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14.07
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Innovation Market: Ein Angebot der deutschen Börse
AG und Verwertung von Innovation (Leseprobe)
von Thomas
Einsporn
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Stichworte: Risiko-
und Wagniskapital in Deutschland § vorhandenes
Innovationspotenzial aus Patenten § Ziele
des Innovation Market §
Qualitätsstandards,
Summaries, Dossiers §
Innovation Market Regeln §
Beispiele
§
Zusammenfassung.
| In diesem Beitrag
erfahren Sie: |
- welche Ziele der Innovation
Market verfolgt und wie er funktioniert,
- wie Struktur und Inhalt von
Summaries und Dossiers aussehen sollten und welche Qualitätsstandards
gelten,
- wie Patenthalter und junge
technologieorientierte Unternehmen die ideale Plattform für die
Kontaktaufnahme zu Investoren nutzen können - und umgekehrt.
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Eine Erfindung wirtschaftlich erfolgreich am Markt umzusetzen, ist
in der Regel nur mit hohem Kapitalaufwand möglich. Zwar steht für die
Verwertung von aussichtsreichen neuen Produkten, Verfahren und
Dienstleistungen in Deutschland heute genügend Venture Capital zur Verfügung,
jedoch stellt sich nach wie vor die Frage, wie der Kontakt zwischen
Erfindern und Kapitalgebern hergestellt werden kann. Um diese
Kontaktanbahnung auf professionelle Weise zu managen, bietet die Deutsche
Börse AG und Kreditanstalt für Wiederaufbau den Innovation Market als
Handelsplatz an. Im Rahmen der bundesweiten Initiative zur »Innovationsstimulierung
der deutschen Wirtschaft INSTI« werden unter verschiedenen Kategorien
qualitativ hochwertige und von Fachleuten auf ihre Vermarktungschancen
geprüfte Angebote als Internet-Dienst
angeboten.
Risiko- und
Wagniskapital in Deutschland
Die Bundesrepublik Deutschland kann ihre internationale
Wettbewerbssituation nur sichern und verbessern, wenn weltmarktfähige
Innovationen entstehen. Häufig scheitert aber die Umsetzung von erfolgsträchtigen
Ideen an den nötigen Finanzmitteln der (Jung-) Unternehmer. Gerade die
Schaffung neuer Arbeitsplätze, wie zum Beispiel bei High-Tech-Industrien
und Dienstleistungen, wird durch fehlendes Eigenkapital erschwert, obwohl
sich hier besonders große Chancen auftun. Damit gute Ideen nicht am Geld
scheitern, haben sich in vielen Ländern Beteiligungsgesellschaften gegründet,
die die neuen und expandierenden Firmen finanziell mit sogenanntem Venture
Capital (Risiko- oder Wagniskapital) unterstützen (siehe Kapitel 14.01,
14.06). Darunter ist Eigenkapital zu verstehen, das aufstrebende
Unternehmen zumeist von speziellen Fondgesellschaften erhalten. Diese
Fonds beteiligen sich in der Regel für eine begrenzte Zeit (drei bis acht
Jahre) finanziell im Unternehmen und unterstützen das Management zusätzlich
durch Beratungsleistungen. Dabei verzichten sie auf die sonst üblichen
Sicherheiten. Diese Zweckehe von Venture Capital-Gebern und -Nehmern endet
in Deutschland meist durch einen Verkauf der Beteiligung an andere
Anteilseigner oder Unternehmen.
Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher
Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) belief sich das verfügbare
Venture Capital 1997 auf fast 15 Milliarden DM (siehe Kapitel 14.01,
Tabelle 2). Rund hundert Venture Capital- und Beteiligungsgesellschaften
haben bis einschließlich 1997 zirka 7,75 Milliarden DM in insgesamt 3.755
Beteiligungen investiert.
