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- Volltext -
Schwerpunkte der künftigen Entwicklung von
Technologie- und Gründerzentren
von Franz
Pleschak
In vielen Regionen Deutschlands ist die Infrastruktur insbesondere für
technologieorientierte Unternehmensgründungen nicht vorhanden. Um solche
strukturschwachen Regionen zu unterstützen und um Gründungsaktivitäten
allgemein zu fördern, gibt es hierzulande zirka 300 Technologie- und Gründerzentren.
Der Autor dieses Beitrags definiert die Aufgaben dieser Zentren aus Sicht
regionaler und unternehmerischer Interessen, zeigt, was sie zu leisten
vermögen und wo ihre Grenzen liegen.
Stichworte: Technologie-
und Gründerzentren: Umfeld, Aufgaben, Unterstützung technologieorientierter Unternehmensgründungen:
Aufgaben, Maßnahmen,
Unterstützung von Innovationen in der Region: Aufgaben, Aktivitäten, Beratung und Betreuung der Unternehmen:
Schwerpunkte, Netzwerke, Verbesserung der Eigenwirtschaftlichkeit der Zentren,
Zusammenfassung
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In diesem Beitrag
erfahren Sie:
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Mit welchen Maßnahmen Technologie-
und Gründerzentren (TGZ) Unternehmensgründungen fördern können,
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was TGZ konkret für das
wirtschaftliche Profil einer Region tun können,
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auf welchen Beratungsbedarf TGZ bei
jungen technologieorientierten Unternehmen in den verschiedenen
Entwicklungsphasen stoßen,
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was TGZ zur Einbindung junger
Unternehmen in Netzwerke tun können,
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wie TGZ möglichst wirtschaftlich
arbeiten.
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Gründungsförderung,
Vernetzung und Technologietransfer
In Deutschland existieren derzeit etwa 300 Technologie- und Gründerzentren
(TGZ) [1]. Ihr Profil ist breit gefächert und reicht von klassischen
Technologiezentren über mehr gründerorientierte Zentren bis hin zu
Technologieparks. Zu den Zielen der TGZ gehören die Unterstützung
technologieorientierter Unternehmensgründungen, die Erschließung und
Nutzung der Synergien zwischen Wissenschaft und der industriellen
Anwendung von Ergebnissen der Forschung und Entwicklung (F&E) sowie
die Unterstützung des Informations- und Technologietransfers, die
Vernetzung regionaler Innovationspotenziale, die Einflussnahme auf die
regionale Wirtschaftsentwicklung und vor allem die Unterstützung der
eingemieteten jungen Unternehmen. Technologie- und Gründerzentren sind
ein wichtiger Faktor regionaler Wirtschaftsstrukturen. Im Durchschnitt
sind in jedem Zentrum etwa 26 Unternehmen mit jeweils acht Beschäftigten
ansässig. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Technologiezentren geht davon
aus, dass die deutschen Zentren im Jahr 1998 direkt etwa 55.000 Arbeitsplätze
bereitstellten, zusätzlich etwa 26.000 Arbeitsplätze in solchen
Unternehmen, die aus den Zentren bereits ausgezogen waren.
Das
regionale Umfeld
Die Merkmale und Strategien von Technologie- und Gründerzentren werden
maßgeblich durch ihr regionales Umfeld geprägt [2]. Zentren mit
wissenschaftlichem Umfeld haben günstige Voraussetzungen für
technologieorientierte Gründungen und für eine Zusammenarbeit der
Technologieakteure in Netzwerken und Verbünden. Sie verfügen über eine
überdurchschnittlich hohe Anzahl von Unternehmen mit eigener Forschung
und Entwicklung. In Zentren mit einem industriell geprägten Umfeld gehen
Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung vor allem von der
Verflechtung der Unternehmen des Zentrums mit denen in der Region aus. Die
technologische Kompetenz eines Zentrums kann hierbei auf die industriellen
Unternehmen der Region ausstrahlen, sofern Nachfrage nach diesen
Technologien besteht. Zentren in ländlichen Regionen weisen im
Allgemeinen einen geringeren Anteil von Technologieunternehmen mit eigener
F&E auf, auch ist dafür meist nur ein geringes Gründerpotenzial
gegeben. Diese Zentren können dennoch für die regionale Entwicklung in
großer Breite Bedeutung haben, wenn sie sich als Ansprechpartner und als
Kristallisationskerne für Querschnittstechnologien, zum Beispiel auf dem
Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnik, profilieren.
