|
2. Mai 2002
CAROLA filtert feinste Stäube
(he) Luftverschmutzung erhöht das Risiko, an Lungenkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Vor allem hohe Konzentrationen von Ruß- und Staubpartikeln erhöhen die Gefährdung. Wissenschaftler des Forschungszentrums Karlsruhe haben nun einen neuartigen Aerosolabscheider entwickelt, der vor allem Partikel im Größenbereich unter einem Tausendstel Millimeter aus der Luft filtert.
CAROLA, so der Name des Filters, basiert auf der elektrischen Aufladung und anschließenden elektrostatischen Abscheidung der Partikel. Mit mäßigen Investitions- und geringen Betriebskosten können damit bei technischen Prozessen in der Industrie auch klebrige Feinstpartikelemissionen deutlich reduziert werden. Eine Verschärfung der EU-Richtlinien für die Immission feiner Partikel wird den Druck auf industrielle Produktions- und Verbrennungsanlagen weiter erhöhen, schon die Emission dieser Partikel zu unterbinden. Um herkömmliche Filtersysteme auch für feine Partikel zu schärfen, müssen aber oft hohe Investitionskosten oder ein deutlich erhöhter Energieverbrauch in Kauf genommen werden. Hier setzt eine neue Entwicklung des Forschungszentrums Karlsruhe an: Im Corona-Aerosol-Abscheider CAROLA werden feinste Partikel bei etwa 10 000 Volt aufgeladen und dann in einem geerdeten Rohrbündelabscheider zurückgehalten. Bei moderaten Investitionskosten und einem niedrigen Energieverbrauch erzielt dieser Prozess Abscheidegrade bis 99 Prozent für Partikel unter einem Mikrometer. "Wegen der hohen Strömungsgeschwindigkeit in der Aufladungszone kann der Abscheider vergleichsweise kompakt und damit kostengünstig hergestellt werden", erläutert Dr. Hanns-Rudolf Paur, der die Entwicklung im Institut für Technische Chemie leitete. Die anschließende Abscheidung im Rohrbündel hat gegenüber herkömmlichen Methoden den Vorteil, dass sie Zuverlässigkeit und hohe Abscheidegrade mit geringem Druckabfall in der Filteranlage verbindet. So beträgt die Leistungsaufnahme des Abscheiders je nach Anwendung unter 0,3 Kilowattstunden pro 1000 Kubikmeter gereinigtem Gas. Durch einen Kooperationsvertrag mit der Firma Handte (Tuttlingen) wird nach dem CAROLA-Prinzip schon ein Ölnebelabscheider für die metallverarbeitende Industrie entwickelt. Eine von der Firma Rauschert in Steinwiesen erworbene Lizenz bezieht sich auf den Einsatz von CAROLA zur Aerosolabscheidung bei Rauchgaswäschern in der chemischen Industrie.
Nächste Meldung: Brandschutz mit "Glas-Sandwich"
Diesen
Artikel als E-Mail verschicken
|