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Hrsg.: Barske; Gerybadze; Hünninghausen; Sommerlatte
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Chancen für Technologie-Unternehmen – Gestärkt aus dem Abschwung

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Chancen für Technologie-Unternehmen – Gestärkt aus dem Abschwung
von Ben Kluge, Stefan Herr

Technologie-Unternehmen befinden sich seit Anfang des letzten Jahres weltweit in einer Abschwung- und Konsolidierungsphase. Diese zyklische Entwicklung ist typisch und kann kaum verhindert werden. Wenngleich diese Abschwung- und Konsolidierungsphase gefürchtet ist, bietet sie Chancen. Denn jetzt wird bestimmt, welche Technologie-Unternehmen in der kommenden, sich zaghaft andeutenden Aufschwungphase zu den Gewinnern gehören werden. 
 

Stichworte: Technologiemanagement; Marktinnovation; Markttrends; Positionierung; Strategieimplementierung; Zusammenfassung.

 

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • welche Auswirkungen die momentanen Marktveränderungen auf Technologieunternehmen haben,
  • wie Beispielunternehmen in der Vergangenheit negativ als auch positiv auf grundlegende Veränderungen in den Marktverhältnissen reagiert haben,
  • wie Technologieunternehmen schrittweise ihre Marktbearbeitungsstrategie überdenken können, um zu den Gewinnern im nächsten Marktaufschwung zu gehören.

 

Konsolidierung und Neupositionierung

Meist überstehen nur Topunternehmen eine Konsolidierungsphase relativ unbeschadet, einige von ihnen gehen sogar gestärkt in den neuen Aufschwung. Andererseits stellt die Abschwung- und Konsolidierungsphase eine Chance für Unternehmen aus der dritten und vierten Reihe dar, sich strategisch neu zu positionieren. Um dies zu erreichen, müssen möglichst frühzeitig die Grundlagen geschaffen werden.

Im Folgenden möchten wir darstellen, wie zum einen Marktführer ihre exponierte Stellung in eine neue Aufschwungphase retten können und wie zum anderen Unternehmen aus der dritten und vierten Reihe zu den Marktführern aufschließen und sie überholen können. Marktführer sind somit in einer permanenten Verteidigungsposition, während sich Unternehmen aus der dritten und vierten Reihe in der Angreiferposition befinden.
 

Beispiele zu Trends und Unternehmensentwicklungen im Technologie-Bereich

Im Wesentlichen gibt es zwei Entwicklungen, die Technologie-Unternehmen unbedingt beachten sollten: erstens Marktentwicklungen (z.B. Veränderungen der Kundenbedürfnisse und -strukturen) und zweitens Technologieveränderungen (z.B. neue Produktionsverfahren und -technologien). Die Unternehmensstrategie muss beiden Entwicklungen Rechnung tragen. Für beide Entwicklungen werden nachfolgend einige Beispiele aus dem Technologiebereich dargestellt.

Die deutliche Abschwächung des Handybooms schlägt sich seit Anfang des letzten Jahres negativ auf etliche vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsstufen nieder. Der Marktführer Nokia erfüllt teilweise die Umsatz- und Ertragserwartungen, während Ericsson und Motorola Massenentlassungen, Restrukturierungen und strategische Neuausrichtungen ankündigen. Ericsson versucht die Kosten durch die Auslagerung der Produktion an Flextronics zu senken, während Motorola seine Produktion an Celestica verkauft. Im positiven Sinne sind von diesen Entwicklungen die EMS (Electronic Manufacturing Services) betroffen, die Produktionskapazitäten von OEM (Original Equipment Manufacturer) an sich ziehen.