Vorhandenes
Innovationspotenzial aus Patenten
Seit 1995 steigen die Patentanmeldungen beim Deutschen Patent- und
Markenamt wieder kontinuierlich um zirka 16,0 Prozent pro Jahr und sind
1999 insgesamt (direkt und PCT-Anmeldungen) auf 94.047 Anmeldungen
gestiegen.
Dieses Innovationspotenzial verringert sich jedoch um zirka 37 Prozent,
weil nur für durchschnittlich 63 Prozent der Anmeldungen Prüfungsanträge
als Voraussetzung für eine Patenterteilung gestellt werden. Für weniger
als die Hälfte aller Anmeldungen (durchschnittlich 44,5 Prozent) wird
aber ein Patent erteilt. Häufigster Grund für die Nicht-Erteilung ist
die sogenannte »Neuheits-Schädlichkeit«.
Abb. 1: Patentanmeldungen der letzten 17 Jahre
Ziele des Innovation Market
Neben den mittlerweile über 100 Kapitalbeteiligungsgesellschaften in
Deutschland existieren zunehmend mehr Unternehmen und Privatpersonen, die
Fremd- und Beteiligungskapital anbieten.
In Deutschland gibt es ein erhebliches Potenzial hochwertiger Erfindungen,
denen jedoch der Durchbruch zur Innovation häufig deshalb nicht gelingt,
weil zwei besonders kritische Hürden nicht überwunden werden:
- In vielen Fällen kommt es gar nicht zu einem Kontakt zwischen
Erfindern und potenziellen Nutzern beziehungsweise Kapitalgebern und
- denen, die entscheiden, fehlen oft die Informationen zur Einschätzung
der Erfolgsaussichten einer Erfindung am Markt.
Der Innovation Market richtet sich
vornehmlich an:
- junge Technologieunternehmen, Gründer und expandierende KMU auf der
Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten ihrer Innovationen,
- Unternehmen, Hochschul-/ Forschungseinrichtungen und
Erfinder/Patenthalter, die ihre hochwertigen Technologien verwerten
wollen,
- Beteiligungsgesellschaften und Banken sowie Unternehmen und
Privatanleger, die nach viel versprechenden Beteiligungsmöglichkeiten
suchen,
- Unternehmen auf der Suche nach Lösungen technischer Probleme oder
nach Produktideen zur Erweiterung ihrer Produktpalette.
Der Innovation Market funktioniert
folgendermaßen (Abb.2)
- Der Ideengeber oder das Unternehmen beauftragt einen
Innovationspartner, ein Summary zu erstellen.
- Der Innovationspartner prüft die Erfolgsaussichten.
- Bei positiver Bewertung wird ein Summary als hochwertiges
Kurzportrait des Innovationsvorhabens, seines Verwertungspotenzials
und seiner Marktchancen erstellt.
- Ein zweiter unabhängiger Innovationspartner prüft die Qualität
des Summary.
- Der Innovationspartner beauftragt die Betreiber, das Summary anonym
für sechs Monate im Innovation Market einzustellen.
- Das Inserat ist durch das Internet weltweit und zeitunabhängig
einzusehen.
Abb. 2: INSTI-Verwertungsaktion: Innovation Market
Qualitätsstandards,
Summaries, Dossiers
Die Verwertung einer Erfindung setzt in der Regel die patentrechtliche
Absicherung voraus. Zur Unterstützung der Verwertung von Erfindungen
werden ständig zunehmend neue Ideen, Erfinder und Innovationsbörsen im
Internet angeboten. Fraglich ist jedoch, ob der Großteil dieser Börsen
den Kunden (Kapitalgeber, Unternehmen) wirklich erreicht, da die Inhalte
in der Regel keiner fachlichen beziehungsweise wirtschaftlichen Prüfung
unterzogen worden sind. Venture Capital wird aber nur dort eingesetzt, wo
aussagekräftige und geprüfte Unterlagen eine Abschätzung über das
Engagement erlauben.
