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13. Juni 2002
Motorlagerung für das Zukunfts-Auto
(he) Industrie und Forschung arbeiten seit Jahren an umweltfreundlicheren Kraftfahrzeugen. Optimierung des Luftwiderstandes und Verminderung des Gewichts sind dabei wichtige Faktoren bei der Verringerung des Benzinverbrauchs. Dies führt zwangsläufig dazu, dass die immer leichteren Karosserien empfindlicher auf Schwingungen reagieren. Eine gekonnte Motorlagerung ist daher ein wesentliches Detail des Autos der Zukunft.
Moderne Lager müssen Funktionen erfüllen, die widersprüchliche Eigenschaften verlangen. Für guten Fahrkomfort müssen Schwingungen, die durch die Fahrbahn auf das Autos übertragen werden, durch ein Motorlager hoher Steifigkeit gedämpft werden. Andererseits sollen auch die höherfrequenten Vibrationen vom Fahrgastraum entkoppelt werden, die entstehen, wenn sich der Motor im hohen Drehzahlbereich bewegt, wozu es wiederum einer Lagerung geringer Steifigkeit bedarf. Die Lösung war das sogenannte Hydrolager, das 1977 erstmals in Serie eingesetzt worden war; heute sind diese Lager aufgrund der gegenüber Gummi-Metall-Lagern deutlich besseren Eigenschaften in nahezu allen Pkws der Mittel- und Oberklasse zu finden. Im Rahmen des Verbundprojekts ALAS des Bundesforschungsministeriums wird jetzt eine völlig neuartige Generation der Hydrolager entwickelt: das MRF-Hydrolager, ein innovatives und flexibel elektrisch steuerbares Motorlagerungssystem für den Automobilbereich. Der Clou an diesem neuartigen Lager ist eine "magnetorheologische Flüssigkeit" (MRF) als hydraulisch wirkendes Fluid. Diese Flüssigkeit enthält kleine magnetisierbare Teilchen. Durch Anlegen von steuerbaren Magnetfeldern können die Eigenschaften solcher Lager gezielt beeinflusst werden. Insbesondere kann deren Steifigkeit stufenlos variiert werden. Aufgrund der hohen Reaktionsgeschwindigkeit der MRF können sich MRF-Hydrolager sehr schnell veränderlichen Betriebsbedingungen anpassen. Vor allem auch aufgrund der zunehmenden Elektrifizierung des Automobils stehen dem Einsatz von MRF-Hydrolagern im Kfz-Bereich Tür und Tor offen. So wird der Unterdruck als Schaltenergie im Fahrzeug etwa im Bereich der Lenkhilfe, der Bremsanlage und weiterer Nebenaggregate mittelfristig entfallen. Künftige aktive Lagerelemente müssen elektrisch gesteuert werden. An dem Projekt beteiligt sind u.a. die Uni Saarbrücken und BMW. Das MRF-Lager wird von dem Automobilhersteller in ein Versuchsfahrzeug eingebaut und getestet.
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