen Inhaltserkennung von Dokumenten und zum intelligenten Informations-Retrieval

Die Förderung Virtuelle und Erweiterte Realität umfasst:

  • Basistechnologien, System- und Anwendungsinnovationen, mit denen komplexe Vorgänge visualisiert und leichter verständlich gemacht werden

  • VR-Techniken des zielgerichteten Interagierens in computergenerierten, dreidimensionalen Räumen

  • AR-Techniken zum perspektivgerechten Einblenden computergenerierter Informationen in das Bild der realen Welt

Die Förderung Sprachtechnologie umfasst:

  • Entwicklung von Sprachsystemen, die dem ungeübten Benutzer leichteren Zugriff zu weltweiten Informationsquellen ermöglichen
    Die Förderung zum Leitprojekt Mensch-Technik-Interaktion umfasst:

  • Forschungen zum einfachen, dem Menschen angepassten Umgang mit
    Informationstechniksystemen. Forschungsthemen hierbei sind unter anderem:
    – Ein- und Ausgabe von Informationen
    – Einbeziehung von Gestik und Haptik zur sensomotorischen Manipulation technischer Geräte
    – realitätsnahe visuelle Darstellung komplexer Sachverhalte durch Informatiksysteme Die Förderung zur Informationsverarbeitung nach biologischen Prinzipien umfasst:

  • Informationstechnische Nutzung von Fähigkeiten und Mechanismen, die sich in der Natur durch die biologische Evolution herausgebildet haben, zur Erzeugung, Speicherung, zum Abruf und zur Verarbeitung von Informationen.

 

Informationen und Antragstellung »Informatiksysteme«:

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), Projektträger Informationstechnik, Informatiksysteme, Rutherfordstr. 2, 12489 Berlin,
Tel.: 030/67 05 57 40, Fax: 030/67 05 57 42, Internet: www.dlr.de/IT

Förderung »IuK-Basistechnologien«

Gefördert wird die Erforschung und Entwicklung von Basistechnologien und deren Umsetzung in innovative Systementwicklungen. Einzelne Förderbereiche sind: innovative optische Kommunikationsnetze, mobile Kommunikationssysteme, Displaytechnik und neue Technologiefelder.

Förderung mobiler Kommunikationssysteme
Erreichbarkeit über Sprachtelefonie ist heute mit mobilen Kommunikationssystemen technisch zu jeder Zeit möglich und für viele auch bereits selbstverständlich geworden. Mittlerweile werden Mobiltelefone nicht mehr nur für die Sprachkommunikation verwendet: Anfang 2000 hielt das Wireless Application Protocol (WAP) Einzug in die Handy-Gesellschaft. Handys werden auch weitere Übertragungsstandards wie HSCSD (High Speed Circuit Switched Data) oder GPRS (General Packed Radio System) beherrschen, die Daten aus dem Notebook mit bis zu 43.000 Bit pro Sekunde verschicken. Mit UMTS (Universal Mobile Telecommunication System), dem Hochgeschwindigkeitsnachfolger des europäischen Standards GSM, können Daten nochmals 200 mal schneller übertragen werden (GSM = 9.600 Bit pro Sekunde). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Entwicklung und Erprobung leistungsfähiger Mobilkommunikationssysteme und die Schaffung technologischer Voraussetzungen für neue Netzgenerationen auf photonischer Basis bis zum Jahr 2005 mit rund 200 Millionen Euro.

Förderung »Multimedia«

Der Bereich Multimedia wird durch eine Reihe von Maßnahmen gefördert: Im Rahmen des Multimedia-Städtewettbewerbs Media@Komm wird die Entstehung digitaler Rathäuser und Marktplätze unterstützt. Bei dem Wettbewerb wurden die Konzepte der Städte Bremen, Esslingen und Nürnberg für die Förderung bei der Umsetzung ausgewählt. Zentrales Anliegen ist es, die digitale Signatur bei der Abwicklung von Transaktionen im Netz einzusetzen. Im Rahmen der Maßnahme DATEL (Datensichere Telearbeit in der kommunalen Verwaltung) werden Zuschüsse für die Ausweitung von Telearbeit gewährt, wobei gleichzeitig auch Datensicherheitskonzepte Berücksichtigung finden.
Das interdisziplinäre Verbundvorhaben Multimedia-Arbeitsplatz der Zukunft (Leitprojekt Map) vereint wissenschaftliche Forschungseinrichtungen und Unternehmen zu einer engen Innovationspartnerschaft, um den Weg zu mobilen Multimedia- und Internetanwendungen frei zu machen. Mit Map ändert sich die Funktion des Computers – er wird zum Assistenten. Ziel:

  • den Rechnerbenutzer durch innovative, intelligente Agenten- und Assistenzkonzepte signifikant von zeitraubenden alltäglichen Routinetätigkeiten zu entlasten,

  • neben einer Erhöhung der Produktivität auch den Aktionsspielraum des Benutzers durch die besondere Berücksichtigung mobiler Tätigkeiten und die Einbindung mobiler Endgeräte zu vergrößern.