Innovation Market Regeln
1. Teil: Begriffsbestimmungen;
Teilnehmer am Innovation Market
Darstellung des Marktplatzes
Der Innovation Market ist als Marktplatz für Innovation über das
Internet unter http://www.exchange.de/innovationmarket
erreichbar. Benutzer des Innovation Market sind vor allen Dingen
Beteiligungsgesellschaften und Banken sowie Unternehmen und Privatanleger,
die nach vielversprechenden Beteiligungsmöglichkeiten suchen; des
Weiteren Unternehmen, die auf der Suche nach Lösungen technischer
Probleme oder nach Produktideen zur Erweiterung ihrer Produktpalette sind
(siehe Tabelle 1).
| Qualitätsstandards
für die Erstellung von Summaries |
| Die Qualitätsstandards
beziehen sich sowohl auf den Erstellungsprozess von Summaries als auch
auf Struktur und Inhalt.
Innovationspartner werden im Auftrag
von Inserenten tätig. Die Übernahme von Aufträgen erfolgt zu
Marktpreisen und nur in Verbindung mit einer Verpflichtung des
Inserenten zur Eigenbeteiligung an einer eventuell folgenden
Dossiererstellung.
Zu Beginn der Auftragsausführung steht eine Vorbewertung der
Marktchancen (Recherche zum Stand der Technik, Marktabschätzung,
Plausibilitätsprüfung der Finanzplanung usw.).
Die Innovationspartner werden Innovationsangebote, deren Chancen am
Markt als nicht gut eingeschätzt werden, zurückweisen.
Bei positiver Vorbewertung erfolgt die Erstellung eines Summary
beziehungsweise die Prüfung und Überarbeitung eines vom Inserenten
vorgelegten Summary. Hierbei wird der Inserent im Rahmen persönlicher
Gespräche einbezogen.
Das Summary wird nachfrageorientiert formuliert (Sprachgebrauch gemäß
Usancen der Adressaten), die Summary-Struktur entspricht den folgenden
inhaltlichen Qualitätsstandards; alle Muss-Felder sind vollständig
zu bedienen.
Summaries sollen im Regelfall binnen zwei Wochen erstellt werden.
Für jedes Summary wird ein Review durch einen weiteren
Innovationspartner durchgeführt (»Vieraugenprinzip«). Die
Innovationspartner geben eigene Summaries zum Review weiter und prüfen
(zunächst kostenlos) Summaries anderer Innovationspartner.
Die Innovationspartner führen die elektronische Übermittlung von
Summaries mit dem Erfassungstool der Deutschen Börse AG durch.
Der Inserent bleibt im Summary anonym. Eine Kontaktaufnahme eines
Nachfragers mit dem Inserenten erfolgt über den Innovationspartner,
der das Summary eingestellt hat.
Die Innovationspartner sichern Vertraulichkeit bei der Herstellung von
Kontakten mit Nachfragern zu (Vorinformation an Inserent, Einholen von
Geheimhaltungsverpflichtung von Nachfragern).
Struktur und Inhalte von Summaries
Summaries werden einer der drei
Rubriken: »Idee sucht Kapital« (siehe Tabelle 1), »Idee sucht
Unternehmen« oder »Unternehmen sucht Idee« zugeordnet. Summaries müssen
folgende Struktur und Inhalte aufweisen:
Kurztitel
Einprägsamer und verständlicher Titel, der eine grobe
Branchenzuordnung ermöglichen sollte
Erfindung/Idee
Kurzdarstellung des Vorhabens mit den wesentlichen Highlights
Kundennutzen
Nutzen, den ein Kunde durch das Produkt/Verfahren erhält (im
Vergleich zu anderen)
Produktnutzen
Beitrag der Idee zum Produkt/Verfahren; Darstellung der Problemlösung
durch die Idee
Ergänzungsmöglichkeiten zu einer
Produktfamilie
Kompatibilität und Familienfähigkeit des Produkts/Verfahrens;
bestehendes/ passendes/gesuchtes Produktumfeld
Projektstand
Zusammenfassende Darstellung der erfolgten Vorarbeiten bezüglich
Technik (Entwicklungsstand), Produktion, Vermarktung, Angaben zur
Marktreife (time of market)
Verwertungskonzept
Kurzbeschreibung der unternehmerischen Umsetzung;
bei »Idee sucht Kapital«: Angabe, ob
Neugründung, Ausgründung, Spin-Off oder Ähnliches
Zahlendarstellung
Zusammenfassende Angaben zu wesentlichen (aber nicht
vertraulichen) Kennzahlen, unter anderem: Kapitalbedarf
beziehungsweise -angebot, Zeitplanung, Markt- volumen, Markt-Potenzial
und so weiter
Standort des Inserenten
Bundesland und Postleitzahl (mindestens die ersten zwei Ziffern)
des Auftraggebers für das Summary
Kontakt
Adresse, Ansprechpartner und telekommunikative Angaben des zuständigen
Innovationspartners, E-Mail-Funktion
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| Qualitätsstandards
für Dossiers |
Die Qualitätsstandards
beziehen sich sowohl auf den Erstellungsprozess von Dossiers als auch
auf Struktur und Inhalt.
