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- Volltext -
Innovation, Marke und Design
Teil 3: Markenanalyse
von Alex Buck, Christoph
Herrmann
Stichworte: Teilbereiche,
Markenanalysen i.e.S.: ökonomisch,
verhaltenswissenschaftlich, kognitiv,
tiefenpsychologisch, semiotisch,
visuell, kontextuell, finanzwirtschaftlich,
Markenanalysen i.w.S.: Wettbewerbs- und Marktanalysen,
Positionierung und Segmentierung, Trend-
und Entwicklungsanalysen § Zusammenfassung.
Erfindungen fallen bekanntlich nicht vom Himmel. Ihnen geht immer ein kreativer
Suchprozeß voraus. Dabei bildet die Entwicklung neuer Markenkonzeptionen keine Ausnahme.
Je mehr Kenntnisse zur Verfügung stehen, desto größer ist die Chance auf einen
Markterfolg. Der dritte Teil dieses Beitrags zeigt Wege auf, den kreativen Prozeß zu
systematisieren. Er benennt Kategorien der Analyse und macht auf mögliche Fehlerquellen
aufmerksam.
Markenanalysen stellen ein zentrales Element erfolgreicher Markenentwicklung wie
-führung dar. So handelt es sich bei durchsetzungsfähigen Marken zwar um »starke
Erfindungen« [9]. Diesen Erfindungen geht jedoch immer ein kreativer Suchprozeß voraus,
dessen Erfolgswahrscheinlichkeit mit dem Ausmaß an verfügbarem Wissen steigt.
Genügend Wissen über seine Marke zu generieren, darin steckt auch eine wesentliche
Grundlage für die erfolgreiche Weiterentwicklung etablierter Marken: Defizite
früh erkennen, neue Potentiale sinnvoll erschließen, der Marke zu weiteren
Erfolgen
verhelfen, all das ist nur möglich, wenn dem Markenmanager wie der Unternehmensführung
genügend Informationen zur Verfügung stehen, auf deren Grundlage sich sinnvolle und
effiziente Marktentscheidungen treffen lassen.
Teilbereiche
Wenn man von Markenanalysen spricht, so muß man verschiedene Teilbereiche voneinander
unterscheiden. Markenanalysen im engeren Sinne befassen sich nur mit der Marke
selber. Ihr Ziel ist es, das Wesen, Image beziehungsweise die Identität einer Marke zu
ermitteln. Markenanalysen im weiteren Sinne umfassen dagegen zusätzlich noch alle
weiteren Analysebereiche, die für die Beurteilung der Stellung und
Entwicklungsmöglichkeiten einer Marke am Markt unerläßlich sind. Hierzu zählen vor
allem Markt- und Wettbewerbsstudien, Positionierungs- und Segmentierungsanalysen, aber
auch eine qualifizierte Trend-, Stil- und Entwicklungsforschung.
Die im Rahmen der Markenanalyse verwendeten Verfahren können sowohl qualitativer
als
auch quantitativer Natur sein. Sie umfassen in der Regel den gesamten Mix der für
die Marktforschung relevanten Methoden (Befragung, Beobachtung, Experiment,
Gruppendiskussion, Tiefeninterview). Markenanalysen können sowohl durch eine eigene
Marktforschungsabteilung
abgewickelt werden, greifen aber meist auch auf externe Anbieter zurück -
Agenturen, Marktforschungsinstitute (GfK, Sinus, Icon, Nielsen, IMK) und Spezialisten
(BrandEquity, Interbrand, Brand Factory etc.). Vermehrt werden auch »klassische«
Unternehmensberatungen (ADL, BCG, Roland Berger) zur Lösung markenspezifischer Fragen
herangezogen. Dies hat einen zweifachen Grund: Zum einen geht es auch im Markenwesen
zunehmend um die Lösung strategischer Problemstellungen [48], eine Aufgabe, der
traditionelle Anbieter meist nicht gewachsen sind. Zum anderen ist mit der Generierung von
Marktdaten ja erst die halbe Arbeit getan. Mindestes genauso wichtig ist die
analytische Aus- und Bewertung dieser Daten und die Formulierung konkreter Problemlösungsempfehlungen,
eine Aufgabenstellung, die wiederum eher in den Kompetenzbereich von
Unternehmensberatungen, weniger in den von Agenturen oder klassischen
Marktforschungsinstituten fällt.
