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28. Mai 2003
Das E-Paper kommt in zwei Jahren
(he) Das papierlose Klo wird sich eher realisieren als das papierlose Büro, lautet eine etwas technik-skeptische Prophezeiung. Jetzt aber scheint man einem weiteren Schritt in Richtung auf Ersatz des Papiers durch elektronische Hilfsmittel sehr nahe gekommen zu sein.
E-Ink und E-Paper heißen die Schlüsselbegriffe. Dahinter verbergen sich Techniken, die es erlauben, dünne und flexible Bildschirmfolien herzustellen, auf denen sich Text- oder Bildinhalte wie auf bedrucktem Papier darstellen lassen. Seit einigen Jahren arbeiten Multis wie Xerox an der Entwicklung des E-Paper. Jetzt macht aber ein US-amerikanischer Mittelständler mit einem Innovationssprung von sich Reden. Die Firma E-Ink sieht ihre Entwicklung kurz vor der Serienreife, so dass es dem renommierten Wissenschaftsmagazin "Nature" einen Beitrag wert war. Beschrieben wird dort ein nur drei Menschenhaare dünnes TFT-Display. Das kann zwar bisher nur schwarz-weiße Abbildungen darstellen, diese aber gestochen scharf. Anders als bei allen anderen bisherigen E-Paper-Lösungen kann man das E-Ink-Produkt aus jedem Winkel lesen und das sogar unabhängig vom Umgebungslicht. Technisch kombiniert dieses Display einen TFT-Transistor, der auf seiner ganzen Oberfläche positive und negative Ladungszustände darstellen kann, mit einer sehr dünnen Schicht, die eine stark leitende Flüssigkeit enthält. Darin ist die TFT-Folie integriert. Die Flüssigkeit enthält schwarze und weiße Pigmente, die auf die Ladezustände reagieren. Die Pigmente ordnen sich an den über die Transistorschicht festgelegten Plus- und Minuspolen und formen so ein Schwarz-Weiß-Bild. E-Ink hat bereits einen funktionsfähigen Prototypen präsentiert. Das elektronische Papier ist noch dazu höchst flexibel und kann, ohne Schaden zu nehmen, aufgerollt werden. Das Bild baut sich innerhalb von nur 250 Millisekunden auf, was zum Lesen reicht, für Filme allerdings zu langsam wäre. Spätestens 2005 soll das E-Paper vermarktet werden, dann, so die Hoffnung der US-Firma, auch schon in Farbe. Erste Anwendungen könnten sich in PDAs und Handys anbieten.
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