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Das innovative Unternehmen

  
Das innovative Unternehmen
Hrsg.: Barske, Gerybadze, 
Hünninghausen, Sommerlatte
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über 2.700 Seiten
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10. Januar 2002

Brandschutz im Kunststoff

(he) Halogenhaltige Flammschutzmittel werden in Kunststoffen immer seltener eingesetzt, denn sie verflüchtigen sich leicht, sind ökologisch bedenklich und problematisch beim Recycling. Eine Alternative sind Mikrokapseln, in denen sich Stoffe befinden, die den Flammen den Garaus machen.

Kunststoffe haben sich als einige der erfolgreichsten und vielseitigen Werkstoffe etabliert. Einer ihrer größten Nachteile ist jedoch die leichte Entflammbarkeit. Sie schmelzen und nähren das Feuer wie Erdöl, aus dem sie letztlich hergestellt wurden. Um dies zu verhindern, werden ihnen in der Regel verschiedene Flammschutzmittel zugesetzt. Dadurch verschlechtern sich häufig ihre mechanischen Eigenschaften und ihre elektrische Isolierwirkung. Zudem sind sie gesundheitlich bedenklich und stören beim Recycling.

Da aus Sicherheitsgründen jedoch auf Flammschutzmittel nicht verzichtet werden kann, entwickelt das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP neue innovative Ansätze. Jetzt erhielten Wissenschaftler der Arbeitsgruppe um Dr. Gerald Rafler den mit 30.000 Mark dotierten Friedrichspreis für neue Technologien, der vom Unternehmen Stöbich Brandschutz GmbH gestiftet wurde. Verliehen wird er von der Arbeitsgemeinschaft AiF "Otto von Guericke".

"Die Mikroverkapselung von Flammschutzmitteln ist eine von mehreren Strategien, die wir verfolgen", erklärt Rafler. "Die Hüllen der mikroskopisch winzigen Kügelchen bestehen aus nichtschmelz- und schwer entflammbaren Melaminharzen wie man sie von Pfannengriffen oder Steckdosen kennt. Die Flammschutzmittel bleiben im Inneren und werden nur noch im Brandfall freigesetzt. Auch Substanzen, die sich mit dem umgebenden Kunststoff sonst nicht vertragen, werden eingekapselt verwendbar. Beispiele hierfür sind Stickstoff, Kohlendioxid und Verbindungen, die erst bei Hitzeeinwirkung Löschgase entwickeln". Gasgefüllte Mikrokapseln sind druckstabil und sie überstehen Prozesse der Kunststoffverarbeitung wie Extrudieren, Granulieren oder Spritzgießen ohne zu platzen.

Die Markteinführung der neuen Werkstoffe werden vom österreichischen Unternehmen Agrolinz Melamin GmbH bereits geprüft und vorbereitet.

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