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24. Januar 2002
Mit Miniexplosion in die Tiefe
(he) Über
Hightech-Bohrapparaturen war in letzter Zeit hauptsächlich im
Zusammenhang mit dem sogenannten Flowtex-Skandal zu lesen. Jetzt macht
eine revolutionäre Neuentwicklung aus Australien von sich reden, die mehr
kann als jede andere Maschine dieser Art.
"Ratte" oder offizieller Tight Radius
Drilling Device - nennen die Ingenieure des Forschungsinstituts
für Bergbautechnik in Brisbane, das zur australischen
Forschungsorganisation CSIRO gehört, ihre Entwicklung. Die Ratte ist ein
kleiner Bohrkopf, der sich gleichsam wie eine ferngesteuerte Rakete
unterirdisch durch Stein und Fels fressen kann - und zwar auf nahezu
beliebigen Bahnen und kilometerweit.
Entwickelt wurde der Megabohrer primär zur Ausbeutung der
australischen Kohleflöze. Die liegen zwar direkt unter der Erdoberfläche.
Da sie aber extrem gesättigt sind mit Methangasen, lohnt es sich das Gas
vorher unterirdisch abzusaugen und energetisch zu verwenden anstatt es
beim Tagebau einfach in die Atmosphäre entweichen zu lassen. Zu diesem
Zweck bohrt die Ratte ein Netz von Hohlwegen durchs Gestein, durch die das
Gas zum Bohrloch hin strömen kann.
Die herausragende Fähigkeit des Tight Radius Drilling
Device ist seine Wendigkeit. So kann sich das Gerät zum Beispiel zunächst
senkrecht in die Tiefe graben, dann praktisch auf der Stelle eine
90-Grad-Kurve fahren und sich sodann waagerecht durch die Flöze fressen.
Dabei erreichten die Ingenieure bereits einen Entfernungsrekord von 1300
Metern des Bohrkopfes vom Bohrloch.
Bis auf einen Meter genau wissen die Techniker, wo sich
der Bohrkopf gerade befindet. Dazu ist der ferngesteuerte Kopf mit einer
ganzen Reihe von Sensoren ausgestattet - unter anderem mit einem
Magnetometer, das die magnetischen Feldlinien der Erde registriert, und
einem Beschleunigungsmesser.
Die enorme Antriebskraft verdankt die Ratte einem
Hochdruckwasserstrahl, der sie mit 80 Megapascal, dem 800-fachen des
normalen Luftdrucks, antreibt. Dabei nutzt sie den sogenannten
Kavitationseffekt: Die Wassertröpfchen werden am Bohrkopf auf Überschallgeschwindigkeit
beschleunigt und explodieren dann gleichsam als Überschallknall, wodurch
sie jedes Hindernis durch diese Mini-Explosionen erodieren und wegreißen.
Das ermöglicht dem Bohrkopf, sich mit einer Geschwindigkeit von ein bis
zwei Metern pro Minute fortzubewegen.
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der Datenautobahn
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