Dazu gehört beispielsweise die Entwicklung von Agenten-Basiskomponenten zur Realisierung mobiler multimedialer Arbeitsplätze mit den Anwendungsbeispielen »Virtuelles Sekretariat« und »Bauwesen«. Darüber hinaus werden im Rahmen einer Begleitforschung Effektivität, Sicherheit, Akzeptanz und Wirtschaftlichkeit überprüft und wichtige Voraussetzungen für die Standardisierung geschaffen.

Projekt »MUMASY«
Das Projekt MUMASY (Multimediales Maschineninformationssystem) zielt darauf ab, die technologische Basis des mittelständisch geprägten Maschinenbaus durch Multimedia umfassend zu erweitern. In dem im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) koordinierten Verbundvorhaben entwi-ckeln Maschinenbaufirmen in Zusammenarbeit mit IT-Herstellern gemeinsam neue Workflow- und Servicestrukturen, die die Wertschöpfungskette im Maschinenbau auf eine neue Grundlage stellt:

  • Mit MUMASY soll die heute noch übliche schriftliche Maschinendokumentation durch im Internet verfügbare oder auf lokalen Datenträger vorliegende Multimedia-Datenbanken ersetzt werden.

  • Entwickelt wird dabei ein multimediales Redaktionssystem, das es dem Ingenieur erlaubt, eine lückenlose und kostenminimierte technische Dokumentation zu erstellen, die laufend neuen Anforderungen angepasst werden kann.

Das heißt, jeder Kunde soll an jedem Ort der Welt zu jeder Zeit alle maschinenbezogenen Informationen abrufen und – wenn nötig – interaktiv mit dem Hersteller korrespondieren und Transaktionen einleiten können. Mit Demonstrationen aus verschiedenen Bereichen des Maschinenbaus soll die Übertragbarkeit auf die gesamte Branche nachgewiesen werden.

Förderungswettbewerb »VERNET«
Sicherheitstechnologien für offene Kommunikationsnetze sind ein zentraler Nerv der Informationsgesellschaft. Die wirtschaftliche Bedeutung der deutschen Kryptoindustrie mit ihrer vorrangig mittelständischen Prägung ist beträchtlich. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie will mit dem Wettbewerb »VERNET« sichere und verlässliche Transaktionen in offenen Kommunikationsnetzen sowie eine breitenwirksame Erhöhung der Vertrauenswürdigkeit offener Netze für private und kommerzielle Anwender erreichen, um damit die Akzeptanz für diese Medien zu steigern. Folgende Ziele werden konkret verfolgt:

  • sicherer und verlässlicher Datenaustausch zwischen Unternehmen, Verwaltungen und Privatpersonen,

  • Schutz privater Netzwerke, privater Daten und geistigen Eigentums sowie Gewährleistung der Anonymität,

  • Sicherheit verteilter Software-Anwendungen,

  • Sicherheit durch Gewährleistung der Authentizität von Informationen oder Transaktionen,

  • Sicherheit durch Verfahren zur Einführung und Kontrolle organisatorischer und technischer Vorkehrungen.

Förderung »Internettechnologien«

Zur Förderung von Internettechnologien werden Maßnahmen ergriffen, um die Kommunikationsinfrastruktur der Wissenschaft auszubauen, neue Internettechnologien zu entwickeln und die Potenziale des Internets durch innovative Anwendungen zu nutzen. Um die kommerzielle Nutzung des Internets durch den Mittelstand zu forcieren, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie zudem den »Deutschen Internetpreis« ins Leben gerufen. Der von Unternehmen der Informationswirtschaft gesponserte Wettbewerb ist auf fünf Jahre angelegt und wurde erstmals auf der CEBIT 2000 verliehen. Dabei werden die besten drei Konzepte mit jeweils etwa 50.000 EUR prämiert. Mit dem Preis werden die besten Internet-Produkte, Internet-Verfahren und Internet-Dienstleistungen zu jährlich wechselnden Schwerpunktthemen ausgezeichnet. Prämiert werden Lösungen, die bereits am Markt vorhanden sind, die von kleinen und mittleren Unternehmen angeboten werden oder die bei der Anwendung einen besonders hohen Kundennutzen bieten.
Im Rahmen der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gegründeten »Partnerschaft sichere Internet-Wirtschaft« ist auch die Verbesserung der Alarmierung über sicherheitsrelevante Vorfälle nicht zuletzt im Mittelstand als wichtiges Thema identifiziert worden. In der Praxis haben sich seit dem ersten großen Internet-Vorfall, dem sogenannten »Internet-Wurm«, im November 1988 Computer-Notfallteams (eng.: CERT – computer ermergency response team) als eine wichtige Komponente bei der Bewältigung von Internet-Vorfällen herausgebildet.

