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22. Mrz 2001

Spione fr eine bessere Logistik

(he) Um mgliche Defizite im System aufzudecken, schickt die Deutsche Post absolut unbestechliche Testbriefe auf die Reise rund um die Welt. Der sogenannte "Quality Test Letter" (QTL) ist ein mit Elektronik vollgestopfter Brief, der auch groen Belastungen standhalten kann - ein kleines Wunderwerk der Technik.

Der QTL wird immer dann eingesetzt, wenn es irgendwo gehuft Beschwerden wegen zu spt ausgelieferter Post gibt. Zunchst versucht die Post es dann mit gewhnlichen Testbriefen – rund 750.000 werden davon im Jahr verschickt. Nutzt auch dies nichts, kommt der von der Siemenstochter Electocom in Berlin entwickelte QTL zum Einsatz.

Er hat die DIN-Gre eines normalen Fensterumschlags, wiegt 30 Gramm und lsst sich um bis zu 90 Grad biegen, passiert so unbeschadet die automatischen Sortieranlagen. Herzstck des "elektronischen Spions" ist ein piezoelektrischer Beschleunigungssensor, dessen Messzyklen 60, 30 oder 7,5 Sekunden auseinander liegen. Stromquelle sind zwei Knopfzellen, diebis zu 100 Tage halten.

Ist ein Testbrief an seinem Bestimmungsort angekommen, wird er an einen Auswertungscomputer angeschlossen. Die Software, die bedienerfreundlich ber eine Windows-Oberflche gesteuert wird, verwandelt die gespeicherten Daten in ein Bewegungsdiagramm. Nun kann abgelesen werden, wann der Brief sich wie intensiv bewegt hat oder eben liegengeblieben ist. Gebte Auswerter sehen sogar auf den ersten Blick, ob der Brief in einer Dsen- oder Propellermaschine unterwegs war bzw. wie der Zustand der Strae war, ber die der LKW fuhr.

1500 Mark kostet ein QTL. Normalesweise soll er mindestens rund tausend Einstze berstehen. Tausende der Testbriefe sind schon im Einsatz. Auer der deutschen Post nutzen 15 weitere Logistikunternehmen weltweit den QTL. Allein der US-Weltmarktfhrer UPS hat 2800 der elektronischen Spione im Einsatz.

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