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- Leseprobe -
Typologisierung von Dienstleistungen: Basis für
wettbewerbsorientierte Strategien im Rahmen eines erfolgreichen
Service Engineering
von Tilmann
Barth, Andreas Hertweck,
Thomas
Meiren
Der Dienstleistungssektor hat sich in den letzten Jahren zu einem
beständigen Wachstumsmotor der Wirtschaft entwickelt. Die Thematik neuer,
innovativer Dienstleistungen gewinnt mehr und mehr an Bedeutung, nicht nur
bei reinen Dienstleistungsunternehmen. Das Management der Entwicklung und
Umsetzung neuer Dienstleistungen wird zu einem zentralen Erfolgsfaktor.
Der folgende Beitrag zeigt einen empirisch basierten Ansatz für eine
Typologisierung von Dienstleistungen und die Bildung in sich homogener
Dienstleistungscluster auf. Diese dienen als Ausgangspunkt für die
Ableitung wettbewerbsorientierter Strategien innerhalb des Service
Engineering.
Stichworte: Dienstleistungsentwicklung,
Empirische
Untersuchung, Service
Engineering, Wettbewerbsbezogene
Dienstleistungsstrategien, Zusammenfassung.
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In diesem Beitrag
erfahren Sie:
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wie man Dienstleistungen branchenunabhängig
in leistungsspezifische Dienstleistungstypen einteilen kann,
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welche charakteristischen Merkmale die
einzelnen Dienstleistungstypen besitzen,
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welche wettbewerbsorientierten
Dienstleistungsstrategien für welche Dienstleistungstypen
abgeleitet werden können.
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Dienstleistungsspezifisches
Service Engineering
Das Service Engineering verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur
systematischen Entwicklung von Dienstleistungen, der den gesamten
Lebenszyklus einer Dienstleistung von der Ideenfindung bis zur Markteinführung
umspannt [1]. Betrachtungs- und Gestaltungsobjekt sind dabei generell alle
Dienstleistungsarten.
Bei der näheren Analyse der verschiedenen Dienstleistungsarten wird
jedoch schnell ersichtlich, dass die hierunter subsummierten Leistungen äußerst
heterogen sind, angefangen bei traditionellen Dienstleistungen wie
Handels- und Finanzdienstleistungen bis hin zu modernen Online-Services.
Deshalb sind je nach Art der zu entwickelnden Dienstleistung
unterschiedliche Strategien und Methoden sowie entsprechend angepasste
Vorgehensmodelle einzusetzen. Als sehr hilfreich erweist sich eine
Strukturierung des Dienstleistungsbereichs anhand geeigneter Kriterien.
Eine solche Strukturierung ermöglicht es, die verschiedenen
Dienstleistungen nach Typen zu ordnen und für die einzelnen Typen adäquate
Vorgehensmodelle zu entwickeln, was die Basis für ein
merkmalsorientiertes und typenspezifisches Service Engineering darstellt.
Typologisierung von
Dienstleistungen als Basis für ein merkmalsorientiertes Service
Engineering
Eine Typologie besitzt die generelle Aufgabe, die Eigenarten eines
abstrakten Begriffs durch das Herausstellen des Wesentlichen greifbar zu
machen [2]. Insofern ist diese Methode unmittelbar dazu geeignet, den
wenig fassbaren Begriff der »Dienstleistung« transparenter zu gestalten.
Im folgenden wird basierend auf empirischen Ergebnissen [3] eine
Typologisierung für Dienstleistungen entwickelt. Hierzu werden ausgehend
von definitorischen Charakteristika der Dienstleistungen acht signifikante
Dienstleistungsmerkmale herausgearbeitet. Darauf aufbauend werden mittels
einer Faktorenanalyse und einer daran anschließenden Clusteranalyse in
sich homogene Typen von Dienstleistungen identifiziert. Diese werden
detailliert beschrieben und im Hinblick auf ihre Eignung als Ausgangspunkt
für die Ableitung generischer Wettbewerbsstrategien untersucht.
Die
Dimensionen des Dienstleistungsbegriffs
Ausgangspunkt einer Dienstleistungstypologie bildet die Abgrenzung von
Dienstleistungen zu anderen Leistungen, vor allem zu Sachleistungen. Dies
erfolgt mit Hilfe einer Definition spezifischer
Dienstleistungscharakteristika. In einem zweiten Schritt werden dann
gemeinsame Merkmale sämtlicher in der Definition erfassten Leistungen
herausgefiltert, die den Ausgangspunkt für eine Typologie dieser
Leistungen bilden.