Innovationspartner werden im Auftrag von Nachfragern tätig. Die Übernahme
von Aufträgen erfolgt zu Marktpreisen.
Die Innovationspartner führen eine fundierte Informationserhebung zu
(in den folgenden Qualitätsstandards für die Inhalte von Dossiers
festgelegten) Themen durch (umfassende Recherche zum Stand der
Technik, Marktanalyse, Plausibilitätsprüfung der Finanzplanung,
u.s.w.). Hierbei erfolgt zumindest ein Besuch des Unternehmens (falls
schon existent) und/oder persönliche Gespräche mit dem
Interessenten.
Es erfolgt die Erstellung eines Dossiers beziehungsweise die Prüfung
und Überarbeitung eines vom Interessenten vorgelegten Businessplans.
Dossiers werden nachfrageorientiert formuliert (Sprachgebrauch gemäß
Usancen der Adressaten), die Struktur entspricht den folgenden
inhaltlichen Qualitätsstandards; alle Muss-Felder sind vollständig
zu bedienen.
Die Innovationspartner werden bei Bedarf weitere kompetente Partner
einbinden und die stufenweise Erstellung eines Dossiers in einer
Bewertungskette organisieren.
Dossiers werden im Regelfall binnen acht Wochen ab Auftragsvergabe
erstellt.
Bei Auftragsvergabe veranlassen die Innovationspartner eine »Sperrung«
des Summary im Innovation Market. Für die Dauer der Sperrung werden
die Innovationspartner keine Kontakte weiterer Nachfrager zum
Inserenten vermitteln.
Die Innovationspartner gewährleisten die Vertraulichkeit aller ihnen
zur Kenntnis kommenden Daten von Inserenten und Nachfragern.
Struktur und Inhalte von Dossiers
Dossiers werden einer der zwei Rubriken
»Idee sucht Kapital« (siehe Tabelle 1) oder »Idee sucht Unternehmen«
zugeordnet. Dossiers müssen folgende Struktur und Inhalte aufweisen:
1 Zusammenfassung
- Entspricht im Wesentlichen dem
Summary (s.o.)
