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Das innovative Unternehmen

  
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Hrsg.: Barske, Gerybadze, 
Hünninghausen, Sommerlatte
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20. März 2003

Leitfähige Keramik gegen Keime

(he) Algen, Pilze und Bakterien sind Kleinstlebewesen, die in Ökosystemen wie Flüssen und Seen wichtige Funktionen erfüllen. In Prozesswässern von Kühlkreisläufen in Industrieanlagen und Kraftwerken sind sie jedoch äußerst unerwünscht. Als Biofilm zusammengerottet verstopfen sie Filter und Ventile und bringen ganze Anlagen zum Stillstand.

Wissenschaftler des Instituts für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben gemeinsam mit der OFS Gera GmbH ein Verfahren zur umweltschonenden elektrolytischen Entkeimung industrieller Kühlkreisläufe entwickelt und in einer Fernkälteanlage getestet. Auf der Umweltfachmesse "Terratec" in Leipzig wurde die Innovation jetzt präsentiert.

Gängigerweise rückt man den ungebetenen mikrobiotischen Gästen in Prozesswässern mit Bioziden, Chlor oder Ozon zu Leibe. Bei dem neu entwickelten Verfahren hingegen werden die Keime bei einer Spannung zwischen 10-20 Volt zersetzt, so die Jenaer Werkstoffwissenschaftler. Die Innovation der Elektrolyseanlage steckt im Detail. Die Anode, der Pluspol, besteht aus Keramik und ist - anders als gängige Keramiken - leitfähig. Unter Strom bilden sich Sauerstoffradikale, die den vorbeischwebenden Keimen "sauer" aufstoßen und sie abtöten.

Im Praxisversuch konnte die Keimzahl erheblich reduziert werden. Die behandelten Prozesswässer wiesen weder Gifte auf, noch bildeten sich Schlammrückstände aus den sterblichen Überresten der Mikroorganismen, die hätten entfernt werden müssen.

Zweck der Präsentation auf der "Terratec" war es, nach Kooperationspartnern für die Markteinführung Ausschau zu halten. Der bisherige Einsatz von Bioziden ist nicht nur kostenaufwändig, sondern mit Blick auf offene Kreislaufsysteme, die sich aus Flüssen speisen, auch wenig umweltfreundlich.

Ob die Elektrodenmodule auch in solch großen offenen Kreislaufsystemen den gewünschten Erfolg erzielen, gilt es mit einem geeigneten Industriepartner zu testen. Weitere Anwendungsgebiete der elektrolytischen Entkeimung sind die Vorentkeimung von Reinstwässern vor der Osmose, die Reduzierung der Keimfracht bei Abwässern oder die Aufbereitung von Regenwasser.

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