Nokia hat 1998 von Motorola die Spitzenposition im Handymarkt erobert und den Weltmarktanteil beständig ausgebaut. 1997 gehörte Siemens in diesem Markt noch nicht einmal zu den Top 5, Ende 2000 lag Siemens mit nur zwei Prozent-Punkten Abstand hinter der Nummer 3 und mit rund fünf Prozent-Punkten hinter Nummer 2. Der Abstand betrug für Siemens vor wenigen Jahren noch mehr als zehn Prozent-Punkte zur Nummer 3 in der Welt. In vielen anderen Märkten sind ähnliche Phänomene zu beobachten. Die Schnelligkeit der Marktanteilsverschiebungen hängt entscheidend von der Innovationskraft und dem Innovationstempo der Branche ab. Im High-tech-Bereich ist der Zyklus für derartige Änderungen um den Faktor 3 bis 4 höher als in traditionellen Branchen.

Warum haben Siemens und Nokia in den letzten Jahren überproportional von dem Handyboom profitiert, während insbesondere Motorola und Ericsson im Handybereich an Boden verloren haben? Ericsson und Motorola haben ihr Geschäft zu produkt- und know-how-orientiert definiert. Dem gewandelten Verbraucherverhalten der Handynutzer wurde nicht hinreichend Rechnung getragen. Nicht mehr die Funktionalitäten und technischen Möglichkeiten des Handy stehen im Mittelpunkt für den Kunden. Die Faktoren Image, Marke und Design sind deutlich wichtiger geworden. Inzwischen ist das Handy ein Life-Style-Produkt. Nokia hat diesen Trend rechtzeitig erkannt und unter anderem durch Handys mit austauschbaren Schalen neue Trends gesetzt. Auch Siemens hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und stellte neben Technikern Marketingprofis ein, die für die Markenführung der Handys zuständig sind. Siemens hat diese Entwicklung vor rund 3 bis 4 Jahren eingeleitet und sich seitdem beständig in der Rangliste der größten Handyproduzenten nach oben gearbeitet. Von einem stark technikorientierten Geschäft hat sich die Branche in Richtung eines technisch orientierten Markenartikelbusiness gewandelt. Auch im Business-to-Business-Geschäft lassen sich Beispiele für die Neupositionierung bei Trendänderungen einerseits sowie verpasste Trends andererseits beobachten.

Im Markt der Leiterplattenbestückung können die Auswirkungen der Beachtung beziehungsweise Nichtbeachtung der beiden Trends Marktentwicklungen und Technologieveränderungen auf Technologie-Unternehmen illustriert werden. Bei der Leiterplattenbestückung wurden bis zum Auftreten der Surface Mount Technology (SMT) Axial- und Radialbestückmaschinen eingesetzt. Das US-amerikanische Unternehmen Universal war im Bereich der Axial- und Radialmaschinen enorm stark, hat aber die technologischen Entwicklungen hin zur SMT-Bestückung zu spät erkannt und die Entwicklung des neuen Marktsegmentes für Bestückmaschinen vernachlässigt. Grund hierfür war die zu enge produktorientierte Geschäftsdefinition. Da die SMT-Bestückung heute die dominierende Technologie für die Herstellung von Handys, PCs, Unterhaltungselektronik et cetera ist, hat Universal den Platz des Marktführers unter den Maschinenlieferanten verloren. Inzwischen dominieren Fuji, Panasonic und Siemens den Markt für SMT-Bestückmaschinen. Auch zwischen diesen drei Unternehmen sind deutliche strategische Unterschiede zu beobachten. Die Nutzer der SMT-Maschinen (z.B. Automobilzulieferer, Telekommunikationsunternehmen, PC-Industrie) wollen nicht bestücken, sondern ihre Produkte erfolgreich und kostengünstig herstellen und vermarkten. Fuji und Siemens haben sehr frühzeitig auf den Marktrend des Outsourcing der SMT-Bestückung gesetzt und enge Bindungen (z.B. FuE-Partnerschaften) zu damals noch relativ kleinen EMS-Unternehmen etabliert. Mit der rasanten Zunahme des Outsourcing der SMT-Bestückung sind riesige Unternehmen wie Solectron, Flextronics und Sanmina in diesem Bereich entstanden. Aufgrund der frühzeitigen Positionierung konnten Fuji und Siemens mit diesen Unternehmen in raschem Tempo mitwachsen und ehemalige Marktführer wie Universal überholen.

