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Gewinnorientierter Vertrieb von innovativen
Investitionsgütern
von Ben Kluge
Die Erhaltung einer gewinnbringenden Kundenbeziehung,
insbesondere in Zeiten des Marktabschwunges, gelingt nur, wenn bestimmte
Grundregeln für den profitablen Vertrieb beachtet werden. Es handelt sich
dabei um Value-, Preis-, Persönlichkeits- und Wissens-Regeln. Die
Anwendung dieser Vertriebsregeln setzt eine detaillierte Kenntnis der
eigenen Werttreiber voraus. Der vorliegende Beitrag erläutert ihre
Analyse und Nutzung anhand zweier Beispiele.
Stichworte: Vertrieb; Werttreiber;
Value-to-Customer; Innovation; Investitionsgüter; Maschinenbau;
Zusammenfassung.
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In diesem Beitrag erfahren
Sie:
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Welche Erfahrungen und Grundregeln Sie nutzen
können, um einen Verkauf Ihrer Produkte »um jeden Preis« zu
verhindern,
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welche Value-Regeln, Preis-Regeln,
Persönlichkeits-Regeln und Wissens-Regeln des effektiven
Vertriebes unabhängig vom Industriezweig Anwendung finden
können,
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welche Vorarbeiten notwendig sind, um dem
Vertrieb die Umsetzung dieser Regeln zu ermöglichen,
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wie verschiedene Unternehmen die Regeln des
effektiven Vertriebes auf Basis einer Analyse von Werttreibern
einsetzen.
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Grundregeln für den profitablen Vertrieb
In wirtschaftlichen Krisenzeiten geraten
Unternehmensgewinne immer stärker unter Druck. Zahlreiche Firmen
versuchen, durch Kostenreduzierung ihre Ertragslage zu verbessern. Der
Schlüssel zum Erfolg liegt jedoch ebenso auf der Umsatzseite. Durch gut
überlegte, geschickte Verkaufsgespräche mit bestehenden und neuen Kunden
können Unternehmen auch im Marktabschwung ihr profitables Überleben
sichern. Ziel ist es dabei, trotz Kostendruck bei den Kunden, die eigenen
Produkte nicht »um jeden Preis« zu verkaufen. Ein Verkauf »um jeden
Preis« würde einerseits die finanzielle Position des Unternehmens
unmittelbar schwächen und andererseits den profitablen Verkauf in einer
späteren Aufschwungphase erheblich erschweren. Beide Effekte sind typisch
für Unternehmen, die durch übereilte Maßnahmen, wie beispielsweise
überzogene Preisaktionen, eine kurzfristige Rettung von Marktanteilen
anstreben und sich damit die bestehenden Langfristperspektiven zunichte
machen.
Die im Folgenden dargestellten Grundregeln für den profitablen Verkauf
von innovativen Investitionsgütern sollten von allen
Vertriebsmitarbeitern beherrscht werden. Sie bieten auch Chancen in Zeiten
des Marktabschwunges und verhindern ein unternehmensgefährdendes
»Verkaufschaos«. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Value-Regeln,
Preis-Regeln, Persönlichkeits-Regeln und Wissens-Regeln.
Kulturelle Aspekte können eine unterschiedliche Umsetzung dieser Regeln
in Amerika, Europa und Asien erfordern. Diese Unterschiede werden hier
beispielhaft erläutert.
Die Value-Regeln
Der Preis ist der Spiegel des Value, also des durch den
Kunden wahrgenommenen Wertes. Ein adäquater Preis erfordert außer einem
substanziellen Produktwert insbesondere die effektive Kommunikation dieses
Produktwertes. Value-Kommunikation ist bei innovativen Investitionsgütern
besonders wichtig, da Kunden tendenziell »wertorientiert« sind.
Durch das Angebot von Value-Eigenschaften soll die Vergleichbarkeit zu den
Wettbewerbsprodukten reduziert werden. Das beinhaltet beispielsweise
Produktfunktionen, Anwendungsgebiete oder Serviceleistungen, die sich von
denen der Konkurrenz deutlich unterscheiden. Verantwortliche Personen für
Produktevaluierungen und Einkäufer tendieren oft dazu, möglichst
gleichartige Produkte gegenüberzustellen und die preisgünstigste
Alternative zu wählen. Durch die Differenzierung verliert der Preis zu
Gunsten anderer Kriterien an Bedeutung.