Markenanalysen im engeren Sinne
Ziel von Markenanalysen im engeren Sinne ist es, das Wesen einer Marke zu ermitteln, um
so die Hintergründe ihres Erfolges, aber auch Möglichkeiten ihrer Weiterentwicklung zu
beleuchten. In Anlehnung an Kapferer [21; 22] kann dabei zwischen Image- und
Identitätsanalysen unterschieden werden. Imageanalysen versuchen, die
Außenwirkung einer Marke - sprich das Bild, welches Konsumenten sich von ihr machen - zu
ermitteln. Identitätsanalysen sind dagegen eher binnenorientiert. Hier geht es um die
Festlegung des »Selbstkonzeptes« einer Marke und um die Frage, wie dieses nach außen
transportiert werden soll.
Zur Durchführung dieser beiden Analyseformen stehen Unternehmen eine Vielzahl
unterschiedlicher Verfahren zur Verfügung, die sich in Perpektive und zugrundeliegendem
Markenverständnis deutlich voneinander unterscheiden.
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Tabelle 1: Markenanalyse
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Markenanalyse i.e.S.
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Markenanalyse i.w.S.
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Imageanalysen
-
Identitätsanalysen
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-
Markenanalysen i.e.S.
-
Wettbewerbs-/Marktanalysen
-
Positionierungs-/Segmentierungsanalysen
-
Stilanalysen
-
Trend- u. Entwicklungsanalysen
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Ökonomisch
Eine erste Möglichkeit der Markenanalyse besteht darin, die Marke aus nutzentheoretischer
(und damit mikroökonomischer) Perspektive zu betrachten. Grundlage ist dabei das
Vershofensche Nutzenparadigma, nach dem bei der Betrachtung des Konsumentenverhaltens
Grund- und Zusatznutzen voneinander zu trennen sind [vgl. 46]. In der Praxis hat sich
dabei die Vorstellung durchgesetzt, die Marke verkörpere vor allem zusatznutzenrelevante
Aspekte, könne also mehr oder weniger beliebig als Dach auf die Grundnutzenwelt der
Produkte aufgesetzt werden (vertikales Markenmodell). Aus Konsumentensicht macht eine
derartige Trennung jedoch kaum Sinn. Klassische Zusatznutzenargumente wie etwa der
Symbolwert einer Marke werden immer mehr zu Grundnutzeneigenschaften. Umgekehrt besteht
ein enger Verbund zwischen den Eigenschaften einer Marke und den unter ihr
geführten Produkten. Folgt man diesen Erkenntnissen, so gilt es, von einem horizontalen
zu einem vertikalen Markenmodell überzugehen. Die Welt der Marke steht dabei für
ein begrenztes Wirkungs- und Wahrnehmungsfeld, welches bestimmte Produktattribute
besonders hervorhebt und mit kommunikativen und kontextuellen Faktoren
verküpft.
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Tabelle
2: Image- und Identitätsanalysen
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Image
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Identität
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Marke |
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Akzeptanzkonzept (Markenbild beim Verbraucher) |
Aussagekonzept (V)orgaben des Unternehmens |
Verhaltenswissenschaftlich
Eine mögliche Alternative zu den ökonomisch orientieren Analysemodellen ist in
verhaltenswissenschaftlichen Ansätzen zu sehen. Diese sind vor allem auf solche Parameter
fixiert, die den Markenkauf bestimmen. Hierzu zählen dem AIDA-Modell folgend vor
allem Größen wie die Markenbekanntheit, die Markensympathie und die Kaufbereitschaft.
Alle drei Faktoren sind für die Beurteilung der aktuellen Stellung einer Marke am
Markt nicht unwichtig, sagen jedoch wenig über die Hintergründe beziehungsweise Ursachen
und die Entwicklungspotentiale der Marke aus und bedürfen daher der Ergänzung um weitere
Verfahren [vgl. 35].
Abb. 1: Vom vertikalen zum horizontalen Markenmodell
Kognitiv
Kognitive Ansätze stellen derzeit in der Markenforschung wohl die dominierenste Gruppe
dar. Hierbei ist zwischen solchen Modellen zu unterscheiden, die auf einfachen kognitiven
Parametern (Einstellung, Werte, Image) [vgl. zusammenfassend 26; 31; 43] und solchen, die
dabei eher komplexe Wirkmechanismen heranziehen (kognitive Netzwerke,
Markensets) [vgl.
15; 48]. Der Vorteil derartiger Verfahren ist darin zu sehen, daß sie im Unterschied zu
ökonomischen Verfahren nicht von einfachen Hintergrundfaktoren ausgehen, sondern meist
verschiedene
Einstellungsdimensionen berücksichtigen und mit Hilfe umfang
reicher statistischer Verfahren geschickt zu verdichten wissen [31].