2 Technologie
- Stand der Technik
- Innovationshöhe; Schlüsseltechnik
oder Verbesserung
- Entwicklungsstand der Erfindung
- Angabe, ob Idee, Labormuster,
Prototyp, Nullserie und so weiter
- Wettbewerbstechnologien
- Umgehungslösungen und funktionale
Konkurrenz; Vorteile gegenüber Wettbewerbern
- Technische Umsetzbarkeit
- Verfügbare Produktionstechnologie;
Prozesskettenbezug
- Technische Risiken,
Genehmigungssituation
- Technische Risiken auf dem Weg zum
Markt; ökologisches und regulatorisches Umfeld
- Schutzrechtssituation
- Stand und Qualität der Absicherung
durch gewerbliche Schutzrechte
3 Markt
- Marktvolumen
- Marktbedarf und -chance; Größe und
Kaufkraft der Zielgruppen
- Marktsegmente, Zielgruppen
- Für wen ist Produkt/Verfahren
interessant? Kundenstrukturen; Sekundärmärkte
- Marktentwicklung
- Marktprognose; Marktentwicklung in
Vergangenheit und Zukunft
- Konkurrenzanalyse
- Wettbewerber im In- und Ausland;
konkurrierende Produkte/Verfahren und Problemlösungen
- Marketing- und Vertriebsstrategie
- Vermarktbare Leistungsmerkmale;
geplante/bestehende Vertriebswege
- Lebenszyklus
- Angaben zu Innovations- und
Produktlebenszyklus
- Markteintrittsbarrieren
- Erschließung des Marktes;
Zulassungshürden
4 Finanzierung
- Jahresabschluss/Bilanz, Plan GuV
(mind. 3 Jahre), Kostenrechnung
- Aufwendungen und Erträge;
Deckungsbeiträge; Anlagenspiegel (Bestände, Abschreibungen,
Investitionsbedarf); Kreditspiegel; Betriebs- und
Unternehmensergebnis
- Finanzierungsbedarf
- Liquidität & Cash flow
- Kennzahlen
- Return on Investment; Return on
Equity; Breakeven-Zeit; Lebenszeitumsatz
- Sensitivitätsanalyse/Empfindliche
Parameter
- Beschaffung; Produktion; Absatz;
Finanzierung
- Sicherheiten
- Grundschuld; Hypothek; Bürgschaft;
Pfandrecht
5 Management
- Qualität des Managements
- Unternehmerische Einstellung;
Motivation Erfinder/Unternehmer; Ausbildung, Erfahrungen und
Kontakte
- Organisationsschema
- Projekt- und
Unternehmensorganisation; allgemeine Geschäftsbeschreibung
- Referenzen
- Background und Erfahrungen des
Erfinders/Unternehmers
- Beiräte, Aufsichtsräte
- Gesellschafterstruktur, bisherige
Investoren
- Mitarbeiterstruktur
- Vorhandene personelle
Qualifikationen und Kapazitäten (in F&E, Produktion, Vertrieb
usw.)
6 Übergeordnete Topics
- Chancen und Risiken
- Zusätzliche, noch nicht
quantifizierte Geschäftsmöglichkeiten (Upsides) und -risiken (Downsides).
- Erfolgsfaktoren
- Wesentliche interne und externe
Erfolgsfaktoren und Gefahren (Threats)
- Positionierung Unternehmensstrategie
- Einordnung in Produkt, Verfahren,
Sortiment, Erweiterung und so weiter
- Wertschöpfungskette
- Angaben zu Produktphasen und Status
(Idee, Entwicklungsstand, 1st shipment o.ä.)
- Bestehende Kooperationen
- Hintergrund und Historie; bestehende
vertragliche Verpflichtungen und Kooperationen
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| Anschubförderung
durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung |
Im Rahmen der
INSTI-Verwertungsaktion wird die Erstellung von Summaries und Dossiers
gefördert.
- Inserenten als Auftraggeber der
eingestellten Summaries können einen Zuschuss zum Summary-Preis
erhalten. Er beträgt 30 Prozent (maximal 2.500 DM) der
Rechnungssumme.
- Nachfrager als Auftraggeber von
Dossiers können einen Zuschuss erhalten in Höhe eines Drittels
(maximal 10.000 DM) der Rechnungssumme bis zur Obergrenze von
30.000 DM.
- Die Förderzusage erteilt der
jeweilige Innovationspartner in Vertretung des Instituts der
deutschen Wirtschaft Köln - INSTI-Projektmanagement - (IW Köln).
Sie werden in einem Förderblatt dokumentiert. Nach Bezahlung der
Rechnung reicht der Auftraggeber diese zusammen mit dem
Förderblatt und den dort genannten Unterlagen beim IW ein, das
den Zuschuss auszahlt.
