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- Volltext -
Corporate Identity
Teil 1: Corporate Identity und Corporate Image
von Guenter
Moeller
Weltweit sind Produzenten von Konsumgütern, Investitionsgütern und
Dienstleitungen mit dem Problem konfrontiert, sich gegen ein Überangebot
einander immer ähnlicher werdender Produkte behaupten zu müssen. Wir
erleben eine zunehmende technologische Gleichstellung auf sehr hohem
Niveau. Dazu kommt, dass preisaggressive Wettbewerber Druck auf den Markt
ausüben. Dabei gewinnen identitätsprägende Produkt- und
Unternehmensaktivitäten an Bedeutung. In den fünf Teilen dieses Textes
erläutern die Autoren alle Faktoren, die zu einer überzeugenden
Corporate Identity führen.
Stichworte: Corporate Identity: Marktstellung, Produkt- und
Unternehmensidentität, Personalentwicklung, Kundenorientierung,
Anforderungen des Kapitalmarktes,
Corporate Image: Unternehmensidentität, Gestaltungsumfeld, Zusammenfassung
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In diesem Beitrag
erfahren Sie:
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wie der gezielte Aufbau von Produkt- und Unternehmensidentität zu
Wettbewerbsvorteilen führt,
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wie sich Identität und Image eines Unternehmens und seiner Produkte
auf Personalentwicklung, Kundenakzeptanz und die Reaktionen des
Kapitalmarktes auswirken,
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was das Produkt-Design zu einer überzeugenden Produkt-Identität
beitragen kann,
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wie ein Design-Prozess vom Briefing bis zum marktreifen Produkt verläuft,
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welche Aspekte bei unternehmerischen Kommunikationsstrategien zu berücksichtigen
sind,
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wie ein Unternehmen mittels eines ganzheitlichen Design Management
den Aufbau einer strategischen Identität steuert.
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Corporate Identity
Die Erfahrung lehrt, dass Wettbewerbsvorteile kaum zu bewahren sind,
wenn sich Märkte und Technologien so schnell verändern, wie das derzeit
in vielen Branchen geschieht. Zwar konnten in den vergangenen Jahren
zahlreiche Unternahmen mit Maßnahmen in der Optimierung von Logistik- und
Produktionsprozessen beachtlich effektiver werden - ihre Ertragsstärke
erhöhte sich damit aber selten, weil auch die Konkurrenz zu derartigen
Methoden griff, gleichzog und erreichte Wettbewerbsvorteile wieder
zunichte machte.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends sehen sich Unternehmen und ihre
Marktpartner weltweit einem Überangebot einander immer ähnlicher
werdender Produkte und Dienstleistungen gegenüber. Eine zunehmende
technologische Gleichstellung auf einem sehr hohen Niveau hat dazu geführt,
dass sich Produkte und Dienstleistungen unterschiedlicher Anbieter auf der
Funktions-, Qualitäts- und Preisebene immer weniger voneinander
differenzieren lassen. Unternehmen, die in ihrer Wettbewerbspolitik im
wesentlichen auf Technikkompetenz setzen, geraten durch diese
Gleichstellung und hiermit einhergehende Me-too-Strategien
preisaggressiver Wettbewerber immer stärker in Bedrängnis. Die
Ausstattung von Produkten mit weiteren technischen Leistungen trägt eher
zur Verunsicherung als zur Differenzierung im Wettbewerb bei. Schon heute
können die tatsächlichen Leistungsmerkmale komplexer werdender Produkte
vom Kunden kaum noch überprüft werden. Und die fortschreitende
Globalisierung des Wettbewerbs forciert maßgeblich diesen Prozess, so
dass selbst regionale Nischenanbieter in dieser Hinsicht nicht mehr länger
vor Konkurrenz gefeit sind.
Identität, Image und Marke
Die Entwicklung erfolgversprechender Produkt- und Markenstrategien
wurde in diesem Zusammenhang häufig vernachlässigt. Gewiss hängt überragende Leistung auch von hoher
technologischer Kompetenz und betrieblicher Effektivität ab, aber
ertragsstark wird ein Unternehmen erst durch eine einzigartige und
unverwechselbare Marktstellung. Und diese geht aus einem System identitätsprägender
Produkt- und Unternehmensaktivitäten hervor.
Der Druck auf Unternehmen, sich in ihren Zielmärkten als
vertrauensvoller und unverwechselbarer Partner zu qualifizieren und das
auch zu kommunizieren, wächst. Das Unternehmensimage beziehungsweise die
Marke wird zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Marken sind Werte,
die weit mehr als nur das Ansehen einer Firma beim Kunden spiegeln; sie
definieren Firmen- und Bilanzwert und vor allem Zukunftsperspektiven
deutlicher als jede andere Vermögensposition.
