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Das innovative Unternehmen

  
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Hünninghausen, Sommerlatte
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18. April 2002

Antihaftschicht für Chromoberflächen

(he) Chromblitzende Sanitärarmaturen sind eine Zierde für jedes Bad - zumindest kurz nach dem Putzen. Mit dem fleckenlosen Blitzen und Blinken ist es jedoch meist schon nach kurzer Zeit wieder vorbei. Eine revolutionäre Sol-Gel-Schicht soll künftig sichtbare Fingerabdrücke auf verchromten Badarmaturen und anderswo verhindern.

Auf blanken Oberflächen saugen sich Schmutzpartikel förmlich fest. Abhilfe versprechen schmutz- und wasserabstoßende Strukturen oder chemisch modifizierte Oberflächen, die die Adhäsionskräfte verringern. Wissenschaftler des Fraunhofer Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA haben gemeinsam mit der FEW-Chemicals GmbH für die Stuttgarter Hansa-Metallwerke AG ein Verfahren entwickelt, das galvanisch verchromte Oberflächen wie Badarmaturen mit einer antiadhäsiven Schicht überzieht und so ihre Oberflächenspannung senkt.

Ein Sol ist eine Lösung mit sehr kleinen, fein verteilten, freibeweglichen Teilchen. Beim Gelieren wird das Lösemittel-Wasser-Gemisch verdampft, so dass sich die Partikel einander nähern und schließlich miteinander in einem dreidimensionalen Netzwerk verbinden. Das so entstandene Gel bildet durch weiteres Erhitzen stärkere Quervernetzungen aus, die einmal abgekühlt nicht mehr ohne weiteres aufzubrechen sind. Die hydrophoben Sol-Gel-Oberflächen sind nicht nur schmutzabweisend, sie erhöhen auch den Korrosionswiderstand des beschichteten Bauteils.

Die Güte solcher Schichtsysteme ist im Wesentlichen von der Haftung der Schicht auf der Chromoberfläche abhängig. Und daran hapert es häufig, da Chrom an sich keinen guten Haftgrund bildet. Der Trick des Fraunhofer-Verfahrens besteht daher in einer entsprechenden Vorbereitung der zu beschichtenden Oberfläche.

Die Vorbereitung beginnt mit der Reinigung. Darauf folgt das Aufbringen des Gels mit aus der Lacktechnologie bekannten Verfahren wie Tauchen, Fluten oder Sprühen. Nach einer kurzen Trockenphase werden die Sol-Gel-Schichtsysteme innerhalb einer Wärmebehandlung ausgehärtet.

Die chemische Rezeptur für das Sol-Gel stammt von FEW-Chemicals, das Fraunhofer IPA entwickelte das Beschichtungsverfahren. Das zum Patent angemeldete Verfahren lässt sich auch auf andere metallische Oberflächen übertragen. Die Hansa-Metallwerke AG wird das neue Schichtsystem voraussichtlich bis Mitte diesen Jahres in seine Fertigung übernehmen.

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