Ein Blick in die einschlägige Literatur läßt schnell erkennen, dass die
Begriffe »Service« beziehungsweise »Dienstleistung« zwar seit langem
etabliert sind, jedoch keine allgemeingültige Definition des Begriffs »Dienstleistung«
existiert [4, 5], die direkt als Ausgangspunkt für eine Typologisierung
von Dienstleistungen dienen könnte. Auch ein Rückgriff auf die gängige
Unternehmenspraxis erweist sich als wenig hilfreich, da der Begriff der
Dienstleistung dort zur Umschreibung für eine Vielzahl höchst
heterogener Leistungen herangezogen wird [6], was eine präzise Abgrenzung
ihrer inhaltlichen Komponenten schwierig beziehungsweise unmöglich macht.
Unter allen Definitionsansätzen erweist sich im Hinblick auf die zu
erreichende Systematisierung einzig der sogenannte konstitutive Ansatz,
bei dem der Dienstleistungsbegriff anhand bestimmter, konstitutiver
Merkmale beschrieben und gegenüber Sachgütern abgegrenzt wird, als
zweckmäßig. Allerdings ist auch innerhalb dieses Ansatzes keine völlig
einheitliche Begriffsklärung zu erkennen [7], was wiederum direkt mit der
Vielfalt und Heterogenität von Dienstleistungen zusammenhängt. Diesem
Ansatz zufolge ergeben sich vier grundsätzliche Betrachtungsebenen, die -
miteinander verknüpft [8] - die wesentlichen Elemente beziehungsweise
Merkmale von Dienstleistungen beschreiben:
-
die Potential-Ebene,
-
die Prozess-Ebene,
-
die Ergebnis-Ebene sowie
-
die Markt-Ebene.
Den Ausgangspunkt der Potential-Ebene bildet die Tatsache, dass
der Dienstleistungsanbieter seinen Kunden keine bereits auf Vorrat
produzierte Leistung anbieten kann. Die am Markt angebotene Leistung umfasst
bei Dienstleistungen - im Gegensatz zu Sachgütern - jeweils nur die Fähigkeit
und Bereitschaft des Dienstleistungsanbieters zur Erbringung der
Dienstleistung [9].
Dienstleistungen enthalten daneben auch eine Prozess-Ebene, bei der
der Erstellungsvorgang der Dienstleistung im Mittelpunkt steht. Die Prozess-Ebene
berücksichtigt die beiden Tatsachen, dass Dienstleistungen vor allem
wegen ihres Prozesscharakters nachgefragt werden (wie etwa Wachdienste)
und dass in diesen Erstellungsprozess immer externe Faktoren integriert
werden. Externe Faktoren bezeichnen dabei die Produktionsfaktoren, die von
außen in den Dienstleistungsprozess eingebracht werden und deshalb vom
Dienstleistungsanbieter nicht autonom disponiert werden können. In vielen
Fällen stellt der Kunde den externen Faktor dar [4].
Die Ergebnisse von Dienstleistungen stellen bestimmte materielle oder
immaterielle Wirkungen an den externen Faktoren dar (Ergebnis-Ebene).
Wichtig hierbei ist festzuhalten, dass das oftmals zur Charakterisierung
von Dienstleistungen herangezogene Kriterium der Immaterialität nicht
immer zutreffend ist. Vielmehr lassen sich sämtliche Dienstleistungen auf
einem Kontinuum zwischen hohem und niedrigem materiellen Anteil platzieren,
entsprechend dem Anteil materieller beziehungsweise immaterieller
Ergebniselemente [10].
Darüber hinaus wird in vielen Begriffsklärungen immer wieder darauf
hingewiesen, dass es sich bei Dienstleistungen um »vermarktbare« oder »marktfähige«
Leistungen handelt, also Leistungen, die zur Erfüllung von Bedürfnissen
und Erwartungen interner oder externer Kunden bestimmt sind und die bei
Inanspruchnahme auch einen Mehrwert für den Anbieter erzeugen (Markt-Dimension).
Diese Dimension spielt vor allem im Hinblick auf das Service Engineering
eine Rolle, das nicht auf Dienstleistungen abzielt, die sich
beispielsweise aus gesetzlichen Vorschriften ergeben, wie etwa die
Verpflichtung des Einzelhandels zur Produktrücknahme im Schadensfall.
