|
7. Februar 2002
Verkehrsanalyse aus der Luft
(he) Jeden Morgen
das gleiche Drama. Staus ohne Ende auf den bundesdeutschen Autobahnen. Für
Übersicht in den Radio-Verkehrsnachrichten sorgen vor allem im Sommer die
fliegenden Staubeobachter in den ADAC- oder Polizeihubschraubern. Leider
dient dieser luftige Service jedoch mehr Werbezwecken als einem echten flächendeckenden
Verkehrsmanagement.
Nach mehrjähriger Forschung stellte jetzt Professor
Frithjof Voss vom Institut für Geographie der Technischen
Universität Berlin ein neuartiges Verfahren zur Erfassung der
Verkehrslage aus der Luft vor, das auf einer Thermal-Infrarot Technik
basiert. "Fließender, aber auch ruhender Verkehr kann mit dem
Verfahren beinahe in Echtzeit an beliebigen Orten analysiert werden",
berichtet Voss, "wir haben diese Technik gewählt, um unabhängig von
Wetter und Tageslicht zu sein."
Das Forschungsprojekt ist im Auftrag und in Kooperation
mit der BMW Group Verkehrskonzepte
Berlin entstanden. Die konventionelle Erfassungstechnologie von
Automobilen im Straßenverkehr mit Hilfe von automatischen Zählanlagen
auf den Autobahnen ist für andere Straßennetze sowie in Ballungsräumen
jedoch zu aufwändig.
Ein umfassender Überblick ist prinzipiell aus der Luft möglich.
Bei dem neuen Berliner Verfahren werden mit einer digitalen
Thermal-Infrarot-Kamera vom Flugzeug aus der Luft mehrere Bilder pro
Sekunde aufgenommen, zu einer Bodenstation gesendet und - in weniger als
0,5 Sekunden je Bild - die Zahlen der Automobile genau aufgelistet. Dabei
unterscheidet das System Personenwagen, Transporter und Lastwagen bzw.
Busse.
Kern des Verfahrens ist der Algorithmus zur
Bildauswertung. Die Software erkennt die Fahrzeuge anhand ihrer Größe,
Form oder Wärmeabstrahlung. Ein geplantes Pilotprojekt soll demnächst
Aufschluss unter anderem über die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens für
umfangreichere Anwendungen geben.
Nächste Meldung: Spinnfäden
aus der Retorte
Diesen
Artikel als E-Mail verschicken
|