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Ein
Beispiel: Bodyscanning - Digitale Körperdaten als Basis für E-Commerce
- 1. Die Erfindung/Idee
- 2. Kundennutzen
- 3. Produktnutzen
- 4. Entwicklungsmöglichkeiten zu einer Produktfamilie
- 5. Projektstand
- 6. Verwertungskonzept
- 7. Zahlendarstellung
- 8. Standort des Inserenten
- 9. Kontakt
Die Erfindung/Idee
E-Commerce ist in aller Munde, auch und gerade in der
Bekleidungsbranche. Doch wie probiert man Bekleidung ohne
physischen Kontakt zur Ware an?
Genau für diese Fragestellungen hat der Inserent ein schlüssiges Lösungskonzept
erarbeitet. Das Ziel des Unternehmens besteht darin, reale Körperdaten zu
digitalisieren und diese weltweit zur Verfügung zu stellen, wodurch
erstmalig das Anprobieren von Bekleidung im Internet mit dem »eigenen Körper«
animiert dargestellt werden kann.
Kundennutzen
Der Online-Versandhandel in der Bekleidungsindustrie wird durch den
Inserenten in die Lage versetzt, den Endkunden sehr viel individueller, ja
persönlich zu bedienen. Durch die personengebundene Abstimmung von Körperdaten
zu Produktdaten können charakteristische Retourenquoten von derzeit über
50 Prozent deutlich reduziert werden (Quelle: Bekleidungsphysiologisches
Institut Hohenstein). Das Körpermodell wird hierbei während des
Kaufvorgangs im Internet als »Zwillingskörper« genutzt.
Produktnutzen
Die technische Voraussetzung für das Bodyscanning schafft ein speziell
entwi- ckelter Scanner. Während heute verfügbare Bodyscanner nach Zahlen
der Forrester Research Inc. (»Apparel's On-line Makeover«, Mai 1999)
zwischen 75.000 US Dollar und 500.000 US Dollar kosten, soll das neue
Bodyscan-System zu einem Preis von zirka 15.000 Euro realisiert werden.
Auch die bei bisherigen Geräten nahezu völlig fehlende Eignung für große
Stückzahlen (Fertigung, Montage, Inbetriebnahme, Service) wurde mit dem
neuen System behoben. Der neue Körperscanner besitzt folgende, in dieser
Kombination am Markt einzigartige, Parameter:
Objekt:
Der Mensch mit einer Körpergröße von 1 Meter bis 2,25
Meter; die zu erfassende Person präsentiert sich einzeln in einer auf den
3D-Bodyscanner abgestimmten Umgebung. Es gibt keinerlei Beschränkungen
hinsichtlich Personengruppen, das heißt: Alle Hauttypen können erfasst
werden.
Scanzeit:
eine Sekunde pro komplettem Körper (rundum)
Auflösung:
Die Mittlere Auflösung beträgt 1,5 Millimeter.
Service:
100-prozentig webfähige Technologie, das bedeutet: Remote Control nahezu
aller verwendeten Komponenten (Sensoreinheiten, Beleuchtungskörper,
Rechner etc.)
Inbetriebnahme:
maximal zwei bis drei Stunden pro Scanner inklusive Kalibrierung.
Entwicklungsmöglichkeiten zu einer
Produktfamilie
Der beschriebene Ansatz »Versandhandel« charakterisiert das
kurzfristige Ziel des Inserenten. Langfristig besteht die Vision darin,
die Aktivitäten des Datenhandels mit Körperdaten auf eine Vielzahl
weiterer Möglichkeiten auszuweiten, so zum Beispiel:
- Virtuelles Shopping: Terminals, in denen der Ankleidevorgang
simuliert wird, ermöglichen das Einkaufen im Modehaus, ohne sich
umziehen zu müssen. Dies dient zudem der Vertrauensbildung in den
Bodyscan-Dienst selbst.