Solche Dienstleistungen sind bereits weitgehend vordefiniert und müssen
aus diesem Grund nicht den vergleichsweise aufwendigen Service Engineering
Prozeß durchlaufen.
Der Charakterisierung von Dienstleistungen mit Hilfe dieser vier
miteinander verknüpften, konstitutiven Elemente kann sicher widersprochen
werden [4;5;9] - wie auch den ihr zugrunde liegenden Basisdefinitionen.
Die vier Dimensionen bilden jedoch einen geeigneten Rahmen für die
Ableitung zentraler Dienstleistungsmerkmale, die ihrerseits die Basis für
die Typologisierung darstellen. Wesentliche
Dienstleistungsmerkmale
Mit der Definition des Dienstleistungsbegriffs wurden wesentliche
Eigenschaften von Dienstleistungen umrissen. Damit ist klargestellt,
welche Leistungen die zu entwickelnde Typologie umfasst. Zur Ableitung
einer solchen Typologie bestehen zwei grundsätzliche Möglichkeiten. Als
naheliegendes Analysekriterium erscheint zunächst die Einteilung in
unterschiedliche Branchen. Jedoch zeigt sich bei näherer Betrachtung, dass
dieses Kriterium nicht besonders aussagekräftig ist, da insbesondere im
Dienstleistungsbereich eine zunehmende Verschmelzung einzelner Branchen zu
beobachten ist. Vielfach wird etwa dieselbe Dienstleistung von Unternehmen
aus verschiedenen Branchen angeboten. Als eingängiges Beispiel mögen
sogenannte Customer Care Services dienen, also Dienstleistungen im
Bereich der Kundenbetreuung und Kundenpflege. Es gibt mittlerweile kaum
eine Branche, in der nicht Call Center, Helpdesks oder Hotlines
anzutreffen sind. Ein weiterer Kritikpunkt an der Differenzierung nach
Branchen besteht darin, dass man sehr schnell bei der wenig fruchtbaren
Diskussion »Dienstleistungssektor versus produzierender Sektor« endet.
Dies ist zwangsläufig wenig trennscharf, da gerade bei produzierenden
Unternehmen die Bedeutung von Dienstleistungen ständig zunimmt und diese
immer mehr angeboten werden. So erreicht der Dienstleistungsanteil bei
einigen Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus mittlerweile 40 Prozent
und mehr des Gesamtumsatzes.
Insgesamt gesehen erweist sich damit eine Differenzierung nach Branchen
als ungeeignete Typologisierung von Dienstleistungen. Erfolgversprechender
ist eine merkmalsorientierte Unterscheidung nach der Art der
Dienstleistungen, die sich an wesentlichen Dienstleistungscharakteristika
orientiert und die dadurch eine weitgehende Unabhängigkeit von der
Branchenzugehörigkeit der anbietenden Unternehmen gewährleistet.
In der Literatur finden sich zwar eine Reihe solcher Typologisierungsansätze
für den Dienstleistungsbereich [6;11], jedoch basieren nur wenige auf
empirischen Untersuchungen. Die im folgenden entwickelte Typologisierung
hingegen weist eine empirische Fundierung auf [12]. Ziel war es dabei
ausdrücklich nicht, den vorhandenen Dienstleistungstypologien eine
weitere hinzuzufügen, sondern vielmehr für die vertiefenden Arbeiten zum
Service Engineering beziehungsweise zum Dienstleistungsmanagement eine
solide wie pragmatische Strukturierung des Dienstleistungsbereichs zu
schaffen.
Ausgangspunkt für die Erarbeitung einer geeigneten Typologie bilden
insgesamt acht unterschiedliche Merkmale, die im Rahmen der Befragung von
Unternehmen zur Charakterisierung der von ihnen angebotenen
Dienstleistungen identifiziert wurden. Da diese Merkmale teilweise
miteinander korrelieren, wurden hieraus zunächst mit Hilfe einer
Faktorenanalyse unabhängige Einflussfaktoren herausgefiltert. Diese
bildeten ihrerseits den Ausgangspunkt für die Gruppierung der
Umfragedaten mit Hilfe einer hierarchischen Clusteranalyse nach der
Ward-Methode. Die somit gefundenen Gruppen (»Cluster«) repräsentieren
die auswertungsrelevanten Dienstleistungstypen.
Bereits aus der Verteilung der acht Merkmale lassen sich einige
interessante Aussagen ableiten. Diese werden im folgenden kurz
vorgestellt, bevor die einzelnen, sich hieraus ergebenden Cluster
detailliert dargestellt werden.
