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Das innovative Unternehmen

  
Das innovative Unternehmen
Hrsg.: Barske, Gerybadze, 
Hünninghausen, Sommerlatte
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12. Juni 2003

Kunststoffe ohne Chlor

(he) Das Image von Materialien, die chlorierte Verbindungen enthalten, ist nicht das beste. Denn trotz günstiger Eigenschaften gehen Umweltgefahren von ihnen aus. Auf der Messe "Achema" wurden jetzt chlorfreie Plastisole vorgestellt, die sich wie PVC verhalten und verarbeiten lassen.

Immer dieser Ärger mit der Chlorchemie! Kürzel wie DDT stehen für ein berüchtigtes Insektizid, FCKW für Ozon abbauende Treibmittel und PVC für einen oft verfemten Kunststoff. Erweitert man diesen Cocktail um PCB und PCP, so fragt sich mancher: Wieso kann die Industrie auf diese Stoffe nicht einfach verzichten oder sie durch harmlosere ersetzen?

Außer der Tatsache, dass manche ihrer Eigenschaften von Ersatzstoffen nur schwer erreicht werden, existiert ein grundsätzlicheres Dilemma: Chlor entsteht in großen Mengen und zwangsläufig bei der Produktion von Wasserstoffgas und Natronlauge. Ein Viertel des Chlors wird in Deutschland allein dazu verwendet, um den PVC-Grundstoff Vinylchlorid zu synthetisieren. Neben dem verbesserten Recycling dieses Massenkunststoffs versuchen dennoch viele Unternehmen, ihn zu vermeiden. Denn darin enthaltene Schwermetallstabilisatoren und Weichmacher offenbaren weitere Schattenseiten.

Eine umweltfreundliche und kostengünstige Alternative zu PVC- und Acrylat-Plastisolen hat Professor Slaweyko Marinow entwickelt: "Wichtig an meiner Erfindung ist, dass diese pastösen Vorstufen mit allen beim PVC etablierten Verfahren verarbeitet werden können." Auch bei dem chlorfreien Plastik handelt es sich um Verbindungen kleinster Kunststoffpartikel mit zugelassenen Hilfs- und Füllstoffen. Zerkleinerte Kunststoffe wie Polyethylen und Polypropylen bilden die Basis.

Mit einigen Unternehmen, die sich für eine Lizenz an dem Verfahren interessieren, verhandelt der Erfinder bereits, verrät Dr. Pia Schoester, Betreuerin an der Fraunhofer-Patentstelle PST. Die Breite der potenziellen Anwendungen dürfte Vertreter vieler Branchen aufhorchen lassen: Metallteile wie Gestelle, Fahrzeugunterböden oder Behälter für die Lebensmittelindustrie können mit den neuartigen Plastikmischungen beschichtet und vor Korrosion geschützt werden. Ein weiterer Bereich sind textile Gewebe und Papiere.

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