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21. Februar 2002
Chlorophyll für frische Lebensmittel
(he)
"Intelligente" Verpackungen könnten Lebensmittel haltbarer
machen. Eisen und natürliches Chlorophyll in Verbindung mit Kunststoffen
sollen Speisen und Getränke länger frisch halten.
Neben Mikroorganismen wie Pilzen und Bakterien ist
Sauerstoff der Hauptfeind aller Lebensmittel. Das aggressive Gas
beschleunigt den Zerfallsprozess und lässt frisch verpackte Lebensmittel
schneller verderben. Daher ist es schon heute weitverbreitete Praxis viele
Waren unter fast Vakuumbedingungen abzupacken. Spätestens nach dem ersten
Öffnen allerdings beginnt der Sauerstoff sein zerstörerisches Werk.
Forscher vom Fraunhofer-
Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) in Freising
testen daher "intelligente" Verpackungen, die diesen Prozess
verzögern sollen. Dabei handelt es sich um Folien, die Sauerstoff
aufnehmen, vor Licht schützen oder anti-mikrobiell beschichtet sind.
Jetzt wurden Kunststoffe entwickelt, in die Eisenpulver
eingearbeitet ist. Das Eisen nimmt Sauerstoff auf und korrodiert dabei.
Die Folie färbt sich mit der Zeit rostrot. Allerdings ist diese rostige
Verpackung für den Verbraucher nicht sonderlich attraktiv.
Verpackungen sollen auch vor dem Frischekiller Licht schützen.
Blickdichte Verpackungen helfen zwar, verraten dem Käufer aber nichts vom
Produkt und halten ihn möglicherweise vom Kauf ab. Aber auch natürliches
Chlorophyll kann als Lichtfilter verwendet werden. Damit beschichtete
Folien werden z.B. auf Olivenölflaschen aufgebracht. Das Chlorophyll
filtert exakt die Lichtanteile heraus, die dem Öl schaden würden. Im
Technikum des Fraunhofer-Instituts werden die ersten Chlorophyll-Folien
hergestellt, die so grün wie das Olivenöl und trotzdem transparent sind.
Da sich das Chlorophyll in der Folie langsam abbaut, zeigt die Farbe der
Flasche die Haltbarkeit des Öls an.
Die "intelligenten" Verpackungen haben aber auch
Nachteile: Die grüne oder rostrote Farbe verschleiert den Inhalt, und die
Folien bestehen aus verschiedenen Kunststoffen, die sich schlecht trennen
und sortenrein recyceln lassen. Außerdem steht zu befürchten, dass die
Waren viel länger in den Verkaufregalen stehen und mit der Zeit doch ein
schleichender Qualitätsverlust eintritt.
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