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23. Januar 2003
High-Tech-Kontrolle für den Ackerboden
(he) Landwirte haben es nicht leicht. Auch sie benötigen für ihre Arbeit die Ergebnisse des technischen Fortschritts. Das Institut für Agrartechnik in Bornim (ATB) entwickelt innovative Lösungen, die gleichermaßen die Interessen von Landwirten, Handel und Verbrauchern berücksichtigen.
So werden auch in der Landwirtschaft immer häufiger Sensorik-Techniken eingesetzt. Der wertvollste Besitz des Bauern ist sein Ackerboden. Da verwundert es, dass Landwirte Unterschiede in der Bodenqualität bislang nur sehr grob bestimmen können. In der Regel werden Dünge- und Pflanzenschutzmittel gleichmäßig über die gesamte Anbaufläche verteilt. Die Folge: Wo wenig Pflanzen stehen, wird zu viel gedüngt, und Unkrautvernichtungsmittel werden auch dort ausgebracht, wo gar kein Unkraut wächst. Die Experten aus dem ATB wollen das ändern. "Den Landwirten müssen Werkzeuge zur Verfügung gestellt werden, die es ihnen ermöglichen, auf Bodenunterschiede einzugehen", erläutert Detlef Ehlert, Leiter der Abteilung "Technik im Pflanzenbau". Die Lösung: Sensoren messen die elektrische Bodenleitfähigkeit und ermitteln so die Qualität des Ackerbodens. Aus den Daten entsteht im mobilen Computer eine "Karte", aus der sich genau ablesen lässt, wo viel und wo wenig gedüngt werden muss. Die in Bornim entwickelten Sensoren können aber auch erkennen, wie stark ein Acker mit Unkraut durchwachsen ist. So ist es möglich, zielgenau dort, wo die "mechanischen Augen" unerwünschte Wildkräuter erspäht haben, Herbizide zu versprühen. Das spart Kosten und schont die Umwelt. Die Wissenschaftler des ATB liefern technologische Entwicklungen auch für den Gartenbau. Wie haltbar ist Obst wirklich, wenn es dem Augenschein nach noch frisch und knackig aussieht? Das ATB bietet eine Lösung an. Ein am Institut entwickelter Sensorhandschuh ertastet die Fruchtfestigkeit und den Chlorophyllgehalt von Obst. Im Rahmen eines EU-Projektes wurde "Glove" entwickelt, mit dem die Reife und der Durchmesser von Äpfeln und Pfirsichen bei Ernte, Sortierung oder im Handel mit einem Griff objektiv und zerstörungsfrei bestimmt werden können. Die Reife wird mit Hilfe eines Minispektrometers erkannt. Dazu wird die Frucht an einer Seite beleuchtet. Das aus der Frucht heraus reflektierte Licht wird von einer Glasfasersonde erfasst und spektraloptisch ausgewertet. Zusätzlich wird die Fruchtfleischelastizität akustisch bestimmt.
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