Sehen wir uns als letztes Beispiel noch den Markt der Leiterplattenherstellung an. Angetrieben durch die beiden Trends der Miniaturisierung und Erhöhung der Funktionalitäten pro Endprodukt sind Elektronikunternehmen heute gezwungen, immer mehr Funktionen auf immer kleineren Leiterplatten unterzubringen. Entstanden sind High Density Interconnection (HDI)-Leiterplatten, deren Leiterbahnen immer feiner und deren Bohrlöcher immer kleiner werden. Mit traditionellen mechanischen Bohrmaschinen lassen sich Löcher mit weniger als 150µm in den mehrlagigen HDI-Leiterplatten kaum noch wirtschaftlich bohren. Gegenüber einigen Konkurrenzverfahren hat sich inzwischen das Bohren mit Laserbohrmaschinen durchgesetzt. Hitachi, einer der Marktführer für mechanische Bohrmaschinen, hat frühzeitig auf den technologischen Trend der Laserbohrmaschinen gesetzt und nutzt seine Vertriebskontakte, um auch seine Laserbohrmaschinen zu verkaufen. Anfangs gab es nur wenige Produkte, die HDI-Leiterplatten benötigten. Inzwischen ist abzusehen, dass der Anteil der HDI-Leiterplatten den Anteil der konventionellen Leiterplatten in wenigen Jahren überholen wird. Hitachi, heute bereits Marktführer bei Laserbohrmaschinen für die Leiterplattenindustrie, wird also im Gegensatz zu Universal im vorigen Beispiel die Stellung der Marktführerschaft nicht nur verteidigen, sondern sogar weiter ausbauen können. Dies war bei Hitachi nur durch die Konzentration auf Markt- und Technologietrends möglich, deren gemeinsame Betrachtung zur Entwicklung einer neuen Maschinengeneration mit grundlegend neuer Technologie führte.
 

Strategien für Technologie-Unternehmen

Die Gesamtstrategie
Prinzipiell kann die Geschäftsdefinition auf einer der drei folgenden Dimensionen aufbauen:

  • Produktorientierte Geschäftsdefinition: Welche Produkte stellen wir her?

  • Know-how-orientierte Geschäftsdefinition: Was können wir?

  • Bedürfnisorientierte Geschäftsdefinition: Welche Bedürfnisse wollen wir befriedigen?

Fast ausnahmslos definieren Technologie-Unternehmen ihr Geschäft produkt- oder know-how-orientiert. Mit dieser Geschäftsdefinition sind jedoch schon viele Unternehmen, auch Marktführer, kläglich gescheitert. An dem sehr alten Beispiel der US-Eisenbahnen können die Auswirkungen einer falschen Geschäftsdefinition auf den Erfolg des Unternehmens dargestellt werden. Die Eisenbahnen definierten ihr Geschäft produkt- und know-how-orientiert. »Wir betreiben Eisenbahnen – unser Produkt ist das Eisenbahngeschäft.« Die Eisenbahnen haben enorme Gewinne erzielt und hätten diese in neue Geschäftsfelder, wie beispielsweise in die entstehende Luftfahrt investieren können. Dieses Geschäftsfeld lag jedoch gänzlich außerhalb der Geschäftsdefinition, was dazu führte, dass mit Einsetzen des Massenflugverkehrs die Eisenbahnen dramatisch an Bedeutung verloren haben.

These 1

D

ie Gesamtstrategie eines Unternehmens stellt den Kern dar, auf dem alle weiteren Maßnahmen aufbauen. Unternehmen, die die Kernfragen:
  • Wer sind wir und was ist unser Geschäft?