Informationen zur Förderung »Multimedia« bei:

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Projektträger Multimedia des BMWi
Tel.: 02203/601-3671, Fax: 02203/601-3017, Internet: www.pt-multimedia.de/

Gründerwettbewerb Multimedia, VDI/VDE-Technologiezentrum, Informationstechnik GmbH (VDI/VDE-IT), Rheinstr. 10 B, 14513 Teltow
Tel.: 03328/435-205, Fax: 03328/435-189, Internet: www.gruenderwettbewerb.de

Aber nicht nur reaktive Dienstleistungen, die in Notfällen den Betroffenen schnelle »Hilfe zur Selbsthilfe« bieten, sind solchen CERTs zuzuordnen. Eine Vielzahl bietet folgerichtig vorbeugende Informationen über neue Sicherheitslücken oder Angriffsverfahren an. Dazu kommen häufig auch konkrete Hinweise zur Konfiguration von Rechnern und Netzwerken zum Schutz vor Angriffen. International gibt es heute zirka 90 CERTs, die in dem Dachverband FIRST (Form of Incident Response and Security Teams) organisiert sind.

Weiterentwicklung von Internettechnologien und deren Nutzung

Das Internet ist die Kommunikationsinfrastruktur der Zukunft, schöpft aber in vielen Bereichen wegen komplizierter Handhabung, fehlender Unterstützung gewünschter Funktionen und fehlender Basistechnologie noch nicht alle Potenziale aus. Eine Reihe von Stromversorgern bereitet den Zugang zum Internet über die normale Stromleitung vor. Die so genannte Digital-Powerline überbietet nach optimistischen Schätzungen ISDN um den Faktor vierzig. In einigen Labors arbeiten Experten an einer neuen Übertragungstechnologie, so genannten photonischen Netzen mit einer nach menschlichem Ermessen kaum vorstellbaren Übertragungskapazität von 1.000 Gigabit pro Sekunde. Mit einer solchen IuK-Innovation würde ein einziges Kabel, ein Lichtwellenleiter (Glasfaser), ausreichen, um sämtliche in den USA geführten Telefonate übertragen zu können. Um den viel Zeit kostenden Umweg über elektronische Signale einzusparen, sind hierbei extrem schnelle photonische Schalter nötig. Damit sollen tausende gleichzeitig über einen Lichtwellenleiter laufende Gespräche vereinzelt und zu den jeweiligen Empfängern geleitet werden. Am Berliner Heinrich-Hertz-Institut wurde ein derartiger optischer Schalter entwickelt, mit dem die Verarbeitung eines 640-Gigabit-Datenstroms (10.000.000 mal soviel, wie es eine ISDN-Leitung schafft) gelungen ist.

BMBF fördert »schnellen Draht zum Arzt«

Überwachungstechnik statt Krankenhaus: Klinikaufenthalte, die nur der Beobachtung des Patienten dienen, werden mit Hilfe von modernen, auf Mikrosystemtechnik basierenden »Monitoringsystemen« zunehmend überflüssig. Ein winziger im oder am Körper angebrachter Sensor misst Blutdruck, Körpertemperatur oder Augeninnendruck und übermittelt die Daten über eine Telemetrieeinheit direkt an die Praxis des Hausarztes, an die Klinik oder den Rettungsdienst. Bei kritischen Veränderungen kann der Arzt sofort reagieren. Über die Standardisierung von Schnittstellen wollen Industrie und Wissenschaft dafür sorgen, dass die Entwicklung von weiteren Systemen – beispielsweise zur Kontrolle des Blutzuckerspiegels – kostengünstiger und schneller möglich werden.
Das heißt, für alle Bausteine eines Monitoringsystems werden Schnittstellen definiert und standardisiert. Zu ihnen zählen: die im oder am Körper des Patienten angebrachten Mikrosensoren, die Informationsverarbeitung, die Telemetrie zur Versendung der Daten, der Monitor auf dem Schreibtisch des Arztes. Künftig können die Medizintechnik-Unternehmen miteinander kompatible Bausteine in ihre Neuentwicklungen integrieren und die eigentlichen Entwicklungsarbeiten auf einzelne innovative Module konzentrieren. Insbesondere den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wird damit der Einstieg in die Mikrosystemtechnik erleichtert.
Schon heute gibt es klinische Monitoringsysteme, die eine automatische Aufzeichnung von Vitalparametern wie Blutdruck, EKG, Sauerstoffsättigung, Pulsfrequenz, Körpertemperatur et cetera vornehmen. Seit 1995 fördert das BMBF Projekte zur telemetrischen Diagnostik, zum Beispiel zur Kontrolle des Blutdrucks und des Augeninnendrucks. Bislang sind die gewonnenen Daten nur lokal verfügbar. Im Rahmen des im Juli 2001 gestarteten Projektes »Personal Health Monitoring System mit innovativer mikrosystemtechnischer Sensorik (PeHeaMon)« wird sowohl die Sensorik als auch die Verbindung vom Patienten zum Arzt weiterentwickelt.

