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29. Mai 2002
Filtern mit "Swing"
(he) Wer sich schon mal als Kleinstwinzer geübt und im heimischen Mostansatz nach Gärungsende versucht hat, die Hefe vom Jungwein zu trennen, kennt sicher auch das große Problem der Filtrationstechnik. Feste und flüssige Substanzgemische gekonnt voneinander trennen ist in manchen Fällen gar nicht so leicht wie man denken könnte. Forscher vom Fraunhofer Institut präsentierten jetzt einen hoch effektiven Filter mit "Swing".
Horizontale und vertikale Schwingungen des Filters ermöglichen schnelle und preisgünstige Filtration selbst schwierigster Fälle. Der Filter mit "Swing" wurde jüngst vom Fraunhofer UMSICHT auf der Internationalen Fachmesse für Umwelt und Entsorgung, IFAT, in München der Öffentlichkeit vorgestellt. "Deckschichtbildung" nennen es die Experten, wenn sich feinste Partikel in die Poren eines herkömmlichen Filters oder Filterpapiers setzen, sie verstopfen und die Filtration verlangsamen, sie im Extremfall sogar unmöglich machen. In großtechnischem Maßstab werden Filtrationen traditionell in Bereichen der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, sowie der Wasseraufbereitung eingesetzt. Hier haben Molkereibetriebe, Weinkellereien und Brauereien ebenso wie Trinkwasseraufbereiter und Pharmakonzerne mit dem Phänomen der Deckschichtbildung zu kämpfen. Bei der konventionellen Cross-Flow-Filtration wird die zu filtrierende Flüssigkeit in einem internen Kreislauf mit einer hohen Geschwindigkeit (d.h. mit hohem Volumenstrom) turbulent über eine Filtermembran geführt. Verlangsamt sich die Filtration, kann entweder kurzfristig der Arbeitsdruck erhöht oder die Membran gereinigt werden - beides ist mit erhöhten Betriebskosten verbunden. Auf ihrer Suche nach einem Weg aus diesem Dilemma kam den Oberhausener Fraunhofer-Forschern eine "beschwingte Idee": Zur Verringerung der Deckschichtbildung setzen sie die Filtrationseinheit durch einen Vibrationstisch in horizontale und vertikale Schwingungen. 50 Schwingungen pro Sekunde machen die "Filtration mit swing" zu einer äußerst kostengünstigen und leistungsstarken Methode, die im Vergleich zu den Standardverfahren bei gleichem Filtrationsdruck eine verbesserte Filtrationsrate.
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