  • Was sind unsere Wettbewerbsvorteile?

nicht beantworten können, haben keine klare Geschäftsdefinition und werden von Unternehmen mit einer klareren Geschäftsdefinition überflügelt.

Was haben die Eisenbahnen falsch gemacht? Sie haben die Geschäftsdefinition zu eng gefasst. Die Eisenbahnkunden haben nicht die Eisenbahn genutzt, weil sie Bahn fahren wollten, sondern um von A nach B zu kommen. Das eigentliche Geschäft der Eisenbahnen ist nicht das Bahngeschäft sondern der Personentransport. Das Bedürfnis (Transport von A nach B) und nicht das Produkt (Eisenbahn) war die eigentliche Geschäftsbasis. Um die heutige Relevanz zu veranschaulichen, möchten wir die Auswirkungen der Geschäftsdefinition von Universal darstellen. Durch die Fokussierung auf die Produkte lautete die Geschäftsdefinition ungefähr: »Wir stellen Axial- und Radialmaschinen her«. Besser wäre gewesen: »Wir schaffen Lösungen für die Bestückprobleme unserer Kunden«. Dies hätte zwei Optionen eröffnet. Zum einen wäre man offen für die Entwicklung von SMT-Maschinen gewesen und zum anderen hätte Universal sich auch zum bevorzugten Lieferanten und Mitspieler des EMS-Marktes entwickeln können.

These 2

Nur Unternehmen, die das Geschäft mit den Augen der Kunden sehen, werden Kundenlösungen anstelle von Produkten schaffen. Definieren Sie deshalb Ihre Geschäftsstrategie bedürfnisorientiert.

Kundenlösungen statt Produkte
Um die Bedürfnisse der Kunden zu verstehen, sollten Sie alle Möglichkeiten der interaktiven Kommunikation nutzen. Hierzu zählen zum Beispiel Workshops mit Kunden. Zum einen haben Sie bei der Veranstaltung von Kundenworkshops die Möglichkeit, die neuen Produkte, Dienstleistungen und Roadmaps Ihren Kunden zu präsentieren. Zum anderen haben Sie aber auch die Möglichkeit, das Feedback der Kunden zu Ihren Vorstellungen der nächsten Produktgeneration und ähnliches zu erfahren. Weiterhin eignen sich R&D-Partnerschaften mit Kunden, um Produkte schneller marktfähig zu machen und vor allem besser auf die Kundenbedürfnisse abzustimmen. Dabei sollten Sie beachten, dass die gewählten Partner, die Markttrends und Ihre Strategie aufeinander abgestimmt sein müssen. Zielt Ihre Strategie darauf ab, ein Global Player zu sein beziehungsweise zu werden, müssen Sie R&D-Partnerschaften mit führenden Kunden der weltweit wichtigsten Märkte eingehen. Führend verstehen wir sowohl hinsichtlich der Größe als auch hinsichtlich der Funktion als Trendsetter. Insbesondere kleinere Unternehmen treten häufig als Technologietrendsetter auf.

Regional abgestimmte Strategien
Im Rahmen globaler Marktstrategien spielt insbesondere die Bewertung der Regionen eine entscheidende Rolle. Abbildung 1 stellt ein anonymisiertes Projektbeispiel für die weltweite Attraktivitätsbewertung der vier Regionen USA, Europa, Japan und Asien dar. Ziel war es, die Markteintrittsbarrieren zu identifizieren, zu bewerten und Maßnahmen zur Überwindung dieser Barrieren im Rahmen der Markteinführung zu entwickeln. In diesem Projekt war Asien der mit Abstand attraktivste Markt, gleichzeitig aber auch der Markt mit den höchsten Markteintrittsbarrieren. Europa wurde in der ersten Phase des Projektes hinsichtlich der Markteintrittsbarrieren als sehr kritisch eingestuft, im Rahmen von weitergehenden Untersuchungen (z.B. Kundengespräche, Vertriebsworkshops) wurden Maßnahmen definiert, um die erkannten Barrieren zu überwinden. In anderen Regionen war dies in dem Ausmaß nicht möglich.

