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Das innovative Unternehmen

  
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25. Juli 2002

Sonnenstrom aus dem Sixpack-Speicher

(he) Als Energielieferantin ist die Sonne unberechenbar. Mal lässt sie sich den ganzen Tag nicht blicken oder versteckt sich immer wieder hinter vorüberziehenden Wolken. Eine der großen Schwächen von Solarzellen ist daher ihre stark schwankende Leistungsabgabe.

Weil sich Wissenschaftler der TU Chemnitz damit nicht abfinden wollten, haben sie sich eine intelligente Lösung einfallen lassen: Um das stetige Mehr- oder Minderangebot an Sonnenenergie auszugleichen, wurde ein Speicher auf Basis eines Doppelschichtkondensators entwickelt, der in der Lage ist, Energie für kurze Zeit zu speichern und bei Bedarf wieder abzugeben.

"Dieser Puffer ist eine Basis für ein intelligentes Energiemanagement-System der Zukunft", erläutert der wissenschaftliche Mitarbeiter Mirko Bodach, der jüngst die Grundlagen für die Entwicklung dieses Speichers legte, "zum einen wird dadurch keine Primärenergie vergeudet, zum anderen eine gleichbleibende Elektroenergiequalität gesichert."

Neu ist dieses Speicherprinzip nicht - nur wesentlich verbessert: So verfügen herkömmliche Akkus, die heute schon für vergleichbare Zwecke verwendet werden, im Vergleich zu der Chemnitzer Lösung nicht nur über eine geringere Lebensdauer, sie bringen auch weniger Leistung und sind zudem wesentlich wartungsbedürftiger.

Ein Microcontroller ist das Gehirn dieses neuartigen Energiespeichers. Der Minicomputer erfasst das von den Solarzellen bereitgestellte Energieangebot und zieht sofort die Konsequenzen. Trifft z.B. mehr Energie als benötigt im so genannten Umrichter-System ein, leitet er dieses Überangebot zum Herzstück der Anlage weiter, einem Doppelschichtkondensator, der auch "Sixpack" genannt wird, weil er aus sechs in Reihe geschalteten Kondensatoren besteht. Dieses Kondensatoren-Paket, das der Größe einer Autobatterie entspricht, ist in der Lage, die überschüssige Energie für zehn bis 15 Minuten zu speichern und bei Bedarf wieder dem System bereitzustellen.

Noch wird durch Sonnen- oder Windkraft erzeugter Strom ohne Puffer in das Energienetz gespeist. Weil der Strom aus der Steckdose immer noch zu 90 Prozent aus konventionellen Kraftwerken stammt, können die stetigen Schwankungen der regenerativ gewonnenen Energiemenge vernachlässigt werden. Diese Situation dürfte sich in den nächsten Jahrzehnten allerdings massiv ändern.

Schon heute könnte der Prototyp nützlich bei autonomen Systemen, wie etwa solarbetriebenen Parkuhren, eingesetzt werden. Den Durchbruch erwarten die Chemnitzer Forscher aber für die nahe Zukunft. Bis dahin soll das Gerät preiswerter werden und elektrischen Strom für längere Zeit speichern können.

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