BMBF-Forschungsinitiative für Internet- und Softwaretechnik

Die Bundesregierung hat zur Förderung von Kooperationsprojekten im Bereich Internet- und Softwaretechnik über 100 Mio. DM aus UMTS-Mitteln freigegeben. Mit dieser größten IT-Forschungsinitiative soll ein wichtiger Akzent bei der Neugestaltung und Stärkung der IuK-Forschung in Deutschland gesetzt werden. Nach der Fusion der Fraunhofer-Gesellschaft mit dem GMD-Forschungszentrum zum größten IT-Forschungszentrum Europas wird damit im großen Stil die Umsetzung von Forschungsprojekten angestrebt: Junge Forscherinnen und Forscher erhalten so die Möglichkeit, an Zukunftsthemen im IT-Bereich zu arbeiten, um neue Märkte zu erschließen. Mit der Bewilligung der Projekte erhalten die Institute die finanziellen Mittel, diese Zukunftsausgaben zu gestalten, das heißt, wichtige Forschungseinrichtungen der IuK-Technik werden damit enger vernetzt und auf gemeinsame Forschungsfelder fokussiert, die unterschiedlichen Stärken der einzelnen Institute werden so gebündelt. Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten stehen Lösungen zur Ausgestaltung und Weiterentwicklung des Internets. Dabei konzentrieren sich die Teilvorhaben im Wesentlichen auf strategische Aufgabenfelder.
So wird beispielsweise mit dem Thema IT-Sicherheit ein Aufgabenschwerpunkt aufgegriffen, der wesentlicher Schlüssel für den Erfolg der Nutzung zukünftiger IT-Technologien ist. Hierbei geförderte wichtige Teilvorhaben sind:

  • Entwicklung geeigneter biometrischer Identifikationsverfahren,

  • sichere Übertragungstechnologien,

  • Ermöglichung von Anonymität im Netz.

Im BereichVernetzung mit dem Schwerpunkt Next-Generation-Internet werden neue, weltweite Standards benötigt, beispielsweise um die Übertragung in Echtzeit sowie eine durchgängige Übertragung im Fest- oder Mobilfunknetz zu ermöglichen. So wird zum Beispiel eine Multimedia-Architektur (OMSA) entwickelt, bei der das weltweit führende Know-how dreier deutscher Forschungseinrichtungen gebündelt wird, um einen globalen offenen Standard zu definieren. Mit von der Partie ist unter anderen das Fraunhofer-Institut für integrierte Schaltungen FhG-IIS, der deutsche Erfinder des weltweiten MP3-Standards.
Im Verbund von FhG und ehemaliger GMD werden strategische Projekte zur Softwaretechnik aufgelegt. Mit deren Hilfe sollen unter anderem Methoden und Werkzeuge der Computersimulation, der Visualisierung, der Virtuellen Realität sowie des verteilten Rechnens zu Entwicklungsumgebungen integriert werden. Damit wird interaktives, räumliches, zeitlich verteiltes Arbeiten am virtuellen Entwurfsobjekt möglich.

Förderprojekte nach einzelnen Bundesländern

Die schnelle und einfache Umsetzung von Geschäftsideen sowie die Einfachheit der Nutzung sind wichtige Parameter für den Erfolg. Die Konzentration auf Entwicklungsplattformen und nutzerfreundliche Interaktivität kennzeichnen die Projekte in diesem Aufgabenfeld. So werden beispielsweise moderne Techniken entwickelt, um Inhalte nutzergerecht aufzubereiten und um das Internet auch für behinderte Menschen nutzbar zu machen. Es werden zudem Projekte aufgesetzt, um die Nutzung des Internets durch verbesserte Sprach- oder Symboleingabe und durch die Visualisierung von Inhalten zu vereinfachen. Im Anhang finden Sie eine nach Bundesländern gegliederte Übersicht der Förderprojekte.

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