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3. April 2003
Vibrationsarmer Drucklufthammer
(he) Etwa 1,47 Millionen Drucklufthämmer werden heute in fast allen Industriebereichen Deutschlands betrieben. Sie alle haben eins gemein - sie vibrieren. Und das spürt man meist schmerzhaft in Händen und Armen. Bei der Konstruktion von Drucklufthämmern wurde bisher vorrangig auf niedrige Material- und Produktionskosten und auf verkaufförderndes Design geachtet. Gesundheitsaspekte bleiben dabei oft auf der Strecke.
Wissenschaftler des Institutes für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme der TU Chemnitz zeigen auf der Hannover Messe ein Verfahren zur Breitbandvibrationsdämpfung von Drucklufthämmern. Das erste Forschungsmuster eines vibrationsarmen Presslufthammers, den die DRUGEMA GmbH in Wittgensdorf gemeinsam mit Forschern um Prof. Dr. Hartmut Enderlein entwickelte und nun testet, wird auf dem Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" in Halle 18 präsentiert. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt entwickeln die Chemnitzer Arbeitswissenschaftler einen Pneumatikhammer, der kaum noch vibrieren und den ergonomischen Gestaltungsrichtlinien entsprechen soll. Die Vibrationsbeschleunigung am Hammergriff wird dabei von derzeit 8 bis 10 m/s² auf etwa ein Drittel gesenkt. Laut den neuen DIN-Vorschriften dürfen nur solche Hämmer acht Stunden hintereinander von einer Person benutzt werden, die Vibrationsbeschleunigungen von weniger als 3 m/s² verursachen. Um das Forschungsmuster testen zu können, wurde am Institut für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme der TU Chemnitz ein eigener Versuchsstand entwickelt. Handelsübliche Pneumatikhämmer der Klasse um sechs Kilogramm wurden hier monatelang getestet und hinsichtlich ihrer Wirkung auf das Hand-Armsystem bewertet. Anpresskraft, Dämpfungsverhalten, mechanische Impedanz des Hand-Arm-Systems des Bedieners sowie der Wirkwinkel wurden bei allen Versuchen konstant gehalten. Die Chemnitzer Forscher um Prof. Dr. Hartmut Enderlein wollen aus diesen Erfahrungen heraus künftig ein Verfahren zur vergleichenden Bewertung von Drucklufthämmern bzw. der Schädigungen durch die Arbeit mit Pneumatikwerkzeugen entwickeln. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass ein neuer Drucklufthammer - made in Sachsen - dank seiner ergonomischen Gestaltung die DIN-Grenzwerte unterschreiten wird.
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