Technologieorientierung
Etwa 75 Prozent aller in Deutschland in den Zentren eingemieteten
Unternehmen haben technologieorientierten Charakter. Natürlich ist deren
F&E-Intensität unterschiedlich, nachgewiesen ist aber, dass
Technologieunternehmen im Vergleich zu anderen Unternehmen höhere
Wachstumspotenziale und geringere Scheiterquoten aufweisen und für den
Strukturwandel, den Innovationswettbewerb, die Stärkung der
Innovationspotenziale und des Exports wichtig sind. Besonders
Technologieunternehmen, die sich auf hohem Innovationsniveau bewegen, verfügen
aufgrund der Alleinstellungsmerkmale ihrer Produkte und Verfahren, des
Zeitvorsprungs gegenüber Wettbewerbern, des F&E-Know-hows der Beschäftigten
und der Orientierung auf Zukunftstechnologien über günstige
Ausgangsbedingungen für wirtschaftliches Wachstum. Der hohe Anteil von
Unternehmen auf den Technologiegebieten Informations- und
Kommunikationstechnik/Software, Multimedia/Telematik, Umwelttechnik,
Elektrotechnik/Elektronik und Mess- und Prüftechnik gibt die
Technologieorientierung der deutschen Zentren wider.
Aufgaben der Technologie- und Gründerzentren
Zwar sind die Technologie- und Gründerzentren in ihrem Profil, ihrer
Ausstattung, den Technologieschwerpunkten und den angebotenen Leistungen
verschiedenartig, ungeachtet dessen sind für die weitere Entwicklung der
Zentren jedoch einige Aufgaben von übergreifender Bedeutung. Zu ihnen gehören
unter anderem:
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die Unterstützung technologieorientierter Unternehmensgründungen,
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die Unterstützung der innovativen Entwicklung der Region,
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die Beratung und Betreuung der Unternehmen,
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die Verbesserung der Eigenwirtschaftlichkeit.
Von der Art und Weise der Wahrnehmung dieser Aufgaben hängt die
Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit der Zentren sowie ihr Erfolg ab. Die
nachfolgenden Ausführungen zeigen deshalb auf, welchen Anforderungen sich
Technologie- und Gründerzentren auf diesen Gebieten künftig stellen müssen
und wie sie diese bewältigen können.
Unterstützung
technologieorientierter Unternehmensgründungen
Es gehört zu den unmittelbarsten Aufgaben von Technologie- und Gründerzentren,
potenziellen und tatsächlichen Gründern von Technologieunternehmen bei
der Umsetzung ihrer Gründungsideen und beim Aufbau der Unternehmen
Unterstützung zu geben. Die Unterstützungsleistungen betreffen folgende
Aspekte [3]:
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Einflussnahme auf die Gründungswilligkeit und Gründungsfähigkeit
potenzieller Gründer
Zentren können durch vielfältige Maßnahmen wie Verbreitung von
Erfahrungen erfolgreicher Gründer, Qualifizierungslehrgänge und
Vermittlung von Gründungsideen nicht nur Gründungsbereitschaft
herausbilden, sondern auch die Chancen technologieorientierter Gründungen
deutlich machen und zeigen, dass die bei Gründungen auftretenden
Probleme beherrschbar sind. Businessplan-Wettbewerbe, Trainingskurse,
Wissens- und Informationsnetzwerke vermitteln den Gründern Befähigungen
für eine Unternehmensgründung.
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Vermittlung der Vorteile einer Einmietung in ein Zentrum
Junge Unternehmen finden in Technologie- und Gründerzentren günstige
Startbedingungen. Die Vorteile der Einmietung in Zentren - wie Verfügbarkeit
von Mieträumen, bessere Werbemöglichkeiten, informelle Kontakte zu
anderen Unternehmen, Fixkostensenkung, Kontakte zu
Forschungseinrichtungen und räumliche Flexibilität - sind Gründern
bewusst zu machen.