Allerdings ist diese Vorgehensweise nicht ganz unproblematisch. Sie beruht zum einen auf
einem veralteten Kognitionsverständnis, welches etwa Einstellungen als feste Items
begreift. Darüber konzentriert sie sich zu stark auf den Konsumenten. Daß dieser nicht
immer weiß, was er tut, vor allem aber schon längst dazu übergegangen ist, mit seinen
eigenen Werten, Einstellungen und Stilen ein buntes Spiel zu treiben [vgl. 2; 14;
18; 28; 33], wird dabei allzugern übersehen.
Tiefenpsychologisch
Auch tiefenpsychologische Analyseverfahren erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Hierzu
zählen neben Tiefeninterviews vor allem experimentelle Verfahren wie etwa
Ballontests, Persönlichkeitstests, thematische Apperzeptionstests (TAT's) und die
sogenannte morphologische Methode [23]. Tiefenpsychologische Verfahren stellen eine
wichtige Ergänzung zu quantitativen Markenanalysen dar, sind jedoch häufig zu
monokausal
angelegt, als daß sie sich für eine umfassende Markenbeurteilung eignen würden. Ein
gutes Beispiel hierfür ist etwa in den meisten Markenkernanalysen zu sehen, die
inzwischen von fast jeder größeren Agenturgruppe angeboten werden [vgl. 34] Diese
versuchen den inneren »Kern« einer Marke auf der Grundlage von Gruppendiskussionen zu
ermitteln. Dabei werden Persönlichkeits- und Wertdimensionen der Marke solange
verdichtet, bis sie sich in einem Satz zusammenfassen lassen, mit dem dann gearbeitet
wird.
Semiotisch
Semiotische Analysemodelle haben das Ziel, die Zeichenstruktur von Marken zu
erfassen. Hintergrund solcher Analysen ist die Erkenntnis, daß die Marke bei all ihren
generischen (sprich: produktspezifischen) wie derivativen (etwa kommunikativen)
Leistungen, einen symbolischen Charakter besitzt [vgl.1; 50]. Erfaßt wird dieser in der
Regel über Assoziationstests und semantische Netze [vgl. 10]. Derartige
Analysen haben den Vorteil, daß sie die Wirkungsweisen von Marken in ihrer gesamten
Potentialität erfassen. Eines ihrer Kernprobleme besteht jedoch darin, daß sie dabei die
Frage des »inneren« beziehungsweise »äußeren« Zusammenhangs dieser Netzwerke
weitgehend unbeantwortet lassen.
Visuell
Kognitive wie semiotische Modelle der Markenanalyse sind in der Regel stark sprachlich
ausgerichtet. Eine Alternative dazu stellen Verfahren dar, die Markenwelten eher
bildlich
(über »innere Bilder«, »Referenzästhetiken«, »Stilprinzipien«) zu erklären
versuchen [24; 25; 27; 29; 39]. Ob die »Markenbilder« des Konsumenten im kognitiven
System tatsächlich visuell oder aber sprachlich, also digital verarbeitet werden, spielt
dabei eine untergeordnete Rolle. Tatsache ist, daß Bilder einen wesentlichen
Bestandteil von Markenwelten ausmachen [vgl. 51] und daß sich mit Hilfe visueller Verfahren
wichtige Zusatzinformationen etwa über die Entwicklungspotentiale einer Marke
generieren lassen [vgl. 8].
Kontextuell
Kontextuelle Markenanalysen untersuchen Marken nicht ausschließlich als solche, sondern
in ihren jeweiligen Umfeldern. Auch hier gibt es eine Vielzahl von Anbietern mit
unterschiedlichen Schwerpunkten, etwa Nielsen (Distribution, Handel), GfK (Kommunikations-
und Konsumforschung), Sinus (Milieus), Trendbüro (Szenen) und d...c (Stil-, Produkt- und
Trendwelten).
Finanzwirtschaftlich
Am weitesten weg vom eigentlichen Wesen der Marke befinden sich die Markenanalysen, deren
Ziel es ist, Marken finanzwirtschaftlich zu bewerten. Hier hat es in den letzten Jahren
eine Vielzahl interessanter Neuentwicklungen gegeben. Viele der Verfahren sind jedoch zu
quantitativ,
statisch und ex-post-orientiert, als daß man allein auf ihrer Grundlage Marken umfassend
bewerten könnte [3; 4; 11; 12; 17; 20; 33; 34].