Viele Unternehmen räumen jedoch den Qualitätsfaktoren Identität,
Image und Marke keinen besonderen Stellenwert ein. Dies belegt eine in den
90-er Jahren von der Londoner CI-Agentur Henrion, Ludlow & Schmidt
durchgeführte paneuropäische Studie [4]. Sie ermittelte in einer
umfangreichen paneuropäischen Befragung, dass zwar 95 Prozent der 166
befragten Unternehmen in ganz Europa der Corporate Identity im Hinblick
auf Markterfolge »sehr« oder »ziemlich wichtige« Bedeutung zumessen,
dass aber nur vier Prozent den
Aspekt Corporate Design, also gerade die von außen zuerst wahrnehmbaren
Elemente einer Corporate Identity, für wichtig halten. Eine Erkenntnis,
die sich bei der design.net AG in der Beratungspraxis bestätigt, wenn es
um die Entwicklung strategischer Produkt-, Design- und Markenidentitäten
geht, und die vor dem Hintergrund der skizzierten Herausforderungen
unverständlich und gefährlich erscheint.
Identitätsverlust und Unübersichtlichkeit
Durch kaum mehr funktionierende Marktargumente - wie technische
Funktionalität, Haltbarkeit, Liefer- und Vertragstreue - potenziert sich
die Gleichartigkeit im Produktsortiment und Marktauftritt. Eine zunehmende
Uniformität und ein zunehmender Identitätsverlust im Produktwettbewerb führt
zu einer gefährlichen Unübersichtlichkeit im Warenangebot. Der Verlust
von Loyalität, Vertrauen und Bindung auf der Kundenseite nimmt gegenwärtig
in vielen Branchen zu. Doch was früher schon galt, wird heute immer
wichtiger: Mit der zunehmenden Austauschbarkeit von Produkt- und
Werbebotschaften, dem Verlust von Identität und Image, steigt das Bedürfnis
der Konsumenten nach klaren Produktaussagen und einer hohen Kompatibilität
zwischen Produkt, Marken- und Unternehmensidentität. Und
dies nicht nur in der Konsumgüterindustrie, sondern zugleich auch im
Investitionsgüter- und Dienstleistungswettbewerb.
Mit der gestiegenen Medialisierung unserer Gesellschaft nimmt die
Transparenz und Diffusion von Informationen neue Dimensionen an. Neben der
oben kritisierten zunehmenden Beliebigkeit im Leistungswettbewerb sind
auch unternehmerische Kommunikationsmaßnahmen ständig der Gefahr
ausgesetzt, in einer zur Inflation und Austauschbarkeit neigenden
Informationsüberlastung unterzugehen. Darüber hinaus ist durch den häufigen
Einsatz schablonisierter Werbewelten eine immer stärkere Resistenz von
Kunden gegenüber Werbung festzustellen. Die individuelle Präferenzbildung
im Kaufentscheidungsprozess erfolgt schon heute primär über die
Beurteilung und das Image der Produkte und Dienstleistungen selbst.
Wettbewerbsvorsprünge werden maßgeblich durch den gezielten Aufbau von
Produkt- und Unternehmensidentitäten erzielt.
Nicht weniger notwendig ist die Auseinandersetzung mit dem Identitätsproblem
für Unternehmen, die zwar über eine herausragende Unternehmensidentität
sowie ein hervorragendes Unternehmensimage verfügen, aber durch Rückschläge
oder Versäumnisse in der eigenen Produkt- und Marktpolitik (u.a. Qualitätssicherung,
Innovationsstärke,
Marktorientierung) in eine Vertrauenskrise gegenüber der Öffentlichkeit
geraten. »Der Erfolg ist ein schlechter Lehrmeister. Er lässt
gescheite Leute glauben, sie können nicht verlieren«(Bill Gates).
Beispielhaft können in diesem Zusammenhang die Konzerne Shell (»Brent
Spar«), Deutsche Bank (»Peanuts«) und Daimler Benz (»A-Klasse«)
angeführt werden. Gerade an diesem letzten Beispiel wird deutlich, wie
schnell ein überaus positives Unternehmensimage in eine gefährliche
Schieflage geraten kann, deren Auswirkung kaum einschätzbar ist und eine
latente Gefahr für den Erfolg eines Produktes oder - in Extremfällen -
sogar für den Bestand eines Unternehmens darstellen kann.