Der Value sollte in mehrere Komponenten unterteilt werden. In der Regel
können Maschinen, Anlagen und andere Investitionsgüter als Basisversion
mit optional verfügbaren Zusatzkomponenten sowie verschiedenen
Servicekomponenten angeboten werden. So hat der Kunde die Möglichkeit,
ein nach seinen spezifischen Anforderungen zusammengestelltes Angebot zu
kaufen.
Im Allgemeinen wird der Verkaufspreis des Gesamtangebotes niedriger
gesetzt als die Summe der einzelnen Komponenten. Damit der Kunde dies
wertschätzen kann, muss er erstens wissen, aus welchen Komponenten sich
der Preis zusammensetzt, zweitens nachvollziehen können, dass er keine
ungewünschten Produktkomponenten mitbezahlt und drittens erkennen, dass
er einen preislichen Abschlag gegenüber der Summe der Einzelpreise
erhält.
Angebote können aus materiellen und immateriellen Values zusammengesetzt
sein sowie aus kurzfristigen und langfristigen Values. Generell sollte auf
alle vom Kunden wahrnehmbaren Werte im Rahmen des gesamten
Produkt-Lebenszyklus eingegangen werden. Je nach Kultur des Kunden ist das
Gewicht bei eher kurzfristigen oder langfristigen Values zu legen. Japaner
beispielsweise sind an langfristigen Partnerschaften interessiert,
während Amerikaner eher einige »Quick-wins« benötigen, um den Kauf von
kostspieligen Investitionsgütern zu rechtfertigen.
Es ist herauszufinden, welchen Wert der Kunde den einzelnen
Produkteigenschaften beimisst, um dann entsprechend zu verhandeln. Japaner
sind ausgeprägt markenbewusst. Für Amerikaner steht die Rentabilität im
Vordergrund und Europäer legen viel Wert auf Flexibilität durch
zukünftige Erweiterungen und Upgrades. In der Regel ergibt sich durch den
Fokus auf die richtigen Value-Eigenschaften ein beachtliches
Preispotenzial.
Die Preis-Regeln
Produkt und Preis sind die zwei zentralen Aspekte des
Verkaufsgespräches. Um den Wert des Produktes für den Kunden in den
Mittelpunkt stellen und den Value-to-Customer kommunizieren zu können,
müssen die Produkteigenschaften in Value »übersetzt« werden. Dadurch
wird der Fokus der Verhandlung von reinen Preisargumenten auf die
wichtigsten Produkt- und Serviceeigenschaften verlagert.
Preiszugeständnisse sollten in Schritte und einzelne Komponenten
aufgesplittet werden. Inkrementale statt radikale Schritte erlauben eine
höhere Flexibilität in der Preisverhandlung. Einzelkomponenten des
Preisnachlasses müssen logisch argumentiert werden können. Eine
grundlose Gewährung von Rabatten stellt jegliche Qualitätsargumentation
und damit den Erfolg der Gesamtverhandlung in Zweifel.
Preiszugeständnisse mit dem geringsten Aufwand für den Anbieter sind zu
bevorzugen, zum Beispiel Loyalitäts- oder Naturalrabatt, statt reinem
Preisrabatt. Bei Kunden mit Interesse an einer langfristigen
Geschäftsbeziehung kommen Loyalitätsrabatte gut an. Neukunden können
insbesondere durch kostenlose Zusatzprodukte, wie beispielsweise
Zusatzmodule, Upgrades et cetera von der Gesamtqualität des Angebotes
überzeugt werden. Beide Arten der Preiszugeständnisse bewirken einen
Ausbau der Beziehung zum Kunden und fördern somit unmittelbar die
Vertriebstätigkeit.
Sollten Preiszugeständnisse gemacht werden, sind Gegenleistungen
anzustreben, zum Beispiel eine höhere Abnahmemenge, eine Bündelung mit
anderen Produkten oder eine frühere Bestellung/Lieferung. Dadurch wird
eine Verwässerung der angestrebten Wertargumentation vermieden.
