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- Volltext -
Grundlagen eines projektorientierten
Innovationscontrolling
von Cornelius Herstatt,
Christian Müller
Insbesondere Innovationen in High-tech-Branchen sind
geprägt durch einen hohen Grad an Komplexität und Unsicherheit
hinsichtlich Technologie und Markt. Für die erfolgreiche Durchführung
von Innovationsprojekten sind neben einer Portion Glück im Wesentlichen
Kreativität, Weitsicht, Einfallsreichtum und Intuition erforderlich.
In diesem Zusammenhang wird häufig darauf verwiesen, dass Innovation
insbesondere einen großen Freiraum für die schöpferische Entfaltung
braucht. Jede administrative Aufgabe wird von den Forschern in
Innovationsprojekten deshalb häufig als bürokratisch und
innovationsfeindlich angesehen und daher kategorisch abgelehnt. Noch immer
wird Controlling mit (Fremd-)Kontrolle gleichgesetzt. Diese einseitige
Sichtweise übersieht aber das große Potenzial des Controllings für
Innovationen.
Stichwörter: Balance zwischen Innovation
und Controlling; Elemente des Innovationscontrollings, Zieldefinition;
Projektstrukturplan; Ablauf- und Terminplanung; Ressourcen- und
Kostenplanung; Projektüberwachung und -steuerung; Checkliste für ein
effizientes Innovationscontrolling; Bedeutung des Controllings für
Innovationsprojekte; Zusammenfassung.
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In diesem Beitrag erfahren
Sie:
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wie das Controlling den Innovations-prozess bei
gleichzeitiger Beachtung betriebswirtschaftlicher
Rahmenbedingungen unterstützen kann,
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wie notwendig eine klare Zielformu-lierung und
Planung der Parameter Zeit, Ressourcen und Kosten ist und dass
auf eine sorgfältige Überwachung und Steuerung der Ziele und
Planungen nicht verzichtet werden darf,
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wie die Balance zwischen Kreation und Innovation
auf der einen und effizientem Projektcontrolling auf der anderen
Seite gefunden werden kann.
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Balance finden zwischen Innovation und Controlling
Innovationscontrolling sollte verstanden werden als Mittel
zur Selbstkontrolle, das dabei hilft, die vereinbarten Ziele mit den zur
Verfügung stehenden Mitteln im geplanten Zeitraum – und somit
wirtschaftlich effizient – realisieren zu können. Angesichts des hohen
zeitlichen Wettbewerbsdrucks in High-tech Branchen ist ein
Innovationscontrolling, das die wertvolle Ressource »Zeit« im Visier
hat, unabdingbar, um der bekannten und weit verbreiteten »Not
Yet«-Problematik im Innovationsgeschehen zu begegnen. Das »Not
Yet«-Problem beschreibt das Nicht-Erreichen von Meilensteinen und das
Vertrösten durch die Projektleiter, dass man zwar den Meilenstein noch
nicht erreicht hat, aber kurz davor steht. Dieses führt zwangsläufig zu
einer ständigen Verlängerung von Projektphasen und letztlich zur
Überschreitung von Zeit- und Budget-Vorgaben.
Das Ziel dieses Beitrages ist es daher, für den Einsatz eines
Controllings zu werben, welches zur Unterstützung des
Innovationsprozesses bei gleichzeitiger Beachtung betriebswirtschaftlicher
Rahmenbedingungen dienen kann. Diese Balance zu finden zwischen Kreation
und Innovation einerseits und effizientem Projektcontrolling anderseits
soll die folgende Abbildung verdeutlichen.
Nachfolgend werden ausgewählte Elemente eines wirkungsvollen
Innovationscontrollings kurz skizziert, wie sie auch für
High-tech-Projekte einsetzbar sind.

Abb. 1: Balance zwischen Innovation und Controlling
[1]
Die Elemente des Innovationscontrollings –
Zieldefinition
In der Literatur über das Controlling von Projekten wird
übereinstimmend die Zielklarheit von Projekten als erfolgskritisch
identifiziert [2]. Die Forderung nach einer klaren Zieldefinition scheint
auf den ersten Blick trivial zu sein. In der Innovationspraxis finden sich
aber zahlreiche Beispiele, bei denen Projekte initiiert worden sind, ohne
die konkreten Ziele für alle Beteiligten präzise vorab zu definieren.
