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25. Juli 2002
Wann sich Automatisierung lohnt
(he) Sollen Abläufe in der Fertigung optimiert werden, stellt sich meist die Frage "Handarbeit oder Automatisieren?" Mit Automatisierung lässt sich viel erreichen. Ein Allheilmittel ist sie jedoch ganz sicher nicht. Fraunhofer-Forscher haben eine Methode entwickelt, die hilft, den Königsweg zu finden.
Auf der Suche nach der richtigen Entscheidung hilft die rechnergestützte Automatisierungspotenzial-Analyse. Sie erlaubt es, in sehr kurzer Zeit abzuschätzen, ob sich Automatisierung bei einer konkreten Montageanlage unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohnt. Rezepte und Strategien, die Produktivität zu steigern und damit Herstellungskosten zu senken, gibt es zahlreiche, allgemeingültige nur wenige. Die Struktur von Arbeitsprozessen zu verändern ist ein erfolgversprechendes Mittel, die Höherautomatisierung von Montageanlagen ein weiteres. "Automatisieren sollte man allerdings nur, wenn es sinnvoll ist", betont Jochen Spingler vom Fraunhofer IPA. Das Ziel der von ihm entwickelten Methode ist es, in kurzen Analysezeiträumen eine fundierte Aussage darüber machen zu können, ob und in welchem Umfang Automatisierungspotenziale in der Montage vorhanden sind. Dafür erfassen und klassifizieren die Stuttgarter Ingenieure die verschiedenen Alternativen unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. In einer Potenzialanalyse werden u.a. die einzelnen Arbeitsschritte der Montage und die technischen Eigenschaften der Werkstücke ausgelotet. "Deren Gewichtung ist entscheidend bei der Bewertung der Automatisierbarkeit des Prozesses", erklärt Jochen Spingler, "sie bewirkt, dass bei den folgenden Berechnungen Kriterien, die einen großen Einfluss auf die Automatisierbarkeit haben, stärker berücksichtigt werden als solche mit geringer Wichtigkeit." So ist z.B. für die Beurteilung wichtig, ob ein zu bearbeitendes Werkstück "biegeschlaff", "elastisch" oder "starr" ist . In einem Prozess "Montage eines biegeschlaffen Kabels" bekäme der Mensch drei mal so viele Punkte wie eine automatische Anlage. Dieses Bewertungssystem beruht auf Machbarkeitsuntersuchungen, ergonomischen Kennzahlen und Erfahrungswerten. Ein datenbankbasiertes Tool berechnet schließlich die Eignungsgrade für die manuelle und die automatische Montage. Für jedes Szenario ist es außerdem möglich, relativ genau den Return-on-Investment und die Amortisationszeiten einer Anlage anzugeben. Die "IPA-Automatisierungspotenzial-Analyse" hat sich bereits in mehreren Beratungsprojekten bewährt. Besonders positiv bewerteten die Projektpartner die Transparenz und die konkreten Zahlenwerte, die das Verfahren bietet.
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