Die acht Merkmale im Überblick:
-
Bezüglich des ersten untersuchten Merkmals, das heißt der Frage
nach dem Objekt der Dienstleistungserbringung (Abb. 1),
antworten 36 Prozent der befragten Unternehmen, dass ihre
Dienstleistungen überwiegend an Menschen erbracht werden (Kategorie
5). Bei rund 45 Prozent handelt es sich um Mischformen (Kategorien 2,
3 und 4), während 19 Prozent der Unternehmen ihre Dienstleistungen überwiegend
an Maschinen erbringen (Kategorie 1). Beispiele für die letztere
Gruppe sind insbesondere technische Dienstleistungen wie etwa
Montage-, Wartungs- und Instandhaltungsleistungen. Charakteristisch für
viele dieser Dienstleistungen ist zudem, dass sie von den Unternehmen
meist nicht als eigenständige Leistung angeboten werden, sondern als
begleitende Nebenleistung zu Sachgütern. Interessant ist darüber
hinaus die Tatsache, dass Unternehmen, die ihre Dienstleistungen im
wesentlichen am Menschen erbringen, diese Leistungen in der Regel als
Hauptleistungen anbieten.
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Bei der anschließenden Frage nach dem Faktor der
Dienstleistungserbringung (Abb.1) geben 61 Prozent der Unternehmen
an, dass ihre Dienstleistungen überwiegend durch Menschen erbracht
werden (Kategorie 5), während nur drei Prozent der Dienstleistungen
überwiegend durch Maschinen erbracht werden (Kategorie 5). Bei
letzteren handelt es sich um hochautomatisierte Dienstleistungen wie
etwa die maschinengestützten Kuvertierungs- und Versandarbeiten für
Massenwurfsendungen oder Online-Dienstleistungen wie Datenclearing und
Datentransport. Dies zeigt zwar, dass Dienstleistungen durchaus auch
mit einer sehr geringen Personalintensität erbracht werden können.
Insgesamt gesehen bestätigen die Ergebnisse jedoch das konventionelle
Verständnis von Dienstleistungen, das geprägt ist durch einen hohen
Einsatz menschlicher Arbeitsleistung.
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Das dritte Merkmal stellt eine Beurteilung der Komplexität
(Abb. 1) der angebotenen Dienstleistung dar. Hier antworten 49 Prozent
beziehungsweise 28 Prozent der Unternehmen, dass sie die Komplexität
ihrer Dienstleistungen sehr hoch (Kategorie 5) beziehungsweise hoch
(Kategorie 4) einschätzen, während nur zwei Prozent der Unternehmen
ihre Dienstleistung als wenig komplex empfinden (Kategorie 1).
Interessant ist hierbei, dass Dienstleistungen also durchaus nicht als
etwas »Einfaches« und »leicht Handhabbares« gesehen werden,
sondern ihnen vielmehr ein hoher Komplexitätsgrad zugeschrieben wird
- zumindest empfinden die befragten Unternehmen dies so. Eine Ursache
hierfür könnte die hohe Bedeutung des menschlichen Faktors sein
(vgl. Merkmale 1 und 2), möglicherweise liegt es aber auch an einem
Mangel an geeigneten Methoden zum Management von Dienstleistungen.
Vergleicht man die Komplexität mit anderen Merkmalen, fällt auf, dass
die Komplexität mit verschiedenen anderen Merkmalen positiv
korreliert ist. Als wesentliche Komplexitätstreiber bei
Dienstleistungen lassen sich demnach die Anpassbarkeit, der
Interaktionsgrad und die Dienstleistungsbündelung identifizieren. Die
Komplexität ihrerseits hat wiederum Einfluss auf den
Dienstleistungsfaktor. Je komplexer eine Dienstleistung ist, desto
eher wird sie vom Menschen erbracht.
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Die Frage nach dem Standardisierungsgrad (Abb. 1) der
angebotenen Leistungen ergibt eine deutlich andere Verteilung. Waren
die bisherigen Merkmale eher durch extreme Merkmalsausprägungen (v.a.
linksschiefe Verteilungen) gekennzeichnet, so ergibt sich bezüglich
des Standardisierungsgrads eine annähernd symmetrische Verteilung.