Innovationsprojekte in High-tech-Branchen besitzen aufgrund ihrer
Komplexität das latente Risiko, sich in wissenschaftlich interessanten
Nebenaspekten zu verlieren, die man meint »en passant« gleichzeitig
bearbeiten zu können. Allerdings lässt sich die gleichzeitige Verfolgung
mehrerer Lösungswege nicht mit wenigen Experimenten beantworten, so dass
sowohl der Zeitrahmen als auch die vorher geplanten Ressourcen nicht
ausreichen, um wenigstens einen Weg zu Ende zu verfolgen. Ein klare
Zieldefinition am Anfang kann dies verhindern. Aus Innovationsprojekten
entstandene Nebenaspekte sollten in einem neuen Projekt mit eigenem
Zeitrahmen, Budget und Ressourcen durchgeführt werden.
Die Ziele jedes Projektes müssen so formuliert werden, dass sie konkrete
Aussagen geben können nach dem Inhalt (Was soll erreicht werden?), nach
dem Ausmaß (Wie viel davon soll erreicht werden?), nach der Zeitperiode
(Wann soll das Ziel erreicht werden?) und nach dem Budgetrahmen (Was soll
das Projekt kosten?). Ohne eine derart eindeutige Zieldefinition ist weder
eine sinnvolle Planung noch eine Überwachung oder Steuerung des
Innovationsprojektes möglich. Außerdem sollte auf eine hohe Transparenz
der Ziele bei allen Projektbeteiligten (»stakeholder«) geachtet werden.
Hieraus lässt sich ableiten, dass die Ziele auch verständlich formuliert
sein müssen. Das Verständnis bei den Projektbeteiligten über die Ziele
führt schließlich zu mehr Verantwortung.
Ist das Hauptziel des Projektes grob geklärt, können weitere
Informationen zur Präzisierung beschaffen werden. Hierzu sollte während
der Projektdefinitionsphase eine umfangreiche Literatur-, Patent- und auch
Marktstudie durchgeführt werden. Da in den frühen Innovationsphasen die
Vorgehensweise, die Kosten und die Qualität der Lösung zum größten
Teil determiniert werden, können durch eine sinnvolle
Informationsbeschaffung Planungsunsicherheiten reduziert werden.
Forscher tendieren dazu, Marktforschung in einem sehr engen Sinne zu
interpretieren. Dadurch wird das innovative Potenzial aus marktrelevanten
Informationen oft nicht wahrgenommen. Marktforschung richtig verstanden,
hilft, Forschungsideen an realen Bedürfnissen zu überprüfen, Chancen
und Risiken zu erkennen sowie die Kreativität anzuregen, um so zu
interessanten weiteren Ideen zu kommen.
In der Projektdefinitionsphase sind Änderungen einfach, später führen
diese aber zu nicht unerheblichen Folgekosten. Die Zeit und die
Ressourcen, die in dieser Phase investiert werden, können sich später
auszahlen und führen insgesamt zu einem systematischen Vorgehen. Der
spätere wissenschaftliche als auch kommerzielle Erfolg hängt ganz
wesentlich von den Entscheidungen in dieser frühen Innovationsphase ab.
Allerdings herrscht in einem sehr frühen Stadium des Innovationsprojektes
eine hohe Unsicherheit hinsichtlich Realisierbarkeit, Vorgehensweise und
Verwertbarkeit. Um diese in Innovationsprojekten inhärente Komplexität
zu reduzieren und so zu einer exakteren Zieldefinition zu kommen, sollte
ein Projektstrukturplan aufgestellt werden.
Projektstrukturplan
Mit Hilfe eines Projektstrukturplans (»work breakdown
structure«) können komplexe Aufgaben in plan- und steuerbare Elemente
übersichtlich gegliedert werden. Dazu werden die einzelnen Aufgaben
»heruntergebrochen«, so dass die Gesamtheit aller Aktivitäten das
übergeordnete Ziel vollständig beschreibt. Dies verhindert, dass keine
Schlüsselaktivitäten vergessen werden und dass sämtliche notwendige
Kapazitäten spezifiziert werden können. Für jede einzelne Aufgabe
werden wiederum konkrete und quantifizierbare Ziele definiert, die je nach
Komplexität des Projektes ebenfalls weiter untergliedert werden können
(bis hin zur Arbeitspaketebene). Die Formulierung dieser abgeleiteten
Ziele erfordert das Mitwirken der an den Aufgaben beteiligten Personen.
Dies erhöht die Transparenz des Projektes und erzeugt Eigenverantwortung
bei den Projektbeteiligten.
