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Interview mit Anna Hansen und Jürgen
Bürstenbinder, Pixelpark, Berlin
"Wenn ein Schwarm von 500 Fischen
es schafft, die Richtung zu ändern, müßte das auch einem Unternehmen gelingen"
Pixelpark hat sich auf
die Entwicklung und Implementation maßgeschneiderter Multimedia-Lösungen spezialisiert
und ist damit in wenigen Jahren zu einer der führenden Agenturen Deutschlands geworden.
Unsere Redakteurin Martina Ossoble hat die
Pixelpark-Kommunikationsleiterin Anna Hansen und den F&E-Leiter Jürgen Bürstenbinder
gefragt, wie es kommt, daß in dem Unternehmen häufig besonders exotische und
erfolgreiche Ideen geboren werden.
Welche Ansätze benutzen Sie, um auf neue, veränderte oder noch nicht
ausgeschöpfte Bedürfnisse von Kunden und potentiellen Kunden zu reagieren?
Bürstenbinder: Wir gehen von Folgendem aus: Wir eröffnen Märkte
und Anwendungen von uns aus. In dem Augenblick, in dem Sie innovativ und an der Spitze
einer Entwicklung tätig sein wollen, hat es wenig Zweck, auf einem ausgetretenen Pfad zu
laufen. Das heißt, Sie haben die Ideen und gehen auf den Kunden zu?
Bürstenbinder: Ja, ganz genau so. Wir eröffnen die Märkte
beziehungsweise testen Entwicklungen, die dann zu neuen Märkten führen. Die bestehenden
Märkte sind in der Zwischenzeit viel zu eng geworden. Dort können Sie sich nur langsam,
schrittweise herantasten. Wir haben ein weitaus besseres Betätigungsfeld auf neu
definierten Märkten. Bei einer solchen Philosophie entsteht bei den Kunden natürlich
häufig eine hohe Erwartungshaltung. Sie kommen zu uns und wollen wissen, was sie wollen
oder was sie wollen sollen, um es noch etwas komplizierter zu sagen. |
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Welche Impulse gehen von der Wettbewerberbeobachtung aus? Bürstenbinder:
Wettbewerberbeobachtung ist keine unserer Hauptaktivitäten. Vor uns sind wenige, und
immer nur zur Seite oder nach hinten gucken, ist eigentlich nicht besonders innovativ,
auch wenn das hochtrabend klingen mag. Aber natürlich gibt es Austausch untereinander:
Viele unserer Mit-Akteure treffen wir im Deutschen
Multimedia-Verband. Zudem sind wir aktiv in europaweite F&E involviert und sehen
damit in ganz frühen Phasen, was sich in anderen europäischen Ländern entwickelt. Wir
sehen es nicht nur, sondern beeinflussen es auch.
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Pixelpark
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1991 von Paulus Neef in Berlin gegründet
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Heute 150 feste und freie Mitarbeiter; Filialen in Hamburg,
New York, Basel, Paris.
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Geschäftsfelder: E-Commerce, Electronic Marketing, Online
Advertising, Intranet, Corporate Change, New Media Consulting, Strategische Forschung
& Entwicklung.
Pixelparks Dienstleistungspalette reicht dabei von Beratung und Kozeption über
Projekt- und IT-Management bis zu Innovationsrecherche,
Kredition, Softwareentwicklung und
Schulung.
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Umsatz im Geschäftsjahr 1997/98: 23 Millionen Mark.
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Teilnahme an internationalen Forschungsprojekten.
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In welcher Form sind Sie dort involviert? Bürstenbinder: Es
gibt hier im Haus eine eigene F&E-Abteilung, die an europäischen, insbesondere von
der Kommission der EU geförderten Projekten mitarbeitet. Das heißt, wir haben in anderen
europäischen Ländern und in den USA direkte Kontakte zu Mit-Akteuren. Ich sage jetzt
bewußt nicht Mit-Bewerber. Denn mit einem Akteur zusammen kann ich erheblich mehr bewegen
als gegen einen Mitbewerber. Auch das ist Teil eines innovativen Ansatzes. Ich muß keinen
Gegner besiegen, sondern kann durchaus zusammen mit anderen Ziele erreichen.