Insgesamt geben zehn Prozent der Unternehmen an, dass ihre
Dienstleistungen nur in sehr geringem Maße standardisierbar sind
(Kategorie 1). Im Gegensatz dazu sind es fünf Prozent der
Unternehmen, die den Standardisierungsgrad ihrer Dienstleistungen als
sehr hoch einschätzen (Kategorie 5). Bei der ersten Gruppe handelt es
sich vielfach um Forschungs- und Beratungsdienstleistungen, während
bei der zweiten Gruppe das Spektrum der Dienstleistungen sehr weit
streut.
-
Die Anpassbarkeit (Abb. 1) der jeweiligen Dienstleistungen an
individuelle Kundenwünsche ist das fünfte der untersuchten Merkmale.
Hier geben 57 Prozent beziehungsweise 29 Prozent der befragten
Unternehmen an, dass ihre Dienstleistungen in sehr hohem
beziehungsweise hohem Maße an Kundenwünsche anpassbar sind
(Kategorie 5 beziehungsweise 4), während innerhalb der gesamten
Befragung nur zwei Unternehmen ihre Leistung als sehr gering anpassbar
charakterisieren (Kategorie 1) - es handelt sich dabei um eine
Lotteriegesellschaft und einen Trinkwasserversorger. Die Ergebnisse
bestätigen nicht nur die hohe Bedeutung des externen Faktors »Kunde«
bei der Erbringung von Dienstleistungen, sondern verdeutlichen auch
den hohen Grad an Flexibilität, der von der überwiegenden Mehrheit
der Dienstleistungsanbieter verlangt wird.
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Der Interaktionsgrad (Abb. 1), das heißt die beabsichtigte
und planbare Einbeziehung des Kunden in die Leistungserbringung, weist
eine ähnliche Verteilung wie bereits zuvor die Anpaßbarkeit auf.
Auch hier bewerten drei Viertel der Unternehmen die Merkmalsausprägung
hoch bis sehr hoch (36 Prozent in Kategorie 4 und 39 Prozent in
Kategorie 5), also die Interaktion zwischen Mitarbeitern und Kunden
spielt bei der Dienstleistungserbringung eine entscheidende Rolle.
Dieses Resultat zeigt damit zugleich auch sehr deutlich, dass an
Mitarbeiter im Dienstleistungsbereich erheblich andere Anforderungen
zu stellen sind als beispielsweise an Mitarbeiter in produzierenden
Unternehmen. Insbesondere erlangen kommunikative und soziale Fähigkeiten
im Umgang mit den Kunden eine weitaus größere Bedeutung.
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Das siebte der untersuchten Merkmale beschäftigte sich mit der
Kopplung
der Dienstleistungen an materielle Güter (Abb. 1). Es fällt auf,
dass sich die Antworten der befragten Unternehmen relativ gleichmäßig
über die einzelnen Kategorien verteilen. Insbesondere erhalten beide Extrema recht hohe Werte. So geben 17 Prozent
der Unternehmen an, dass ihre Dienstleistungen nur sehr gering an
materielle Güter gekoppelt sind (Kategorie 1). Stark ausgeprägt sind
dabei vor allem Beratungs- und Schulungsleistungen. Dagegen zählen zu
den 13 Prozent der Unternehmen, deren Dienstleistungen sehr hoch an
materielle Güter gekoppelt sind (Kategorie 5), insbesondere
technische Dienstleistungen, aber auch Dienstleistungen im Bereich des
Facility Management oder des IT-Outsourcing.
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Das letzte Merkmal betrachtet die gegenseitige Kopplung der
Dienstleistungen (Abb. 1). Es zielt auf die Fragestellung ab, ob
Dienstleistungen von den Unternehmen eher als Einzelleistungen oder
als Dienstleistungspakete/Dienstleistungsbündel angeboten werden. Die
Ergebnisse der Befragung zeigen, dass bei der Mehrzahl der Unternehmen
die angebotenen Dienstleistungen relativ stark gekoppelt sind. So schätzen
immerhin insgesamt 37 Prozent die gegenseitige Kopplung ihrer
Dienstleistungen als hoch ein (Kategorie 4), und 14 Prozent bezeichnen
diese sogar als sehr hoch (Kategorie 5). Nur fünf Prozent der
Unternehmen geben hingegen an, dass ihre Dienstleistungen in nur sehr
geringem Maße gegenseitig gekoppelt sind. Im Vergleich zur Sachgüterkopplung
fällt allerdings auf, dass die Dienstleistungen der befragten
Unternehmen stärker an andere Dienstleistungen als an Sachgüter
gekoppelt sind, denn das Profil bei der Sachgüterkopplung ist
wesentlich ausgeglichener.
