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9. August 2001

Gute Aussichten fr Spracherkennung

(tt) Das weltweite Geschft rund um die Spracherkennung steckt bestenfalls in den Kinderschuhen, allerdings mit glnzenden Perspektiven. Gerade mal 155 Millionen Dollar wurden vor drei Jahren weltweit umgesetzt.

2005 sollen es nach den Prognosen der US-Marktforscher Frost & Sullivan immerhin schon 1,7 Milliarden US-Dollar sein, berichtete das Handelsblatt.

Das Geschft rund um den Globus wird wesentlich von IBM und Philips dominiert. Allerdings nehmen auch immer mehr kleinere Unternehmen und Startups die Spracherkennung ins Visier und widmen sich entweder technologischen Weiterentwicklungen oder der Umsetzung in marktfhigen Produkte.

So beansprucht etwa Sympalog Speech Technologies bei Infosystemen via Sprachcomputer die "weltweite Technologiefhrerschaft mit zwlf Monaten Vorsprung", so Vorstandschef Peter Weierich selbstbewusst. Die Sympalog-Schpfung Frnki gibt unter der Rufnummer 09131-6166116 Auskunft ber das mittelfrnkische Kinoprogramm. Je nach Wunsch nennt Frnki die Filme im Lieblingskino, einer bestimmten Stadt oder das gesamte Angebot, das zu einer bestimmten Zeit beginnt.

Frnki ist allerdings nur ein "Demonstrator der Mglichkeiten, der einen relativ uneingeschrnkten Dialog ermglicht". Sollte ein Kunde an einer entsprechenden Lsung interessiert sein, kann das System durchaus noch perfektioniert werden. Dass dies mglich ist, hat Sympalog etwa bei einem Brsenkursdienst in Deutsch, Englisch und Franzsisch realisiert. Ein weiteres System fr Hotelreservierungen, bei dem der Anrufer zunchst nach Ort, bernachtungskategorie sowie Datum gefragt wird und dann automatisch an ein Hotel mit freien Kapazitten weiterverbunden wird, steht kurz vor Vertragsabschluss mit einem europischen Investor.

Einen anderen Weg ist VoiceCom gegangen. Start-up Vorstand Klaus Schimmer sieht in seinen "nutzbaren Produkten" das wesentliche Alleinstellungsmerkmal: "Wir sind die Einzigen, die beim Kunden innerhalb von fnf Minuten unseren VoiceDirector in Betrieb nehmen knnen." Dieses Produkt kann zum Beispiel zur Anrufervermittlung innerhalb eines Unternehmens oder Behrde eingesetzt werden. Wer bei VoiceCom anruft, wird vom Computer nach dem gewnschten Gesprchspartner oder der gesuchten Abteilung gefragt und entsprechend weitervermittelt. Auerdem knnen Nutzer statt Telefonnummern zu suchen und selbst einzutippen, sich vom VoiceDirector verbinden lassen. Der lsst sich ber eine Datenbank mit einem Firmennummernverzeichnis und einem persnlichen Telefonbuch fttern, setzt die Namen selbst in Sprache um und verbindet entsprechend. Es gengt also, nur den Hrer abzunehmen und Herrn Mller von einer bestimmten Firma privat, geschftlich oder mobil zu verlangen. Vermeintliche Stolperfallen, wie die feinsinnige Unterscheidung zwischen `beruflich, `geschftlich oder `von der Firma bringt das System nicht aus dem Tritt, genauso wenig wie ein `hh.

Die Sprachsteuerung basiert auf einer sprecherunabhngigen Sprachkennung im gesprochenem Satz auf Grundlage der so genannten "Hidden-Markov-Modellen". Fr Dialekte stehen besondere Zuweisungsmglichkeiten zur Verfgung. Schimmer will aber die Softwarelsung lieber in einer "Black Box" verschwinden lassen, entscheidend ist der Nutzwert. Und da habe er einiges zu bieten. Der VoiceDirector kann bis zu 1000 Anrufer in einer Stunde annehmen und weiterverbinden. Pro Lsung knnen 50.000 Eintrge aus Datenbanken importiert werden, weitere 250 kann jeder Teilnehmer einfgen und gegebenenfalls auch vom Handy oder vom Home Office nutzen. Zustzlicher Clou: Ein Visitenkartenscanner erfasst automatisch die entsprechenden Telefonnummern eines Geschftspartners fr die Datenbank.

Ein alter Hase im Geschft ist Medav Digitale Signalverarbeitung. Seit fast 20 Jahren widmet sich das Unternehmen den Segmenten Sprachverarbeitung, Messtechnik, Prftechnik und Funkberwachung. Aushngeschild in Sachen Spracherkennung ist in der Region Nrnberg das Projekt "efaspeech", die elektronische Fahrplanauskunft, die fr den Verkehrsverbund VGN im vergangenen Jahr realisiert wurde. Zum Ortstarif lassen sich am Telefon die aktuellen Verbindungen zwischen den rund 7500 Haltestellen erfragen. Auerdem bietet der Sprachcomputer die jeweils gnstigste Fahrstrecke, wenn man etwa von den circa 10.000 Straennamen die Zieladresse `Plrrer 17 gewhlt hat. Lsungen des Systemhaus Medav finden sich aber auch bei der Polizei, die etwa bei Erpresseranrufen mit der Technik den Ttern auf die Spur kommen will oder auch im sprachtherapeutischen Bereich. Das junge Geschftsfeld boomt, so Vertriebsleiter Thomas Christoph: "Die Technik verkauft sich rund um die ganze Welt."

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