Tragen Lieferanten, auch wenn es sie bei einer Multimedia-Agentur im
klassischen Sinne nicht gibt, zu Innovationsideen und entwicklungen bei?
Bürstenbinder: Wir haben Kontakte zu Sub-Contractors, also zu
Unterauftragnehmern, Zulieferern, Kooperationspartnern. Von denen gibt es wichtige
Beiträge zu neuen Ideen und zur Realisierung von Ideen. Wenn beispielsweise ein stark
programmiertechnisch geprägtes Unternehmen, eine Software-Firma, mit uns
zusammenarbeitet, und in dieser Firma neue Tools in einem sehr frühen Stadium getestet
und entwickelt werden, dann ergeben sich daraus wiederum für uns bei den
Multimedia-Anwendungen neue Möglichkeiten. Wenn Sie diese beiden Unternehmen jetzt
zusammenschalten und das passiert mit mehreren unserer Kooperationspartner
dann bekommen Sie auch dabei wieder mehr raus als nur die kleine Summe. |
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Wie binden Sie Ihre Mitarbeiter in die Innovationssuche und umsetzung ein? Bürstenbinder:
Dadurch, daß wir eine eigene F&E-Abteilung haben und aus dieser Abteilung Mitarbeiter
anderer Bereichen gebucht, also eingeladen werden, an Projekten teilzunehmen, haben wir so
etwas wie eine zeitliche Mitarbeiterrotation. Wenn beispielsweise ein Mitarbeiter sechs
Monate lang etwa 20 Prozent seiner Zeit an einem dieser neueren Vorhaben mitarbeitet, dann
lernt er dort das kennen, was noch längst nicht auf dem Markt ist. Als Antworten ergeben
sich erfreulich oft neue Ideen, weil er plötzlich mit neuen Fragestellungen konfrontiert
ist. Das heißt, ich lasse die Mitarbeiter rotieren, an neuen Vorhaben teilnehmen, damit
sie geistig wach und hungrig bleiben. Außerdem ist das ein Teil eines
Synergie-Managements, wenn Sie Mitarbeiter aus völlig unterschiedlicher Ausbildung und
unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen zusammenführen. |
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Aus welchen Bereichen kommen die Mitarbeiter? Bürstenbinder:
Kreuz und quer aus allen Bereichen. Wir haben etwa ein Drittel Graphiker, circa ein
Drittel Konzepter, wobei die Konzepter Geisteswissenschaftler,
Gesellschaftswissenschaftler, Sozial- und Naturwissenschaftler sein können, etwa zwölf
Prozent Software-Ingenieure, und der Rest verteilt sich kreuz und quer durch die
Landschaft. Und ergänzend möchte ich dazu noch sagen: Wir sind zur Zeit in meiner Unit
F&E als Kernmannschaft (einschließlich der freien) zehn Mitarbeiter, von denen vier
aus Deutschland kommen, zwei aus England, einer aus Dänemark, einer aus Spanien, einer
aus Frankreich und einer aus Griechenland. Das ist europäische F&E im wahrsten Sinne
des Wortes und, nebenbei gesagt, untypisch für Unternehmen dieser Größe und auf diesem
Markt.
Wie funktionieren die Einstellungsverfahren? Gibt es ein festes Mitarbeiterprofil?
Bürstenbinder: Vor der Einstellung wird geprüft, was in einem
Lebenslauf an interessanten Schlüsseln zu entdecken ist, zu wem er/sie eventuell passen
könnte. So entstehen in den Units, also Geschäftseinheiten, bunte Mischungen, wie in
meiner beispielsweise, die ein Zusammentreffen von zwei Diplom-Kauffrauen, einem reinen
Medienmann und einem Business-Consultant ist. Ich selbst bin Mathematiker.