Neben dem Markenwert gehört das Personal zu den wertvollsten
Ressourcen im Unternehmen, denn ein Unternehmen ist immer nur so gut wie
die Qualität seiner Mitarbeiter. Mit der sich verändernden
Anspruchshaltung junger qualifizierter Arbeitnehmer und deren Wunsch nach
mehr Verantwortung und Entscheidungsfreiheit auf der einen sowie sozialer
Kompetenz und Entwicklungsperspektiven auf der anderen Seite werden nur
diejenigen Unternehmen die »besten« Mitarbeiter im Personalmarkt
rekrutieren, die ein exzellentes Image im Markt aufgebaut haben.
Personalentwicklung und -erfolg steht somit in einer direkten Beziehung
zur Identität beziehungsweise zum Image des jeweiligen Unternehmens.
Wettbewerb um Kapitalgeber
Mit der Aufforderung zur Entwicklung innovativer und identitätsprägender
Produkte und einer immer geringeren Liquidität durch einen zum Teil ruinösen
Preiswettbewerb wird die Akquisition von investivem Kapital zu einem
strategischen Ziel. »Going Public« wird zukünftig gerade für
zahlreiche mittelständische Unternehmen zu einer unabdingbaren
Notwendigkeit zur Sicherung und Entwicklung von Marktanteilen. Dem
zunehmenden Wettbewerb um die Gunst von Investoren beziehungsweise
Kapitalgebern entsprechend steigen die Anforderungen an Unternehmen. Der
Kapitalmarkt erwartet eine Performance, die einem internationalen
Vergleich standhält. Eine klare Produkt- und Unternehmensidentität
beziehungsweise ein starkes Markenimage auf der Produkt- und
Unternehmensebene wird zunehmend wichtiger in der Bewertung von Stärken/Schwächen
beziehungsweise Chancen/Risiken eines Unternehmens. Sie sind das Fundament
für Glaubwürdigkeit, Vertrauen und Akzeptanz einer Markenkraft, die
einer »Kapitalisierung« gleich kommt. Schon heute wird in der
anglo-amerikanischen Wirtschaft der Markenwert zur langfristigen Bewertung
von Unternehmenswert und Wachstumsperspektiven eines Unternehmens
herangezogen. Wegen der stärkeren Vernetzung und Globalisierung von Märkten werden sich europäische Firmen dieser Entwicklung nicht mehr
entziehen können und weitaus deutlicher in die Markenkraft investieren müssen.
Wie vorab deutlich wurde, sind es nicht die häufig beklagten hohen
Standortkosten, die die Wettbewerbsfähigkeit behindern. Die Ursachen
liegen vielmehr in der Vernachlässigung identitätsstiftender
Produktangebote beziehungsweise unverwechselbarer Markenprofile. Es stellt
sich somit für Unternehmen die anspruchsvolle Aufgabe, die Kompatibilität
zwischen Produkt-, Marken- und Unternehmensidentität noch deutlicher als
bisher sicherzustellen.
Strategische Unternehmensidentität
In der Entwicklung einer strategischen Identität wird es notwendig
sein, von einem beliebigen Auftritt zu einem wesensspezifischen
Unternehmens- und Produktprofil zu gelangen, das von innen heraus auf der
Grundlage einer spezifischen Firmengeschichte beziehungsweise gelebten
Tradition und Kultur gewachsen ist. Diese Forderung mag auf den ersten
Blick selbstverständlich erscheinen. Doch muss angesichts zahlreicher
Missverständnisse im Umgang mit den Begriffen Corporate Identity,
Corporate Image und Corporate Design schon an dieser Stelle herausgestellt
werden, dass es sich bei der Entwicklung
von Unternehmensidentität (Corporate Identity) nicht um den Entwurf eines
neuen Erscheinungsbildes (Logo) oder einer neuen Geschäftspapierausstattung
handelt. Der zum Teil völlig falsch verstandene Identitätsaktivismus
bewirkt häufig das Gegenteil der angestrebten Profilierung: eine allein
auf die Oberfläche reduzierte Inszenierung, bei der der Schein über dem
Sein steht.
Die design.net AG ist vor dem Hintergrund zahlreicher, in den
vergangenen Jahren durchgeführter Beratungsprojekte davon überzeugt,
dass eine starke, sich im Wettbewerb differenzierende und für das
Publikum wahrnehmbare Identität nur dann erreicht werden kann, wenn alle
Aktivitäten im Unternehmen zusammenwirken - von der
Unternehmenszielplanung über die Positionierung bis hin zu einer
einzigartigen Produkt-, Design- und Markenplanung und dem Dialog mit
Mitarbeitern und Kunden. Identität wird zur Substanz im strategischen und
operativen Handlungsfeld. Glaubwürdigkeit lässt sich kaum besser
kommunizieren.
