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11. Juli 2002
Kulturwissenschaftler beraten Firmen
(he) Die Natur- und Ingenieurwissenschaften kooperieren seit eh und je ganz selbstverständlich mit der Wirtschaft und stocken so ihren Etat auf. Jetzt ziehen die Geisteswissenschaften nach. Als eine der ersten deutschen Hochschulen bietet die Ruhr-Uni Bochum der Wirtschaft ihr kulturwissenschaftliches Fachwissen unter einem gemeinsam Dach an.
Mit viel nackter Haut in der Werbekampagne preist man hierzulande gerne diverse Cremes und Salben an. Was in Europa durchaus zum Kauf animiert, kann etwa im nahen Osten zu einem gravierenden Imageschaden führen, da andersartige kulturelle und religiöse Vorstellungen solche Darstellungen verbieten. Damit Firmen solche oder andere Fehler gar nicht erst machen, bietet die Ruhr-Universität Bochum der Wirtschaft ihr kulturwissenschaftliches Fachwissen jetzt unter einem gemeinsam Dach an. Rund 30 Lehrstühle beteiligen sich an der von Professor Gunter Scholtz und Dr. Tobias Trappe initiierten Initiative "cubus", was für "culture in business" steht. Die Bochumer Geisteswissenschaftler beraten Wirtschaftsunternehmen auf den unterschiedlichsten Feldern. Die Kompetenzen kommen aus den acht Fachbereichen Sozialwissenschaft, Ostasienwissenschaften, Psychologie, Philologie, Geschichte, Philosophie, Pädagogik/Publizistik, Katholische und Evangelische Theologie. Konkret bieten die Bochumer Kulturwissenschaftler den Unternehmen Forschung, Beratung, Seminare und Workshops an. Dabei kann es um Fragen des Marketings gehen, etwa zur Akzeptanz deutscher Milchprodukt-Reklame bei russischen Käufern. Oder zum Thema islamische Patienten in deutschen Krankenhäusern. Die Firmen können einen Lehrstuhl über "cubus" auch beauftragen, ein Archiv aufzubauen oder die Firmengeschichte zu recherchieren. Insgesamt vermittelt cubus über hundert unterschiedliche Serviceleistungen. Die daraus resultierenden Einnahmen fließen direkt den Lehrstühlen zu.
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