Die Units sind unterschiedlich groß, zwischen 7 und 30 Mitarbeitern. Man beschäftigt
sich in diesen Units jeweils mit einem Themenbereich, zum Beispiel mit Strategischer
Forschung und Entwicklung. Jede Unit agiert für sich autonom und ist gleichzeitig
fest eingebunden in die Struktur des Gesamtunternehmens, was bei einer Mitarbeiterzahl
über 20 unerläßlich ist. |
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Hansen: Der Vorteil der vergleichsweise kleinen Einheiten liegt
darin, daß sie sich die Flexibilität und Beweglichkeit eines kleinen Unternehmens
erhalten können. Es gibt natürlich auch eine Hierarchie, aber eine sehr flache. Es wird
darauf geachtet, daß der Leitungsstil sehr kooperativ ist. Die Unitleiter sitzen wie alle
anderen mitten in ihren Teams, was sich auch aus der Notwendigkeit der Projektarbeit
ergibt. Wie binden Sie die Mitarbeiter in die Innovationssuche und umsetzung
ein?
Bürstenbinder: Es gibt in unserem Haus eine Ideenbörse, einen nicht
reglementierten Teil eines Dialogs. Jeder kann mit Ideen kommen, und mögen sie auf den
ersten Blick noch so verquer sein. |
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Was heißt "nicht reglementiert"? Bürstenbinder:
Das bedeutet nicht gebunden an feste Zeiten oder Formate. Und es muß nicht unbedingt
schriftlich eingereicht werden. Im Arbeitsalltag sieht das so aus: Man trifft sich in der
Küche und äußert seine Idee, oder man kommt an den Schreibtisch. Wir haben
festgestellt, daß ein Teil der Ideen, und oftmals gerade die guten, deshalb entstehen
können, eben weil es nicht reglementiert ist. Bei einem Aufruf, Ideen zu verschiedenen
Themen zu sammeln, haben wir viele gute Anregungen bekommen, nachdem ich darum gebeten
habe, keine digitalen Mitteilungen zu schicken, sondern anzurufen oder vorbeizukommen. Es
gibt sicherlich bei jemandem, der eine exotische Idee hat, eine große Hemmschwelle, diese
auf Papier zu bringen.
Gibt es auch Ideenbörsen außerhalb des Unternehmens, machen Sie Ausschreibungen,
Wettbewerbe? Sammeln sie auch draußen Ideen?
Bürstenbinder: Nein. Die Ideenbörse gibt es nur hausintern. Nach
außen läuft ein anderer Teil einer Quasi-Ideenbörse. Das sind die Diskussionen im
Kollegennetzwerk. Sie haben vorher schon gehört, daß wir international sehr aktiv sind.
Inzwischen hat Pixelpark eigene Büros in New York, Basel und Paris. Außerdem haben wir
in sehr vielen europäischen Ländern Kooperationspartner, mit denen wir uns austauschen.
Das ist ein ganz hervorragendes Netzwerk, und man erfährt schnellstmöglich, was zur Zeit
gerade läuft, was wer vorhat. Also: Das Netzwerk nach draußen ist wesentlich mehr wert,
als nur die interne Ideenbörse. |
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Hansen: Wir sind darüber hinaus sehr aktiv auf Kongressen und
Seminarveranstaltungen. Es gibt viele Mitarbeiter, die im Aus- und Weiterbildungsbereich
tätig sind, die als Dozenten, unter anderem im Universitätsbereich, Lehraufträge haben.
Auch dadurch ist der Kontakt nach draußen sehr stark. Welche Quellen waren Basis
Ihrer Erfolge mit innovativen Produkten und Leistungen?