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Unterstützung bei der Ausarbeitung der Unternehmenskonzeption
Gründer technologieorientierter Unternehmen benötigen Unterstützung
vor allem bei der Marktorientierung ihres Produkt- und
Leistungsprogramms und bei der Erarbeitung des Finanzierungskonzepts.
Da die Unternehmenskonzeption die interne Leitlinie aller im
Unternehmen Tätigen ist und außerdem extern die
Verhandlungsgrundlage gegenüber Umfeldakteuren wie Kapitalgebern
darstellt, ist eine hohe Qualität der Unternehmenskonzeption eine
wichtige Voraussetzung für den Unternehmenserfolg. In dieser Hinsicht
müssen Zentren für Gründer unterstützend wirken.
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Unterstützung bei der Aufnahme des Geschäftsbetriebs
Das Zentrenmanagement kann jungen Unternehmen in vielfältiger Form
beim Aufbau von Geschäftskontakten und Kooperationsbeziehungen, bei
der Öffnung von Netzwerken und bei der Erschließung von regionalen
Kontakten behilflich sein. Die folgende Auflistung enthält Maßnahmen
von Technologie- und Gründerzentren zur Entwicklung von Gründungswilligkeit
und -fähigkeit (siehe Kasten S. 5).
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Maßnahmen
zur Entwicklung von Gründungswilligkeit und -fähigkeit sind:
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Kontaktmessen, Ausstellungen, Tage
der offenen Tür, Öffentlichkeitsarbeit
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Existenzgründerseminare, Workshops,
Schnupperseminare, Fallstudien, Planspiele, Trainingskurse, Übungsfirmen,
Gründerstammtische, Unternehmerforen
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Gründertage, Treffs potenzieller Gründer
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Vergabe von Gründerpreisen,
Innovationspreisen, Businessplan-Wettbewerbe
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Nutzbarmachung von Ideenpoolen,
Wissens- und Informationsnetzwerke, Aufzeigen und Bewerten von
Geschäftsideen, Vermittlung von Kontakten
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Verallgemeinerung der Erfahrungen
erfolgreicher Gründer
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Schaffung eines innovativen Klimas
in der Region
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Vermittlung von Coachs oder
Patenschaften, Nutzbarmachung regionaler Kontaktpartner
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Zeitweise Verfügbarmachung von Räumen
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Aufzeigen von Synergien im Zentrum
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Bewertung der Unternehmenskonzeption
durch Experten
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Nachweis der Vorteile aus Ansiedlung
in einem Zentrum ·
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Unterstützung bei der
Kontaktanbahnung zu Kapitalgebern, Kunden Lieferanten und anderen
Kooperationspartnern
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Unterstützung
der innovativen Entwicklung der Region
Technologie- und Gründerzentren sind Bestandteil der regionalen
Wirtschaftspolitik. Sie sollen dazu beitragen, innovative Potenziale einer
Region zu bündeln und ein regionales Profil für zukunftsträchtige
Technologiegebiete herauszubilden. Technologieorientierte Unternehmensgründungen
sind ein Ausdruck dieses Wirkens. Zentren nehmen wie folgt auf die
wirtschaftliche Entwicklung einer Region Einfluss:
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Stärkung des innovativen Profils einer Region
TGZ können für die innovative regionale Entwicklung Impulse auslösen,
wenn sie mit ihren Entscheidungen zur Einmietung auf Unternehmen mit
Zukunftstechnologien setzen. Besonders günstig ist es, wenn diese
Unternehmen intensive Kontakte mit in der Region ansässigen universitären
und außeruniversitären Forschungseinrichtungen haben.
Wachstumsimpulse für die Region entstehen, wenn die neuen Unternehmen
zuliefer- und absatzseitig mit der übrigen Wirtschaft der Region
verflochten sind.