Im Falle besonders wichtiger Kunden oder Verkaufssituationen mit
strategischer Bedeutung kann ein Teil der Preisentscheidungskompetenz auf
die Unternehmenszentrale übertragen werden. Damit wird der Druck auf den
Verkäufer reduziert und Zeit gewonnen. Der Verkäufer kommuniziert die
Produkteigenschaften und den Value-to-Customer, lässt sich jedoch nicht
auf kritische Preisdiskussionen ein. Kundenwünsche diesbezüglich werden
an die Zentrale weitergeleitet und später die Entscheidung dem Kunden
mitgeteilt. Dieses Vorgehen erfordert eine präzise Abstufung der
Preisentscheidungskompetenz und eine aktive Abstimmung zwischen Vertrieb
und Unternehmenszentrale. Es hängt ebenfalls von der Kultur des Kunden
ab. Während Amerikaner darin eher eine Schwäche sehen würden, sind
Asiaten gewohnt, dass die Zentrale mitredet und akzeptieren deshalb oft
diese Vorgehensweise.
Die Persönlichkeits-Regeln
Es geht nie um den Preis und den Produktwert allein. Die
Personen und ihre Beziehungen sind immer mit von der Partie. Im
Investitionsgütervertrieb spielen die persönlichen Beziehungen für das
Geschäft eine entscheidende Rolle. Das reflektiert sich auch im Preis
sowie in den Möglichkeiten, eine Geschäftsbeziehung über einen langen
Zeitraum aufrecht zu erhalten.
Beide Verhandlungspartner wollen mit dem Geschäft eine Siegerposition
erreichen. Der Verkäufer sollte seinem potenziellen Kunden daher etwas
geben, womit dieser seine Siegerposition im Unternehmen darstellen und
Verluste auf anderen Gebieten bewusst in Kauf nehmen kann. Es kann
wirkungsvoll sein, als Gegenleistung für das Geschäft ein Gegengeschäft
anzubieten oder zu akzeptieren, zum Beispiel den Kauf eines Produktes aus
einem anderen Bereich des Kundenunternehmens. In Japan hat sich dafür
sogar ein feststehender Begriff durchgesetzt: »Give-and-Take«. Diese
gegenseitige Verkaufsbeziehung ist aber auch in vielen anderen regionalen
Märkten wichtig.
Der Verkäufer sollte den Verhandlungspartner viel reden lassen. Je mehr
dieser redet, desto eher wird er später den Kauf akzeptieren. Der
Verkäufer sollte geduldig sein und sich für die Verhandlungen die
notwendige Zeit nehmen. Dies gilt auch, wenn die Verhandlungen,
beispielsweise mit asiatischen Geschäftspartnern, sehr lange dauern und
dabei immer wieder über den gleichen Punkt diskutiert wird.
Je mehr Zeit der Partner in die Verhandlungen investiert, desto wertvoller
wird später das Geschäft für ihn sein. Eine Zeitinvestition ist für
die meisten Entscheider besonders schwierig, dadurch aber auch
entsprechend wertvoll. Hat er einmal in einen Verkäufer und dessen
Produkt erheblich Zeit investiert, so ist ein Rückzug weniger
wahrscheinlich als ohne diese Zeitinvestition.
Es ist wichtig, sämtliche Preisentscheidungsträger beim Kunden zu
kennen. Jeder dieser Entscheidungsträger muss mit den aus seiner Sicht
relevanten Argumenten angesprochen werden. Für einen Techniker mögen
bestimmte technische Eigenschaften des Produktes von Interesse sein. Für
den Controller spielt die Wirtschaftlichkeit eine große Rolle.In Europa
und Amerika sind Kaufentscheidungsprozesse meist klar strukturiert. In
Asien hingegen ist die Anzahl der involvierten Personen höher und
Entscheidungen werden in der Regel durch einen Gruppenkonsens getroffen.
Bedingt durch den erforderlichen Gruppenkonsens ist es in Asien wichtig,
trotz der höheren Anzahl der involvierten Personen mit jedem einzelnen
Entscheidungsträger eine Übereinstimmung herbeizuführen.
Die Wissens-Regeln
Der Verkäufer muss genau wissen, was er erreichen will.
Eine exakte Planung der Verhandlungen ist unverzichtbar: Was sind die
Ziele? Was sind die Hauptargumente? Wie sieht der Prozess aus?
