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16. Mai 2002
Pressluftauto aus Luxemburg
(he) Elektrofahrzeuge, Brennstoffzellenautos, Solarmobile die technischen Möglichkeiten für ein umweltfreundliches Auto sind vielfältig. Jetzt gibt es eine neue noch eine neue Alternative zu den herkömmlichen Benzin- und Dieselstinkern: Das Pressluftauto.
Das Spezialunternehmen Motor Development International (MDI) mit Sitz in Luxemburg und einem Entwicklungszentrum in der Nähe des südfranzösischen Nizza hat das "Luftauto" bis zur Serienreife gebracht. Insgesamt 33 Patente stecken in dem von Erfinder Guy Nègre entwickelten Prototypen, davon rund die Hälfte im Motor. Und so funktioniert der Pressluftmotor von MDI: Ein Kolben saugt die Luft an und verdichtet sie in einer kugelförmigen Kammer (Volumen 230 Kubikzentimeter) auf etwa 20 Bar bei 400 Grad Celsius Hitze. Aus den Druckluftflaschen wird kalte Luft mit 40 Bar in diese Kugel gespritzt. Dabei kommt es zu einer schlagartigen Ausdehnung der Luft, die in einen zweiten Kolben (750 Kubikzentimeter Inhalt) hineinwirkt und ihn nach unten drückt. Die Luft wird anschließend über den Auspuff nach außen geleitet, der erste Kolben verdichtet derweil schon wieder. Der Kreislauf wiederholt sich. "Der Pressluftmotor funktioniert im Grunde wie ein Verbrennungsmotor, nur dass eben keine Verbrennung stattfindet. Anstelle von Sprit wird dem Motor Luft zugeführt", erläutert Nègre das Prinzip. Der Knickpleuel, das Verbindungsstück zwischen Kolben und Kurbelwelle, ist dabei so konstruiert, dass die Luft für einen kurzen Augenblick am oberen Totpunkt des Kolbens aufgestaut wird. Das verleiht dem Motor seine recht beeindruckende Kraft. Immerhin rund 30 PS entwickelt der Zweizylinder und beschleunigt das nur 700 Kilo leichte Fahrzeug auf immerhin 110 km/h. Im Stadtverkehr reicht eine Tankfüllung Luft für rund 200 Kilometer. Danach geht es zurück an die Steckdose in der Garage. Der strombetriebene Kompressor lädt den Wagen in gut drei Stunden für Kosten von etwa 1,50 Euro wieder mit Pressluft auf. Das ebenso faszinierende wie umweltfreundliche Konzept hat bereits viele Interessenten gefunden. Das smoggeplagte Mexiko City will seine Taxis mittelfristig auf die Pressluftautos umstellen und auch aus Deutschland gab es schon Anfragen. Dabei sollen die 5-Personen-Wagen nicht unbedingt von einem zentralen Werk ausgeliefert werden. Vielmehr will MDI nach dem Franchise-Prinzip weltweit rund 60 Partnerfirmen gewinnen, die das 10.000 Euro teure Fahrzeug vor Ort in schlüsselfertigen Kleinfabriken produzieren.
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