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Wahrnehmung von Aufgaben der Wirtschaftsförderung
Dem hohen Stellenwert, den die TGZ für die regionale
Wirtschaftsentwicklung besitzen, wird oft damit entsprochen, dass sie
aktiv in die Aufgaben der regionalen Wirtschaftsförderung eingebunden
werden. Das
ist unter anderem mit folgenden Pflichten verbunden: Erarbeitung
regionaler Entwicklungskonzepte, Vorbereitung von
Standortentscheidungen für Unternehmensansiedlungen, Gestaltung und
Entwicklung von Gewerbeparks, Organisation von Netzwerken und
Management von Projekten. Natürlich sind solche Leistungen vom
Auftraggeber gesondert zu finanzieren.
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Entwicklung und Verfügbarmachung von technologischer Kompetenz für
die Region
Viele Zentren verfügen nicht über ein wissenschaftliches Hinterland
in Form von Forschungseinrichtungen oder Hochschulen. Gerade unter
diesen Umständen sollten sich Zentren bemühen, sich auf solchen
Gebieten, die für die regionale Entwicklung von Bedeutung sind,
technologische Kompetenz anzueignen. Dies geschieht vor allem über
die Arbeit an Projekten.
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Unterstützung beim Aufbau und bei der Nutzung innovativer
regionaler Netzwerke
Zentren sind mit ihren eingemieteten Unternehmen eng mit allen anderen
regionalen Innovationsakteuren verbunden. Da die jungen und kleinen
Unternehmen in den Zentren kaum selbst die Kraft aufbringen,
Grundlagenforschung zu betreiben, sind sie auf die Kooperation mit
Forschungseinrichtungen und Hochschulen angewiesen. Für die
Vermarktung ihrer wissenschaftlich-technischen Ergebnisse bedürfen
die Unternehmen des Kontaktes zu anderen innovativen Unternehmen und
zu Multiplikatoren von Innovationen. Die Kooperation verläuft um so
erfolgreicher, je enger die Beziehungen und Netze zwischen den
Innovationsakteuren einer Region geknüpft sind. Das Zentrenmanagement
kann in dieser Hinsicht sehr unterstützend wirken.
Kontakte zwischen den Netzwerkakteuren fördern:
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den Technologietransfer,
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die Entwicklung der F&E-Kooperation,
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die Wissens- und Informationsvermittlung und
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die Initiierung von Ausgründungen aus universitären und außeruniversitären
Forschungseinrichtungen.
Zentren sollten ihre Infrastruktur, spezielle technische Anlagen,
Demonstrationsobjekte und für die Weiterbildung wichtige technische
Aggregate zur breiten regionalen Nutzung zur Verfügung stellen. Persönliche
Kontakte bilden eine wichtige Voraussetzung für das Entstehen eines
innovativen Milieus und eines auf Innovationen gerichteten regionalen
Klimas. Die Wettbewerbsposition einer Region und ihr Image ziehen daraus
Nutzen. Die folgende Übersicht stellt wichtige Aktivitäten der Zentren
zusammen, die sich auf die regionale Entwicklung auswirken (siehe Kasten
S. 7).
Beratung und
Betreuung von Unternehmen
Die Gründung und der Aufbau eines Technologieunternehmens sind
entscheidungsintensive Prozesse [4; 5]. Angesichts der Neuheit,
Interdisziplinarität und Komplexität der Problemstellungen finden Gründer,
aber auch gestandene Unternehmer, in den Bewertungs- und
Entscheidungssituationen unternehmensintern nicht immer sichere Lösungen.
Unter diesen Umständen haben sie das Bedürfnis nach Beratung. Das Betätigungsfeld
der Berater liegt sowohl auf der strategischen Ebene der
Unternehmensentwicklung, als auch im Bereich der operativen Lösung ausgewählter
Einzelfragen der Unternehmenstätigkeit. Technologieunternehmen
artikulieren Unterstützungsbedarf vor allem auf den Gebieten Marketing
und Finanzierung. Mit der schnellen Entwicklung des
Beteiligungskapitalmarktes eröffnen sich für wachstumsstarke
Technologieunternehmen neue Finanzierungsmöglichkeiten. Das
Zentrenmanagement kann bei der Vermittlung von Kontakten zu den
Beteiligungsgebern unterstützend wirken. In immer mehr Regionen bilden örtliche
Finanzierungsinstitute Venture-Capital-Fonds, die sich in innovativen
Unternehmen mit Beteiligungen engagieren wollen. Die Schwerpunkte des
Beratungsbedarfs folgen den Lebensphasen der Unternehmen (siehe Kasten S.