Auf der untersten Ebene eines Projektstrukturplans stehen die einzelnen
Arbeitspakete, die den verantwortlichen Organisationseinheiten
beziehungsweise Personen zugewiesen werden können. In einer
Arbeitspaketbeschreibung sind nur die Endergebnisse und der Zeitrahmen
festzuhalten. Die konkrete Vorgehensweise sollte nicht enthalten sein, um
den Handlungsspielraum der Verantwortlichen nicht weiter einzugrenzen und
so zu mehr eigenverantwortlichem Handeln zu motivieren. Der
Projektstrukturplan sollte auch ein Element des Innovationscontrollings
enthalten, um sicherzustellen, dass die Aufgaben und der Aufwand für das
Controlling des Projektes nicht vergessen werden.
Bei diesem Prozess wird klar, welche Schwierigkeiten und Risiken bei den
einzelnen Aktivitäten zu erwarten sind und welche spezifischen
Fähigkeiten beziehungsweise Ressourcen für die Bewältigung der Aufgaben
erforderlich sind. Es kann sich dabei abzeichnen, dass (externe) Experten
für einzelne Aktivitäten notwendig sind. Auch kann sich schon hier
zeigen, dass das Innovationsprojekt aufgrund der hohen Risiken nicht
machbar erscheint. Konkrete Meilensteine, die das Erreichen von
Projektteilzielen bedeuten und auch Meilensteine, die eine Entscheidung
über das Weiterführen oder den Abbruch eines Projektes zum Thema haben,
sind in dieser Phase der Planung häufig schon erkennbar und werden in der
Ablauf- und Terminplanung entsprechend berücksichtigt.
Mit dem Projektstrukturplan kann somit eine anfänglich vielleicht noch
vage Idee konkretisiert und die Basis für die nachfolgenden
Planungsschritte bereitgestellt werden.

Abb. 2: Ablaufplan für ein Innovationsprojekt
Ablauf- und Terminplanung
Als nächstes ist – basierend auf dem
Projektstrukturplan – der notwendige Zeitrahmen für die individuellen
Aktivitäten grob abzuschätzen. Nachdem die einzelnen Aufgaben in eine
grobe Anordnung gebracht worden sind, kann anschließend überprüft
werden, inwieweit sich einzelne Aufgaben sachlogisch nacheinander,
parallel oder überlappend durchführen lassen, um letztlich Zeit zu
sparen. Diese Ablaufplanung der Aufgaben beziehungsweise Arbeitspakete
kann unterschiedlich dargestellt werden. Prinzipiell lassen sich die
einzelnen Darstellungsformen nach ihrem Detaillierungsgrad unterscheiden.
Die horizontalen Balken in der Abbildung 2 zeigen die Zeitdauer der
Aufgaben; aufgrund ihrer Einfachheit und Übersichtlichkeit eignen sich
diese für den groben Überblick des zeitlichen Ablaufs von Projekten [3].
Netzplantechniken erlauben das detailliertere Darstellen der einzelnen
Abhängigkeiten der Projektaufgaben. Das Lesen und Verstehen derartiger
Netzpläne erfordert aber insbesondere bei komplexeren Projekten viel
Erfahrung [4].
Die weitere Detaillierung des Plans kann an die beteiligten Arbeitsgruppen
oder Personen delegiert werden. Die vereinbarten Ziele und
Zeiteinschätzungen dienen dabei als Planungsrahmen. Die Beschreibung der
einzelnen Aufgaben, die Schätzung der Dauer, die Entscheidung über
Pufferzeiten und die weitere Planung der Ressourcen und Kosten (siehe
unten) können hier weiter ausgeführt werden, um den Ablaufplan zu
optimieren. Bei dieser Optimierung müssen alternative Abfolgen und
Eventualitäten zwischen allen Projektbeteiligten diskutiert werden, um
schließlich zu einem gemeinsamen Verständnis über den Ablauf zu kommen.
Durch die Terminierung bedeutender Ereignisse (Meilensteine) wird
schließlich der Ablaufplan zum verbindlichen Terminplan.
Zur Unterstützung der Ablaufplanung gibt es zahlreiche Softwarelösungen.
