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Das innovative Unternehmen

  
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Hrsg.: Barske, Gerybadze, 
Hünninghausen, Sommerlatte
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24. Januar 2002

Spinnfäden aus der Retorte

(he) Die Natur ist für die Wissenschaft eine der interessantesten Fundgruben für neue Techniken und Materialien. Schon seit mehr als 100 Jahren versuchen Forscher die erstaunlichen Eigenschaften von Spinnenfäden zu kopieren. Nun ist ihnen offenbar ein Durchbruch gelungen.

Wie das US-Wissenschaftsmagazin "Science" berichtet, haben Materialforscher des kanadischen Unternehmens Nexia Biotechnologies erstmals künstlich einen Stoff hergestellt, der den natürlichen Spinnenfäden sehr nahe kommt. Geholfen hat dabei die Gentechnik: Um zu ihren Ausgangsstoffen für die Produktion von Spinnenseide zu kommen, haben die Forscher die Seidengene zweier verschiedener Arten von Radnetzspinnen isoliert. Im Labor pflanzten die Nexia-Forscher diese Gene in fremde Zellen ein. Dabei handelt es sich um Euterzellen von Kühen und Nierenzellen von Hamstern, beide den hochspezialisierten Zellen der Spinnendrüsen recht ähnlich.

Damit nicht genug, denn Spinnen verfügen am hinteren Ende ihres Körpers über Drüsen, die zwei unterschiedliche eiweißartige Substanzen produzieren. Nachdem diese Proteine die Drüse verlassen, vereinigen sie sich sofort zu den äußerst dünnen, harten und reißfesten Fäden. Welche chemischen Prozesse dabei genau ablaufen, weiß die Forschung noch nicht.

Die kanadischen Wissenschaftler versuchen nun, diese Aushärtung der Proteine so gut wie möglich zu imitieren. Die von den Kuh-Zelllinien produzierten Seidenproteine wurden in Wasser gelöst und mit einer winzige Spritze in eine Methanollösung übertragen. Von den plötzlich wechselnden Umweltbedingungen geschockt, ordneten sich die Proteinmoleküle in langen Ketten an.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Bei der Härte und Elastizität kam man dem Naturmaterial sehr nahe, lediglich die Reißfestigkeit ließ etwas zu wünschen übrig. Und so will man möglichst bald industrielle Anwendungen finden. So könnte die künstliche Spinnenseide bei chirurgischen Nähten eingesetzt werden. Aber auch biologisch abbaubare Angelschnüre oder Schutzwesten für den militärischen Bereich rücken in den Bereich des Möglichen.

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