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4. April 2002
Leitfäden zum Innovationsmanagement
(he) Etablierte aber auch junge Biotechnologieunternehmen führen meist keine systematische Technologie-, Wettbewerbs- und Kundenanalyse durch. Das zeigen jüngste Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, zum Innovationsmanagement in Biotechnologieunternehmen. Das ISI präsentiert auch gleich Lösungsansätze.
Unternehmensgründer in jungen Biotechnologie-Start-ups haben zwar einen relativ guten Überblick über den Stand der Forschung in ihren Fachgebieten. Doch verhindern die vielfältigen Aufgaben in der Gründungsphase eine effiziente Analyse des technologischen Umfelds. Das Fraunhofer ISI hat daher eine Reihe von Konzepten und Instrumenten für das Innovationsmanagement junger sowie etablierter Biotechnologieunternehmen ausgearbeitet und dazu zwei Leitfäden erstellt, die beim Institut als CD-Rom zu beziehen sind. Know-how und die erforderlichen personellen und materiellen Ressourcen können selbst kleine und mittelständische Unternehmen bereitstellen. Dafür soll es eine deutliche Steigerung der Effizienz geben. Beim Technologiemanagement fiel den Fraunhofer-Forschern beispielsweise das Fehlen geeigneter Instrumente des FuE-Controllings auf. Außerdem haben junge wie bereits länger bestehende Biotechnologieunternehmen Schwierigkeiten, neue technologische Entwicklungen zu bewerten und erfolgversprechende Forschungsprojekte herauszufiltern. Die meisten jungen Firmen verfügen ferner über zu geringe Erfahrungen in der Marktforschung und Analyse der Kundenbedürfnisse. Dies gilt insbesondere für Märkte, die aufgrund der Neuartigkeit der angebotenen Produkte oder Dienstleistungen erst im Entstehen begriffen sind - typisch für die moderne Biotechnologie. Besondere Probleme haben viele Neulinge bei der Erschließung von Märkten in Übersee. Den Start-ups fehlen oftmals Informationen über die zu wählende Strategie. Häufig mangelt es auch an geeigneten Distributionspartnern sowie an Erfahrungen mit der praktischen Umsetzung. Das schnelle Wachstum vieler Unternehmen erfordert zudem eine relativ schnelle Anpassung der Organisationsstruktur. Bei 20 bis 30 Beschäftigten ist der Wechsel von einem flexiblen, selbstorganisierenden Unternehmen zu einer stärker geregelten Organisation von Nöten. Da die meisten Biotechnologieunternehmen mit anderen Firmen oder Einrichtungen in Forschung und Entwicklung zusammenarbeiten, ist ferner ein effizientes Kooperationsmanagement wichtig. Doch bestehen häufig Schwierigkeiten bei der Suche und Auswahl geeigneter Partner. Schließlich fällt es vor allem den Start-ups schwer, geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden.
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