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26. Juni 2003
Ölförderung aus großen Tiefen
(he) In vielfältigen Einsatzbereichen, die sich vom Baubereich bis hin zum Automobil erstrecken, haben mikroporöse Dämmstoffe bereits zukunftsträchtige Wachstumsmärkte erobert. In einer neuen Anwendung wird demonstriert, in welcher Weise wärmeisolierende Materialien auch die wirtschaftliche Nutzung bisher wenig beachteter Ölreserven gestatten.
Ein großes technisches Problem der Tiefsee-Ölförderung
stellt die niedrige Temperatur dar, die auf dem Meeresgrund herrscht. Auf
Grund des langen Transportweges führt dies bei konventionellen
Rohrleitungen zu einer starken Abkühlung des Öles, was dessen
Viskosität erhöht. Dadurch wird das Pumpen des Öles stark erschwert,
was wiederum eine wirtschaftlich rentable Förderung vereitelt.
Mit Hilfe eines Dämmstoffes der süddeutschen "Wacker
Ceramics" konnte diese technologische Hürde jetzt erfolgreich
genommen werden. Dabei handelt es sich um die sogenannte "Pipe-in-Pipe"-Technik,
bei der ein doppelwandiges Rohr zum Einsatz gelangt, dessen Hohlraum mit
einer nanoporösen Kieselsäure gefüllt ist. In Zusammenarbeit mit einem
Zulieferer der Ölgesellschaft Mobile wird gerade erfolgreich
demonstriert, dass die Reserven des in einer Wassertiefe von 2.300 Metern
im Golf von Mexiko befindlichen Nakika-Feldes nicht mehr unerreichbar
sind. Nanoporöse Kieselsäure ist ein extrem guter Wärmeisolator, der
herkömmliche Dämmstoffe deutlich in den Schatten stellt. Verantwortlich
für diesen Effekt sind vor allem die winzigen kugelförmigen Partikel,
die untereinander nur punktförmige Verbindungen zulassen.
Das Beispiel verdeutlicht, dass innovative Dämmstoffe
nicht nur einen entscheidenden Beitrag zur Einsparung von Energie, sondern
auch zur Erschließung bis dato ungenutzter Energievorkommen leisten
können. Neuesten Schätzungen zufolge stehen einem weltweiten Bedarf von
jährlich 3,4 Mrd. Tonnen Öl rund 140 Mrd. Tonnen nachgewiesene und mit
Hilfe von konventionellen Techniken gewinnbare Ölvorkommen gegenüber.
Weitere 100 Mrd. Tonnen Öl sollen sich in arktischen Böden oder in
großen Meerestiefen befinden. Will man die Ölversorgung der Zukunft
sichern, sind neue Techniken gefordert. Nur mit ihrer Hilfe ist es
möglich, diese zusätzlichen Ölvorkommen zu erschließen.
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