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Das innovative Unternehmen

  
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16. Mai 2003

Abwasser in Badequalität

(he) Ein Team der Fachhochschule Gießen-Friedberg betreibt gemeinsam mit der Firma Weise Water Systems eine Bio-Membran-Kläranlage, die Abwasser in Badegewässerqualität produziert.

In konventionellen Kläranlagen werden Schadstoffe durch die mechanisch-biologische Reinigung weitgehend entfernt. Krankheitserreger, Bakterien und Parasiten können das Werk jedoch passieren und gelangen somit in den Fluss oder See. Unterhalb des Ablaufs kann deshalb in einem Gewässer aus hygienischen Gründen nicht gebadet werden. Anders sieht dies bei einer Bio-Membran-Kläranlage aus. Die von der Firma Weise Water-Systems entwickelten Platten-Membranfilter vom Typ "MicroClear" halten Bakterien sicher zurück. Die Porenweite der verwendeten Membranfilter ist mit ca. 0,05 Mikrometer deutlich geringer als die Größe von Bakterien.

In einem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projektes optimieren Prof. Dr. Markus Röhricht und Harald Happel von der FH Gießen-Friedberg zusammen mit Unternehmer Ulrich Weise die Membranfilter in der Versuchsanlage. Sie besteht aus einem sieben Kubikmeter großen Tank, in dem mechanisch vorgeklärtes Abwasser des Klärwerks Gießen eingeleitet wird. Bei der Bio-Membran-Anlage werden die Mikroorganismen durch eine Membran zurückgehalten. Sie gewährleistet im Gegensatz zum konventionellen Nachklärbecken einen fast vollständigen Rückhalt von Bakterien.

Ein Verstopfen der Membranporen, das Hauptproblem bei diesem Verfahren, wird vor allem durch Belüften der Membranmodule verhindert. Aufsteigende Luftblasen reißen an der Membran haftende Schmutzstoffe mit. Zusätzlich erfolgt in bestimmten Zeitabständen eine kurze Pause, in der teilweise Wasser rückwärts durch das Membranmodul fließt und so Partikel von der Membranoberfläche entfernt werden.

Noch sind die Investitionskosten und der Energieverbrauch einer Bio-Membran-Anlage etwas höher als bei der konventionellen Klärung. Das Unternehmen und die FH-Forscher versuchen jedoch durch neue Fertigungstechnologien die Kosten der Membranfilter zu senken und den Energieverbrauch zu senken.

Fachleute sehen im Bio-Membran-Verfahren ein großes Zukunftspotenzial, da ein derartig gereinigtes Abwasser sehr gut für die Bewässerung oder als Brauchwasser (z.B. Toilettenspülung) wiederverwendet werden kann. Ein solches Abwasserrecycling ist insbesondere in trockenen Gebieten sinnvoll. In Zukunft ist auch die Erweiterung bestehender Kläranlagen durch eine Membranstufe denkbar.

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