Abb. 1: Marktattraktivitäts- / Markteintrittsportfolio
 

These 3

Unterschiedliche Regionen erfordern unterschiedliche Strategien. Bewerten Sie die Regionen, arbeiten Sie die regionalen Besonderheiten aus und setzen Sie die regionenspezifischen Maßnahmen effektiv und effizient um.

 
Kundenbedürfnisse und Wettbewerber
Das klassische Marketing konzentriert sich auf die Beziehung zwischen Lieferant und Kunde und versucht, die Bedürfnisse der Kunden zu erforschen und möglichst gut zufrieden zu stellen. Bei dieser Sichtweise wird die Konkurrenz vernachlässigt. Es reicht heute nicht mehr aus, nur die Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen und absolut gesehen gute Leistungen zu erbringen. Ihre Leistungen müssen vor allem besser als die der Konkurrenz sein, das heißt, sie müssen Wettbewerbsvorteile schaffen und verteidigen. Für die Marktführer gilt es den Vorsprung auf die Unternehmen der dritten und vierten Reihe aufrechtzuerhalten, während die Angreifer versuchen, die Wettbewerbsnachteile zu überwinden und die Lücke zu den Marktführern zu schließen. Abbildung 2 zeigt beispielhaft, wie zwei Technologie-Unternehmen aus Kundensicht wahrgenommen werden. Bei Unternehmen B handelt es sich um den ehemaligen Marktführer, der über Jahre hinweg Marktanteile an Unternehmen A verloren hat. Die ehemals überlegene Position des Unternehmens B wurde durch die konsequente Strategie des Unternehmens A – Ausrichtung an den Kundenbedürfnissen und gezielte Attackierung der Schwächen von Unternehmen B – in sehr kurzer Zeit eingeholt und überholt.

Abb. 2: Wettbewerbsvorteilsmatrix
 

These 4

Neben den Kundenbedürfnissen sind es insbesondere die Wettbewerber, die Sie im Auge behalten sollten. Setzen Sie alles daran, Best-in-Class in Ihrer Branche zu werden. Schaffen Sie Wettbewerbsvorteile bei für den Kunden wichtigen Kriterien. 

 
Die gesamte Palette an Erfolgsfaktoren beachten

Neben einer klaren Gesamtstrategie, die konsequent intern und extern umsetzt werden muss, gibt es eine Reihe von Erfolgsfaktoren (siehe Abbildung 3), die auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtet sowie aufeinander abgestimmt werden müssen.

Überlegene Produkte sichern Sie nur sehr kurzfristig vor Ihren Wettbewerbern. Schaffen Sie weitere Wettbewerbsvorteile bei anderen wichtigen Erfolgsfaktoren. Diese können im Service, in der Kommunikation, im Vertrieb, in der Verkaufsförderung, im Pricing als auch in der Gesamtstrategie liegen. Nur wenige Unternehmen sind in allen Aspekten ihren Konkurrenten überlegen. Insbesondere Technologie-Unternehmen setzen sehr stark auf die technologische Überlegenheit ihrer Produkte. In vielen Märkten wird jedoch aus einer Schrittmachertechnologie sehr schnell eine Basistechnologie. Sobald dies geschehen ist, muss die Differenzierung vom Wettbewerb durch andere Faktoren erfolgen. Ausgeklügelte Servicestrategien, offensive Kommunikation und eine gute Vertriebsmannschaft stellen weitere Erfolgsfaktoren dar.