8).
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Aktivitäten
von Technologie- und Gründerzentren zur Unterstützung der regionalen
Entwicklung
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Motivierung und Initiierung von
Kooperationen insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen
untereinander sowie von KMU mit größeren Unternehmen
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Unterstützung bei der Ansiedlung
etablierter, größerer Unternehmen in Technologieparks
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Aufbau und Unterhaltung von
Datenbanken für Kooperationspartner, Zulieferer,
Technologiegeber, Informationsbereitstellung
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Initiierung und Durchführung
spezifischer Projekte zur Entwicklung bestimmter Technologiefelder
und zum Aufbau von technologischen Kompetenzen des Zentrums
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Beratung und Unterstützung von
Unternehmen in technologischen Fragen und im Technologiemarketing,
an der auch nicht zentrenansässige Unternehmen teilnehmen können
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Aktiver Technologietransfer durch
Kontakte zu regionalen und überregionalen
Forschungseinrichtungen, insbesondere durch Initiierung von Ausgründungen
und durch Unterstützung von Kooperationen
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Initiierung von technologie- und
branchenspezifischen Netzwerken in der Region
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Aufbau von für die Region
notwendiger Infrastruktur, zum Beispiel in Form von Labor- und
Fertigungskapazitäten oder moderner Informations- und
Kommunikationsinfrastruktur
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Wirkung als Demonstrationszentrum für
neue Technologien
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Konzeptionelle Zusammenarbeit und
Abstimmung mit anderen Akteuren der regionalen Wirtschaftsförderung,
zum Beispiel durch Mitarbeit in Gremien, Arbeitskreisen und
Koordinierungsstellen
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Initiierung, Begleitung und Durchführung
von Projekten zur Stimulierung der regionalen
Wirtschaftsentwicklung
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Es gehört zu den entscheidenden Qualitätsmerkmalen eines Technologie-
und Gründerzentrums, Unternehmen bei der Unternehmensgründung und
-entwicklung zu beraten und zu betreuen. Die Kompetenz des
Zentrenmanagements bestimmt dabei entscheidend die Qualität der
Betreuungsleistungen. Beratung der Unternehmen erfolgt entweder durch das
Zentrenmanagement selbst oder durch externe Beratungsträger, zu denen das
Zentrenmanagement im Rahmen von Netzwerken Kontakte vermittelt. Das
Zentrenmanagement wirkt dann im Beratungsprozess mehr moderierend. Junge
Technologieunternehmen haben vor allem folgende Erwartungshaltungen an
Berater:
-
Hilfe beim Aufbau von Netzwerken und bei der Vermittlung von
Kontakten,
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Übermittlung von Erfahrungen und Arbeitsmethodiken,
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Konstruktive Kritik und Vermittlung von Denkanstößen,
-
Eingehen auf die spezifische Problemsituation des Unternehmens,
-
Interaktion zwischen Gründer und Berater, gemeinsame Problemlösung,
enges Vertrauensverhältnis,
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ganzheitliche technische und betriebswirtschaftliche Beratung,
-
Trennung von Diagnose- und Beratungsphase, um Ziele und Auftrag für
Beratung fundiert fixieren zu können, Ausgestaltung der eigentlichen
Beratungsphase als Problemlösungsprozess,
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Nutzung von Elementen des Wissens-, Informations- und
Technologietransfers,
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Seriosität.
Gerade für junge Unternehmen ist die Öffnung von Netzwerken eine
wichtige Aufgabe des Zentrenmanagements. Der Kasten oben zeigt, welche
Netzwerke in diesem Zusammenhang von Bedeutung sind.
Verbesserung der
Eigenwirtschaftlichkeit
Technologie- und Gründerzentren arbeiten von ihrer Zielstellung her
zwar nicht gewinnorientiert, für die Aufbau- und Etablierungsphase ist
sogar Förderung charakteristisch, dennoch sind die Zentren angehalten,
wirtschaftlich zu arbeiten und ihre Ausgaben durch Einnahmen zu decken.
