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6. März 2003
Behandlung von Industrieschlämmen
(he) Im Projekt "Netzwerkmanagement Ost" suchen derzeit Experten der Technischen Universität Chemnitz, der Universität Hannover und von neun Unternehmen nach Wegen, wie Stoffkreisläufe mit einer wirtschaftlichen Wieder- und Weiterverwertung so geschlossen werden können, dass erneut verwertbare Stoffe entstehen und somit die EU-Deponieverordnung ab 2005 erfüllt wird.
Ein Problemfeld, dem sich die Netzwerkpartner widmen, sind Industrieschlämme. Allein davon fallen in Deutschland jährlich etwa zwölf bis 14 Millionen Tonnen an. Bisher durften sie auf Deponien entsorgt werden. Doch ab 2005 ist damit laut Gesetz Schluss. Der Entsorgungs-Dienst Chemnitz CED fand bereits gemeinsam mit Wissenschaftlern und Studenten der TU Chemnitz einen kostengünstigen Ausweg. Sie entwickelten ein bereits mehrfach patentiertes Verfahren zur thermischen Behandlung von Industrieschlämmen. "So können aus Walz- und Schmiedezunder oder Schleifschlämmen umweltfreundlich neue Produkte gewonnen werden", erklärt Projektleiter Prof. Dr. Hans Lutze. Z.B. wurde die Nutzung des behandelten Walz- und Schmiedezunder als so genanntes "Abrassivmittelgemisch" für das Wasserstrahlschneiden, das kostengünstiger sei als vergleichbare Produkte, bereits in umfangreichen Versuchen erprobt. Weitere Anwendungen ergeben sich beispielsweise als Zuschlagstoffe in Ziegeleien, in der Farbindustrie, als Chemikalien und als Schleifmittel. Der am Projekt beteiligte Verfahrenstechniker Prof. Bernd Platzer von der TU Chemnitz erläutert das Verfahren: "Der Industrieschlamm wird in einem Reaktor aufgeheizt. Das im Schlamm gebundene Öl und Wasser verdampft dabei und wird in einem luftgekühlten Kondensator in den flüssigen Zustand zurückgeführt. Die entölten Substanzen können im Anschluss einer Wiederverwendung oder Weiterverarbeitung zugeführt werden." Ein Teil der Substanzen wird zur Energieerzeugung für den Prozess genutzt. Ein Prototyp der Behandlungsanlage steht in Hartmannsdorf bei der Gesellschaft für Verfahrenstechnik. Dort werden mit der Anlage etwa vier bis sechs Tonnen Industrieschlamm pro Stunde verarbeitet. Gegenüber herkömmlichen Verfahren liegen die Maschinenkosten hier etwa 80 Prozent und die Behandlungskosten pro Tonne etwa um 40 Prozent niedriger. Vom 11. bis 14. März wird das innovative Verfahren auf der Internationalen Fachmesse für Umwelttechnik und Umweltdienstleistungen TerraTec in Leipzig vorgestellt. Die Chemnitzer präsentieren sich in der Halle 2, Stand G 20.
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