Markenanalysen im weiteren Sinne
Markenanalysen im engeren Sinne bedürfen einer sinnvollen Ergänzung um weitere
Marktinformationen, sollen auf ihrer Grundlage effiziente Zukunftsentscheidungen getroffen
werden. Neben herkömmlichen Wettbewerbs- und Marktanalysen zählen dazu vor allem
innovative Positionierungs- und Segmentierungsanalysen wie auch Trendanalysen.
Wettbewerbs-/Marktanalysen
Zur Beurteilung der strategischen Marktposition einer Marke bedarf es umfangreicher Markt-
und Wettbewerbsanalysen. Typische Instrumente, die hier angewendet werden, sind etwa das
5-Forces-Modell von Michal Porter, die Portfolio-Matrizen von BCG und McKinsey,
Lebenszyklus- und Erfahrungskurven sowie Stärken-/Schwä-chen- und Gapanalysen [vgl. 36;
37; 49]. Viele dieser Ansätze sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Sie greifen
dynamische
Einflußgrößen und aktive Veränderungsmöglichkeiten nur unzureichend auf und
sind daher nur dann sinnvoll, wenn sie direkt mit zukunftsorientierten Analyseformen
verknüpft werden [8].

Abb. 2: Klassische Positionierung [45]
Positionierung/Segmentierung
Im Rahmen von Positionierungs- und Segmentierungsanalysen werden Marken- und
Marktinformationen zusammengeführt und so verdichtet, daß sich auf ihrer Grundlage
Istpositionen der Marke (Positionierung) und potentielle Zielmärkte beziehungsweise
Zielgruppen (Segmentierung) bestimmen lassen. In Anlehnung an die Feldvorstellungen von
Lewin [30] und Spiegel [40] geschieht dies meist in mehrdimensionalen Räumen. Diese
werden in der Regel durch Einstellungsdimensionen aufgespannt, die mit Hilfe
entsprechender faktoren- beziehungsweise kausalanalytischer Verfahren ermittelt wurden
[vgl. 13; 42; 44; 45; 47].
Derartige Verfahren besitzen jedoch einige Schwachstellen. Sie folgen meist einer
einseitigen Imageperspektive und können daher identitätsstrategische Veränderungen nur
begrenzt aufnehmen. Marken selber werden dabei nur als Punkte dargestellt und ihre Positon
relativ zu einem Idealpunkt bestimmt. Die meisten Märkte sind jedoch heute derart
multioptional strukturiert, daß man weniger von einem, sondern mehreren Idealpunkten
(Attraktoren) ausgehen muß. Auch die Marke selber muß eher räumlich gefaßt werden.
Schließlich umfaßt sie meist ein Feld heterogener Produkte und Eigenschaftsdimensionen,
die am besten als Rahmungen (»Frames«) in durch Diskriminanzachsen aufgespannten
produktsemantischen
Räumen dargestellt werden können.
Abb. 3: Positionierung im produktsemantischen Raum [16]
Trend- und Entwicklungsanalysen
Ein wichtiger Aspekt von Marken ist ihre zukünftige Entwicklung. Um diese meistern zu
können, bedarf es qualifizierter Trend- und Entwicklungsanalysen. Diese sollten jedoch
weder völlig abstrakt (Szenario-/Avantgardemodell), noch ausschließlich am Konsumenten
orientiert sein. Wichtig ist vielmehr die konsequente Betrachtung und Verfolgung der
Entwicklungsfelder, die für eine einzelne Marke jeweils relevant sind [8]. Marktforschung
ist also immer auch Zukunftsforschung [38], eine Aufgabe, die ihr jedoch nur dann gelingen
wird, wenn sie ihr angestammtes Instrumentarium überdenkt und um solche Verfahren
ergänzt, die es Unternehmen erlauben, zu konkreten, zukunftsrelevanten Entscheidungen zu
gelangen.
Daß das Wissen um solche Dinge eine immer wichtigere Ressource
darstellt, haben die meisten Unternehmen inzwischen verstanden. Woran es nach wie vor
mangelt, sind jedoch informations- und entscheidungsunterstützende Systeme, die dieses
Wissen allen Mitarbeitern im Unternehmen zugänglich und für ihre konkrete Markenarbeit
nutzbar machen.