Dem ist schon bei der Zentrenkonzipierung zu entsprechen, indem das
technische Konzept und das Betriebskonzept der Zentren den Anforderungen
der künftigen Mieter entsprechend ausgelegt wird und keine Unter- oder Überdimensionierungen
entstehen. Diese würden nicht nur eine Erhöhung der laufenden
Betriebskosten bewirken, sondern auch den Zentrenaufbau verteuern. Ein
nutzergerechtes Angebot an Infrastruktur und Dienstleistungen für die
eingemieteten und die kooperierenden externen Unternehmen trägt dazu bei,
die Anzahl der im Zentrenmanagement Beschäftigten zu begrenzen und den
jungen Unternehmen akzeptable Mieten anzubieten. Unternehmerische Führung
eines Technologie- und Gründerzentrums verlangt, konsequent
marktorientiert zu arbeiten, und das heißt, das Angebotsprofil der
Zentren entsprechend der Bedarfs- und Nachfragestrukturen des regionalen
Umfeldes zu gestalten.
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Schwerpunkte
der Beratung in den Lebensphasen eines Technologieunternehmens
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Entstehungsphase
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Festlegung der Unternehmensform, des
Gesellschafterkreises und der gesellschaftsvertraglichen
Bestimmungen
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Erarbeitung der
Unternehmenskonzeption
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Vermittlung von Kontakten,
Einbindung in Netzwerke
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Verhandlungen mit Kapitalgebern
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Stimmigkeit des
F&E-Pflichtenhefts
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Analyse der Markt- und
Wettbewerbssituation
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Wertung der Erfolgsaussichten
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Einschätzung der Finanzierungs- und
der Förderchancen
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F&E-Phase
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Controlling der F&E-Ziele und
der Meilensteine
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Präzisierung der
Unternehmenskonzeption
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Vorbereitung der Markteinführung
und des Fertigungsaufbaus
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Vertragsgestaltung mit
Kooperationspartnern
-
Aufbau einer Kosten-, Erlös- und
Gewinnrechnung
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Präzisierung der
Marketingfestlegungen
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Fertigungsaufbau und Markteinführung
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Maßnahmeplan für den Markteintritt
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Vorbereitung und Durchführung von
Fertigungsinvestitionen
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Herausbildung der Arbeitsteilung und
Organisation
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Aufbau eines Unternehmenscontrolling
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Vorbereitung von
Finanzierungsentscheidungen
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Schaffung von Voraussetzungen für
ein Unternehmenswachstum
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Bewältigung von Krisen
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Einbindung
von jungen Unternehmen in Netzwerke
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Zugang zu Gremien des
Erfahrungsaustausches zwischen Gründern (Gründerstammtische,
Unternehmerforen)
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Zugang zu Netzwerken zwischen
kapitalgebenden und kapitalsuchenden Einrichtungen (Business-Angels-Netzwerke,
VC-Veranstaltungen, Investmentforen, Beteiligungsagenturen)
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Nutzbarmachung von Beratungs- und
Dienstleistungen von Technologieagenturen
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Einbindung in produkt-
beziehungsweise technologiespezifische Netzwerke mit Synergien in
F&E, Fertigung und Vertrieb sowie in Kooperationsbörsen
-
Einbindung in
F&E-Verbundprojekte zwischen Forschungseinrichtungen,
Hochschulen, großen und kleinen Unternehmen, Vernetzung von
Forschung und Wirtschaft
-
Unterstützung junger Unternehmen
beim Zugang zum Internet
-
Informationsvermittlung aus
internationalen und nationalen Datenbanken
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Organisation des regionalen
Zusammenwirkens aller am Gründungsprozess beteiligten Partner
-
Unterstützung bei der Teilnahme an
Messen
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Die Wirtschaftlichkeit eines Zentrums hängt ab von:
-
der Flächenkapazität und ihrer Ausnutzung, wobei sich der Einfluss
auf die Wirtschaftlichkeit vor allem aus den Mieteinnahmen ergibt,
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dem Umfang, der Nutzungshäufigkeit und dem Preis der angebotenen
Beratungsleistungen und der technischen Dienstleistungen,
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den Einnahmen aus solchen Geschäftsfeldern wie Projektarbeit,
Management von Verbundprojekten, Leistungen für die regionale
Wirtschaftsförderung und die regionalen Projektträgerschaften,
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den fixen und variablen Kosten des Zentrums und der Ausschöpfung
der Möglichkeiten zur Kostenersparnis (Outsourcing, Gründung von
Tochterunternehmen mit Dienstleistungscharakter, Rationalisierung bei
der Wahrnehmung von Managementfunktionen).
