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24. Juli 2003
Transparenter Sonnenschutz
(he) Tageslicht ist gut für’s Wohlbefinden. Die Menschen sehen besser als bei elektrischem Licht, fühlen sich wohler und arbeiten effektiver. Stimmen Lichtverhältnisse und Raumklima am Arbeitsplatz, werden Angestellte seltener krank, das belegen wissenschaftliche Untersuchungen.
Natürliche Beleuchtung kann sogar teilweise künstliche ersetzen. So lassen sich die Energiekosten senken. "Doch viel Tageslicht führt nicht automatisch zu hohem visuellen Komfort", schränkt Tilmann Kuhn vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg ein. Großzügige Glasfassaden und Fenster können die Arbeitsbedingungen auch beeinträchtigen: Im Sommer ist es in den Büros oft unerträglich heiß und Lichtreflexe erschweren das Arbeiten am Computer. Das soll ein transparenter Sonnenschutz verhindern, den Fraunhofer-Forscher gemeinsam mit der Firma Clauss Markisen Projekt GmbH entwickelt haben. Die "stählerne Markise" schützt vor Wärme und Lichtreflexen auf dem Bildschirm. Der neue Sonnenschutz besteht aus gerollten Edelstahlhohlprofilen. Die Profile sind so geformt, dass sie bei einem Sonnenstand von 20 Grad über dem Horizont die direkte Sonneneinstrahlung ausblenden. Die Räume heizen sich nicht so stark auf. Das senkt die Klimatisierungskosten. Trotzdem sind die Büroräume hell. Die Mitarbeiter können sogar nach draußen schauen. Das ermöglicht die spezielle Konstruktion des Sonnenschutzes: Zwischen den nur 4 Millimeter breiten Profilen ist jeweils ein kleiner Abstand. Durch diese vielen kleinen Zwischenräume hat man eine gute Sicht. Ein weiterer Vorteil: Der Sonnenschutz hält Wind bis zu einer Geschwindigkeit von 55 km/h stand. Deshalb können auch höhere Gebäude mit außenliegendem Sonnenschutz ausgestattet werden. Doch nicht immer kann die optimale Lösung eines außen anliegenden Sonnenschutzes gewählt werden. Fraunhofer-Wissenschaftler haben noch einen anderen Weg gefunden, um Gebäude vor zu viel Sonne zu schützen: Gaschrome Fenster. Die Fenster lassen sich auf Knopfdruck verdunkeln. Für die blaue Färbung sorgen dünne Wolframoxid-Schichten. Ein Elektrolyseur zersetzt dazu Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Wird der Edelgasfüllung im Scheibenzwischenraum der gaschromen Verglasung ein wenig Wasserstoff beigemengt, so färbt sich die Wolframoxidschicht blau. Durch Beimengung von Sauerstoff verschwindet die Farbe wieder. Die erforderlichen Konzentrationen des Schaltgases liegen unter einem Prozent, so dass der Elektrolyseur klein gehalten und mühelos in die Fassade integriert werden kann. Die gaschromen Fenster stehen kurz vor der Marktreife und werden derzeit vom Industriepartner INTERPANE in einer Pilotserie gefertigt.
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