Corporate Image
Zunächst einmal ist es wichtig, zwischen Identität und Image zu
unterscheiden, da diese Begriffe häufig miteinander verwechselt und -
diesem Missverständnis entsprechend - einseitig verstanden werden.
Unabhängig von vielfältigen sozial-psychologischen Erklärungen kann aus
dem Blickwinkel der wirtschaftlichen Praxis Corporate Identity als die
strategisch geplante und operativ eingesetzte Selbstdarstellung und
Verhaltensweise eines Unternehmens auf der Basis definierter Leitlinien in
der Innen- und Außenwirkung gesehen werden [2].
Unter dem Image eines Unternehmens verstehen wir die Art und Weise, in
der es von der Öffentlichkeit wahrgenommen und bewertet wird. Die Identität
hingegen drückt sich in der vom Unternehmen gewählten Art und Weise aus,
diese Wahrnehmung zu formen und zu beeinflussen. Ein Image kann positiv,
negativ, zutreffend, unscharf oder zu eingeschränkt sein. Es gibt
zahlreiche Möglichkeiten zur Beschreibung von Images. Realität jedoch
ist, dass in den Köpfen unterschiedlichster Marktteilnehmer und
gesellschaftlicher Gruppen ein Image oder eine Meinung von Unternehmen und
deren Produkten oder Dienstleistungen existiert, gewollt oder ungewollt.
Das Unternehmensimage spiegelt somit nicht zwingenderweise die
Vorstellungswelt des Managements wieder, sondern ist vielmehr der Ausdruck
dessen, was Kunden, Wettbewerber, Meinungsbildner oder Öffentlichkeit für
wirklich halten oder halten möchten [3]. Um diese unterschiedlichen
Wahrnehmungen und individuellen Bewertungen nicht dem Zufall oder - noch
schlimmer - dem
Wettbewerb zu überlassen, sind Unternehmen aufgefordert, ihr Image selbst
aktiv zu gestalten.
Marken- und Unternehmensidentität
In Unternehmen mit unverwechselbaren Produktmarken wird im Zuge der
Produktweiterentwicklung beziehungsweise Produktneuentwicklung mit jeder
neuen Marke die bestehende Unternehmensidentität berührt. Im Idealfall führt
die neu hinzugekommene Marke die Identität dynamisch und zugleich glaubwürdig
weiter. Dies ist dann der Fall, wenn die Produktmarke in einem
nachvollziehbaren Verhältnis zur Unternehmensidentität (Dachmarke)
steht. Produkt-, Marken- und Unternehmensidentität streben jedoch um so
stärker auseinander, je branchenferner die neuen Produkte sind und je stärker
ihre eigene Markenidentität aufgebaut werden muss.
Wo immer Unternehmen im Wettbewerb um Kunden und Öffentlichkeit nach
Anerkennung und Glaubwürdigkeit streben, ist die Rückgriffsmöglichkeit
auf eine gefestigte »Persönlichkeit« unabdingbar: eine ganzheitliche
Gestalt, die besonders die Wechselbeziehungen und Abhängigkeiten
verschiedenartiger Unternehmensfunktionen ausdrückt und aktiv die
zunehmende Dynamik äußerer Einflüsse in das Management von Identität
integriert. Unternehmensidentität
darf nicht als ein starres Gebilde, als ein unveränderlicher Zustand
gesehen werden. Unternehmensidentität braucht Veränderung, um immer
wieder auf sich verändernde Marktbedingungen erfolgreich zu regieren,
ohne dass sie als Ganzheit auseinanderbricht [2].
Mit dieser Forderung wird vor allem auf die Langzeitperspektive in der
Entwicklung strategischer Identität verwiesen, denn nur so lässt sich
die synergetische Kraft aller Komponenten der Unternehmensidentität - von
der aufzubauenden Produktidentität bis hin zum identitätsstiftenden
Unternehmensverhalten - wirkungsvoll aufbauen. In den durchzuführenden
Analysen wird es notwendig sein, den individuellen Bedarf sowie den Ist-
und Sollzustand zu formulieren. Nur auf einer derartigen
Informationsplattform lässt sich der Deckungsgrad beziehungsweise Grad
und Ausmaß der Übereinstimmung von Unternehmensidentität
(Unternehmensrealität) und -image feststellen und strategisch
fortschreiben [1].