Viele dieser Faktoren werden von der Größe des Zentrums maßgeblich
beeinflusst. Kleine Zentren sind aus der Sicht der Wirtschaftlichkeit im
Nachteil gegenüber großen Zentren. Natürlich nehmen auch die Überlassungsmodalitäten
der Immobilie an die Betreibergesellschaft und der Umfang der öffentlichen
Finanzierung der Investitionen und der Erstausstattung Einfluss auf die
laufende Wirtschaftlichkeit, ebenso das finanzielle Engagement der
Gesellschafter. Unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftsfördernden
Funktion der Zentren hilft oft eine projektbezogene Förderung, das
finanzielle Gleichgewicht der Zentren herzustellen.
Zusammenfassung
Es gibt zur Zeit etwa 300 Technologie- und Gründerzentren
(TGZ) in Deutschland. Unter ihnen befinden sich klassische
Technologiezentren, gründerorientierte Zentren und Technologieparks. Ihre
Aufgaben bestehen vor allem darin, technologieorientierte
Unternehmensgründungen zu fördern, Synergien zwischen Wissenschaft und
industrieller Anwendung von Forschung und Entwicklung zu erschließen und
zu nutzen sowie den Informations- und Technologietransfer durch Vernetzung
regionaler Innovationspotenziale zu unterstützen. Somit sind Technologie-
und Gründerzentren ein wichtiger Faktor regionaler Wirtschaftsstrukturen.
Die Maßnahmen der Zentren zur Förderung der Gründungsaktivitäten in
einer Region können von der Kontaktmesse über Existenzgründungsseminare
und Workshops, Wettbewerbe und Preise bis hin zur Bewertung der
Unternehmenskonzeption durch Experten reichen. Die Förderung der
regionalen Wirtschaftsentwicklung erfolgt unter anderem über Maßnahmen
wie Initiierung von Kooperationen, Bereitstellung von Informationen, einen
aktiven Technologietransfer bis hin zum Aufbau der erforderlichen
Infrastuktur.
Der Aufbau von Netzwerken ist eine zentrale Aufgabe der Technologie- und
Gründerzentren. Ziele dabei sind unter anderem, Unternehmer der Region
zusammenzubringen, Kontakte zu Investmentforen und Beteiligungsagenturen
herzustellen und jungen Unternehmen Zugang zu Netzwerken zu ermöglichen,
um vor allem Synergien bei Forschung und Entwicklung nutzen zu können.
Die Zentren arbeiten zwar nicht gewinnorientiert, sollen aber nach
Möglichkeit kostendeckend wirtschaften. Die Aussichten, dieses Ziel zu
erreichen, hängen von verschiedenen Faktoren ab: Ausnutzung der
Flächenkapazität, Nachfrage nach angebotenen Dienstleistungen, Einnahmen
aus Projektarbeit und regionaler Wirtschaftsförderung. Und schließlich
sollten die fixen und variablen Kosten durch Outsourcing,
Tochterunternehmen und eine Rationalisierung der Managementfunktionen so
gering wie möglich gehalten werden.
Literatur
[1] Baranowski, G.; Raetz, G. (Hrsg.): Innovationszentren in
Deutschland, Berlin, 1998/99.
[2] Heukeroth, U. u.a.: Maßstäbe für Innovationszentren -
Erfolgsstrategien durch vergleichende Analysen. Berlin:
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Technologiezentren, 2000.
[3] Pleschak, F.: Technologieorientierte Unternehmensgründungen -
der Beitrag des Business Development Center Sachsen, Stuttgart, 2000.
[4] Pleschak, F.; Sabisch, H.: Innovationsmanagement, Stuttgart,
1996.
[5] Pleschak, F.: Management in Technologieunternehmen, Wiesbaden,
2000. |