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Das innovative Unternehmen

  
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Hrsg.: Barske, Gerybadze, 
Hünninghausen, Sommerlatte
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über 2.700 Seiten
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2. Mai 2002

Brandschutz mit "Glas-Sandwich"

(he) Glas ist als Baumaterial sehr populär, ist es doch transparent, leicht und noch dazu ästhetisch. Auch als Brandschutzmaterial hat Glas einiges zu bieten. Bei zu hohen Temperaturen schmilzt oder platzt es jedoch. Durch Neuentwicklung aus Recklinghausen sollen die Brandschutzeigenschaften von Glas stark verbessert werden.

Seit rund einem Jahr läuft an der Fachhochschule Gelsenkirchen, Abteilung Recklinghausen, ein auf 4,7 Millionen Euro beziffertes Forschungsvorhaben der Europäischen Union zur Verbesserung des Brandschutzes. In dem Projekt geht es um die Entwicklung transparenter Glaswände, die im Brandfall die Flucht- und Rettungswege vor Flammen und Hitze schützen sollen.

"Zwar könnte man die Glaspakete immer dicker machen, um eine ausreichende Fluchtzeit bis zum Durchschmelzen zu gewährleisten, aber Glas ist leider auch sehr schwer und bei mehreren Zentimetern Stärke immer undurchsichtiger, sodass die transparente Leichtigkeit des Werkstoffes Glas nicht mehr zu Geltung kommt", erläutert Prof. Dr. Gerhard Meyer vom Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften.

Bereits gängig als Brandschutz ist das Einfügen von Drahtgeflecht in das Glas. Das verhindert das Zersplittern des Glases im Brandfall, schützt aber nicht vor Hitze. Die Recklinghäuser Forscher verfolgen einen anderen Weg: Sie arbeiten nach dem "Sandwich-Prinzip". Dazu gehören wie bei einem Butterbrot mindestens drei Schichten, wobei das Glas das Brot oben und unten ersetzt. Die Butter dazwischen ist eine spezielle Funktionsschicht. Diese Funktionsschicht auf Silikatbasis absorbiert die Brandhitze, indem sie zunächst etwas aufschäumt und anschließend ganz langsam schmilzt und so bis zu 1000 Grad heiße Temperaturen aufnimmt. Das Dreischichten-Glas ist vollkommen transparent.

Das niederländische Unternehmen Scheuten Glasgroep aus Venlo beteiligt sich an dem "Firedevil" genannten Projekt in Recklinghausen mit rund zwei Dritteln der Projektkosten und will später die Vermarktung der Forschungsergebnisse im industriellen und privaten Bereich übernehmen. "Je besser es sich verkauft, umso niedriger können dann infolge von Massenproduktion die Preise sein", meint Professor Meyer und verknüpft damit die Hoffnung, dass auch private Bauherren in absehbarer Zukunft die Forschungsergebnisse einkaufen können.

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