Diese Programme helfen bei der Anordnung der Aufgaben und zeigen
Konflikte, logische Fehler und die zeitkritischen Aktivitäten der Planung
auf. Neben dem Einsatz bei der Planung erleichtern diese Programme auch
die nachfolgende Projektüberwachung und -steuerung. Allerdings muss
betont werden, dass die Installation derartiger Programme nur einen
kleinen Teil des Innovationscontrollings ausmacht. Auf keinen Fall darf
Controlling mit dem alleinigen Pflegen dieser Softwareprogramme
gleichgesetzt werden, wie es leider allzu häufig passiert. Auch eine
übermäßige Belastung des Projektteams durch administrative Arbeiten
für das Innovationscontrolling mittels Software führt häufig zur
Ablehnung. Vielmehr ist eine Balance von notwendigen Daten über Kosten,
Zeiten und dem Ausmaß der Zielrealisierung zu finden, um eine »Paralyse
durch Analyse« zu vermeiden.
Ressourcen- und Kostenplanung
Auf Basis des Ablaufplans können nun mit geeigneten
Methoden die benötigten Ressourcen berechnet werden. Die
Ressourcenplanung ist wiederum die Basis der Kostenplanung, welche die
notwendige Voraussetzung darstellt, um die erforderlichen finanziellen
Mittel ableiten zu können.
Unter Ressourcen versteht man alles, was für die Durchführung des
Innovationsprojektes notwendig ist. Prinzipiell lassen sich materielle,
Kapital- und Personal-Ressourcen unterscheiden. Die personellen
Ressourcen, das heißt, die für eine bestimmte Zeit eingesetzte Anzahl
von Personen (z.B. ausgedrückt in Mannjahren), stellen bei weitem den
größten Kostenfaktor in Industrieländern dar. Beim Personal ist
zusätzlich zu der Anzahl der Personen noch deren Qualifikationsprofil zu
berücksichtigen.
Abweichungen in der Kostenstruktur von Projekten beruhen zumeist auf
Fehleinschätzungen der personellen Ressourcen. Dies lässt sich auf eine
Reihe von Faktoren zurückführen, die einen Einfluss auf die Bestimmung
der Personalkapazitäten haben.
Erstens wird häufig die Zeit unterschätzt, die für die Bearbeitung
einer Projektaufgabe benötigt wird. Somit werden die beteiligten Personen
länger an das Projekt gebunden als vorgesehen, was letztlich zu höheren
Personalkosten für das Projekt insgesamt führt. Zweitens leiden viele
Pläne darunter, dass sie nicht detailliert genug sind, so dass überhaupt
eine zuverlässige Schätzung der Personalkapazitäten möglich ist.
Drittens wird zumeist nur das direkt beteiligte Forschungspersonal zu den
Personalkosten des Projektes gezählt. Der zeitliche Beitrag von Personen
aus dem Management beziehungsweise allgemein für die Administration
werden, wenn überhaupt, vielfach unterschätzt. Verglichen mit den
Personalkosten haben die anderen Kostenarten abhängig vom Projekttyp eine
mehr oder weniger geringere Bedeutung.
Es ist ferner zu klären, ob der Bedarf an materiellen beziehungsweise
personellen Mitteln über den gesamten Projektverlauf erfolgen muss oder
ob Teile davon diskontinuierlich bereitgestellt werden müssen. Diese
Frage ist insbesondere in einer Mehrprojektumgebung projektübergreifend
zu sehen, da es hier zu Ressourcenkonflikten zwischen Projekten und damit
letztlich zu Terminverzögerungen bei einzelnen Projekten kommen kann.
Ablauf-, Ressourcen- und Kostenplanung sind eng miteinander abzustimmen
und dürfen daher nicht getrennt voneinander durchgeführt werden. Die
Projektplanung kann als ein iterativer Prozess verstanden werden, bei dem
die erforderlichen Ressourcen kostensparend und termingerecht eingesetzt
werden. Der überprüfte und optimierte Plan kann so als Master-Plan
dienen, der für alle Projektbeteiligten einen Überblick erlaubt und die
Basis für die Projektüberwachung und -steuerung ist.
Projektüberwachung und -steuerung
In der Projektüberwachung wird die Ist-Situation erfasst
und mit den geplanten Soll-Werten verglichen, um eventuelle
Planabweichungen feststellen zu können. Die Zielgrößen des »magischen
Dreiecks des Projektmanagements« Zeit, Kosten beziehungsweise Leistung
können dabei isoliert oder im Wirkungszusammenhang betrachtet werden. Die
Berücksichtigung nur eines Faktors, wie zum Beispiel die verbrauchte Zeit
oder die bereits angefallenen Kosten, kann zu einer Fehleinschätzung der
Ist-Situation führen und eine Fehlsteuerung des Projektes bewirken. Diese
als »Todsünde des Projektmanagements« [5] bezeichnete Vorgehensweise
kann mit Hilfe einer integrierten Betrachtung der Projektgrößen
überwunden werden.