Zusammenfassung
Die Autoren unterscheiden hier zwischen Markenanalysen im engeren und Markenanalysen im
weiteren Sinne. Erstere konzentrieren sich ausschließlich auf das Wesen, Image sowie die
Identität einer Marke. Letztere beziehen zusätzlich Markt- und Wettbewerbssituation,
Positionierung und Segmentierung sowie Trend-, Stil- und Entwicklungsforschung mit ein.
Das traditionelle vertikale Markenmodell, bei dem die Marke relativ beliebig der
Grundnutzenwelt der Produkte als Zusatznutzen übergestülpt wird, verliert an Bedeutung.
An seine Stelle tritt ein horizontales Modell, das die Welt der Marke als
begrenztes Wirkungs- und Wahrnehmungsfeld begreift, bestimmte Produktattribute besonders
hervorhebt und in einen kommunikativen Kontext einfügt. Markenanalysen im engeren Sinne
können sich auf verhaltenswissenschaftliche, kognitive, tiefenpsychologische,
semiotische, visuelle, kontextuelle sowie finanzwirtschaftliche Ansätze stützen.
Markenanalysen im weiteren Sinne basieren in der Regel auf Wettbewerbs- und Marktanalysen,
Positionierungs- und Segmentierungsanalysen sowie auf Trend- und Entwicklungsanalysen. All
diese Ansätze sind in ihrer Aussagekraft begrenzt und sollten komplementär angewendet
werden, um zu prägnanten Ergebnissen zu kommen.
Literatur:
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Begriffliche Grundlagen und Ansätze der Markenbewertung, in: Bruhn (1994), a.a.O., S.
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[5] Brandmeyer et al. (1995), Brandmeyer, Klaus, Deichsel, Alexander, u.
Otte,
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Jahrbuch Markentechnik 1997/1998, Frankfurt/Main 1997
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die Markenpolitik aus Sicht von Wissenschaft u. Praxis, 3. Bände, Stuttgart 1994
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Lubkowitz, Dirk, Handbuch
Trendmanagement - Innovation und Ästhetik als Grundlage unternehmerischer Erfolge
[9] Domizlaff (1992), DOMIZLAFF (1992), Domizlaff, Hans, Die Gewinnung des
öffentlichen Vertrauens, Neuauflage, Hamburg 1992
[10] Esch (1993), Esch, F.R., Markenwert und Markensteuerung Eine
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[11] Franzen (1995), Franzen, Ottmar, Die praktische Nutzung der
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[12] Franzen et al. (1994), Franzen, Ottmar, Trommsdorff, Volker, u. Riedel, Frank,
Ansätze der Markenbewertung und Markenbilanz, in: Bruhn (1994), a.a.O., S. 1373-1401
[13] Freter (1995), Freter, Hermann, »Marktsegmentierung«. in: Tietz et al.
(1995), a.a.O., S. 1802-1814
[14] Giddens (1991), Giddens, Anthony, Modernity and
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in: Mit Marken Zeichen setzen, Sonderheft der Zeitschrift Absatzwirtschaft, Oktober 1997,
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(1995), a.a.O., S. 28-101
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Markenkult - Wie Waren zu Ikonen werden, Düsseldorf 1995
[19] Irmscher (1997), Irmscher, Markus, Starke Marken - Blue Chips?, in: Mit Marken
Zeichen setzen, Sonderheft der Zeitschrift Absatzwirtschaft, Oktober 1997, S. 120-129
[20] Kapferer (1992), Kapferer, Jean-Noel, Die Marke - Das Kapital des Unternehmens,
Landsberg/Lech 1992
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[23] Koppelmann (1997), Koppelmann, Udo, Produktmarketing - Entscheidungsgrundlage
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[24] Kroeber-Riel (1986), Kroeber-Riel, Werner, Die inneren Bilder der Konsumenten,
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[25] Kroeber-Riel (1995), Kroeber-Riel, »Kaufverhalten«, in: Tietz et al. (1995),
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[26] Küthe u. Thun (1995), Küthe, Erich u. Thun, Matteo, Marketing mit Bildern,
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[27] Lannon (1995), Lannon, Judie, Was Marken heute erwartet, in: Brandmeyer et al.
(1995), a.a.O., S. S. 159-175
[28] Lehnhardt (1996), Lehnhardt, Jana-Maria, Analyse und Generierung von
Designprägnanzen, Diss., Köln 1996
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Zwischenschritte, 1, 1990, S. 49-70
[32] Meyer et al. (1995), Meyer, H., Pogoda, A. u. Küthe, M., Forschungsbericht
1995: in: Brandmeyer et al. (1995), a.a.O., S. 243-270
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