Handlungs- und Gestaltungsraum
Die Berücksichtigung von Zeitströmungen in der Auseinandersetzung mit
Unternehmensidentität - und hier im Besonderen mit Corporate Design - ist
dabei besonders bedeutungsvoll. Mit Zeitströmungen sind die vielfältigen
gesellschaftskulturellen und vor allem wahrnehmungsbedingten Veränderungen gemeint. Für die Unternehmensidentität
bedeutet dies, dass neben der Ist-Analyse vor allem dem Aufzeigen zukünftiger
Wahrnehmungsbedingungen eine große Aufmerksamkeit zukommen muss. Sie
beeinflussen in einem großen Ausmaß die gesamte Produkt- und
Programmgestaltung bis hin zu einem ganzheitlichen Corporate Design. Diese
dynamische Komponente wird für die Entwicklung und Ausgestaltung einer
Produkt- und Unternehmensidentität in großem Maße von den Grenzen der
Variierbarkeit eines langfristig festgelegten Konzepts abhängen sowie im
Vermeiden eines Kontinuitätsbruches in der dynamischen Weiterentwicklung
unterschiedlicher Identitätsebenen (Produkt, Marke, Unternehmen).
Die Analysen zur Definition des Handlungs- und Gestaltungsraumes
sollten in diesem Verständnis folgende grundlegende Aspekte berücksichtigen:
-
Identitäts- und Image-Analysen (Produkt, Sortiment, Marke,
Unternehmen)
-
Designpotenzial-Analysen (Produktdesign, Kommunikations-Design,
Corporate Design)
-
Produkt-Trend-Monitoring (Zukunft, Perspektiven, Handlungsrahmen).
Abb. 1: Die Komponenten der Unternehmensidentität
Neben diesen Analysen ist eine integrative Abstimmung mit den
Anforderungen des gesamten Marketing-Mix unerlässlich. Entscheidend für
den Erfolg strategischer Identität wird sein, inwieweit eine Identifikation mit dem
Unternehmen in den zu gewinnenden Zielmärkten aufgebaut werden kann.
Durch ein kontinuierliches Image-Controlling ist die notwendige Übereinstimmung
von Absicht und Realität sicherzustellen.
Dies aufzubauen und zu steuern ist die Arbeit an der
Unternehmensidentität, dies sichtbar zu machen ist die Aufgabe des
Corporate Designs, dies zu leben die Aufgabe des Unternehmensverhaltens
und dies zu kommunizieren, ist Aufgabe der Unternehmenskommunikation.
Abbildung 1 verdeutlicht die Vernetzung der nachfolgend dargestellten
Teilaspekte.
Zusammenfassung
Für den Erfolg eines Unternehmens ist neben technologischer Kompetenz
und betrieblicher Effektivität eine unverwechselbare Marktstellung unerlässlich.
Wettbewerbsvorteile werden in einem durch moderne
Kommunikationstechnologien geprägten Markt vor allem durch den gezielten
Aufbau von Produkt- und Unternehmensidentitäten erzielt. Dabei haben die
Identität sowie das Image eines Unternehmens zunächst einen starken
Einfluss auf die Personalentwicklung. Zudem erwartet der Kapitalmarkt eine
klare Produkt- und Unternehmensidentität. Und schließlich orientieren
sich Kunden sowohl bei Konsumgütern als auch bei Investitionsgütern und
Dienstleistungen zunehmend an klaren Produktaussagen und einem kohärenten
Gesamtauftritt des jeweiligen Unternehmens. Ein kohärentes
Erscheinungsbild von Produkt-, Marken- und Unternehmensidentität ist die
Voraussetzung für ein glaubwürdiges Unternehmensimage, das allerdings
auch noch mit den komplexen Kommunikationsstrukturen außerhalb des
Unternehmens und den sich wandelnden Ansprüchen der Kunden in Einklang
gebracht werden muss.
Literatur
[1] Birkigt, K., Stadler, M., Funck, H.J.: Corporate
Identity.
Grundlagen, Funktionen, Fallbeispiele. mi verlag moderne industrie, 6.
Auflage, 1993
[2] Birkigt, K. und Stadler, M.: Corporate Identity . Grundlagen,
Funktionen, Fallbeispiele. mi verlag moderne industrie, 1980
[3] Chajet, C. u. Shachtmann, T.: Image Design. Corporate Identity für
Firmen, Marken und Produkte. Campus Verlag 1991.
[4] Henrion, Ludlow & Schmidt (Hrsg.): Corporate Identity in
einem multikulturellen Markt. CI in Europa, paneuropäische Studie
1995/96. |