Eine einfache und übersichtliche Methode ist die Trendanalyse, die
Abweichungen von Leistungszielen (Meilensteintrendanalyse) beziehungsweise
Kosten (Kostentrendanalyse) auf einen Blick erkennen lässt und zudem
Aussagen über die zukünftige Projektentwicklung erlaubt.
In einem dazugehörigen Fortschrittsbericht sollten Terminabweichungen
erläutert werden. Je nach Einzelfall können bei Planabweichungen dann
Steuerungsmaßnahmen wie Ressourcenaufstockung, Aufwandsreduzierung,
Leistungsänderung sowie Produktivitätserhöhung eingeleitet werden, um
Kostenüberschreitungen/Terminverschiebungen aufzufangen beziehungsweise
präventiv zu verhindern. Eine notwendige Voraussetzung für eine
effiziente Projektüberwachung und -steuerung ist allerdings die
kontinuierliche und sorgfältige Aktualisierung der einzelnen
Projektzielgrößen.
Checkliste für ein effizientes Innovationscontrolling
Nachfolgend sollen in einer Checkliste die wichtigsten
Aktivitäten im Rahmen der oben beschriebenen Elemente des
Innovationscontrollings zusammenfassend dargestellt werden. Eine
gründliche Auseinandersetzung mit diesen Fragen kann dazu beitragen,
Innovationsprojekten effizient zu managen.
Abb. 3: Checkliste Innovationscontrolling
Bedeutung des Controllings für Innovationsprojekte
Die vorgestellten Elemente des Innovationscontrollings
verdeutlichen, dass eine sinnvolle Planung, Überwachung und Steuerung
dazu beitragen kann, Projekte effizienter durchzuführen. Sicherlich sind
nicht generell für alle Innovationsprojekte insbesondere bei
Durchbruchsinnovationen sämtliche Elemente des Controllings einsetzbar
beziehungsweise geeignet. Die konkrete Ausgestaltung des
Innovationscontrollings muss daher situationsadäquat angepasst werden.
Hierbei spielen neben den Innovationscharakteristika (Innovationsgrad,
strategische Bedeutung) auch unternehmensspezifische Faktoren eine Rolle.
Es ist aber an dieser Stelle nochmals zu betonen, dass die Prinzipien und
Instrumente des Controllings sehr wohl innerhalb der frühen Phasen des
Innovationsprozesses einsetzbar sind.
Dass sich trotzdem große Widerstände gegen die Einführung eines
Controllings in der Innovationspraxis zeigen, ist eher auf emotionelle
Abneigungen gegenüber jeder Art von Planung und (Selbst-)Kontrolle
zurückzuführen als auf fundiert vorgebrachte sachliche oder gar
wirtschaftliche Gründe. In diesem Zusammenhang sollte man also nicht die
Frage stellen, ob man sich ein Innovationscontrolling leisten kann,
sondern vielmehr, ob man es sich leisten kann, kein Innovationscontrolling
zu haben.
Zusammenfassung
Innovationsprojekte insbesondere im High-tech-Bereich sind
charakterisiert durch ein hohes Maß an Komplexität und Unsicherheit.
Für die effiziente Durchführung derartiger Innovationsprojekte ist der
Einsatz eines Controllings erforderlich. Im vorliegenden Artikel werden
die grundlegenden Elemente des projektbezogenen Innovationscontrollings
dargestellt. Der Einsatz dieser Instrumente darf dabei nicht als (Fremd-)
Kontrolle missverstanden werden, sondern ist vielmehr ein Hilfsmittel für
eigenverantwortliches Handeln zur Erreichung der selbstgesetzten Ziele
unter gleichzeitiger Beachtung betriebswirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
Neben einer klaren Zielformulierung ist eine gründliche Planung der
Parameter Zeit, Ressourcen und Kosten notwendig, die im Zeitverlauf
überwacht und gesteuert werden müssen. Die wichtigsten Bausteine des
Innovationscontrollings werden in Form einer Checkliste zusammengefasst.
Literatur
[1] Blazek (1988), Projekt-Controlling, Gauting/München.
[2] Birker (1999), Projektmanagement, Berlin.
[3] Litke (1995), Projektmanagement, München/Wien.
[4] Madauss (1994), Handbuch Projektmanagement, Stuttgart.
[5] Motzel (1998), Leistungsbewertung und
Projektfortschritt, in: Rationalisierungs-Kuratorium der Deutschen
Wirtschaft (RKW) e.V.(1998), Projektmanagement Fachmann, Hemsbach. |