Generell gilt: Wer besser informiert ist, der gewinnt. Der Verkäufer muss
über seinen Verhandlungspartner bessere Informationen haben als dieser
über ihn. Japaner beispielsweise gelten als besonders neugierig und
zugleich vorsichtig. Sie informieren sich oft im Detail über den
Gesprächspartner.
Eine genaue Kenntnis der Wettbewerbsprodukte muss vorhanden sein. Die
meisten Kunden sind gut informiert. Sie kennen die Wettbewerbsprodukte und
ihre Preise bis ins letzte Detail. Eine wirkungsvolle Argumentation ist
nur möglich, wenn der Verkäufer mindestens den gleichen Wissensstand
vorweisen kann.
Die spezifischen Verhandlungsregeln einerseits und die allgemeinen
Wirtschaftskenntnisse andererseits müssen perfekt beherrscht werden.
Während Europäer und Amerikaner relativ rational Produkte vergleichen,
reagieren japanische Kunden oft beziehungsorientiert. Der Verkäufer muss
wissen, in welchen Situationen wie zu reagieren ist. Bei
beziehungsorientierten Kunden beispielsweise ist die reine
Produktpräsentation nicht zielführend. Aspekte wie Road Maps,
Partnerschaften, Wissenstransfer und auch Geschäfte anderer
Unternehmensbereiche müssen angesprochen werden, um ein Interesse an
einer aktiven Beziehung zu signalisieren.
Was zählt, ist die Wahrnehmung, nicht die Realität. Es kann sein, dass
ein Produkt eine bestimmte Eigenschaft besitzt. Es nutzt jedoch nichts,
wenn diese Eigenschaft vom Kunden, etwa auf Grund mangelhafter
Kommunikation oder mangelnden Verständnisses eines komplexen Produktes,
nicht wahrgenommen wird. Man sollte lieber eine Aussage zuerst verbal
vermitteln und anschließend visuell wiederholen, als das Risiko des
Nichtverstehens einzugehen.
Die Anwendung dieser Grundregeln setzt eine
detaillierte Kenntnis der Werttreiber voraus
Eine wirkungsvolle Anwendung dieser Regeln kann nur
gewährleistet sein, wenn bestimmte Aufgaben im Vorfeld erledigt worden
sind. Das heißt, zunächst muss der Value des Produktes oder der
Dienstleistung für die spezifische Situation herausgearbeitet werden.
Dazu sind die Werttreiber zu ermitteln, aus denen sich der Value
zusammensetzt und die zum Verkauf des Produktes aktiv kommuniziert werden
müssen. Werttreiber des eigenen Unternehmens sind Produkt- und
Servicemerkmale, die:
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von den Kunden wahrgenommen werden,
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für den Kunden wichtig sind,
-
und bei denen die eigenen Produkte aus Kundensicht den
Konkurrenzprodukten überlegen sind und eine dauerhafte
Differenzierung ermöglichen.
In Abbildung 1 ist ein Beispiel für die Analyse und
Visualisierung der Werttreiber dargestellt. Die in der linken Spalte der
Abbildung aufgeführten Produkt- und Servicemerkmale sind nach ihrer
Wichtigkeit aus Kundensicht geordnet, beginnend mit dem wichtigsten
Merkmal. Daneben ist die Bewertung des aus Kundensicht zu vergleichenden
Konkurrenzproduktes angegeben. Sowohl die Wichtigkeit der Produkt- und
Servicemerkmale als auch die Bewertung verschiedener Produkte basiert auf
der Einschätzung der Kunden und sollte durch eine Kundenbefragung
ermittelt werden. Dieser Vergleich kann für alle Konkurrenzprodukte
durchgeführt werden.
Grundsätzlich unterscheidet man universelle und individuelle Werttreiber.
Universelle Werttreiber kennzeichnen die Überlegenheit eines Produkt-
oder Servicemerkmals gegenüber allen Konkurrenzangeboten. Sie werden
nicht nur in Verkaufsgesprächen eingesetzt, sondern auch in
Unternehmenspräsentationen, Broschüren, Artikeln et cetera. Individuelle
Werttreiber kennzeichnen die Überlegenheit eines Produkt- oder
Servicemerkmals gegenüber einem bestimmten Konkurrenten. Sie werden vor
allem in Verkaufsgesprächen eingesetzt, wenn dem Vertriebsmitarbeiter
bekannt ist, gegen welchen Konkurrenten er mit seinen Produkten anzutreten
hat.