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Merkmal:
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Objekt
der Dienstleistungserbringung
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Frage:
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Für wen werden Ihre
Dienstleistungen überwiegend erbracht?
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Merkmal:
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Faktor
der Dienstleistungserbringung
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Frage:
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Durch wen werden Ihre
Dienstleistungen überwiegend erbracht?
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Merkmal:
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Komplexität
der Dienstleistungserbringung
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Frage:
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Wie hoch schätzen Sie
den Komplexitätsgrad Ihrer Dienstleistungen ein?
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Merkmal:
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Anpassbarkeit
der Dienstleistungserbringung
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Frage:
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Wie hoch schätzen Sie
die Anpassbarkeit Ihrer Dienstleistungen an individuelle
Kundenwünsche ein?
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Merkmal:
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Interaktionsgrad
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Frage:
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Wie hoch schätzen Sie
die Interaktion zwischen Kunden und Mitarbeitern bei der
Dienstleistungserbringung ein?
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Merkmal:
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Kopplung
der Dienstleistung an materielle Güter?
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Frage:
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Wie hoch schätzen Sie
die Kopplung Ihrer Dienstleistungen an materielle Güter ein?
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Merkmal:
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Dienstleistungsbündelung
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Frage:
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Wie hoch schätzen Sie
die gegenseitige Kopplung Ihrer Dienstleistungen
("Dienstleistungsbündelung") ein?
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Abb. 1: Übersicht über die untersuchten
Dienstleistungsmerkmale [13]
Abschließend bleibt noch festzuhalten, dass die beschriebenen Ausprägungen
der acht Merkmale in ähnlicher Weise sowohl auf unternehmensbezogene
Dienstleistungen (»business-to-business«) als auch auf
konsumentenbezogene Dienstleistungen (»business-to-consumer«) zutreffen.
Zumindest ließen sich im Rahmen der Befragung hierbei keine nennenswerten
Unterschiede ausmachen. Hinsichtlich der Differenzierung in Haupt- und
Nebenleistungen bestanden bei den Merkmalen Dienstleistungsobjekt,
Komplexität und Interaktionsgrad leichte Unterschiede. Hier waren jeweils
die höheren Kategorien bei den Hauptleistungen stärker ausgeprägt. Bei
allen anderen Merkmalen zeigte sich eine annähernd ähnliche Verteilung.
Ableitung
von Dienstleistungsclustern
In einem nächsten Schritt ist es notwendig, die Zusammenhänge zwischen
den acht Merkmalen zu betrachten und diese dann zu Dienstleistungsclustern
zu verdichten, die verschiedene Typen von Dienstleistungen mit jeweils
einer bestimmten Merkmalskombination repräsentieren. Auf Basis dieser
Cluster wiederum können konkrete Handlungsempfehlungen für die
Gestaltung von Wettbewerbsstrategien abgeleitet werden, die ihrerseits den
Ausgangspunkt für ein effektives Service Engineering bilden.
Zum Herausfiltern der Zusammenhänge zwischen den Merkmalen wurde zunächst
eine Korrelationsanalyse durchgeführt, der sich eine Faktorenanalyse
anschloss, mit deren Hilfe die acht Merkmale auf zwei unabhängige Einflussgrößen,
die Variantenvielfalt und die Kontaktintensität reduziert werden konnten.
Diese beiden Faktoren bilden die wesentlichen, voneinander unabhängigen
Unterscheidungsmerkmale der untersuchten Dienstleistungen.
Um von diesen beiden Faktoren zu repräsentativen Dienstleistungstypen zu
gelangen, war es notwendig, mittels einer Clusteranalyse typische Ausprägungen
dieser Faktoren beziehungsweise charakteristische Faktorkombinationen zu
ermitteln, auf die sich ein Großteil der betrachteten Dienstleistungen
zuordnen lässt. Insgesamt ergaben die Untersuchungen vier in sich
homogene Cluster, die wie folgt beschrieben werden können.