Abb. 3: Erfolgsfaktoren im Technologie-Wettbewerb
 

These 5

Nur Unternehmen, die die gesamte Palette an Erfolgsfaktoren beherrschen, werden sich im Wettbewerb behaupten können und gestärkt aus der derzeitigen Krise hervorgehen. Das reine Vertrauen auf technisch überlegene Produkte ist kurzsichtig und mittelfristig nicht erfolgreich.

 
Umsetzung der notwendigen Maßnahmen
Die meisten deutschen Technologieunternehmen haben exzellenten Mitarbeiter, umfangreiche Informationen und ein sehr detailliertes Wissen über Produkte und Märkte. Nur ist dieses Wissen auf viele verschiedene Köpfe, Schränke oder Regionen verteilt. Durch eine systematische Entwicklung einer Marketingstrategie lassen sich alle diese wertvollen Unternehmensressourcen verbinden. Dabei müssen alle Personen, die an der Umsetzung der Marketingstrategie mitwirken sollen, möglichst frühzeitig eingebunden werden. Dies gilt insbesondere für das Topmanagement. Ohne die Unterstützung des Topmanagements wird es nie eine optimale Implementierung der erarbeiteten Strategien geben (siehe Abbildung 4).

Abb. 4: Von der Analyse zur Implementierung
 

These 6

Viele Technologie-Unternehmen haben eine exzellente Kundenkenntnis, überlegene Produkte und eine klare Strategie. Woran es hapert, ist jedoch der Sprung vom »Tue die richtigen Dinge« zum »Tue die Dinge richtig« – sprich von der Analyse der derzeitigen Situation zur Umsetzung der notwendigen Maßnahmen.

 
Zusammenfassung

Zumeist können nur Topunternehmen die zyklischen Abschwung- und Konsolidierungsphasen in der Wirtschaft relativ unbeschadet überstehen. In solchen Phasen eröffnen sich allerdings auch Unternehmen aus der dritten und vierten Reihe Chancen, sich strategisch neu zu positionieren. Die Marktführer befinden sich dabei in einer Verteidigungsposition, während die kleineren Unternehmen eine offensive Position einnehmen müssen.

  • Die Gesamtstrategie eines Unternehmens stellt den Kern dar, auf dem alle weiteren Maßnahmen aufbauen. Unternehmen, die die Kernfragen »Wer sind wir und was ist unser Geschäft?« beziehungsweise »Was sind unsere Wettbewerbsvorteile?« nicht beantworten können, werden von Unternehmen mit einer klareren Geschäftsdefinition überflügelt. 
  • Nur Unternehmen, die das Geschäft mit den Augen der Kunden sehen, werden Kundenlösungen anstelle von Produkten schaffen. Definieren Sie deshalb Ihre Geschäftsstrategie bedürfnisorientiert.
  • Unterschiedliche Regionen erfordern unterschiedliche Strategien. Bewerten Sie die Regionen, arbeiten Sie die regionalen Besonderheiten aus und setzen Sie die regionenspezifischen Maßnahmen effektiv und effizient um. 
  • Neben den Kundenbedürfnissen sind es insbesondere die Wettbewerber, die Sie im Auge behalten sollten. Setzen Sie alles daran, Best-in-Class in Ihrer Branche zu werden. Schaffen Sie Wettbewerbsvorteile bei für den Kunden wichtigen Kriterien.
  • Nur Unternehmen, die die gesamte Palette an Erfolgsfaktoren beherrschen, werden sich im Wettbewerb behaupten können und gestärkt aus der derzeitigen Krise hervorgehen. Das reine Vertrauen auf technisch überlegene Produkte ist kurzsichtig und mittelfristig nicht erfolgreich. 
  • Viele Technologie-Unternehmen haben eine exzellente Kundenkenntnis, überlegene Produkte und eine klare Strategie. Woran es hapert, ist jedoch der Sprung vom »Tue die richtigen Dinge« zum »Tue die Dinge richtig« – sprich von der Analyse der derzeitigen Situation zur Umsetzung der notwendigen Maßnahmen.

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