Abb. 1: Visualisierung der Werttreiber zur Nutzung
durch den Vertrieb (anonymisiertes Projektbeispiel, Simon Kucher &
Partners)
Unter Nutzung dieser Vorarbeit ist es dem Vertrieb
möglich:
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am Markt verfügbare Produkte mit den Augen des Kunden
zu sehen.
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Werttreiber der zu verkaufenden Produkte zu erkennen.
-
externe Vertriebsrepräsentanten effektiv zu
unterstützen und mit den notwendigen Informationen zu versorgen.
-
sich durch Betonung der eigenen Stärken aktiv von
Konkurrenzprodukten zu differenzieren.
-
kritische Anmerkungen der Kunden bezüglich
nachteiliger Produkteigenschaften durch Hervorhebung von
Produktvorteilen zu entkräften beziehungsweise zu kompensieren.
Wie der vom Kunden wahrgenommene Wert eines Produktes
unterliegen auch die Werttreiber zahlreichen kulturellen Einflüssen
(Wettbewerbsprodukte, Innovationen, meinungsbildende Aktivitäten, Umfeld,
etc.) und sich ständig ändernden Präferenzen der Kunden. Daher ist die
Ermittlung der Werttreiber kein einmaliger Prozess. Vielmehr muss der
Markt beobachtet, der Value-to-Customer regelmäßig und systematisch
aktualisiert, und die Werttreiber müssen identifiziert werden. Wird diese
kontinuierliche Analyse vernachlässigt, kann dies schwerwiegende Folgen
für den Vertrieb eines Produktes und damit die Unternehmensentwicklung
haben.
Die beiden auf den folgenden Seiten dargestellten Beispiele aus der
Fabrikautomation verdeutlichen das Potenzial, das die Analyse und aktive
Kommunikation von Werttreibern zur Unterstützung des Vertriebes bietet.
Ist diese Vorarbeit getan, kann der Vertrieb unter Nutzung der
dargestellten Regeln für den profitablen Verkauf den Umgang mit Kunden
optimieren. Es handelt sich dabei um die erläuterten Value-, Preis-,
Persönlichkeits- und Wissensregeln, die Chancen in Zeiten des Marktauf-,
aber auch in Zeiten des Marktabschwunges bieten.
Zusammenfassung
Es gibt Grundregeln für den profitablen Verkauf von
innovativen Investitionsgütern, die von allen Vertriebsmitarbeitern
beherrscht werden sollten. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um
Value-Regeln, Preis-Regeln, Persönlichkeits-Regeln und Wissens-Regeln.
Kulturelle Aspekte können eine unterschiedliche Umsetzung dieser Regeln
in Amerika, Europa und Asien erfordern.
Die Value-Regeln: Der Preis ist der Spiegel des durch den Kunden
wahrgenommenen Wertes. Ein adäquater Preis erfordert außer einem
substanziellen Produktwert insbesondere die effektive Kommunikation dieses
Produktwertes. Value-Kommunikation ist bei innovativen Investitionsgütern
besonders wichtig, da Kunden tendenziell »wertorientiert« sind.
Die Preis-Regeln: Produkt und Preis sind die zwei zentralen Aspekte des
Verkaufsgespräches. Um den Wert des Produktes für den Kunden in den
Mittelpunkt stellen und den Value-to- Customer kommunizieren zu können,
müssen die Produkteigenschaften in Value »übersetzt« werden. Dadurch
verlagert sich der Fokus der Verhandlung von reinen Preisargumenten auf
die wichtigsten Produkt- und Serviceeigenschaften.
Die Persönlichkeits-Regeln: Es geht nie um den Preis und den Produktwert
allein. Im Investitionsgütervertrieb spielen die persönlichen
Beziehungen für das Geschäft eine entscheidende Rolle. Das reflektiert
sich auch im Preis sowie in den Möglichkeiten, eine Geschäftsbeziehung
über einen langen Zeitraum aufrecht zu erhalten.
Die Wissens-Regeln: Der Verkäufer muss genau wissen, was er erreichen
will. Eine exakte Planung der Verhandlungen ist unverzichtbar. |