Abb. 2: Zentrale Einflussfaktoren der untersuchten
Dienstleistungen
-
Cluster 1:
Die hier von den Unternehmen angebotenen Dienstleistungen zeichnen
sich insbesondere durch einen sehr niedrigen Mittelwert hinsichtlich
des zweiten Faktors aus, das heißt, es handelt sich um
Dienstleistungen mit einer extrem niedrigen Kontaktintensität. Als
eingängiges Beispiel hierfür mögen Versicherungsdienstleistungen
dienen, bei denen oftmals ein Kundenkontakt nur bei Vertragsabschluß
oder im Schadensfall stattfindet und in der restlichen Zeit die
Dienstleistungsprozesse (z.B. Kalkulationen, Rechnungsstellungen) fast
komplett im Back Office des Versicherungsunternehmens ablaufen.
-
Cluster 2:
Die Betrachtung der Faktoren-Mittelwerte zeigt bezüglich der
Kontaktintensität im Vergleich zum ersten Cluster eine
entgegengesetzte Ausprägung, das heißt, es sind insbesondere sehr
kontaktintensive Dienstleistungen vertreten. Außerdem weist der erste
Faktor einen hohen Mittelwert auf, so dass in diesem Cluster zusätzlich
von sehr variantenreichen Dienstleistungen ausgegangen werden kann.
Eine Analyse der Dienstleistungen, die diesem Cluster zugeordnet
werden, macht deutlich, dass es sich sehr stark um Dienstleistungen
aus dem Bereich der Business Services handelt, also beispielsweise
Beratungs-, Marktforschungs- und Engineering-Dienstleistungen, die
typischerweise sehr kundenspezifisch sind und in enger Abstimmung mit
den Kunden erbracht werden.
-
Cluster 3:
Im dritten Cluster sind vor allem Dienstleistungen vertreten, die
einerseits über einen niedrigen Standardisierungsgrad verfügen und
andererseits stark an materielle Güter gekoppelt sind. Die
Betrachtung der hier von den Unternehmen genannten Dienstleistungen
zeigt denn auch, dass es sich sehr häufig um technische
Dienstleistungen wie etwa Montage- und Reparaturdienstleistungen
handelt.
-
Cluster 4:
Die in diesem Cluster vorkommenden Dienstleistungen sind sehr
variantenarme Dienstleistungen, die zudem mit einem hohen
Standardisierungsgrad erbracht werden. So konnten beispielsweise viele
Dienstleistungen aus dem Bereich Handel und Banken dieser Gruppe
zugeordnet werden. Außerdem fällt auf, dass Großunternehmen in
diesem Cluster überdurchschnittlich häufig vertreten sind.
fasst man diese vier Cluster in einem Portfolio zusammen, so ergibt
sich die folgende Abbildung 3, die einen Überblick über die
verschiedenen Dienstleistungstypen und ihre wesentlichen Einflussfaktoren
ermöglicht.
Ansatzpunkte
für wettbewerbsorientierte Service Strategien
Die beschriebene Dienstleistungstypologie eignet sich sehr gut als
Ausgangspunkt für ein merkmalsorientiertes Service Engineering
beziehungsweise Dienstleistungsmanagment. Die als wesentliche Einflussfaktoren
identifizierten Variablen »Kontaktintensität« und »Variantenvielfalt«
beziehungsweise die hinter diesen beiden Faktoren stehenden Merkmale müssen
als wesentliche Stellhebel für die Ableitung von Strategien verstanden
werden. Im folgenden wird die Dienstleistungstypologie für die
Generierung dienstleistungsspezifischer Wettbewerbsstrategien
herangezogen.
Abb. 3: Dienstleistungstypologie
Ziel wettbewerbsorientierter Strategien ist das Anbieten überlegener
(Dienst-) Leistungsangebote [14]. Prinzipiell lassen sich hierbei zwei
Stellhebel der Marktstimulierung unterscheiden: die Qualitäts- und
die Kostenorientierung, wobei beide sich sowohl auf den Gesamtmarkt
als auch auf bestimmte Nischen (Strategie der Konzentration auf
Schwerpunkte) erstrecken können [15]. Die Strategie der Differenzierung
verlangt nach einer überlegenen Qualität oder Leistung, die aus
Kundensicht höhere Preise rechtfertigt. Solche Leistungsvorteile bei
Dienstleistungen können beispielsweise durch ein höheres
Leistungsniveau, eine überlegene Leistungsarchitektur oder aufgrund
besonderer Qualität bei der Erbringung der Leistung realisiert werden
[7;15]. Auch die in diesem Beitrag dargestellten Merkmale von
Dienstleistungen können jeweils als eine Stellschraube zur
Differenzierung der Leistung herangezogen werden. Die Strategie der
Kostenführerschaft sieht vor, dass Leistungen billiger im Vergleich zum
Wettbewerb angeboten werden und auf diese Art und Weise ein entsprechender
Umsatz gesichert wird. Die Verfolgung dieser Strategie im
Dienstleistungsbereich stellt sich normalerweise schwieriger dar als etwa
im Sachgüterbereich. So bereitet die Reduzierung der in der Regel
vergleichsweise teuren menschlichen Arbeitsleistung bei Dienstleistungen
größere Probleme. Jedoch sind auch für die Umsetzung dieser Strategie
bereits zahlreiche Methoden entwickelt worden. Sie resultieren vielfach in
einfachen, schlanken und oftmals auch sehr stark standardisierten
Dienstleistungen [14;15].