- Anonymisierte Datenaufbereitung: Statistische Auswertung
spezifischer Körperdaten - zum Beispiel zur verbesserten
Produktionsplanung; Gesundheitswesen: Krankenkassen können eine
gezielte Verfolgung potenzieller Gefährdungsgruppen durchführen.
- Virtual Reality: Der individuelle Akteur bei Videospielen
oder in der Filmindustrie.
- 3D-Haushaltswaage: Neben dem Gewicht werden auch die Veränderungen
an den jeweiligen Körperpartien dargestellt.
Projektstand
Der Prototyp des Bodyscanners befindet sich derzeit in der Phase der
Realisierung und wurde patentrechtlich geschützt (Patentverfahren läuft
noch, sieht aber Erfolg versprechend aus).
Die IT-Operation wird momentan geplant. Die Datensicherheit wird von unabhängigen
Dritten (Trusted Third Party) überprüft (z. B. TÜV IT Düsseldorf oder
KPMG). Die Bewertung von Chancen und Risiken sowie die Ermittlungen
finanzieller Kenngrößen erfolgten im Rahmen einer wissenschaftlichen
Abhandlung des Gründerteams an der Hochschule St. Gallen / Schweiz
(Nachdiplomstudium zum »Master of Business Engineer« / MBE). Dabei ergab
sich ein ausgesprochen attraktives Wachstumsgeschäft, welches im heutigen
Informationszeitalter sehr zeitnah realisiert werden kann.
Das Unternehmen selbst befindet sich in der Gründungsphase. Innerhalb der
nächsten zwei Jahre ist ein Börsengang geplant.
Verwertungskonzept
Aktive Marktbetrachtungen erfolgten für den Online-Versandhandel in
der Bekleidungsindustrie. Sekundärmärkte (siehe Pos. 4 »Produktfamilie«)
werden vorerst als zusätzliche Sicherheit für das Business-Modell
angesehen.
Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden beträgt der Umsatz im
Textil-, Bekleidungs- und Ledergewerbe für Deutschland zwischen 65
Milliarden DM (1995) und 63,4 Milliarden DM (1998). Hierbei hatte der
Versandhandel einen Anteil von 10,7 Milliarden DM (16,5 Prozent, 1995) und
16,3 Milliarden DM (16,3 Prozent, 1998). Das Wachstum des weltweiten
Marktes im Online-Versandhandel der Bekleidungsindustrie wurde von
Forrester Research Inc. von 530 Millionen US Dollar in 1998 auf 20
Milliarden US Dollar in 2003 abgeschätzt, dies repräsentiert zirka 7
Prozent des Gesamtmarktes.
Da mit den Körperdaten sowohl für Modehäuser (Maßbekleidung) als auch
für den Online-Handel ein deutlicher Kundennutzen erreicht werden kann, zählen
beide zur Hauptzielgruppe für Marketing und Vertrieb. Die Aktivitäten in
Vertrieb und Marketing sollen nahezu zeitgleich in Europa und in USA
gestartet werden. Die Einschätzungen des amerikanischen Marktes gehen
davon aus, dass dieser hinsichtlich der Akzeptanz des Dienstes »Handel
mit Körperdaten« mindestens zwei Jahre Vorsprung vor dem europäischen
Markt hat.