Bürstenbinder: Zum einen haben wir den Deutschen Multimedia-Verband
schon angesprochen. Zum anderen gibt es in der Region Berlin-Brandenburg eine
Industrie-Initiative, die sich Pro-T.I.M.E. nennt,
wobei das T für Telekommunikation steht, das I für Informationstechnik, das M für
Multimedia und das E für Entertainment. Die Initiative ist ein Zusammenschluß von 20
führenden, unterschiedlich großen Unternehmungen mit der klaren Absicht, die Region in
den genannten vier Geschäftsfeldern voranzubringen. Das ist eine zweite Quelle für uns,
und es gibt eine weitere. Wir arbeiten nicht nur als Teilnehmer an europäischen
Projekten, sondern sind auch Gutachter. In dieser Funktion werde ich zum Beispiel von der
Kommission in Brüssel eingeladen, eingereichte Projektvorschläge daraufhin zu
untersuchen, ob sie sinnvoll sind, ob sie den Rahmenvorgaben entsprechen, ob sie
realisierbar sind, ob sie eine Marktchance haben. Auch dadurch ergibt sich für uns wieder
ein Quelle für innovative Ideen und demzufolge auch für gute Geschäftskontakte.
Als nächstes gibt es noch eine Aktivität auf nationaler Ebene. Wir sind von
Bundespräsident Roman Herzog eingeladen worden, und ich nehme dieses wahr, am
Initiativkreis Zukunft teilzunehmen. Eine Gruppe von etwa 30 Personen hat das
Ziel, den Boden für Innovationen jedweder Art zu bereiten. Auch dieser Kreis, der mit
hochrangigen Vertretern aus Industrie und Medienwelt besetzt ist, ist eine hervorragende
Basis, um sich auszutauschen und zu sehen, wie es in den Köpfen und in den Bäuchen der
Anwender und Kunden aussieht, und wie wir die Grundlagen für die Verbreitung von
Innovationsprozessen verbessern können. In der Person des Bundespräsidenten ist mir zum
ersten Mal ein Jurist über den Weg gelaufen, der es ganz deutlich auf den Punkt gebracht
hat: |
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Bei einer technischen Innovation gibt es einen möglichen Nutzen, der eine
Wahrscheinlichkeit hat, daß er eintritt. Und es gibt einen möglichen Schaden, der eine
Wahrscheinlichkeit hat, daß er eintritt. Erst wenn ich die beiden Produkte miteinander
vergleiche, kriege ich raus, ob eine Innovation für die Gesellschaft sinnvoll sein wird
oder nicht.
Ich denke, daß es in Deutschland gerade bei den technischen Innovationen eine zu starke
Fokussierung auf einen möglichen Schaden gibt. Es ist egal, welche
Eintrittswahrscheinlichkeit er hat. Es könnte irgendwann passieren. Und damit ist die
Innovation nicht gut. Das ist, um es deutlich zu sagen, eine idiotische und verkürzte
Sicht der Dinge. In den Asterixbänden heißt es: "Es könnte sein, daß uns der
Himmel auf den Kopf fällt."
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Wie organisieren Sie in Ihrem Unternehmen den
Innovationsprozeß? Bürstenbinder:
Wir haben keine hundertprozentig festen, langfristig zusammenarbeitenden Projektteams, da
die durchschnittliche Dauer der Projekte zwischen zwei und fünf Monaten liegt. Die Leute
werden je nach Qualifikationen für die einzelnen Projekte zusammengestellt und arbeiten
gleichzeitig in verschiedenen Teams mit. Bei uns bietet sich eine klassische Unterteilung
in Planung, Entwicklung, Fertigung nicht an. Es geht vielmehr um unterschiedliche Prozesse
oder Produktionsstufen innerhalb eines Projektes, die im Prinzip vom gleichen Team
durchgeführt werden. Da unsere Produkte und Anwendungen nicht primär für den
Massenvertrieb gedacht sind, fällt der Bereich Vertrieb weg. Und zum Marketing kann ich
erfreulicherweise sagen, daß der größte Teil der Kunden noch auf uns zukommt. |
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Wie bereiten Sie den Markt und den Kunden auf innovative Produkte und
Leistungseinführungen vor? Bürstenbinder: Das ist eine ganz
einfache Sache. Es ist eine Umarmungsstrategie. Wenn Sie den Kunden als Pilotteilnehmer
und Politanwender mit an Bord nehmen, dann ist es viel leichter, tatsächlich zu
transportieren, daß er die Entwicklung mit beeinflussen kann. Demzufolge erkennt er sich
selbst in dem Ergebnis wieder. Und zweitens haben Sie keine sonderlich großen Problem mit
einem Quantensprung in der Anwendung. Das heißt, Sie überfordern Ihren Pilotkunden
nicht, sondern lassen ihn mit hereinwachsen. Wenn Sie es optimal gelöst haben,
identifiziert der Kunde sich mit den Ergebnissen und kommt fast auf die Idee, er hätte es
selbst entwickelt.