Aufbauend auf diesen beiden Grundstrategien verfolgen in jüngster Zeit
nicht zuletzt aufgrund des zunehmenden Wettbewerbsdrucks immer mehr
Unternehmen sogenannte Outpacing-Strategien [16]. Diese bestehen
aus einer intelligenten Kombination der beiden generischen Strategien der
Kostenführerschaft und der Differenzierung. Obwohl solche
Outpacing-Strategien im wesentlichen im klassischen Produktionsbereich
angewandt werden, existieren auch für Dienstleistungen entsprechende Ansätze.
Sie sind dort als »No Frills«-Konzept bekannt und bezeichnen ein Angebot
von günstigen und transparenten Leistungen, bei dem die Kernleistungen
einen hohen Qualitätsanspruch erfüllen [14].
Während für die Umsetzung der verschiedenen generischen
Dienstleistungsstrategien bereits Methoden erarbeitet sind, stellt sich im
Rahmen eines merkmalsorientierten Service Engineering vor allem die Frage,
welches Strategiekonzept für welchen Dienstleistungstyp als vorteilhaft
einzustufen ist. Dazu werden der im vorigen Abschnitt erarbeiteten
Dienstleistungstypologie die drei beschriebenen Strategiealternativen
gegenübergestellt und mit Handlungsempfehlungen versehen. Hierbei ist
allerdings zu beachten, dass diese Empfehlungen keine universelle Gültigkeit
besitzen, sondern Tendenzen aufzeigen, die im Einzelfall einer kritischen
Reflexion bedürfen und an den individuellen unternehmens- beziehungsweise
marktspezifischen Gegebenheiten zu spiegeln sind. Nichtsdestoweniger
stellen die Handlungsempfehlungen eine wertvolle Unterstützung bei der
Ableitung von adäquaten Strategien im Rahmen des Service Engineering dar.
In Abbildung 4 sind die beschriebenen Strategien jedem der vier
Dienstleistungstypen zugeordnet und mit einer Einschätzung bezüglich
ihrer Umsetzbarkeit in Verbindung mit dem jeweiligen Dienstleistungstyp
versehen. Dabei wurden nur die drei Stufen »empfehlenswert«, »möglich«
und »nicht empfehlenswert« unterschieden. Detailliertere Empfehlungen
sind nach Meinung der Autoren nur einzelfallspezifisch mit Kenntnis der
jeweiligen markt- und unternehmensbezogenen Besonderheiten möglich.
Abb. 4: Strategieempfehlungen auf Basis der
Dienstleistungstypologie
Betrachtet man die Empfehlungen in ihrer Gesamtheit, fällt auf, dass
nur ein Dienstleistungstyp für die Strategie der Preisführerschaft
geeignet ist. Dies entspricht im wesentlichen auch Ergebnissen anderer
Forschungsarbeiten [17] und ist auf die beiden Haupteinflussfaktoren der
Typologie, der Kontaktintensität und der Variantenvielfalt zurückzuführen.
Eine hohe Kontaktintensität erhöht unter anderem deshalb die Attraktivität
der Differenzierungsstrategie, da mit steigender Einbeziehung des externen
Faktors auch die Erkenntnisse über dessen Präferenzen steigen. dass eine
hohe Variantenvielfalt ebenfalls die Differenzierung begünstigt, bedarf
keiner weiteren Begründung. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass
die Strategie der Preisführerschaft im Dienstleistungsbereich nicht
praktikabel ist. Handelt es sich beim externen Faktor beispielsweise nicht
um einen Menschen, sondern etwa um eine Maschine, wie dies bei einer
vollautomatischen Autowaschanlage der Fall ist, greift die oben verfolgte
Argumentation nicht, und eine solche Strategie kann durchaus erfolgreich
sein [15].
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