| Qualifikation
der Innovationspartner |
Innovationspartner
sind für die Qualität der Inhalte und für den Ablauf der Maßnahme
zuständig und müssen folgende Anforderungen erfüllen:
- Kompetenz und Erfahrung im Bereich
Innovationsvermittlung und Verwertung, das heißt im Einzelnen:
professionelle Aktivitäten im angesprochenen Bereich seit
mindestens zwei Jahren, insbesondere durch erfolgreiche Kontakt-
und Kooperationsvermittlung, Hilfestellung / Beratung bei der
Finanzierung von Innovationsvorhaben sowie bei Lizenzverhandlungen
und -verträgen;
- Bewertung von mindestens 20
Innovationsvorhaben pro Jahr, einschließlich
technisch-wissenschaftlicher Bewertung, Marktpotenzial- und
Wettbewerbsanalyse sowie Bewertung von Rentabilität und
Finanzplanung;
- erfolgreiche Vermittlung von
mindestens drei Innovationsvorhaben pro Jahr;
- Mitarbeiterqualifikation durch
mindestens zwei geeignete Mitarbeiter (mit
naturwissenschaftlich-technischer, ingenieurwissenschaftlicher
oder betriebswirtschaftlich/ kaufmännischer Hochschul- oder
Fachhochschulausbildung sowie Praxiserfahrung bei
Innovationsvorhaben und Verwertung), die für die Arbeit im Rahmen
des Innovation Market zur Verfügung stehen;
- Kompetenz und Erfahrung im Bereich
Informationsbeschaffung (professionelle, regelmäßige Nutzung von
elektronischen und konventionellen Informationsquellen und
Datenbanken);
- Mitgliedschaft im INSTI-Netzwerk
oder feste Kooperation mit INSTI.
Die Innovationspartner versichern mit
Unterzeichnung eines Vertrages verbindlich, dass sie diese
Anforderungen vollständig erfüllen und dass sie Summaries und
Dossiers gemäß den Qualitätsstandards erstellen können und werden.
|
Zahlendarstellung
Der Kapitalbedarf bis einschließlich 2001 beträgt 11,5 Millionen
Euro. Damit sollen in der Gründungsphase Kosten für Personal, für die
Weiterentwicklung von Scannertechnologie und IT-Infrastruktur, für
Produktionskosten (Scanner) sowie Sachauslagen bestritten werden.
Bei der Finanzplanung sind auch erwartete Erträge berücksichtigt, woraus
sich folgende Eckdaten für die nächsten fünf Jahre ergeben (alle Zahlen
in Millionen Euro):
| Kosten |
Umsatz |
| 2000:
3,8
2001: 10,4
2002: 26,2
2003: 68,8
2004: 79,8
|
2000: 0
2001: 3,2
2002: 46,5
2003: 126,3
2004: 262,9
|
Zusammenfassung
In Deutschland gibt es ein erhebliches Potenzial hochwertiger
Erfindungen, denen jedoch der Durchbruch zur erfolgreichen Innovation häufig
deshalb nicht gelingt, weil es entweder gar nicht zum Kontakt zwischen
Erfindern und potenziellen Nutzern (beziehungsweise Kapitalgebern) kommt
oder weil denen, die Entscheidungen fällen können, häufig die
Informationen zur Einschätzung der Erfolgsaussichten einer Erfindung am
Markt fehlen. Um diese Probleme zu lösen, bietet die Deutsche Börse AG
und die Kreditanstalt für Wiederaufbau den Innovation Market als
Handelsplatz an. Der Internet-Dienst soll das systematische Zusammenfinden
von Ideen, Kapital und Unternehmen ermöglichen. Im Rahmen der
bundesweiten Initiative zur »Innovationsstimulierung der deutschen
Wirtschaft INSTI« wird unter den Kategorien:
- »Idee sucht Kapital«,
- »Idee sucht Unternehmen« und
- »Unternehmen sucht Idee«
ein Forum für Erfinder und junge technologieorientierte Unternehmen
auf der einen Seite und für Investoren auf der anderen geschaffen.
Für die Summaries - die elektronischen Inserate im Innovation Market, die
in standardisierter Form die zentralen Eckdaten eines Innovationsangebotes
enthalten - und für die Dossiers, die eine ausführliche Darstellung
eines Angebotes sind, das gleichzeitig als Entscheidungsgrundlage für ein
finanzielles oder unternehmerisches Engagement eines Nachfragers
konzipiert ist, gelten strenge Regeln. Doch nur so kann die Qualität der
Innovationen im Innovation Market gewährleistet werden. Die Frage, ob
sich Erfinder und Kapitalgeber tatsächlich finden, bleibt nicht mehr dem
Zufall überlassen.
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