Hansen: Wobei unsere Leistungen dann noch weit darüber hinausgehen.
Wenn unsere Entwicklungen tatsächlich Veränderungsprozesse in den Unternehmen mit sich
bringen beispielsweise kann die Einführung des Intranets Personal- und
Unternehmensstrukturen beeinflussen können wir Hilfestellungen geben durch
Schulungen, Weiterbildungsmaßnahmen, Konzepte. Wir haben gerade einen Unternehmensbereich
ganz neu entwickelt, den wir Corporate Change nennen. Da geht es zum Beispiel
darum, den Umgang mit digitalen Medien zu erlernen. Wir wollen nicht nur eine Anwendung
übergeben, und der Kunde kann dann sehen, wie er damit fertig wird, sondern ihn auch bei
der Implementierung betreuen. |
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Wie sichern Sie den Markterfolg? Bürstenbinder: Wir legen
großen Wert darauf, daß ein permanentes Feedback, eine permanente wechselseitige
Kommunikation zwischen Entwickler und Anwender besteht. In dem Augenblick, in dem diese
Kommunikation gesichert ist, wird auch der Markterfolg ein leichter sein. Ein Beispiel:
Bei uns kommunizieren die Entwickler mit den Mitarbeitern, die tatsächlich hinterher
damit arbeiten müssen, und nicht etwa mit den Vorgesetzten. Der Erfolg spricht deutlich
für diese Vorgehensweise.
Wie lernen Ihre Mitarbeiter aus dem Markt-Feedback?
Bürstenbinder: Natürlich durch die direkte Teilnahme, weil sie von
den Benutzern direkt erfahren, was gut, schlecht oder gar nicht einsetzbar ist.
Hansen: Und von dem, was man im Bereich Internet eben sehr gut machen
kann: Feedback und Benutzeranalyse. Dazu gehört es, Daten zu erfassen, auszuwerten,
aufzubereiten und zu nutzen. Damit können wir zum einen dem Auftraggeber die Möglichkeit
geben, seine Angebote selbst zu optimieren. Zum anderen profitieren wir von den
Erfahrungen für unsere weitere Arbeit. Intern gibt es viele Mechanismen, die es
ermöglichen, sich über auch im Ausland gemachte Erfahrungen oder über spezielles
Know-how auszutauschen.
Bürstenbinder: Erlauben Sie mir noch eine abschließende Bemerkung:
Bei allen Schwierigkeiten, die ein Unternehmen mit dem Begriff Innovation
haben mag, bin ich der Meinung, daß auch die großen Unternehmen Beweglichkeit und
Pioniergeist lernen sollten. Ich vergleiche sie gern mit einem Schwarm von Fischen. Da
sondern sich irgendwann ein paar ab, schwimmen eine Zeitlang als Unit und
kommen dann in den großen Schwarm zurück. Und im Zweifelsfalle schafft es der ganze
Schwarm, eine Kehrtwendung zu machen und in eine andere Richtung zu schwimmen. Warum
sollte das ein großes Unternehmen nicht können, wenn 500 Fische es zusammen schaffen?
Sind diese 500 Fische intelligenter?
Doch wohl kaum. |
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