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6. März 2003
Windantrieb für die Schifffahrt
(he) Mit der Kraft des Windes und der Hilfe eines Zugdrachens in hoher Geschwindigkeit über das Wasser fliegen - die Kite-Surfer machen es vor. Die Hamburger Firma SkySails will den Zugdrachen auch für Tanker und Frachtschiffe zur optimalen Antriebsart machen. Die Idee ist patentiert und ein Prototyp schwimmt bereits.
Hoch oben über dem Frachter, in mindestens einhundert Metern Höhe wird er fliegen, der SkySails-Drachen. Das innovative Antriebssystem für die gewerbliche Schifffahrt ist eine Idee des Hamburger Ingenieurs Stephan Wrage. Der Drachen-Spezialist will mit seinem Produkt den Seeverkehr revolutionieren. Das Prinzip ist simpel - der mit Helium gefüllte Drachen, der bei einem ausgewachsenen Containerschiff die Größe eines halben Fußballfeldes erreichen kann, entwickelt soviel Vortrieb, dass selbst ein schwerer Frachter vom Wind über die Weltmeere gezogen werden kann. Die Vorteile liegen auf der Hand - die kostenlose Windenergie wird genutzt, um teuren Treibstoff zu sparen. Gerade in Zeiten knapper werdender Ressourcen ist das ein wichtiger ökonomischer Faktor. Bis zu 50 Prozent der derzeitigen Dieselkosten sollen Reedereien mit einem SkySail in Zukunft einsparen können. Auch der ökologische Vorteil des Windantriebs soll in den kommenden Jahren ein entscheidendes Argument sein. Auch die Unsicherheitsfaktoren Wind und Wetter will das SkySails-Team im Griff haben. Die bei herkömmlichen Segeln auftretende, gefährliche Schräglage fällt bei einem SkySail weg, da das Drachensegel frei schwebend über dem Boot fliegt und nicht an einem festen Mast gesetzt wird. Dr. Meeno Schrader, Inhaber der Firma WetterWelt ist von der innovativen Idee begeistert und steht dem Projekt meteorologisch beratend zur Seite. "Mit einem ausgereiften Wetter-Routing kann der Wind optimal ausgenutzt werden. Auch die Gefährdung des Segels bei Starkwind bekommt man durch exakte Wetterberatung in den Griff", so der bekannte Kieler Experte. SkySails-Mitarbeiterin Susanne Möcks-Carone sieht die Vermarktungsmöglichkeiten optimistisch: "Was auf den ersten Blick nach einer ungewöhnlichen Idee aussieht, bietet bei genauerer Betrachtung ganz enorme Absatzchancen", erklärt sie und ist überzeugt von den Rentabilität des Projektes. "Wir bieten interessierten Investoren die Chance auf eine außergewöhnlich gute Rendite". Erste Partner wurden bereits gewonnen, darunter Deutschlands größte Reederei, die Oldendorff Carriers in Lübeck und die traditionsreiche Hamburger Rickmers Reederei.
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