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6. März 2003
Automatikerkennung von Alttextilien
(he) Das Laser Zentrum Hannover (LZH) hat gemeinsam mit europäischen Partnern ein System zur vollautomatischen Identifizierung und Sortierung von Alttextilien entwickelt. Ein Prototyp identifiziert Textilmaterialien und -farben im Vorbeilauf anhand ihres charakteristischen Reflexionsspektrums.
In der EU werden jährlich ca. 5,8 Millionen Tonnen Altkleider gesammelt, von denen mehr als die Hälfte nicht mehr wiederverwertet werden können. Die umfangreiche stoffliche Verwertung von Alttextilien scheiterte bislang an der mangelnden Genauigkeit und Wirtschaftlichkeit manueller Sortiertechniken. Um diese Lücke zu schließen, haben die Projektpartner ein Gesamtsystem entwickelt, womit der Recyclinganteil bei Textilmaterialien erheblich gesteigert werden kann. Aufgabe des LZH war die Entwicklung eines Moduls zur automatischen Farb- und Materialidentifizierung. Hierfür werden drei laserbasierte und spektroskopische Identifikationsverfahren getestet, wobei sich die NIR/VIS-Technologie (Spektroskopie im Nah-Infrarot und sichtbaren Bereich) als am besten geeignet herausgestellt hat. Daraufhin hat das LZH einen NIR/VIS-basierten Prototypen entwickelt. Dieser Prototyp identifiziert Textilmaterialien und -farben im Vorbeilauf anhand ihres charakteristischen Reflexionsspektrums. Hierzu wird die Textilprobe mit Halogenlicht bestrahlt, ein Streulichtanteil der Reflexionsstrahlung erfasst und anschließend mit einem Diodenzeilen-Spektrometer analysiert. Mit chemo- und photometrischen Methoden werden die Spektren dann klassifiziert und einem Farb- und Materialtyp zugeordnet. In mehr als zehn Zyklen pro Sekunde identifiziert das Modul sieben verschiedene Stoffarten (Baumwolle, Polyester, Seide, Wolle, Nylon, Viskose, Acetat) sowie zwölf Farbklassen und übergibt die Ergebnisse in Echtzeit an das Sortiermodul. Das Identifikationsmodul wurde zusammen mit dem Vereinzelungs- und Sortiermodul in den Prototypen integriert. Das LZH hat das System im Rahmen des Verbundprojekts IDENTITEX entwickelt. Gefördert wurde das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen des CRAFT-Programms. Zukünftige Arbeiten zielen auf die Entwicklung eines schnellen und einfachen Verfahrens zur Überprüfung der Materialzusammensetzung von Bekleidungstextilien auf Basis der Nah-Infrarot-Spektroskopie. Dieses Verfahren soll bei Textil- und Bekleidungsherstellern, Färbereien und im Textilhandel anwendbar sein.
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